COVID-19

Die Krux der absoluten Zahlen

Es wird nicht ruhiger um die CORONA-Pandemie. Im Gegenteil. Die Fallzahlen steigen, das BAG ist besorgt, die Kantone auch. Liest man das Interview mit dem Präsidenten der Kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, Lukas Engelberger, (Blick Online vom 02.08.2020, 0800), hat man das Gefühl, die Kantone behalten etwas den kühleren Kopf, ohne die Situation zu unterschätzen.

Die obige Statistik bildet die Zahlen ab, mit welchen wir tagtäglich beliefert werden. Es sind die absoluten Zahlen der bestätigten Neuinfektionen. Dabei heisst Neuinfektion nicht: Krank, hospitalisiert, im Koma oder gar tot. Das heisst lediglich: wurde positiv auf das Virus getestet. Punkt.

Die Menge in den Kreisen zeigt auf, wie sich die Zahlen über die Zeit entwickelt haben. Dabei ist er erste Kreis bewusst auf dem Datum des Erstausbruches in der Schweiz gelegt, der zweite an das Ende des ersten Peaks und der dritte beim aktuellen Datum.

In dieser Grafik sieht man, dass die absolute Zahl der positiv getesteten Personen einerseits steigt – markant, aber man sieht auch, dass die absoluten Zahlen sehr volatil sind. Mal sind es mehr, mal weniger (Wochentage/Wochenende). Zurzeit befinden wir uns stabil im tiefen dreistelligen Bereich. Der Anstieg der absoluten Zahlen ist unter anderem zurückzuführen auf die grössere Anzahl Tests. Betrachtet man die Anzahl der durchgeführten Tests an den einzelnen Tagen, versteht man auch die hohe Volatilität dieser Zahl. Aber eben, es handelt sich um eine absolute Zahl. Diese alleine ist nicht aussagekräftig. Man muss sie immer in den Zusammenhang mit den durchgeführten Tests stellen. Das ergibt dann die sogenannte Positivitätsrate, die zurzeit (Stand 02.08.2020) so aussieht:

Die aktuelle Situation ist also folgende: Positivitätsrate steigt. Das ist aber aus den folgenden Gründen nicht wirklich überraschend:

  • Lockerung der Schutzmassnahmen;
  • Ferienrückkehrer;
  • Sommerferien;
  • Erwartete zweite Welle.

Die zweite Welle ist jetzt nicht überraschend, die war zu erwarten. Solange sie sich aber in Grenzen hält, braucht es keine übertriebene Panikreaktion. In meinem nächsten Post, in welchem ich die Mortalität während der CORONA-Pandemie mit den Jahren 2015-2019 vergleiche, werden Sie sehen, dass auch die Influenza immer eine ähnliche zweite Welle (Sommergrippe) aufzeigt. Ob diese Zahlen wirklich korrelieren, das kann ich Ihnen leider nicht sagen – das kann aber auch das BAG und das BFS nicht – denn die Zahlen zur Influenza Grippe werden nicht so detailliert erhoben, denn sie werden auch nicht explizit getestet. Aber wirklich spannend wäre genau dieser Vergleich.

Den Vergleich, den ich ziehen kann und werde, ist die Mortalität, also die Todesrate. Weil im Unterschied zu den Zahlen zu den Infizierten, wo wir immer nur von den bestätigten Fällen sprechen, gibt es bei der Mortalität so gut wie keine Dunkelziffer.

Wer diese Informationen gerne als Hardcopy im Ausdruck hätte, der kann sich hier das Factsheet dazu herunterladen.

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