COVID-19

Es geht auch ohne…

Es ist still geworden um mich und meinen Blog in der letzten Zeit. Und ja, irgendwie habe ich schon ein schlechtes Gewissen deswegen, weil ich ja eigentlich regelmässig über die aktuelle Covid-19 Diskussion berichten und Fragen stellen möchte – Fragen, die mir nach wie vor niemand beantworten kann.

Auf der anderen Seite habe ich die mehr oder wenige Coronafreie Zeit auch genossen – muss ich ehrlich sein. Nun, wie kam es dazu? Ich hatte kürzlich, bei einem Besuch bei Freunden auf dem Camping am Lago Maggiore mein Handy versenkt – und das am Samstag, früher Nachmittag. Ja, versenkt. Es ist quasi ertrunken. Und mit ihm all die Push-Meldungen zu neuen Infektionszahlen, zu neuen schrecklichen Zukunftstheorien, zu völlig unverständlichen Maskenpflichten und… und… und…

Es dauerte anschliessend drei oder vier Tage, bis ich wieder ein Handy hatte und in dieser Zeit blieb ich völlig Coronafrei. Dies nicht zuletzt, weil ich zurzeit Nachrichten meide (ausser ich recherchiere für meinen Blog) und auch seit der Einführung der Maskenpflicht in Läden im Kanton VS keinen einzigen Laden mehr von innen gesehen habe. So umging ich natürlich die Konfrontation mit der Situation. Das ist wohl nicht die Lösung – aber gut getan hat es trotzdem.

Während rund fünf Tagen habe ich so kaum gemerkt, dass Corona noch da ist. Es war fast wie das Leben davor – bis auf die Einkaufstouren, die natürlich fehlen.

Was schlussfolgere ich daraus? Würden wir von den Medien nicht dermassen bombardiert mit Meldungen zu Corona, wüssten wir gar nicht, dass es dieses Ding gibt. Oder: wir wüssten es, würden uns aber nicht tagtäglich damit beschäftigen und es ins Zentrum unseres Lebens stellen. Oder seht ihr das anders? Wir würden leben, wir wären gesund, wir würden krank… wie das auch vorher war. Ganz ohne Corona, ohne Maske, ohne PCR-Test.

Diese Tests, die uns übrigens gelegentlich ausgehen, habe ich gehört. Ein Blick in die NZZ bestätigt das. Ja kein Wunder, wenn das stimmt, was in diesem Artikel steht, werden täglich rund 15’000 Tests ausgewertet. 15’000!!! Kein Wunder steigen die Fallzahlen. Okay, wir müssen ehrlich sein, auch die Positivitätsrate steigt an. Ich gehöre nicht zu den Corona-Skeptikern, die zuerst auf diese Positivitätsrate pochten und jetzt, da diese wieder ansteigt, nichts mehr davon wissen wollen. Fakt ist, wir entdecken mehr Corona-positive Menschen. Und das ist genau der Punkt. Ich versuche das mal zu erklären:

Im März hatten wir sehr hohe Positivitätsraten, trotz weniger Tests. Heute haben wir wieder ähnliche Zahlen wie im März, machen aber mehr als doppelt so viele Tests pro Tag. Dass da irgendwann auch die Positivitätsrate ansteigen muss, ist mehr als logisch. Damals (also im März 2020) haben sich vor allem jene Menschen testen lassen, die schwere Symptome gehabt haben – alle anderen hat man einfach in die Quarantäne bzw. in die Isolation geschickt – ohne Test. Die Chance, dass diese Tests auch positiv ausgefallen wären, ist relativ hoch – doch sie flossen zu dieser Zeit nicht in die Statistik ein, weil sie nicht getestet worden sind. Man sprach von einer „Dunkelziffer“ die um ein Vielfaches höher sein soll, als die effektiven Zahlen.

Nun sehen wir das als bewiesen. Denn: heute lassen sich viel mehr Menschen testen. All diese Leute, welche Corona-positiv getestet werden, aber kaum bis gar keine Symptome zeigen, sich für 10 Tage in die Isolation begeben und anschliessend wieder ganz normal arbeiten gehen, fliessen in diese hohen Fallzahlen und auch in die Positivitätsrate ein. Was wir also mit diesen immens hohen Testzahlen erreichen, ist dass wir diese Leute, die vorher in die Dunkelziffer reinrutschten, auch entdecken. Das heisst aber nicht, dass tatsächlich mehr Leute am Virus erkrankt sind. Man entdeckt sie halt jetzt einfach. Und hier kommt meine These vom Anfang der Pandemie wieder zum Tragen: Je höher die Dunkelziffer, desto besser, weil das heisst, dass es viele Leute gibt, die zwar Corona haben, aber einen sehr leichten Verlauf mit kaum oder nur sehr schwachen Symptomen – viele merken eventuell nicht mal, dass es Corona ist. Jetzt decken wir diese „Dunkelziffer“ langsam auf und jetzt plötzlich ist es ein riesen Problem. Es ging uns besser, als wir das nicht wussten. So wie es mir besser ging, als ich nicht mit all diesen Zahlen und Mutmassungen bombardiert worden bin.

Doch nun, back to life, werde ich mir die Freiheit nehmen, meinen Senf wieder dazuzugeben, in der Hoffnung etwas zum Denken anregen zu können. In meinem nächsten Blog werde ich die Frage stellen, wie sinnvoll denn die Maskenpflicht in den Einkaufsläden ist. Zug und Bern sind die letzte bzw. diese Woche nachgezogen, die Westschweizer Kantone haben analog BS verlängert bis Ende Jahr – nur SO hat nach wie vor in der entsprechenden Verordnung stehen: „längstens bis Ende Oktober“ (Ende Seite 5). Seien wir gespannt ob sie sich daran halten.

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