COVID-19

Quo vadis Confoederatio Helvetica?

Ja, das ist wohl eine der letzten Fragen, die wir in dieser Zeit aufwerfen müssen. Und um es gleich vorweg zu nehmen, ja das wird eine Frustschreibe mit einigen Fragen, die ich aufwerfe. Nicht weil ich faul geworden bin – nein, aber müde. Corona-müde – übrigens wie so viele von uns auch. Ich habe gerade die Kraft nicht für tiefgründige Recherchen, nicht zuletzt, weil die Berichterstattung in den Medien immer wie wirrer wird.

Keine Sorge, ich bleibe meiner Meinung treu und ich werde auch nicht aufhören mit dem Schreiben – nein, aber irgendwie muss ich die ganze Geschichte langsam in meinem Kopf auf die Reihe kriegen. Da läuft gerade so einiges schief in unserem Land.

Das Unheil nahm seinen Anfang, als irgendwann im Sommer die Westschweizer Kantone angefangen haben, in Einkaufsläden eine Maskenpflicht einzuführen – weil sie hofften, das nütze und helfe dabei, die Zahl der Neuinfizierungen tief zu halten. Heute wissen wir, dass das nichts bringt. Denn genau in diesen Kantonen (mit einigen Ausnahmen) stiegen die absoluten Zahlen der neu positiv Getesteten als erstes merklich an.

Ende Sommer zogen dann erst der Kanton BS, dann ZH und schliesslich auch der Kanton BE nach. Immer lauter wurden die Stimmen, es brauche eine einheitliche Regelung auf Bundesebene, doch seit der Aufhebung der ausserordentlichen Lage im Juni 2020 stellte sich der Bundesrat hinter den schweizerischen Föderalismus und überliess den Kantonen die Entscheidungen über die Massnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus.

Der Sommer war ziemlich entspannt, die Zahlen pendelten sich auf relativ tiefem Niveau ein, alle waren zufrieden (naja, fast alle). Denn als an vereinzelten Tagen die absolute Zahl deutlich und die Positivitätsrate leicht stieg, machte sich leichte Panik breit.

Die Bundespräsidentin traf sich mit den Kantonen um sich abzusprechen – der Inhalt dieser Sitzung ist bis heute nicht bekannt. Nur, dass das Gespräch gut verlaufen sei und dass man versuche zwischen Bund und Kantonen einen Konsens zu finden. Interessant hierbei, dass ausgerechnet nach diesem Gipfeltreffen eine Welle der Einführung des Maskenobligatoriums in Geschäften durch die Schweiz ging….. natürlich alles rein zufällig. Hierzu noch ein kurzer Einschub:

Die Zahlen stiegen von Anfang an in den Kantonen am raschesten an, welche die Maskenpflicht in den Läden als erstes eingeführt haben… Ich frage mich, ob das nützlich war….?

Dann kam zuerst die Nachricht, dass das Contact-Tracing am Anschlag laufe, gefolgt von der Schock-Nachricht: der Schweiz gehen die PCR-Tests aus. Doch seither testen wir mehr den je – bis zu 25’000+ pro Tag… Geht diese Rechnung nur bei mir nicht auf?

Jetzt freut man sich hierzulande auf den Schnelltest, der innert 15 Minuten Klarheit bringen soll. Doch tut er das wirklich? Sogar Experten zweifeln das an: medinlive.ch. Und hier wird erklärt warum: Bei den Schnelltests handelt es sich offenbar um die von Beginn an umstrittenen Antikörpertests… aha? Die zeigen nicht eine akute Infektion an, sondern, ob man Antikörper entwickelt hat oder nicht. Also erst sinnvoll, wenn man das Gefühl hat, überm Berg zu sein, oder wissen will, ob man mal eine Infektion gehabt hat…. Okay, die Sinnhaftigkeit dieser Tests zweifle ich an – selbst wenn sie funktionieren würden.

Die Zahl der neu positiv-Getesteten steigt zurzeit ins beinahe Unermessliche – quasi von einem Tag auf den anderen vom mittleren 3-stelligen in den vierstelligen Bereich. Klar, die Anzahl durchgeführter Tests spielt hier sicher auch eine Rolle. Aber auch die Kurve der Positivitätsrate fing an deutlich zu steigen, bis knapp 10% ging es ja noch, doch mittlerweile bewegen wir uns wieder in den 20%-Bereichen. Das ist nicht gut. Wirklich? Oder ist es nicht gut, weil wir es a) wissen und b) weil man uns sagt es sei nicht gut.

Ja es ist natürlich brandgefährlich, denn die Spitäler drohen bereits jetzt wieder überlastet zu sein… Ah ja? Also die Bettenzahl, die auf der BAG-Seite offiziell publiziert ist spricht eine andere Sprache:

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaete.html#betten-alle-kategorien-

Und bei den IPS Betten ebenfalls:

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaete.html#betten-alle-kategorien-

Es sind nicht die Covid-Patienten, welche unsere Spitalbetten füllen. Stand 20.10.2020 waren 65% der Spitalbetten belegt (die Minderheit übrigens von Covid-19-Patienten). Das klingt nach viel. Aber angesichts der Berichterstattung im Jahre 2015, als sich die Spitäler beklagt haben darüber, dass sie mehrheitlich weniger als 80% belegt sind, erscheint mir das doch eher seltsam… 2015 sprach man bei einer totalen Belegung von 82% der Schweizer Spitalbetten von einer „mittleren Belegung“. Und jetzt, wo wir noch über 30% freie Betten haben, schreien alle sie seien überlastet? Sorry, das geht für mich nicht auf.

Auch der Tagi berichtet darüber: Von insgesamt 1078 Intensivbetten in der Schweiz sind zurzeit 681 belegt, davon 230 von Covid-19 Patienten. Also nur ein Drittel der intensiv zu Pflegenden sind Corona-Patienten. Ausserdem sind noch 397 Betten frei. Und: die Betten sind nicht auf ewig belegt. Da kommen wieder Leute raus….

Quelle: https://interaktiv.derbund.ch/2020/corona-spitalbetten-schweiz/

Dann vor 10 Tagen die Pressekonferenz des Bundesrates, hier wollte Sommaruga dem „Gstürm“ ein Ende bereiten. Nicht unbedingt die Ausdrucksweise, die ich von einer Bundespräsidentin gegenüber ihrem Volk erwarte.

Mit dem „Gstürm“ meinte Sommaruga die Maskenpflicht. Einige Kantone hatten sich bis dahin gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen, weil sie sahen, dass es in anderen Kantonen nicht gefruchtet hat. So hat Sommaruga dem ein Ende bereitet und die Maskenpflicht in Innenräumen für die ganze Schweiz ausgerufen – nebst weiteren einschneidenden Massnahmen.

Dass sie damit das „Gstürm“ noch grösser macht, damit hat Sommaruga wohl kaum gerechnet. Denn jetzt ging es los. Diverse Kantone fingen damit an, Grossveranstaltungen zu verbieten, Menschenansammlungen im öffentlichen und privaten Bereich noch mehr einzuschränken, Sperrstunden einzuführen.

Letzteres führt dann zu so grotesken Auswüchsen z.B. im Bereich der CSS Dartmeisterschaften: Ein Dartmatch beginnt in der Regel um 1930. Je nach Dauer der einzelnen Spiele (best of three), dauert das bis weit nach 2300. Im Wallis wurde die Sperrstunde allerdings auf 2300 gelegt – ergo hat der Verband anschliessend den Spielbeginn auf 1830 vorverlegt – im Wallis. Doch dann wird gewissen Mannschaften das Spielen ganz verboten. Das „Heim-Pub“ einer Dartmannschaft setzte am 22.10.2020 folgende Meldung ab: „Liebe **** leider müssen wir auf Dart verzichten, der Polizeichef hat mich soeben infomriert. Sorry sag das Spiel von heute Abend bitte ab.“

Ja geht’s noch? In anderen Beizen im selben Kanton wird aber weitergespielt… in Maske zwar, aber immerhin. Nein Leute, das kann nicht euer Ernst sein.

Und jetzt warten wir alle gespannt was da noch kommen Mag. Der Kanton Tessin hat die Maskenpflicht im öffentlichen Raum bereits verfügt. Ganz nach dem Gusto von Bundesrat Berset. Habt ihr wirklich das Gefühl das nütze etwas?

Immerhin scheinen die Leute nun zu erwachen. Während der Taskforce Chef Martin Ackermann einen erneuten Lockdown durchaus als Massnahme in Betracht zieht, will Berset Länder von der Risikoliste streichen. Indes schliesst eine Zürcher Traditionskette offenbar vorübergehend alle 15 Lokale, weil der Umsatzeinbruch seit der Maskenpflicht zu hoch ist (ja klar, kommt ja keiner mehr – ich habe so auch keine Lust). Die Gastrobranche sieht 100’000 Stellen in Gefahr und der Tourismus fürchtet sich vor einem Milliardenverlust, während die SWISS hemmungslos Boni ausschüttet.

Und zum Abschluss noch einen zum Thema Fake News: Blick.ch (die kennen sich mit Fake-News ja aus) berichtet von WhatsApp Nachrichten, die Falschmeldungen verbreiten, wie etwa diese hier:

Quelle: Blick

Sowas habe ich schonmal gelesen und konnte es auch kaum glauben, bis mir heute (unabhängig vom Blick Bericht und erst noch bevor ich das gelesen habe) mein Arbeitskollege erklärt hat, seine Schwester arbeite als MPA (Medizinische Praxisassistentin) und sie hätten aus Versehen (kann ja mal passieren), ebenfalls die Formulare von Leuten, von welchen schlussendlich gar kein Abstrich gemacht worden ist, eingeschickt. Von diesen rund 20 Formularen, von denen nicht eine einzige Person getestet worden ist, seien schlussendlich drei mit dem Ergebnis „positiv“ zurückgekommen…. Wirft das wirklich nur bei mir Fragen auf?

Hier sehe ich persönlich nur zwei Varianten:

  1. Das Qualitätsmanagement in diesen Laboren ist völlig ungenügend – dann frage ich mich, was mit all den anderen medizinischen Tests ist, die da durchgeführt werden, oder:
  2. Es steckt wirklich Absicht dahinter (Quote).

Ich für meinen Teil, sollte mir so etwas passieren, würde das zur Anzeige bringen. Und ich empfehle allen, denen das schon passiert ist: Erstattet Anzeige!

Warten wir nun gespannt auf morgen, wenn der Bundesrat seine weitere Strategie verkündet. Ich für meinen Teil nehme das alles einfach nur noch zur Kenntnis. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn während einer Pressekonferenz mal jemand sagen würde: „Unser oberstes Ziel ist es, dass wir alle in absehbarer Zeit wieder unserem normalen, täglichen Leben nachgehen können, so wie wir es vor einem Jahr getan haben.“

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