COVID-19

Corona-Skeptiker vs. Verschwörungstheoretiker

Einfach damit wir mal darüber gesprochen haben:

Gemäss einem heutigen Bericht von 20 Minuten hat der durchschnittliche Verschwörungstheoretiker einen tiefen sozioökonomischen Status. Das heisst er ist wenig gebildet und gehört der unteren gesellschaftlichen Schicht an. Das behauptet zumindest Marko Kovic, Experte für Verschwörungstheorien.

Er selber ist übrigens unter Anderem Mitbegründer der „Skeptiker Schweiz“ und hat diese Vereinigung sogar einst präsidiert.

Bereits früher hat das Forschungsprojekt „Politische Soziologie der Corona-Proteste“ an der Universität Basel herausgefunden, dass das Durchschnittsalter von Corona-Skeptikern bei 48 liegt. Ein Drittel hat eine Matura und/oder einen Studienabschluss. Die meisten stammen gemäss der Studie aus der Mittelschicht und auffällig viele seien Selbstständig. Dies berichtet unter Anderem TeleBasel.


Mal abgesehen davon, dass ich persönlich viel lieber von „Massnahmen-Kritikern“ als von Corona-Skeptikern spreche, erscheint mir die Erklärung der Universität Basel recht logisch.

Das Durchschnittsalter ist relativ hoch: Klar, die Leute haben zu einem Drittel auch einen Hochschulabschluss – entsprechend lange dauerte ihre Ausbildung, entsprechend haben sie heute ein gewisses Alter. Wer einen Hochschulabschluss hat, wer studiert hat oder zumindest eine Matura gemacht hat, hat gelernt, selbstständig zu denken, seinen eigenen Verstand zu gebrauchen. Aber er/sie hat vor allem auch gelernt, Fragen zu stellen. Nicht einfach alles blind zu glauben, sondern zu hinterfragen. Zu analysieren, zu argumentieren, zu recherchieren… Da wundert es mich nicht, dass sie skeptisch sind.

Auch dass viele selbstständig sind, überrascht mich nicht. Gerade diesen Unternehmern gehen die Massnahmen des Bundesrats ans Lebendige. Existenzen sind bedroht. Natürlich stellen diese Menschen Fragen.

Es zeigt mir aber gleichzeitig auch, dass ein Corona-Skeptiker (bzw. Massnahmen-Kritiker) nicht gleich Verschwörungstheoretiker ist. Dennoch werden beide häufig in einen Topf geworfen.

Ich persönlich halte auch nichts von Verschwörungstheorien. Aber ich finde es wichtig, Fragen zu stellen und die aktuelle Situation zu analysieren. Mit Verschwörung hat das nichts zu tun. Im Gegenteil. Wir sind als mündige Bürger dazu verpflichtet, Fragen zu stellen. Das Problem ist einfach, dass die Politik nicht unterscheidet und daher die „Skeptiker“ nicht ernst nimmt. Dabei lebt unsere Demokratie genau von diesen fragenstellenden Skeptikern.

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