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Kommentar „Ausserdem“

Walliser Bote vom Dienstag, 17.11.2020

Mir hat dieser Kommentar, der durchaus einen verschmitzten Blick auf die Corona-Krise wirft, sehr gefallen. Daher will ich ihn Euch nicht vorenthalten:

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Diskurs zum offenen Brief

Valentin Haller hat auf meiner COVID-19 Plattform eine Stellungnahme zum offenen Brief von Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf publiziert (original in schwarz). Sie wiederum ist auf seine Fragen eingegangen (in grün), worauf auch Haller wieder einige Gegenfragen stellt (in rot).

Ich möchte Euch diese Unterhaltung als meinungsbildende Massnahme nicht vorenthalten:

In ihrem offenen Brief schreibt Frau Meffert-Ruf, dass laut BAG «gut eingestellte Diabetiker, Asthmatiker oder Hypertoniker ohne Endorganschäden» kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 hätten. Die Liste der Risikokrankheiten sei im April diesbezüglich angepasst worden. Diese Feststellung ist falsch, wie man unschwer der BAG-Website entnehmen kann (u.a. «Besonders gefährdete Personen», «Merkblatt für Menschen mit Vorerkrankungen», «Kategorien besonders gefährdeter Personen»): Diese Vorerkrankungen werden noch immer aufgeführt. Neben vielen anderen Behörden und Organisationen weist auch das Robert Koch Institut (RKI) weiterhin u.a. Personen mit «Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems» als Risikogruppen aus.

Es ist so, die BAG Liste wurde angepasst und eingeschränkt:
Liste-besonders-gefährdeter-Personen_Anhang-6_ab 24.06.2020_DE (5).pdf
Leider hat das die Oeffentlichkeit kaum mitbekommen, was auch die Reaktion von Herr Haller zeigt.
Uebrigens gelten die Ü65 seit September pauschal auch nicht mehr als Risikopersonen.

Könnten Sie mir dazu allenfalls einen Link schicken? Auf der BAG-Webseite (Link unten) finden sich die Ihrerseits als Beispiele aufgeführten Vorerkrankungen weiterhin als „besonders gefährdete Personen“. Dass Ü65 nicht mehr pauschal als Risikopersonen gelten, ist korrekt und passt auch zum aktuellen Wissensstand, wonach die IFR bereits ab einem Alter von etwa 50 Jahren ansteigt.

https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/krankheit-symptome-behandlung-ursprung/besonders-gefaehrdete-menschen.html

Weiter heisst es im offenen Brief, von 48 per 31.03.2020 im Schweizer Dialyseregister erfassten und an COVID-19 erkrankten Patienten seien deren 40 wieder genesen. Abgesehen davon, dass eine solche Stichprobe statistisch insignifikant und deshalb ohne jede Aussagekraft ist: Was ist mit den anderen 8 Personen geschehen? Sind sie verstorben? Und sind die 40 Gesundeten vollständig genesen oder leiden sie allenfalls an Spätfolgen? Der Brief gibt darauf keine Antworten. Aus der vermeintlich angepassten BAG-Risikoliste und den paar wenigen Dialysepatienten wird jedoch kurzerhand abgeleitet, COVID-19 bedeute für Hochrisikopatienten kein Todesurteil. Diese Feststellung ist mindestens grob verharmlosend, wie man schon alleine an den weltweiten Todeszahlen ablesen kann. Im Weiteren lassen sich derzeit noch keine verlässlichen Aussagen über Langzeitauswirkungen und Folgeschäden einer Erkrankung an COVID-19 machen. 

Es geht nicht um eine Stichprobe, sondern um absolute Zahlen der bis Ende März 2020 an Covid-19 erkrankten Dialysepatienten in der Schweiz. Leider ist das Dialyseregister noch nicht weiter geführt, was sicher bald passieren wird.  

Dies soll eines von vielen Beispielen sein, dass selbst Hochrisikopatienten eine Covid-19-Infektion häufig überstehen.  Dies ist auch dem Interview mit Prof. Dr. med. Pless, Chefarzt Medizinische Onkologie am Kantonsspital Winterthur (ONCO MAG 9/2020) zu entnehmen:  „Wir glauben nicht, dass onkologische Patienten unter Immuntherapie bei einer Covid-19-Infektion einen schlechterern Verlauf haben.“

Wichtig ist auch zu wissen, dass onkologische Patienten, welche früher mal Krebs gehabt haben, jetzt aber rezidivfrei sind und keine Therapie machen müssen, i.d.R. ein normales Immunsystem und somit kein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben.

Ich bestreite keineswegs, dass glücklicherweise auch Hochrisikopatienten in vielen Fällen die Erkrankung überstehen. Wir können uns aber hoffentlich darauf einigen, dass es einigermassen klar definierte Risikogruppen gibt und dass diese Risikogruppen einem erhöhten Risiko ausgesetzt sind, an COVID-19 zu versterben oder schwere Krankheitsverläufe auszubilden. Und ich bitte Sie zu berücksichtigen, dass die Langzeitauswirkungen nach wie vor ein grosses Fragezeichen sind. Infolgedessen sollte allen – nicht nur den Risikogruppen – vernünftigerweise daran gelegen sein, eine Infektion zu vermeiden. Nicht nur für uns selbst, sondern auch für unsere Nächsten. Ich könnte es nicht mit meinem Gewissen vereinbaren, beispielsweise meine Mutter (chronische Bronchitis) anzustecken und einem vermeidbaren Krankheits- oder gar Todesrisiko auszusetzen, selbst wenn diese Risiken eher gering sein sollten.

Es gäbe in der Natur immer wieder neue oder mutierte Viren (was zutreffend ist), ist weiter zu lesen und das menschliche Immunsystem sei darauf vorbereitet, weshalb eine Panikmache unbegründet sei (was in dieser Pauschalisierung falsch ist). Es wird ausgeblendet, dass das menschliche Immunsystem auf gewisse Viren (u.a. Tollwut, Ebola, Rota, Pocken, HIV) keine genügende bzw. gar keine Antwort findet oder nur dann, wenn entweder eine Impfung die Infektion verhindert resp. wirksame Therapien die Erkrankung zu behandeln vermögen. Bei SARS-CoV-2 ist beides derzeit nicht gegeben: Weder steht ein Impfstoff zur Verfügung noch gibt es konstant verlässliche Therapien insbesondere für schwere Krankheitsverläufe.

Wie Herr Haller richtig sagt, gibt es schlimme Krankheiten, welche oft mit Schäden oder sogar tödlich enden. Deshalb sind wir auch sehr froh, dass es Impfungen gibt, welche die Menschen vor solch schlimmen Krankheiten schützen (selbstredend gibt es nicht für alle Krankheiten Impfungen. Von den gebrachten Beispielen gibt es Impfungen gegen Tollwut und Rotaviren.  Pocken sind ausgerottet, und gegen Ebola und HIV konnte bisher leider keine Impfung entwickelt werden).  Glücklicherweise gibt es hunderte von weiteren Viren, mit welchen das menschliche Immunsystem in der Regel bestens zurecht kommt und gegen die es auch keine Impfung gibt, z.Bsp. Rhinoviren, Coxsackie, Parainfluenza, RSV, EBV, CMV, Adenoviren etc etc.  Jedes KiTa-Kind mit Dauerschnupfen setzt sich dauernd mit unzähligen Viren auseinander, und dank seinem guten Immunsystem hat es „nur“ einen Schnupfen.

Glücklicherweise haben auch die meisten (über 80%) Menschen, welche sich mit SARS-CoV-2 anstecken, milde oder asymptomatische Verläufe.  

Danke für Ihre Ausführungen. Der entscheidende Punkt ist hier nach meinem Dafürhalten, dass wir bezogen auf SARS-CoV-2 derzeit mit der Tatsache leben müssen, dass es noch keine Impfung gibt und gerade innerhalb der Risikogruppen trotz verbesserter Therapien nach wie vor viele Menschen sterben (je nach Studie wird die IFR bei Ü70 mit 5 bis gegen 15% geschätzt). Und es ist auch entscheidend, entschuldigen Sie die Wiederholung, dass wir noch zu wenig wissen bezüglich Folgeschäden. 

Insofern: Ja, das Immunsystem kommt mit vielen Viren klar, aber mit einigen leider nicht. Wenn ungefähr 80% der Menschen milde oder asymptomatische Verläufe haben, dann heisst das im Umkehrschluss eben auch, dass ungefähr 20% der Infizierten symptomatische bis schwere Verläufe haben. Bei diesen Grössenordnungen darf man m.E. durchaus von einem gefährlichen Virus sprechen.

An verschiedenen Stellen wird gesagt, SARS-CoV-2 sei kein «Killervirus». Dies wirft zunächst die Frage auf, wann nach ihrer Ansicht ein Virus das Präfix «Killer» verdient hat. Diese Frage bleibt unbeantwortet, obschon die Antwort auf der Hand liegt: Immer dann, wenn eine unkontrollierte Ausbreitung die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens birgt. Doch selbst wenn ein Virus «nur» eine durchschnittliche Infektionssterblichkeit (IFR) von 0.14% aufweist, wird dieses Virus weltweit zu mehr als 7 Millionen Opfern führen bis eine 70%-Herdenimmunität erreicht ist, sofern weder Impfstoff noch Therapie verfügbar sind und keine Massnahmen getroffen werden. Für die Opfer handelt es sich also sehr wohl und in jedem Fall um ein Killervirus, wenn sie daran sterben.

Ein Killer-Virus ist ein Virus mit hoher Letalität, wie zum Beispiel Ebola oder Gelbfieber.

Jedes Virus kann bei Geschwächten schwere Verläufe verursachen, auch zum Beispiel Rhinoviren (Schnupfenviren) können Lungenentzündungen verursachen.  

Die Frage ist, wie häufig das passiert und ob es auch bei Gesunden passiert.  Und da hat sich herausgestellt, dass die IFR von Sars-CoV-2 in einem ähnlichen Bereich wie die von Influenza liegt.  Angesichts der Tatsache, dass man sich gegen Influenza impfen kann, muss also davon ausgegangen werden, dass die IFR von Influenza ohne Impfung höher wäre als die von Sars-CoV-2. Sprich:  Es ist somit davon auszugehen, dass die Grippe ohne Grippe-Impfung mehr Opfer fordern würde als Sars-CoV-2.

Sie haben recht, dass es für alle, die Covid-19 zum Opfer fallen, ein Killervirus ist.  

Dazu muss gesagt werden, dass längst nicht alle „Corona-Toten“ ohne Sars-CoV-2 noch am Leben wären.  Die EU-Definition eines Corona-Toten besagt ja, dass jeder, der binnen 28 Tagen nach positivem PCR-Befund verstorben ist, in die Covid-19 Statistik aufgenommen werden muss, egal ob er terminal krebskrank oder ein Unfallopfer ist. 

Das Median-Alter der Corona-Toten von 86 Jahren besagt auch, dass viele der Patienten in sehr betagtem Alter gewesen sind.

Jeder Todesfall ist sehr traurig.  Ich möchte den Tod auch von Betagten keinesfalls geringschätzen.  Meine Eltern sind auch in diesem Alter und ich wünsche ihnen und mir, dass sie noch lange leben. Trotzdem gehören Geburt und Tod zum Leben eines jeden Menschen.

Zu guter Letzt muss noch gesagt werden, dass ich nicht daran glauben kann, dass Sars-CoV-2 ein Killervirus ist, da ich keinen einzigen Menschen in meiner Familie, Bekannten- und Freundeskreis kenne, der einen schweren Verlauf mit Hospitalisation geschweige denn Tod gehabt hat, dass ich aber viele kenne, die Sars-CoV-2 gehabt haben mit mildem oder asymptomatischen Verlauf, mich inbegriffen.  

Ich kann Ihrer Definition von Killer-Virus nur bedingt zustimmen. Natürlich ist eine hohe Letalität ein entscheidender Faktor. Aber auch bei einer vergleichsweise geringen Letalität können in absoluten Zahlen viele Menschen sterben, wie ich exemplarisch ausgeführt habe. Hinzu kommt, dass im Falle einer Überlastung des Gesundheitswesens mit weiteren indirekten Todesfällen zu rechnen ist.

Unverständlich ist für mich, dass Sie weiterhin an Ihrer Aussage festhalten, die IFR von SARS-CoV-2 liege in einem ähnlichen Bereich wie jene von Influenza, weil das nun mal schlicht und ergreifend nicht die vorherrschende wissenschaftliche Meinung ist und die überwältigende Mehrheit aller diesbezüglichen Studien zu einem anderen Ergebnis kommt. Unten füge ich Ihnen einen Link einer neuen Studie des Imperial College London ein, welche die mittlere IFR von COVID-19 mit ca. 1% beziffert. Im Übrigen sollten Sie bedenken, dass die IFR von COVID-19 mit einer höheren Genauigkeit bestimmt werden kann als jene der saisonalen Grippe. Dies insbesondere deshalb, weil erstens die Todesursache Grippe so gut wie nirgendwo verlässlich statistisch erhoben, sondern als Schätzung aufgrund von saisonalen Übersterblichkeiten beziffert wird. Zweitens ist die Anzahl der Grippeinfizierten gleichsam eine grobe Schätzung mit einer höchstwahrscheinlich beträchtlichen Dunkelziffer (wer geht schon wegen einer Grippe zum Arzt?). 

Ihre Annahme, Influenza habe – wenn man den Einfluss der Grippeimpfung mitberücksichtigt – sogar eine höhere IFR als SARS-CoV-2, gehört mit Verlaub zur Kategorie „Bauchgefühl“. Wissenschaftliche Studien darüber gibt es meines Wissens jedenfalls keine. Bitte berücksichtigen Sie dazu erstens die Impfrate (beispielsweise in Deutschland lassen sich nur ungefähr 10% der Menschen gegen die Grippe impfen) und zweitens die schwankende Wirksamkeit dieser Impfung (in der Saison 2018/2019 gemäss RKI nur in ungefähr 21% der Fälle wirksam, niedrigste Effektivtät in der Risikogruppe Ü60 mit nur ca. 4%). Gewichtet um diese Faktoren dürfte der Einfluss der Grippeimpfung auf einen Vergleich der IFR von SARS-CoV-2 und Influenza einen marginalen Effekt haben.

Meine Behauptung war im Übrigen nicht, dass an COVID-19 verstorbenen Menschen noch immer am Leben wären, sondern lediglich, dass diese Menschen aufgrund des Virus früher gestorben sind als es ohne Infektion der Fall gewesen wäre und mithin Lebenszeit vermeidbar verloren ging. Bitte sehen Sie sich die Übersterblichkeitsgrafiken im Economist an (Link unten). Sie sprechen ein ziemlich klares Bild über den Einfluss von COVID-19. Es ist eher unwahrscheinlich, dass es sich bei diesen Übersterblichkeiten um „übliche“ Todesursachen wie Krebs oder Unfälle gehandelt hat. Nach meiner Interpretation dieser Statistiken sind weltweit schon deutlich mehr Menschen an COVID-19 gestorben, als es die offiziellen Zahlen vermuten lassen. Beispielsweise in Russland wurden die Todeszahlen allem Anschein nach mehr als nur geschönt.

Letztlich: Ich halte es für einen Denkfehler, persönliche Erfahrung oder anekdotische Evidenz höher zu werten als wissenschaftliche Erkenntnisse. Auch ich habe glücklicherweise niemanden in meinem engeren Umfeld, der/die an COVID-19 verstorben ist. Aber ich habe auch niemanden in meinem engeren Umfeld, der/die an Ebola verstorben ist. Das macht die Viren aber nicht weniger gefährlich.

https://medicalxpress.com/news/2020-10-covid-deaths-infection-fatality-ratio.htmlhttps://www.economist.com/graphic-detail/2020/07/15/tracking-covid-19-excess-deaths-across-countries

Ausserdem heisst es in dem Brief tatsachenwidrig, die WHO hätte die IFR von COVID-19 mit 0.14% bestätigt und bekannt gegeben, SARS-CoV-2 sei nicht gefährlicher als die saisonale Grippe. Beide Feststellungen sind erwiesenermassen falsch: Erstens hat nicht die WHO die IFR mit diesem Wert angegeben, sondern diese Angabe wird auf eine einzelne der vielen auf der Website der WHO veröffentlichten Studien zurückgeführt. Im Brief wird verschwiegen, dass diese Studie vehementer Kritik ausgesetzt ist und dass die Studie eine Median-IFR von 0.27% (resp. korrigierten 0.23%) ausweist. Zweitens hat die WHO zu keinem Zeitpunkt verlautbaren lassen, SARS-CoV-2 sei nicht gefährlicher als die saisonale Grippe. Was auch verständlich ist, denn gemäss aktuellem wissenschaftlichen Konsens ist eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 mit einem mindestens fünf- bis zehnmal höheren Todesrisiko verbunden als eine Influenzainfektion. 

Richtig ist der Hinweis, es würden nicht ausreichend Daten gesammelt, beispielsweise zum Anteil der Infizierten, die Symptome ausbilden oder zu den verschiedenen Ausprägungen von Krankheitsverläufen. Obschon sie aber feststellt, dass gar nicht genügend Daten vorhanden sind, um die Gefährlichkeit des Virus zu beurteilen, scheut sie nicht davor zurück, das Virus als ungefährlich (es ist ja kein «Killervirus) zu taxieren.

Im Brief wird versucht, einen Zusammenhang zwischen den Schutzmassnahmen und der Entwicklung der Infektionszahlen herzustellen und daraus eine Unwirksamkeit der von ihr kritisierten Schutzmassnahmen abzuleiten. Dieser Schluss ist jedoch unzulässig, da es nach wie vor (bedauerlicherweise) keine Evidenz gibt, welche Schutzmassnahmen wie wirksam sind. Ohne diese Evidenz könnte genauso gut behauptet werden, es seien gerade die Schutzmassnahmen, welche eine noch ungünstigere Entwicklung der Infektionszahlen verhindert hätten. Wobei diese Behauptung bei nüchterner Betrachtung eine wesentlich höhere Zutreffenswahrscheinlichkeit hat, weil darüber ein wissenschaftlicher Konsens besteht, beispielsweise punkto Schutzwirkung von Masken in Innenräumen.

Gleichsam ohne jeden Beleg wird behauptet, die Schutzmassnahmen seien für wirtschaftliche, psychische und medizinische Kollateralschäden ursächlich, welche den Nutzen der Massnahmen weit überstiegen. Auch dazu liegen derzeit (leider) keine Studien vor. Wiewohl unbestritten ist, dass eine Pandemie nebst direkten Folgen (Erkrankungen und Todesfälle) auch indirekte Konsequenzen für Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft hat: Diese Konsequenzen sind in erster Linie der Pandemie geschuldet, nicht den Schutzmassnahmen. Jeder vernünftige, lebensbejahende Mensch wird nämlich angesichts eines grassierenden Virus sein Verhalten hinsichtlich Mobilität, Kontaktpflege und Freizeitgestaltung je nach Höhe des Infektionsrisikos anpassen.

Die Schreibende scheitert denn auch gleich an mehreren Stellen am Präventionsparadox: Sie zieht die Wirksamkeit der verhängten Schutzmassnahmen bis auf wenige Ausnahmen quasi pauschal in Zweifel und erklärt beinahe im gleichen Atemzug, die Auslastung der Spitäler und Intensivstationen bewege sich in einem normalen Bereich, die Übersterblichkeit sei gar keine, alle ursprünglichen Befürchtungen hinsichtlich der von SARS-CoV-2 ausgehenden Gefahr hätten sich nicht bewahrheitet. Sie berücksichtigt aber nicht, dass eben gerade die Schutzmassnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen wesentlichen Beitrag geleistet haben und noch immer leisten, damit Schlimmeres verhindert werden konnte und kann. Frei nach dem Motto «ich habe mich geimpft und bin nicht krank geworden, ergo hätte ich mir die Impfung sparen können».

In gar düstere Niederungen einer, für eine Ärztin aus meiner Sicht, Unmoral begibt sich die Verfasserin mit ihren Vergleichen zu Todeszahlen und -ursachen: Sie pickt sich eine Kalenderwoche heraus um festzustellen, dass «nur» 3.5% aller Todesopfer auf COVID-19 zurückzuführen waren und sich diese Opfer in einem Alter über der statistischen Lebenserwartung befanden. Es kümmert sie allem Anschein nach wenig, dass die bald 3’000 Opfer in der Schweiz bzw. die annähernd 1,3 Millionen Opfer weltweit aufgrund der Erkrankung an COVID-19 früher gestorben sind als es ohne diese Erkrankung der Fall gewesen wäre. Ihrer Aufmerksamkeit scheinen auch die in «The Economist» publizierten Daten entgangen zu sein, wonach es in nahezu allen Ländern massive, auf die Pandemie zurückzuführende Übersterblichkeiten gibt, deren Ursachen nicht mal vollständig SARS-CoV-2 zugeschrieben wurden. 

Hohe Todesfallzahlen sind Ausdruck eines schlechten Gesundheitssystems und schlechten Gesundheitszustand der Bevölkerung.  Es ist klar, dass ein Land mit 6 IPS-Betten/100’000 Einwohner sehr viel schneller an seine Grenzen kommen muss als ein Land mit 28 IPS-Betten/100’000 Einwohner. Zudem wurden in der ersten Welle viele Behandlungsfehler gemacht (frühe Intubation, Unterlassen von Inhalationstherapien, Hydroxichloroquin hochdosiert etc)

Hohe Todesfallzahlen sind nicht nur ein Ausdruck eines schlechten Gesundheitssystems. Wenn es irgendwo auf der Welt einen Ebola-Ausbruch gibt, dann nützt auch das allerbeste Gesundheitswesen nichts mehr. Ansonsten kann ich Ihnen hier aber zustimmen.

Die zwischen den Zeilen zum Ausdruck gebrachte Haltung «tja, Menschen sterben halt, Alte sowieso» ist einer Ärztin meines Erachtens unwürdig, ebenso die explizit gemachte Äusserung «Krankheit und Tod gehörten immer schon zum Leben». Die zur Veranschaulichung gezogenen Vergleiche von COVID-19 mit Bergsteigen (keine 100 Todesfälle pro Jahr) und Strassenverkehr (keine 200 Todesfälle pro Jahr) sind schon alleine zahlenmässig und inhaltlich (Krankheit und Unfälle = Äpfel und Birnen) völlig absurd. Die Absurdität wird durch den Umstand auf die Spitze getrieben, dass unsere Gesellschaft tatsächlich und zu Recht massive Investitionen in die Prävention solcher Unfälle tätigt. Mit derselben Konsequenz investiert die Gesellschaft nun auch in Schutzmassnahmen zur Eindämmung einer neuen, noch immer nicht abschliessend verstandenen Infektionskrankheit. Die logische Schlussfolgerung solch sinnentleerter Vergleiche wird hingegen nicht gezogen: Wenn Krankheit und Tod zum Leben gehören, weshalb machen wir dann überhaupt etwas dagegen, wozu leisten wir uns ein teures Gesundheitswesen? 

Die Verlinkung der «Great Barrington Declaration» ist ein zünftiger Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der sich noch an den Grundsätzen von Logik und Vernunft zu orientieren pflegt. Lassen wir mal beiseite, dass diese Deklaration von einem Think Tank am politisch rechtesten Rand initiiert worden ist, der u.a. auch den Klimawandel leugnet und mit diesem Papier insbesondere die Politik von Donald Trump unterfüttern wollte. Eine Durchseuchung wie sie diese paar Professoren entgegen einer überwältigenden Mehrheit der Wissenschaft vorschlagen, ist in westlichen Gesellschaften offenkundig in keiner Art und Weise praktikabel. Wenig verwunderlich also, dass noch kein Verfechter dieser Strategie bislang aufzeigen konnte, wie sie konkret realisiert werden sollte. Insbesondere nicht, wie man in der Schweiz 20 bis 30% der Bevölkerung – so gross ist in etwa die Risikogruppe – wirksam isolieren soll. Im Schreiben heisst es, «Betagte und Kranke sollen sich schützen», aber wie genau Betagte und Kranke dies anstellen sollen, ohne sich komplett von der Gesellschaft zu isolieren, bleibt ihr Geheimnis. Ein unanständiges Geheimnis notabene, denn die Freiheiten («Gemeinschaft, Singen, Kultur, Musik, Tanz, Mannschaftssport»), die sie den nicht Vulnerablen uneingeschränkt zugestehen will, versagt sie gleichzeitig den Risikogruppen.

Gerne verweise ich auf Prof. Beda Stadlers (Immunologe) Strategie für die nahe Zukunft:
– sämtliche Massnahmen zurückfahren
– Menschen beim Begrüssen nicht küssen
– kein Händeschütteln
– Grossanlässe zulassen (mit Freiräumen, damit man nicht zu nahe aufeinandersitzt)
– deutlich machen, dass es draussen ungefährlich ist und Masken im Bahnhof nichts bringen
– jenen, die Angst haben, eine neue und günstige Art von Masken zur Verfügung stellen, damit sie beruhigt sind
– ein Sorgentelefon für die Verunsicherten einrichten.

Ich bin für Selbstbestimmung für die Vulnerablen:  Sie sollen selber entscheiden, was sie machen wollen, es braucht nicht die Bevormundung und das Diktat des Staates.

Vorneweg: Beda Stadler steht seit Anbeginn der Pandemie mit seiner Haltung ziemlich quer in der Landschaft. Ich orientiere mich in komplexen Fragen gerne an Ockhams Rasiermesser: Wenn 99% der Wissenschaftler A sagen und 1% B sagt, bin ich mit der Mehrheit. Der Klimawandel ist ein weiteres diesbezügliches Beispiel: Auch hier gibt es ja ein paar wenige „Experten“, die ihn abstreiten – Recht haben sie trotzdem nicht.

Sehr zurückhaltend bin ich zudem bei „Fachleuten“, die immer wieder Auftritte in der Weltwoche erhalten, die ja nun beim besten Willen nicht gerade eine Zeitschrift für Menschenfreunde ist. Stadler verharmloste u.a. die Situation im Frühjahr in Italien („es handelte sich um Einzelfälle“) und behauptete ohne jede Evidenz „die meisten Schweizerinnen und Schweizer“ seien „gegen das Coronavirus sowieso immun“. Im Mai sagte er „Die Krise ist … vorbei“. Stadler lag mit seinen Aussagen zur Pandemie dermassen oft falsch, dass er sich in meinen Augen als Fachinstanz in vorliegender Sache völlig disqualifiziert hat. Dasselbe gilt für Querschläger wie Bhakdi oder Wodarg, die von Skeptikern nach wie vor immer wieder vorgebracht werden, obschon sie breit widerlegt worden sind.

Der wissenschaftliche Konsens ist eindeutig: An der Eindämmung führt kein Weg vorbei, nur so kann eine Überlastung des Gesundheitswesens vermieden werden. Selbstbestimmung der Vulnerablen klingt zwar gut, allein: Diese Selbstbestimmung würde letztlich einfach noch darin bestehen, dass sich die Vulnerablen entweder komplett von der Gesellschaft abkapseln (weil darin wegen der Aufhebung aller Massnahmen die Durchseuchung vonstatten geht), oder aber am gesellschaftlichen Leben teilnehmen und sich damit einem nicht zu unterschätzenden Risiko von Krankheit und Tod aussetzen. Ich für meinen Teil habe ein anderes Verständnis von gesellschaftlicher Solidarität als „die nicht Gefährdeten können auf Kosten der Vulnerablen uneingeschränkt weiterleben“.

Sehen Sie: Ab Mitte Juni hatten wir ja (bis auf Grossanlässe) in der Schweiz und vielen europäischen Ländern in etwa genau die Situation, die Stadler beschreibt. Und wo stehen wir heute? Dank dem „Diktat des Staates“ sind wir knapp von einer Überlastung des Gesundheitssystems verschont geblieben. Ein Blick beispielsweise nach Belgien zeigt eindrücklich, dass nur mit einschneidenen Massnahmen eine solche Katastrophe verhindert werden kann. Auch ich habe nur sehr begrenzt Lust, im Homeoffice zu arbeiten, allenthalben Maske zu tragen und dergleichen mehr. Aber ich hätte noch deutlich weniger Lust, in einem Land zu leben, dessen Regierung die Bevölkerung sehenden Auges einem gefährlichen Virus aussetzt und es der Eigenverantwortung der Bevölkerung überlässt, irgendwie damit klar zu kommen. Eben diese Eigenverantwortung hat uns quasi direkt in die zweite Welle befördert. 

Und dann vielleicht noch zum „Diktat des Staates“: Der Bundesrat und die Regierungsräte der Kantone haben qua Verfassung und Epidemiengesetz eine gesetzliche Pflicht, die Gesundheit der Bevölkerung zu schützen. Der Souverän hat demnach die Schutzmassnahmen legitimiert. Ich halte es aber auch ungeachtet dieser gesetzlichen Grundlagen für moralisch geboten, dass eine Regierung eine Überlastung des Gesundheitswesens zu verhindern versucht. Eine Situation, in der in einem Land wie der Schweiz triagiert werden muss, wäre m.E. der Super-GAU. 

Ich habe durchaus Verständnis für die Meinung, ein Land könne nicht wegen jedem neuen Virus ein Riesenfass aufmachen. Sie liegen denn auch richtig mit Ihrer Haltung, eine Gesellschaft können nicht mit einer Vollkasko- und Nullrisikomentalität jeden Gefahrenherd verhindern. Vermutlich meinen Sie dies mit Ihrer Aussage „der Tod gehört zum Leben“. Es ist sicher richtig und wichtig, dass sich die Gesellschaft über diese komplexen Fragen auf demokratischem Wege unterhält und dabei endlich auch das Thema der Rationierung im Gesundheitswesen angeht, vor dem sich alle drücken. Aber das alles ist hier aktuell nicht der Punkt. Der Punkt ist aktuell: Wenn wir das Virus laufen lassen, wie dies Durchseuchungs- und Selbstbestimmungsbefürworter vorschlagen, wird aller Wahrscheinlichkeit nach unser Gesundheitssystem kollabieren. Und das darf einfach nicht passieren.

Einig gehe ich mit der Feststellung, dass von der Pandemie die Ärmsten der Welt direkt und indirekt am härtesten betroffen sind. Die Lösung für dieses Übel besteht aber nicht darin, dass die erste Welt ihre Schutzmassnahmen aufhebt und damit ihre eigenen Bevölkerungen einem Virus aussetzen, denn dadurch ist den Ärmsten nicht geholfen. Ihnen ist geholfen, wenn sich die Welt endlich zusammenrauft und die wahren Ursachen dieser schreienden Ungerechtigkeit bekämpft (Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen, mangelnde Demokratisierung, Klimawandel usw.).

Im letzten Satz sind wir uns einig!

Sehr geehrter Herr Haller, ich fühle ich geehrt, dass Sich sich die Mühe gemacht haben, meinen Offenen Brief so genau zu lesen und zu analysieren.  Ich schätze es sehr, dass auf Comm4u ein Austausch möglich ist.

Mit freundlichen Grüssen

Kathrin Meffert

Schön, dass wir uns mindestens in einem Satz einig sind. 🙂

Für die von Ihnen favorisierte Strategie der differenzierten Durchseuchung machen sich vorwiegend rechtspopulistische Politiker vom Schlage Trump und Bolsonaro, Rechts- und Linksradikale, Verschwörungstheoretiker, Impfgegner und weitere Wirrköpfe stark. Ich nehme Sie nun aber absolut nicht als diesen Gruppen zugehörig wahr, im Gegenteil. Daher die Frage: Finden Sie es nicht irgendwie suspekt, dass Sie sich nun punkto Coronakrise mit diesen demokatie- und wissenschaftsfeindlichen Gruppen quasi ins gleiche Boot zu setzen?

Stellungnahme zum offenen Brief

Von Valentin Haller, Betriebsökonom
10.11.2020

In ihrem offenen Brief schreibt Frau Meffert-Ruf, dass laut BAG «gut eingestellte Diabetiker, Asthmatiker oder Hypertoniker ohne Endorganschäden» kein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf von COVID-19 hätten. Die Liste der Risikokrankheiten sei im April diesbezüglich angepasst worden. Diese Feststellung ist falsch, wie man unschwer der BAG-Website entnehmen kann: Diese Vorerkrankungen werden noch immer aufgeführt. Neben vielen anderen Behörden und Organisationen weist auch das Robert Koch Institut (RKI) weiterhin u.a. Personen mit «Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems» als Risikogruppen aus.

Weiter heisst es im offenen Brief, von 48 per 31.03.2020 im Schweizer Dialyseregister erfassten und an COVID-19 erkrankten Patienten seien deren 40 wieder genesen. Abgesehen davon, dass eine solche Stichprobe statistisch insignifikant und deshalb ohne jede Aussagekraft ist: Was ist mit den anderen 8 Personen geschehen? Sind sie verstorben? Und sind die 40 Gesundeten vollständig genesen oder leiden sie allenfalls an Spätfolgen? Der Brief gibt darauf keine Antworten. Aus der vermeintlich angepassten BAG-Risikoliste und den paar wenigen Dialysepatienten wird jedoch kurzerhand abgeleitet, COVID-19 bedeute für Hochrisikopatienten kein Todesurteil. Diese Feststellung ist mindestens grob verharmlosend, wie man schon alleine an den weltweiten Todeszahlen ablesen kann. Im Weiteren lassen sich derzeit auch noch keine verlässlichen Aussagen über Langzeitauswirkungen und Folgeschäden einer Erkrankung an COVID-19 machen. 

Es gäbe in der Natur immer wieder neue oder mutierte Viren (was zutreffend ist), ist weiter zu lesen,und das menschliche Immunsystem sei darauf vorbereitet, weshalb eine Panikmache unbegründet sei (was in dieser Pauschalisierung falsch ist). Es wird ausgeblendet, dass das menschliche Immunsystem auf gewisse Viren (u.a. Tollwut, Ebola, Rota, Pocken, HIV) keine genügende bzw. gar keine Antwort findet oder nur dann, wenn entweder eine Impfung die Infektion verhindert resp. wirksame Therapien die Erkrankung zu behandeln vermögen. Bei SARS-CoV-2 ist beides derzeit nicht gegeben: Weder steht ein Impfstoff zur Verfügung noch gibt es konstant verlässliche Therapien insbesondere für schwere Krankheitsverläufe.

An verschiedenen Stellen wird gesagt, SARS-CoV-2 sei kein «Killervirus». Dies wirft zunächst die Frage auf, wann nach Ansicht der Autorin ein Virus das Präfix «Killer» verdient hat. Diese Frage bleibt unbeantwortet, obschon die Antwort auf der Hand liegt: Immer dann, wenn eine unkontrollierte Ausbreitung die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitswesens birgt. Doch selbst wenn ein Virus «nur» eine durchschnittliche Infektionssterblichkeit (IFR) von 0.14% aufweist, wird dieses Virus weltweit zu mehr als 7 Millionen Opfern führen bis eine 70%-Herdenimmunität erreicht ist, sofern weder Impfstoff noch Therapie verfügbar sind und keine Massnahmen getroffen werden. Für die Opfer handelt es sich also sehr wohl und in jedem Fall um ein Killervirus, wenn sie daran sterben.

Ausserdem heisst es in dem Brief tatsachenwidrig, die WHO hätte die IFR von COVID-19 mit 0.14% bestätigt und bekannt gegeben, SARS-CoV-2 sei nicht gefährlicher als die saisonale Grippe. Beide Feststellungen sind erwiesenermassen falsch: Erstens hat nicht die WHO die IFR mit diesem Wert angegeben, sondern diese Angabe wird auf eine einzelne der vielen auf der Website der WHO veröffentlichten Studien zurückgeführt. Im Brief wird verschwiegen, dass diese Studie vehementer Kritik ausgesetzt ist und dass die Studie eine Median-IFR von 0.27% (resp. korrigierten 0.23%) ausweist. Zweitens hat die WHO zu keinem Zeitpunkt verlautbaren lassen, SARS-CoV-2 sei nicht gefährlicher als die saisonale Grippe. Was auch verständlich ist, denn gemäss aktuellem wissenschaftlichen Konsens ist eine Ansteckung mit SARS-CoV-2 mit einem mindestens fünf- bis zehnmal höheren Todesrisiko verbunden als eine Influenzainfektion. 

Richtig ist der Hinweis, es würden nicht ausreichend Daten gesammelt, beispielsweise zum Anteil der Infizierten, die Symptome ausbilden oder zu den verschiedenen Ausprägungen vonKrankheitsverläufen. Obschon die Autorin aber feststellt, dass gar nicht genügend Daten vorhanden sind, um die Gefährlichkeit des Virus zu beurteilen, scheut sie nicht davor zurück, das Virus als ungefährlich (es ist ja kein «Killervirus) zu taxieren.

Im Brief wird versucht, einen Zusammenhang zwischen den Schutzmassnahmen und der Entwicklung der Infektionszahlen herzustellen und daraus eine Unwirksamkeit der von ihr kritisierten Schutzmassnahmen abzuleiten. Dieser Schluss ist jedoch unzulässig, da es nach wie vor (bedauerlicherweise) keine Evidenz gibt, welche Schutzmassnahmen wie wirksam sind. Ohne diese Evidenz könnte genauso gut behauptet werden, es seien gerade die Schutzmassnahmen, welche eine noch ungünstigere Entwicklung der Infektionszahlen verhindert hätten. Wobei diese Behauptung bei nüchterner Betrachtung eine wesentlich höhere Zutreffenswahrscheinlichkeit hat, weil darüber ein wissenschaftlicher Konsens besteht, beispielsweise punkto Schutzwirkung von Masken in Innenräumen. Zudem zeigt sich in den meisten Ländern eine hohe Korrelation zwischen einschneidenden Massnahmen und den Verläufen der Infektionszahlen.

Gleichsam ohne jeden Beleg wird behauptet, die Schutzmassnahmen seien für wirtschaftliche, psychische und medizinische Kollateralschäden ursächlich, welche den Nutzen der Massnahmen weit überstiegen. Auch dazu liegen derzeit (leider) keine Studien vor. Wiewohl unbestritten ist, dass eine Pandemie nebst direkten Folgen (Erkrankungen und Todesfälle) auch indirekte Konsequenzen für Gesundheit, Wirtschaft und Gesellschaft hat: Diese Konsequenzen sind in erster Linie der Pandemie geschuldet, nicht den Schutzmassnahmen. Jeder vernünftige, lebensbejahende Mensch wird nämlich angesichts eines grassierenden Virus sein Verhalten hinsichtlich Mobilität, Kontaktpflege und Freizeitgestaltung je nach Höhe des Infektionsrisikos anpassen.

Die Schreibende scheitert denn auch gleich an mehreren Stellen am Präventionsparadox: Sie zieht die Wirksamkeit der verhängten Schutzmassnahmen bis auf wenige Ausnahmen quasi pauschal in Zweifel und erklärt beinahe im gleichen Atemzug, die Auslastung der Spitäler und Intensivstationen bewege sich in einem normalen Bereich, die Übersterblichkeit sei gar keine, alle ursprünglichen Befürchtungen hinsichtlich der von SARS-CoV-2 ausgehenden Gefahr hätten sich nicht bewahrheitet. Sie berücksichtigt aber nicht, dass eben gerade die Schutzmassnahmen mit hoher Wahrscheinlichkeit einen wesentlichen Beitrag geleistet haben und noch immer leisten, damit Schlimmeres verhindert werden konnte und kann. Frei nach dem Motto «ich habe mich geimpft und bin nicht krank geworden, ergo hätte ich mir die Impfung sparen können».

In gar düstere Niederungen einer aus meiner Sicht nur schwer erträglichen Unmoral begibt sich die Verfasserin mit ihren Vergleichen zu Todeszahlen und -ursachen: Sie pickt sich eine Kalenderwoche heraus um festzustellen, dass «nur» 3.5% aller Todesopfer auf COVID-19 zurückzuführen waren und sich diese Opfer in einem Alter über der statistischen Lebenserwartung befanden. Es kümmert sie allem Anschein nach wenig, dass die bald 3’000 Opfer in der Schweiz bzw. die annähernd 1,3 Millionen Opfer weltweit aufgrund der Erkrankung an COVID-19 früher gestorben sind als es ohne diese Erkrankung der Fall gewesen wäre. Ihrer Aufmerksamkeit scheinen auch die in «The Economist» publizierten Daten entgangen zu sein, wonach es in nahezu allen Ländern massive, auf die Pandemie zurückzuführende Übersterblichkeiten gibt, deren Ursachen nicht mal vollständig SARS-CoV-2 zugeschrieben wurden. 

Die zwischen den Zeilen zum Ausdruck gebrachte Haltung «tja, Menschen sterben halt, Alte sowieso» ist einer Ärztin meines Erachtens unwürdig, ebenso die explizit gemachte Äusserung «Krankheit und Tod gehörten immer schon zum Leben». Die zur Veranschaulichung gezogenen Vergleiche von COVID-19 mit Bergsteigen (keine 100 Todesfälle pro Jahr) und Strassenverkehr (keine 200 Todesfälle pro Jahr) sind schon alleine zahlenmässig und inhaltlich (Krankheit und Unfälle = Äpfel und Birnen) völlig absurd. Die Absurdität wird durch den Umstand auf die Spitze getrieben, dass unsere Gesellschaft tatsächlich und zu Recht massive Investitionen in die Prävention solcher Unfälle tätigt. Mit derselben Konsequenz investiert die Gesellschaft nun auch in Schutzmassnahmen zur Eindämmung einer neuen, noch immer nicht abschliessend verstandenen Infektionskrankheit. Die logische Schlussfolgerung solch sinnentleerter Vergleiche wird hingegen nicht gezogen: Wenn Krankheit und Tod zum Leben gehören, weshalb machen wir dann überhaupt etwas dagegen, wozu leisten wir uns ein teures Gesundheitswesen? 

Die Verlinkung der «Great Barrington Declaration» ist ein zünftiger Schlag ins Gesicht jedes Menschen, der sich noch an den Grundsätzen von Logik und Vernunft zu orientieren pflegt. Lassen wir mal beiseite, dass diese Deklaration von einem Think Tank am politisch rechtesten Rand initiiert worden ist, der u.a. auch den Klimawandel leugnet und mit diesem Papier insbesondere die Politik von Donald Trump unterfüttern wollte. Eine Durchseuchung wie sie diese paar Professoren entgegen einer überwältigenden Mehrheit der Wissenschaft vorschlagen, ist in westlichen Gesellschaften offenkundig in keiner Art und Weise praktikabel. Wenig verwunderlich also, dass noch kein Verfechter dieser Strategie bislang aufzeigen konnte, wie sie konkret realisiert werden sollte. Insbesondere nicht, wie man in der Schweiz 20 bis 30% der Bevölkerung – so gross ist in etwa die Risikogruppe – wirksam isolieren soll. Im Schreiben heisst es, «Betagte und Kranke sollen sich schützen», aber wie genau Betagte und Kranke dies anstellen sollen, ohne sich komplett von der Gesellschaft zu isolieren, bleibt ihr Geheimnis. Ein unanständiges Geheimnis notabene, denn die Freiheiten («Gemeinschaft, Singen, Kultur, Musik, Tanz, Mannschaftssport»), die sie den nicht Vulnerablen uneingeschränkt zugestehen will, versagt sie gleichzeitig den Risikogruppen.

Einig gehe ich mit der Feststellung, dass von der Pandemie die Ärmsten der Welt direkt und indirekt am härtesten betroffen sind. Die Lösung für dieses Übel besteht aber nicht darin, dass die erste Welt ihre Schutzmassnahmen aufhebt und damit ihre eigenen Bevölkerungen einem Virus aussetzen, denn dadurch ist den Ärmsten nicht geholfen. Ihnen ist geholfen, wenn sich die Welt endlich zusammenrauft und die wahren Ursachen dieser schreienden Ungerechtigkeit bekämpft (Ungleichverteilung von Einkommen und Vermögen, mangelnde Demokratisierung, Klimawandel usw.).

Einig gehe ich mit der Autorin auch in ihrer grundsätzlichen Betrachtung von Demokratie, dem Recht auf freie Meinungsäusserung und der Notwendigkeit von Kritik und Dialog. Ich bin aber ganz entschieden der Auffassung, dass erstens Fakten immer Vorrang haben müssen vor Meinungen und Behauptungen, und dass zweitens die wichtigste Spielregel eines echten Dialogs, nachgerade die Conditio sine qua non, in der unbedingten Verpflichtung aller Teilnehmenden zur Wahrheit besteht.

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Die Angst (la peur)

Realflash feat. Samira

Ein Bekannter, den ich noch aus meiner Schulzeit kenne, macht seine eigene Rap-Musik.

Inspiriert durch die aktuelle Situation, hat er seinen Emotionen in einem besonderen Track Ausdruck gegeben. Mir spricht er aus dem Herzen und ich denke, vielen anderen auch:

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Mündige Bürger TG – sie warten auf eine Antwort

Meine Plattform macht langsam aber sicher die Runde. Kürzlich hat sich die Gruppierung „Mündige Bürger Thurgau“ bei mir gemeldet. Sie haben zwei Briefe verfasst, jeweils gerichtet an die Regierung des Kantons Thurgau und an die Kantonsärzte TG.

Leider haben sie bis heute keine Antwort erhalten.

Ich gebe selbstverständlich auch ihnen die Möglichkeit, auf der Plattform sich zu äussern. Da mir die Briefe nur als pdf vorliegen, muss ich sie hier verlinken.

Sollten Politiker oder Ärzte sich zu den Schreiben äussern wollen, können sie sich entweder direkt an die Mündigen Bürger Thurgau wenden, oder mir ihre Antwort zukommen lassen, so dass ich sie, ebenfalls auf der Plattform, publizieren kann.

Brief an die Kantonsärzte, 29.10.2020

Brief an die Regierung, 01.11.2020

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Was steht für das BAG im Vordergrund – Gesundheit oder Politik?

Von Frau Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf, Kinderärztin
03.11.2020

Nachfolgende drei Meldungen lassen mich zweifeln, dass es die Gesundheit ist.

  1. Seit 1986 erfasst das Sentinella-System die allwinterlichen Grippefälle. 150 bis 250 Hausarztpraxen der Fachrichtungen Allgemeine Innere Medizin und Pädiatrie aus der ganzen Schweiz machen anonyme Meldungen über Krankheitsfälle an das BAG. Die Daten werden im BAG analysiert und wöchentlich im BAG Bulletin sowie im Internet publiziert. Sie erlauben die Überwachung von häufigen, nicht meldepflichtigen übertragbaren Krankheiten wie Influenza (Grippe), Pertussis (Keuchhusten) oder Mumps in der Schweiz. Ausserdem wird das Netzwerk zur Forschung in der Hausarztmedizin genutzt. 

    Anfangs Oktober hat das BAG verkündet, dass die Grippefälle nicht mehr gemeldet werden sollen.  Grund sei die schwierige Abgrenzung zu Covid-19.

    Meine Befürchtung:  Die Systemänderung der Erfassung verhindert, dass die Grippe-Winter miteinander verglichen werden können.  Möglicherweise möchte das BAG nicht das Risiko eingehen, dass offensichtlich wird, dass die Grippewinter 19/20 und 20/21 im Vergleich über die letzten 10 – 20 Jahre gar nicht so aussergewöhnlich gewesen sind.  Dies würde unterstreichen, dass es Corona-Viren immer schon gegeben hat und dass sie immer schon einen Teil (7-15%) der allwinterlichen Grippefälle ausgemacht haben.

  2. Bei jedem Corona-PCR-Test wurde durch die Ärzte bisher erfasst, ob der Getestete krank war, also Symptome hatte, oder nicht.   Heute 3.11.2020 habe ich erfahren, dass das BAG von niedergelassenen ÄrztInnen ab sofort nicht mehr wissen möchte, wie der klinische Befund von ambulanten Covid-19-Patienten lautet. 

    Meine Befürchtung:  Die zentrale Frage ist ja, wie gefährlich Sars-CoV-2 wirklich ist im Vergleich mit anderen Atemwegsviren.  Um diese Frage zu beantworten, wäre es wichtig zu wissen, wieviele der positiv PCR-Getesteten überhaupt krank sind und respektive wie schwer krank sie sind.  Ich befürchte, dass das BAG diese Frage der Gefährlichkeit des Virus gar nicht wirklich wissen will resp. die Antwort scheut.

  3.  Reisequarantäne soll die Verbreitung des Virus hemmen. Zehntausende von Leuten mussten 10 Tage in Quarantäne, weil sie sich in einem Land auf der Risikoländerliste des BAG aufgehalten hatten. Oder sie mussten kurzfristig ihre Ferien abbrechen, da bekannt wurde, dass das Land auf die Liste kommen würde. Ich habe heute erfahren, dass das BAG schon anfangs September gewusst hatte, dass die Massnahme der Reisequarantäne praktisch nichts bringt.  Laut Berechnungen der Kantone erkranken nur gerade 0,4 Prozent der Menschen, die zwischen Juli und September in Reisequarantäne waren, auch wirklich an Covid-19.  Das BAG spricht von 0,87 Prozent, was aber keinen grossen Unterschied macht. Mindestens 99,1 Prozent der Menschen wurden somit «für nichts» 10 Tage in Hausarrest gestellt.  Diese Daten hat die NZZ am Sonntag auf der Basis des Öffentlichkeitsgesetzes dem BAG abringen können.  Darin ist auch zu lesen, dass das BAG auf kritische Nachfragen von Kantonen geantwortet habe, es gehe nicht nur um evidenzbasierte Wirksamkeit, sondern um das «politische und psychologische Ziel/Effekt».  Man erreiche damit, dass die Leute weniger reisen.

    Meine Befürchtung: Nicht nur die Massnahme der Reisequarantäne, sondern auch weitere Massnahmen – wie zum Beispiel Masken in der Öffentlichkeit – basieren nicht auf Evidenz, sprich nachgewiesener Wirksamkeit – sondern auf politischen Überlegungen.
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Offener Brief

Von Frau Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf, Kinderärztin
05.11.2020

Als „brave Bürgerin“ und praktizierende Kinderärztin halte ich mich an die Vorgaben von Bund und Kanton. Ich verfolge aufmerksam die Entwicklung im Zusammenhang mit Corona in der Realität (Praxis, Alltag), im Gespräch mit betroffenen Menschen und in den Medien.

Eine Demokratie zeichnet sich aus durch ausgewogene Berichterstattung.  Corona ist eigentlich ein medizinisches Thema. Corona beeinflusst und bestimmt jedoch das gesamte gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben. Staatlich angeordnete Verbote von Versammlungen, Gottesdiensten, Hochzeiten, Beerdigungen, Konfirmationen, Besuchsverbot in Altersheimen – das gab es in der Geschichte bisher noch nie.  Insofern ist Corona schon längst auch zu einem gesellschaftlichen Thema geworden.

Im Sinne einer ausgewogenen Berichterstattung sollen auch mutmachende Stimmen ihren Platz bekommen.

Corona ist schon längst auch zu einem gesellschaftlichen Thema geworden.

Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf

Mein Mann und ich sind Ärzte und haben täglich mit kranken Menschen zu tun. Für mich als Kinderärztin sind Schnupfen, Husten, Fieber mein tägliches Brot. Mittlerweile wissen die Meisten, dass Covid-19 für Kinder nicht gefährlich ist, nicht mal für solche mit einer Grundkrankheit (ausgenommen schwere Immunschwäche) und nicht mal für Säuglinge (im Unterschied zur Grippe). Bei den Erwachsenen stelle ich fest, dass die wenigsten mitbekommen haben, dass das BAG schon im April ihre Liste mit den Risikokrankheiten angepasst hat. So haben gut eingestellte Diabetiker, Asthmatiker oder Hypertoniker ohne Endorganschäden kein erhöhtes Risiko für einen schweren Covid-19 Verlauf (BAG, Kriterien für besonders gefährdete Personen).  Die Medien haben diese Präzisierung aber kaum aufgenommen, mit dem Resultat, dass sehr viele Menschen mit einer gut eingestellten arteriellen Hypertonie, einem Asthma bronchiale oder Diabetes mellitus sich seit Monaten in grosser Gefahr wähnen – ohne Grund.   Wie sieht es mit den Patienten meines Mannes, der Nierenarzt ist, aus?  Die meisten von ihnen sind Hochrisikopatienten, einige davon an der Dialyse.  Im Schweizer Dialyseregister Stand 31.3.2020 wurden 48 Covid-19-Patienten erfasst, von denen 40 wieder gesund wurden.  Covid-19 bedeutet somit bei Hochrisikopatienten in den überwiegenden Fällen kein Todesurteil.  Diese guten Verläufe sind sicher auch den Vorsichtsmassnahmen und der kompetenten medizinischen Betreuung geschuldet.

Wir kennen viele Menschen, die in den letzten Monaten Corona gehabt haben.  Wir sind zum Schluss gekommen, dass SARS-CoV-2 kein Killervirus ist. 

SARS-CoV-2 ist ein neues Virus.  Das ist in der Natur aber nicht neu

Viele Viren mutieren ständig (Influenza, Corona), alle paar Jahre springen Viren vom Tier auf den Menschen (Schweinegrippe, Vogelgrippe, SARS, MERS).  Die Panikmache mit der Aussage, das Virus sei neu, ist unbegründet, denn der Mensch hat ein Immunsystem, das auch auf sogenannt neue Viren vorbereitet ist. Neben der humoralen Immunantwort (also spezifische Antikörper), gibt es auch die zelluläre Immunantwort, welche man im Blut nicht messen kann.  Der bei den meisten Infizierten milde oder asymptomatische Verlauf beweist das Funktionieren der Immunantwort auf dieses sogenannt neue Virus.  Auch Säuglinge, welche nach dem Nestschutz der ersten 3 Monate mit allen, ihnen unbekannten Viren und Bakterien fertig werden müssen, schaffen das praktisch immer problemlos. Bei Betagten und Kranken gibt es leider auch schwere Verläufe und Todesfälle, ganz selten mal auch bei Jüngeren.  Zu Beginn der Pandemie ist man von 5% schweren Verläufen mit IPS-Bedarf oder Tod ausgegangen.  Überlastung des Gesundheitssystems und 20’000-30’000 Tote in der Schweiz wurden prophezeit. Dies ist zum Glück bei Weitem nicht eingetreten.  SARS-CoV-2 ist zum Glück nicht das Killervirus, was man initial befürchtet hat.  Dies wird nun auch von der WHO bestätigt mit der Aussage, dass die Infektionstodesrate von Covid-19 bei 0,14% liege und somit nicht gefährlicher sei als die saisonale Grippe (8.10.2020 Bulletin of the WHO, Article ID BLT.265892).  Diese Todesfallrate sei 24 x niedriger als die von der WHO im März angegebene geschätzte Todesfallrate von 3,4%. Diese Zahl sei lediglich auf Basis von Modellen errechnet worden, die dann zur Rechtfertigung von Lockdowns und anderer politischer Massnahmen herangezogen worden sind.

Die Massnahmen wie Testen, Isolation, Quarantäne, Reisebeschränkungen, eingeleitet zur Bekämpfung eines Killervirus, werden aber fortgesetzt, als ob es ein Killervirus wäre.  Noch nie dagewesene Reisebeschränkungen werden durchgesetzt. Ob diese einen Sinn machen ist sehr fraglich angesichts der Tatsache, dass das Virus in allen Ländern vorhanden ist.

Coronaviren verursachen eine saisonale Atemwegserkrankung. Jetzt im Herbst nehmen deshalb – wie jedes Jahr – die Erkältungskrankheiten auch wieder zu.  Trotz wieder ansteigender Fallzahlen, zumindest teilweise sicher eine Folge der massiv zugenommenen Testung von 30’000 Tests pro Tag, — bleiben die Todesfälle auf einem tiefen Niveau. Die Hospitalisationen von Covid-19 positiven Patienten haben zugenommen, bewegen sich im Vergleich mit der Gesamtzahl der täglich hospitalisierten Menschen aber auf einem tiefen Niveau.  Die aktuelle Auslastung der Intensivstationen von 76% liegt im normalen Bereich.   Einen sehr guten Überblick über die aktuellen Zahlen, auch aufgeschlüsselt nach Kantonen, auch mit Angabe der Belegung der Intensivstationen gibt die Seite https://www.srf.ch/news/schweiz/coronavirus-so-entwickeln-sich-die-corona-zahlen-in-der-schweiz

Wichtig wäre auch die Differenzierung, wer von den positiv Getesteten auch Symptome hat und krank ist und wer asymptomatisch ist.  Im Erfassungsformular werden diese Fragen gestellt, die Daten wären vorhanden. Wieso sie nicht publiziert werden, kann man sich denken. Soeben habe ich erfahren, dass das BAG von den Arztpraxen ab sofort nicht mehr wissen will, wie der klinische Befund von ambulanten Covid-19 Patienten lautet. Meine Befürchtung:  Die zentrale Frage ist ja, wie gefährlich Sars-CoV-2 wirklich ist im Vergleich mit anderen Atemwegsviren.  Um diese Frage zu beantworten, wäre es wichtig zu wissen, wieviele der positiv PCR-Getesteten überhaupt krank sind und respektive wie schwer krank sie sind.  Ich befürchte, dass das BAG diese Frage der Gefährlichkeit des Virus gar nicht wirklich wissen will resp. die Antwort scheut.

Probleme in den Spitälern entstehen durch den Personalmangel infolge isolations- und quarantänebedingten Ausfällen von positiv getestetem Gesundheitspersonal respektive, wenn sie Kontakt mit positiv Getesteten hatten.  Zudem ist die Arbeit in Schutzmontur eine grosse Zusatzbelastung.

Probleme in den Spitälern entstehen durch den Personalmangel.

Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf

Die einzigen Massnahmen, welche nachweislich etwas bringen sind Händewaschen und Abstand (physical distancing, nicht social distancing).  Die anderen Massnahmen mit generellem Maskentragen, Massentesten, Isolation und Quarantäne verursachen bei weitem mehr Schaden an der Gesellschaft als dass sie nutzen.  Ihre Wirksamkeit ist umstritten.

Eine schwere Erkrankung definiert sich über die Anzahl Hospitalisationen und Todesfälle, nicht über die Anzahl positiv getesteten Personen.  Die Zählung und Addition von Neuinfizierten und die tägliche Publikation dieser Zahlen in den Medien gab es bisher noch nie und steuert nur zur Beunruhigung in der Bevölkerung bei.  Um diese Zahlen beurteilen zu können, müssten sie in ein Verhältnis gesetzt werden. Zum Bespiel müsste verglichen werden, wie viele Atemwegserkrankungen mit Hospitalisation und Todesfällen es denn in anderen Jahren gegeben hat. Man müsste die überfüllten Intensivstationen in Italien und auch in der Schweiz vergleichen mit anderen Grippewintern – z.B. 2015 und 2017 – und wird feststellen, dass sie jedes Jahr überfüllt sind.  Nur hat das bisher nie jemand gekümmert. Gemäss Bundesamt für Statistik sterben in der Schweiz jedes Jahr durchschnittlich 180 Personen pro Tag (Zahlen von 2017). Gesamtschweizerisch sind in den Wochen 1-39 diesen Jahres 500 Todesfälle weniger zu beklagen als im Vorjahr, wir haben somit eine negative Übersterblichkeit. Dies spricht gegen eine aussergewöhnlich schwere Erkrankung. Einen guten Überblick über die Zahlen im Verhältnis zu den Gesamtzahlen gibt www.medinside.ch.  Dort ist zum Beispiel zu lesen, dass 38 Personen im Zusammenhang mit Covid-19 in der Woche 42 verstorben sind bei einem Total der Todesfälle in dieser Woche in der Schweiz von 1082. Was primär als viel tönt, entspricht in Relation somit nur 3,5 %. Von allen Todesfällen in der Schweiz in dieser Woche sind 96,5% an etwas anderem als Covid-19 gestorben.  Das Medianalter der Todesfälle im Zusammenhang mit Covid-19 ist von 84 auf 86 Jahre gestiegen und liegt somit über der durchschnittlichen Lebenserwartung (bei Frauen 85,5 J., bei Männer 81,7 J.).  Die Zunahme der täglich neu gemeldeten Covid-19 positiven Todesfälle auf 60 tönt nach viel.  Wenn man die Kurven der zu erwartenden wöchentlichen Todesfälle anschaut, sieht man, dass die Zahlen für die Jahreszeit normal sind (ca 1200 Todesfälle in der Altersgruppe Ü65 pro Kalenderwoche).

„Die Auslastung der Intensivstationen ist eine der wichtigsten Kennzahlen der Pandemie. An dieser Zahl lässt sich ablesen, wie gut ein Land die Krise bewältigt. In der ersten Welle ist die Schweiz in dieser Hinsicht glimpflich davongekommen, die Intensivstationen waren zu keiner Zeit komplett ausgelastet.“ (NZZ 4.11.2020).  Die Zahl der Covid-19- IPS-Patienten nimmt zwar zu (279 Stand 3.11.2020), die Zahl der freien IPS-Betten hat sich aber nur unwesentlich verändert (335 Stand 3.11.2020).  Dies wegen Verschiebung von Wahleingriffen.  Dabei geht es vor allem um die Verschiebung von Wahleingriffen, welche nach der Operation eine IPS-Betreuung nach sich ziehen, also bariatrische, neurochirugische und kardiochirurgische Eingriffe.  Die Kapazität der IPS-Betten könnte von normal ca. 1080 auf maximal 1500-1800 erhöht werden (NZZ 4.11.2020).  Beatmungsgeräte gibt es genug, Problem ist der Mangel an qualifiziertem Personal. Bei vollen Intensivstationen werden weitere IPS-pflichtige Patienten zuerst regional in Spitäler in der Nähe verlegt. Falls dies nicht mehr möglich ist, werden die Patienten zwischen den sieben Grossregionen landesweit verlegt, koordiniert durch die Einsatzzentrale der Rega. Erst wenn alle bestehenden und neu geschaffenen IPS-Plätze belegt seien, müssten die Ärzte triagieren, also entscheiden, welchen Patienten sie einen IPS-Platz geben.  Zum Glück sind wir davon noch weit entfernt.

Ein weiterer Punkt, welcher seit Jahren beklagt und politisch zuwenig beachtet wird, ist der notorische Pflegenotstand in der Schweiz.  Regelmässig müssen Betten in Spitäler gesperrt werden, weil zuwenig Pflegepersonal da ist. In der Pandemie-Krise wird dieser Missstand nun erst recht manifest.

Zu Beginn der Pandemie in der Schweiz war der Verlauf nicht abzuschätzen. Unsere Behörden haben rasch gehandelt und mit den umliegenden Ländern nachgezogen. Die Strategie war, die drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Nun ist über ein halbes Jahr vergangen. SARS-CoV-2 ist kein Unbekannter mehr. Es bedarf einer Neubeurteilung der Situation und der effektiven Gefährlichkeit des Virus.

Was ist die jetzige Strategie mit grossflächigem Testen, Isolation und Quarantäne von Tausenden Arbeitnehmern wegen eines positiven PCR-Tests, obwohl viele von ihnen keine oder milde Symptome haben?

Die Strategie war, die drohende Überlastung des Gesundheitssystems zu verhindern.

Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf

Was ist der Endpunkt der aktuellen Massnahmen?  Die Impfung kann es nicht sein. Impfungen sind grundsätzlich ein grosser Segen für die Menschheit.  Deren Entwicklung dauert normalerweise 4-5 Jahre.  Eine Abkürzung des Zulassungsprozederes unter Ausserachtlassens der Langzeitverträglichkeit sollte kritisch hinterfragt werden.  Speziell wenn es sich um einen Genimpfstoff handelt, wie es bei einigen der SARS-CoV-2 Impfstoffen, die aktuell in Entwicklung sind, der Fall ist.

Krankheit und Tod gehörten immer schon zum Leben. In anderen Bereichen nimmt die Gesellschaft sie einfach in Kauf.  Zum Beispiel im Verkehr oder beim Bergsteigen. Trotz vieler Todesfälle jedes Jahr kommt niemand auf die Idee, den Verkehr oder das Bergsteigen zu verbieten.

Betagte und Kranke sollen sich schützen, so wie es in jedem Grippewinter sinnvoll ist, das steht nicht zur Diskussion.

Was ist mit den Begriffen Lebensqualität, Selbstbestimmung, freie Meinungsäusserung?  Wo ist der gesundheitsfördernde weil glücksbringende Aspekt von Gemeinschaft, Singen, Kultur, Musik, Tanz, Mannschaftssport etc?

In was für einer Gesellschaft leben wir, wo Aspekte von (vermeintlicher) Sicherheit und Krankheitsvermeidung alles dominiert? Wollen wir das?

Was bewirken die Massnahmen mit Testen, Quarantäne, Isolation, Reduktion der Personenzahl bei Veranstaltungen, Reisebeschränkungen etc?  Eine relevante Beeinflussung der Neuinfektionszahlen offensichtlich nicht, sonst würden die Zahlen nicht unbeirrt ansteigen.  Was sie leider definitiv bewirken ist eine Schädigung von ganzen Wirtschafts- und Kulturzweigen. Restaurant- und Hotelbesitzer, Caterer, Musiker, Entertainer, Künstler, Sportclubs, Reisebüroinhaber, Lagerhausbetreiber und viele mehr verlieren ihre Existenzgrundlage – ohne eigene Schuld. Von den psychischen und medizinischen Kollateralschäden wegen nicht wahrgenommenen Kontrollen oder zu spätem Aufsuchen des Spitals ganz zu Schweigen.

In der Diskussion um Corona fehlt mir auch der Punkt, was unsere Massnahmen für die Armen der Welt bedeuten. Ich habe diese Woche in der NZZ gelesen, dass ein zweiwöchiger Lockdown 5,5 Milliarden Franken kosten würde. Man darf gar nicht daran denken, was man mit solch einem Betrag alles Gutes tun könnte.

In der aktuellen Krise trifft es die Armen am härtesten. In den Industrieländern bestehen Strukturen, die das Schlimmste auffangen und Unterstützung leisten. In den Entwicklungsländern sind diese staatlichen Dienstleistungen nicht vorhanden. Wer keine Arbeit mehr hat, hat nichts zu essen. Angesichts wirtschaftlicher Not in der ersten Welt brechen die Unterstützungsgelder für die dritte Welt ein mit katastrophalen Folgen.

Was macht auf die Dauer das «social distancing» und das Maskentragen mit uns? Mit der Gesellschaft? Der Mensch ist von Natur aus kein Einzelgänger, sondern ein Herdentier. Hautkontakt ist wichtig. Nach der Geburt ist in unseren Geburtskliniken Standard, dass das Neugeborene nackt sofort der Mutter auf die Brust gelegt wird, genannt «Bonding».  Trinkverhalten, Bindung zur Mutter, Immunabwehr und vieles mehr werden dadurch positiv beeinflusst.  Was ist mit den vielen Menschen in Einpersonenhaushalten ohne Familie? Sogar der Handschlag ist jetzt nicht mehr möglich. Zunahme von Vereinsamung, Depression und Suiziden sind die Folge (Bundesamt für Statistik:  16 von 1000 Todesfällen in der Schweiz sind durch Suizid).

Der Mensch ist von Natur aus kein Einzelgänger.

Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf

Was macht die Maske mit der Gesellschaft? Dass sie medizinisch in der Öffentlichkeit etwas bewirken soll, ist sehr umstritten. Im März und April haben wir vom BAG gehört, dass chirurgische Masken nicht vor einer Ansteckung schützen und nicht allgemein empfohlen sind.  Die anderslautende Weisung nur 6 Monate später, welche von allen geglaubt und ohne zu hinterfragen umgesetzt wird, irritiert mich. Ein Blick nach Schweden zeigt, dass es auch sehr gut ohne geht. Möglicherweise ist der Hauptzweck der Maske, dass wir nicht vergessen, dass immer noch Corona-Zeit herrscht. Denn wenn man nicht die Medien konsultieren würde und täglich mit den neuen Zahlen und den Infos über bald überlasteten Intensivstationen konfrontiert werden würde, könnte man das noch glatt vergessen.  Das Schlimmste ist meiner Ansicht nach aber, dass die Maske aus deinem Nächsten eine potentielle Gefahr macht, der es am besten auszuweichen gilt.

Die Schweiz ist eine Demokratie.  Freie Meinungsäusserung ist eine Selbstverständlichkeit, ohne dass Repressionen befürchtet werden müssen.  Dies ist ein grosses Privileg, welches leider in anderen Ländern nicht der Fall ist.  Aus diesem Grunde wage ich es, solch einen offenen Brief zu schreiben.  Zudem habe ich das Privileg, dass ich selbständig bin und mir niemand künden kann. 

Aus Spitalkreisen weiss ich, dass den Ärzten gesagt wurde, dass es einen Mediensprecher gebe und persönliche Stellungnahmen zu Corona zu unterlassen seien. Ich habe vollstes Verständnis, dass man sich da nicht exponieren möchte.  Es gibt genügend Beispiele aus Deutschland und auch aus der Schweiz und anderswo, wo Ärzte, welche ihre kritische Haltung zu Corona geäussert haben, ihren Job verloren oder sonst diskreditiert worden sind.  Umso mutiger ist es, dass international renommierte Professoren aus den Universitäten Harvard, Standford und Oxford eine Deklaration veröffentlicht haben,  in welcher gefordert wird, dass die vulnerable Bevölkerung fokussiert geschützt wird, dass aber der grosse Rest respektive Mehrheit der Bevölkerung wieder normal leben kann (https://gbdeclaration.org/).

Die Coronakrise hat die Schweiz in zwei Lager gespalten. Seither schwankt das Land zwischen der Angst vor einer zweiten Welle mit Kollaps des Gesundheitssystems und der steigenden Skepsis gegenüber den Massnahmen der Behörden.  

Hauptproblem ist der fehlende Dialog.

Seit Ausbruch der Pandemie versuchen Zehntausende in der Schweiz und vermutlich Millionen auf der ganzen Welt mit den verantwortlichen Politikern in einen Dialog zu kommen. Ohne Erfolg. Ein Beispiel unter unzähligen:  Hundert Schweizer Ärzte haben im Frühjahr einen detaillierten Brief mit ihren Sorgen, Beobachtungen und wissenschaftlichen Grundlagen an den Bundesrat geschrieben. Keine Antwort. Die Diskussionsverweigerung ist eine alte Methode der Ausgrenzung.

Wer sich für die Thematik interessiert, dem sei der Film «Unerhört!» vom ehemaligen SRF-Redaktor Reto Brennwald sehr empfohlen.  Ziel des Filmes ist der Dialog zwischen Menschen mit unterschiedlichen Haltungen zur Coronakrise. Dieser Film fragt kritisch nach und gibt auch denen eine Stimme, die bisher praktisch unerhört geblieben sind.

Der Film ist seit dem 23.10.2020  online zu sehen, auf www.unerhoert-der-film.ch, in voller Länge und kostenlos.

Ich verharmlose das Virus nicht.  Es ist etwa so gefährlich wie eine schwere Grippe, welche es alle paar Jahre mal gibt. Die Gefährdeten sollen geschützt werden.  Für den Grossteil der Bevölkerung ist es aber nicht gefährlicher als andere Grippen. Deshalb sollten wir uns auf den Schutz der Gefährdeten beschränken und alle aussergewöhnlichen Massnahmen für den Rest der Bevölkerung stoppen.

Möglicherweise gehören Sie zur Gruppe, welche sich grosse Sorgen macht und welche ich mit diesem Schreiben verärgert habe. Das tut mir leid. Mein Ziel ist, Ihnen die Angst vor dem Virus zu nehmen, das kein Killervirus ist.

Was sollen wir tun?

In Gesprächen versuche ich, Leute zu sensibilisieren und zu ermuntern, sich ein eigenes Bild über die Lage zu machen (zum Beispiel via unten genannte Quellen).  Immer wieder treffe ich Menschen, welche grosse Angst haben und sich seit Monaten isolieren. Diese versuche ich zu beruhigen und ihnen die Angst, zu nehmen, was aber nicht immer gelingt.

Wenn Massnahmen medizinisch keinen Sinn machen, wie zum Beispiel das Verbot von Klassenlagern (in den Klassen herrscht reger Virenaustausch, Kinder sind nicht gefährdet), schreibe ich an die zuständigen Entscheidungsträger, welche häufig auch nur ein Rad im System sind und ihre Arbeit machen.

Es ermutigt mich enorm, wenn ich gleichgesinnte Menschen treffe, welche zu den gleichen Schlüssen wie mein Mann und ich gekommen sind.

Als optimistischer Mensch bin ich überzeugt, dass bald auch die Mehrheit der Politiker einsehen wird, dass die Massnahmen im März nachvollziehbar waren, dass aber nun eine Neubeurteilung der Situation und der effektiven Gefährlichkeit des Virus dringend nötig ist, um eine Rückkehr zum normalen Leben zu ermöglichen.

Kathrin Meffert

Empfehlenswerte Quellen:

https://www.srf.ch/news/schweiz/coronavirus-so-entwickeln-sich-die-corona-zahlen-in-der-schweiz  
Guter Ueberblick über Zahlen und Grafiken, auch Auslastung der Intensivbetten

https://corona-transition.org/     
Faktenbasierte Berichterstattung ausserhalb des Medien-Mainstream, Newsletter abonnieren

https://www.insidecorona.ch/     
Unabhängige Plattform von UnternehmerInnen und Experten

https://notrecht-referendum.ch/   
Referendum gegen das im September verabschiedete neue Covid-19-Gesetz, dass dem Bundesrat die Notrecht-Kompetenzen auch ausserhalb von Epidemien sichert bis Ende 2021.  Unterschriftenbögen ausdrucken und unterschreiben.

https://gbdeclaration.org/   
Grosse Barrington-Erklärung von Professoren aus Harvard, Standford und Oxford.  Lesen, unterschreiben und weiterleiten.

https://aletheia-scimed.ch/Uber-uns  
Netzwerk von praktizierenden Ärzten, Wissenschaftlern, Gesundheitsfachpersonen

https://www.unerhoert-der-film.ch/   
Film von Reto Brennwald zur Förderung des Dialogs über Corona

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Perspektive | Blickwinkel

«Betrachtungsweise oder -möglichkeit von einem bestimmten Standpunkt aus; Sicht, Blickwinkel.»

Duden

Auf meiner Startseite habe ich versprochen, eine Plattform zu bieten, auf welcher sich auch meine Leser äussern können. Sie haben dies nicht mittels Kommentarfunktion auf der Webseite, sondern wer sich mit einem der Themen auf dieser Webseite auseinandergesetzt und sich eine differenzierte Meinung dazu gebildet hat, ist dazu eingeladen, mir die Texte und/oder Bilder zu Mailen.

Nach eingehender Prüfung werde ich diese Texte mit Bildern gerne unter der entsprechenden Rubrik publizieren. Änderungen bzw. Anpassungen an den Texten finden nur in Absprache mit dem Autor statt.

Es ist darauf zu achten, dass keine Persönlichkeitsverletzungen vorliegen, dass der Text in einer für den Durchschnittsbürger verständlichen Sprache abgefasst ist und keine Copyrights verletzt werden (Quellenangabe).

Es geht primär darum, das Thema aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Die hier folgenden Beiträge müssen nicht mit meiner Meinung übereinstimmen.

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