COVID-19

Lukas Engelberger spaltet die Bevölkerung bewusst

Ja, das denke ich tatsächlich. Und ich bin der Überzeugung, dass ein Mann, der Folgendes im Interview mit dem Tagesanzeiger sagt, online erschienen (Abo) am 12.09.2021, für dieses Land als politischer Amtsträger nicht mehr haltbar ist:

Quelle: Tagesanzeiger

„Ungeimpfte sind Teil des Problems, Geimpfte dagegen Teil der Lösung“. Ich musste es wirklich mehrmals lesen, bis ich wirklich verstanden habe, was der Basler Gesundheitsdirektor und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz da tatsächlich gesagt hat. Das Originalzitat stammt von Eldridge Cleaver, „einem drogenabhängigen Kriminellen, der sich zunächst den Black Panthers zuwandte, um in späteren Jahren dann als anti-kommunistischer Reborn Christian sein Unwesen zu treiben“ (Quelle: brill.com)

Herr Dr. iur. Advokat, LL.M., dafür, dass Sie sich tatsächlich das Recht heraus nehmen – ohne jemals eine medizinische, biologische oder chemische Fakultät von innen gesehen zu haben – eine solche Aussage zu tätigen, sollten Sie sich in Grund und Boden schämen. Das ist eines politischen Amtsträgers nicht würdig!

Obwohl, was ist von jemandem zu erwarten, der während 11 Jahren als Unternehmensjurist bei der Hoffmann-La Roche gearbeitet hat? 2014 schrieb die „Schweiz am Sonntag“ (Artikel online nicht verfügbar): „Nicht zu rechts, nicht zu l inks, nicht zu forsch. Dabei: pharmafreundlich.“ Engelberger selber erklärte damals: „Die Pharma hat keinen fixen Sitz in der Regierung. Niemand hat das. Dass ich wie Carlo Conti (sein Vorgänger im RR BS – Anm. d. R.) vor seiner Wahl in den Regierungsrat bei der Roche angestellt bin, ist ein Zufall.“ – Ich persönlich glaube nicht an solche Zufälle schon gar nicht, wenn ich dann weiter lese, was Engelberger noch gesagt hat: „Trotzdem ist es wichtig, dass die Interessen der Pharmabranche in der Politik zur Kenntnis genommen werden. Sie ist nicht nur wichtig für unseren Kanton. Sie ist auch wichtig für unser Land – und das wird manchmal unterschätzt.“

Quelle: Tageswoche

Werter Herr Dr. iur., ich glaube hier überschätzen Sie sich. Die Tatsache, dass Sie auch im Institutsrat von Swissmedic sitzen macht Sie nicht unbedingt glaubwürdiger und die Tatsache, dass die Roche weltweit die Rechte an der PCR-Technologie besitzt, auch nicht wirklich.

Die Ausnahmebewilligung für das Angebot von SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test Nasal hat die Roche von der Swissmedic bekommen. Der Zusammenhang zwischen der Roche der Swissmedic und Engelberger kann Zufall sein – aber ich glaube nicht an Zufälle.

Auf Facebook erklärt Engelberger, dass für eine nachhaltige Rückkehr zur Stadtkultur die „Sicherheit vor Krankheit“ fehlt. Klar spielt er auf Corona an, sagt es aber nicht so. Vor Krankheit ist man nie sicher und vor dem Tod schon gar nicht. Solche Aussagen halte ich für höchst gefährlich und unseriös:

Quelle: Facebook

Irrwitzige Forderungen

Für genau so unseriös halte ich übrigens auch nachfolgende Aussagen Engelbergers im Rahmen des Interviews:

  • “ Der Grundsatz soll bleiben, dass das Zertifikat dort gilt, wo man freiwillig hingeht.“
    • Warum soll dann auch an obligatorischen Schulen eine Zertifikatspflicht eingeführt werden? Ich für meinen Teil ging nicht freiwillig in die Schule… – und auch nicht in die Klassenlager.
Quelle: 20 Min

Klar sprechen wir hier „nur“ vom Klassenlager – aber hey, ich wurde auch nicht gefragt, ob ich ins Klassenlager will. Ich musste einfach gehen. Punkt. Und in der Regel kam ich mit einer üblen Bronchitis nach Hause – woher ich die auch immer hatte. Aber ich habe überlebt.

  • „Hingegen könnten wir eine Zertifkatspflicht in den Tourismusbahnen überlegen.“
    • Also im öffentlichen Verkehr braucht man kein Zertifikat, in der Gondel aber schon? Achso und natürlich auch auf dem Sessellift… und dem Skilift….? Echt jetzt? Das ist doch nicht kontrollierbar. Und ausserdem werden die Skigebiete wieder mit starken Ausfällen rechnen müssen. Denn wer sich nicht impfen lassen will, der testet. Der testet während seinen 1-2 wöchigen Skiferien etwa 1-2 Mal pro Woche – auf eigene Kosten. Ich bin nicht sicher, ob sich Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, das wirklich antun. Und bei manch einem wird dann Folgendes passieren: er lässt sich impfen. Aber nicht, weil er sich schützen will, sondern weil er seine Ferien geniessen will. Extrinsische Motivation ist meines Erachtens hier völlig fehl am Platz.
  • „Nicht die Impfung und auch nicht das Zertifikat spalten die Gesellschaft, sondern das Virus.“
    • Interessant, in Auseinandersetzungen wird selten über das Virus diskutiert, sondern vielmehr über den Umgang mit der Pandemie seitens der Politik. Es ist die politische Diskussion, welche die Bevölkerung spaltet – nicht das Virus. Es ist immer menschlich getrieben, wenn eine Gesellschaft so auseinanderbricht. Das war bei den Kreuzzügen so, das war im Nationalsozialismus so, das war im Kommunismus so, die Apartheid in Südafrika war ebenfalls menschlich getrieben, der Jugoslawien-Krieg, der von einem Tag auf den anderen Nachbarn zu Feinden machte war menschlich getrieben… ich glaube nicht, dass ich noch weitere Beispiele aufzählen muss. Ein Virus war nie der Auslöser einer solchen gesellschaftlichen Krise.
  • „Es ist wichtig, die Debatte darüber zu führen, dass es auch eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung gibt, sich impfen zu lassen.“
    • Ehm…. nein. Wie das RKI selber sagt, kann eine geimpfte Person das Virus weitergeben – wenn auch stark vermindert: „In der Summe ist das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden.“
      So, das heisst also, dass ich als geimpfte Person andere Personen weiterhin anstecken könnte. Ich selber bin aber, auch das schreibt das RKI, vor einem schweren Verlauf geschützt.

Als halbwegs intelligenter Mensch schlussfolgere ich aus diesen Angaben, dass ich mit der Impfung in erster Linie mich selber schütze – nämlich vor einem schweren Verlauf. Und nicht den Rest der Bevölkerung. Übrigens bin ich der Meinung, dass ein Mensch, der sich nicht hat impfen lassen, sich das wohl überlegt hat und weiss, welchem Risiko er sich aussetzt und er wird für sich selber eine Risikobeurteilung gemacht haben. Wenn er sich nicht schützen will, ist das seine persönliche Entscheidung, die es zu respektieren gilt. Schliesslich ist diese Person mehr als genug über die Risiken aufgeklärt worden. Und in der Impfstrategie des Bundes (Stand 22.06.2021) steht klar drin, dass niemand gezwungen werden kann, sich impfen zu lassen. Hierzu gehört für mich aber auch, dass niemand indirekt gezwungen werden kann und niemand aufgrund seiner Entscheidung diskriminiert werden darf.

Covid-19-Impfstrateie BAG EKIF, Stand 22.06.2021

Für mich steht fest, mit seinen Aussagen, seiner extremistischen und konservativen Haltung gegenüber Menschen, die sich aus eigener Überzeugung nicht impfen lassen wollen, kreiert Lukas Engelberger eine Zweiklassengesellschaft und nimmt in Kauf, dass die Gesellschaft auseinanderbricht. Und er unternimmt nichts dagegen.

So jemand ist für die Schweiz nicht tragbar! Und ich erwarte von Lukas Engelberger klar einen Rücktritt, sollte das Covid-Gesetz im November bachab geschickt werden!

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