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Fakten, deren Interpretation und die eigene Meinung dazu

Wir schreiben den Samstag, 15.08.2020. Ich präsentiere euch heute einerseits meine aktuellste geplotteten Zahlen zur Positivitätsrate von Covid-19, kommentiere sie aber mal in einer etwas anderen Weise.

Die Zahlen kommen wie immer direkt von den vom BAG öffentlich publizierten Zahlen.

Leugnen ist nicht angesagt

„Leugnen ist nicht angesagt“ – und das aus meinem Munde. Ja, ich habe den Virus nie geleugnet, ich habe nur dessen Grad der Tragik angezweifelt – und den zweifle ich heute noch an. Betrachtet man die Grafik zur Positivitätsrate, sieht man klar, dass diese steigt – volatil, halbwegs stabil -aber sie steigt.
Ich habe bereits in vorangehenden Texten erwähnt, dass dies aufgrund der Lockerungsmassnahmen und der Ferienrückkehrer nicht überraschend ist. Die Rate hält sich seit Wochen stabil irgendwo zsichen 3 und 5 (mit einem Aussreisser, den man nicht zu sehr gewichten sollte).

Jede Grippe hat ihre zweite Welle – und ja, Covid-19 ist nicht einfach eine Grippe, sie hat durchaus auch andere Auswirkungen. Sie ist aber von der Verbreitung, der Sterberate und dem Wellenartigen Aufkommen durchaus mit der Grippe vergleichbar. Vermessen wären Vergleiche mit Lepra, Pest oder Cholera. Das waren Krankheiten, welche die Menschheit wirklich bedroht hatten – da würde sogar ich Maske tragen und mich isolieren. Aber nicht wegen Covid-19.
Vergleichbar mit der Influenza ist auch der Verlauf der zweiten Welle. Sie ist weit nicht so steil und weit nicht so hoch mit dem Peak wie die erste Welle. Und das, obwohl wir zurzeit kaum Massnahmen haben (mit Ausnahme der Maskenpflicht im ÖV). Das zeigt mir, dass wir durchaus ohne Massnahmen leben können – übrigens auch ohne diejenigen im ÖV. Denn seien wir mal ehrlich, jeder setzte sich schon vor Corona lieber in ein leeres 4-er Abteil und hoffte, dass sich niemand zu ihm setzt…. Einfach weil es nicht angenehm ist, Po an Po mit irgendwelchen fremden Leuten zu sitzen.

Aber mal weg von der Positivitätsrate, hin zu den absoluten Zahlen :

Hier wird es nun so richtig spannend. Das sind die Zahlen, welche uns von den Medien tagtäglich zugetragen werden. Ohne, dass man sie ins Verhältnis setzt, bzw. je nach Medium und Lust und Laune des diensthabenden Journalisten, wird wenigstens die Zahl der durchgeführten Tests publiziert. Rechnen soll dann jeder für sich – macht eh keiner.

Hier sieht man eine ganze Reihe Punkte, die sehr unterdurchschnittlich sind und einige Punkte die sehr überdurchschnittlich sind. Nochmals: wir sprechen hier von den absoluten Zahlen. Diese Über- und Unterdurchschnittlichkeit kommt bei der Positivitätsrate nicht so zum Tragen. Warum? Ganz einfach: Es ist davon auszugehen, dass die unterdurchschnittlichen Zahlen jeweils vom Wochenende stammen. Am Wochenende werden auch weniger Tests durchgeführt. Die absolute Zahl sinkt bedeutend – die Positivitätsrate bleibt aber gleich. Selbiges mit den überdurchschnittlichen Zahlen: Alle, die am Wochenende nicht zum Test gerannt sind, machen das am Montag, Dienstag und vielleicht noch am Mittwoch… dann steigen die absoluten Zahlen logischerweise an – nicht aber die Positivitätsrate.
Ihr seht, man versucht uns damit in die Irre zu führen – vielleicht nicht mit Absicht, aber das macht es nicht besser.

Stigmatisierung Andersdenkender

Ich habe hier schon mehrmals betont, dass es mir nicht darum geht, jemanden zu bekehren, sondern darum, Aufklärung zu betreiben und die Leute dazu zu animieren, selber zu denken. Ich sehe mir die Resultate auch an und mache mir meine Gedanken dazu. Und diese darf ich auch öffentlich kundtun, denn schliesslich herrscht in der Schweiz noch immer Meinungsfreiheit. Möchte man denken.

Doch wer nicht genau das nachplappert was der Bundesrat und das BAG sagen, wer es tatsächlich wagt, die Situation aufgrund der vorliegenden Fakten anders zu sehen, wird zum Aluhutträger, Verschwörungstheoretiker, Ignorant und weiss der Teufel nicht noch was alles. Dabei haben wir doch genau so das Recht, unsere Meinung öffentlich kund zu tun. So getan hat das übrigens auch Dr. med Peter Böhni, Mitglied des Zentralvorstandes der Verbindung der Schweizer Ärzte (FMH) und Departementsverantwortlicher Public Health. Und auch er betont in seinem Artikel: “ Was mich aber als Schweizer Bürger am meisten bedrückt, ist das, was in unserem Land in den letzten Monaten abgelaufen ist: Die medial geschürte Massenhysterie, die Willkür der politischen Entscheidungen, die massive Einschränkung der Grundrechte, begleitet von entsprechenden polizeilichen Repressionsmassnahmen, die Zensur der Meinungsfreiheit (kritische Stimmen auf Youtube werden gelöscht), die Gleichschaltung der medien, welche als unkritisches Sprachrohr der Regierung fungierten, die Diffamierung Andersdenkender, die masslose Umverteilung- und Schuldenwirtschaft unseres willfährigen Parlaments und zuletzt das Denunziantentum in der Bevölkerung.“

Dr. phil Mirjam Rigamonti Largey, Psychotherapeutin FSP fasst ihre Erkenntnisse zur Situation so zusammen: „Es geht um brückenbildende Regeln der Kommunikation, genauso wie um eine kritische und ehrliche Selbstwahrnehmung. Zudem sollte die gemeinsame Suche ziel- statt erfolgsorientiert und ergebnisoffen sein. Und man sollte bereit sein, seine Meinung auch zu korrigieren und zu ändern, ohne dass man sich deshalb als Verlierer fühlt.“

Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Und darum lasse ich das mal so stehen.

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Politische Immunität = immun gegen Covid-19?

Heute Morgen, Termin im Inselspital für meine monatliche Tysabri-Infusion. Das Immunsuppresiva hilft, die Auswirkungen meiner MS einzudämmen. Das ist jetzt hier aber nicht das Thema.

Mittlerweile bin ich doch das achte Mal am Tropf und eigentich sollte ich mich daran gewöhnt haben, dass es rund um das Spital schon wimmelt von gesichtslosen Maskenzombies. Aber irgendwie schaffe ich es nicht, das normal zu finden.

Am Eingang des Spitals stehen generalstabsmässig einige bissige – zum Sicherheitspersonal ernannte – Angestellte des Spitals und kontrollieren pingelig genau, ob man die Hände desinfiziert und die Maske angelegt hat. Solche Situationen würde ich im Normalfall getunlichst vermeiden – aber hier geht es mir, wie den Leuten, die auf den ÖV angewiesen sind: ich MUSS. Es fragt mich ja keiner…

Im Spital drin dann ein seltsames Bild: Wer in der Cafeteria sitzt, auch wenn er gerade nicht die Tasse/Flasche am Mund hat oder etwas am kauen ist, trägt keine Maske – auch die Spitalangestellten nicht. Klar, macht in einer Cafeteria auch nicht so schampar viel Sinn.

Dann hat es dort aber auch ein Bänkli, eigentlich Cafeteria extern, auch dort sitzen manchmal Menschen ohne Maske. Und sie werden zu meiner Überraschung nicht öffentlich gedemütigt und lautstark auf das Fehlen der Maske aufmerksam gemacht – mir ist das nämlich schon passiert (gut, das überrascht jetzt auch niemanden wirklich).

Dann stand ich heute vor dem Lift, der mich in den Stock „L“ bringen sollte. Da spaziert doch tatsächlich ein Zivilist an mir vorbei (also kein offensichtlich Angestellter des Spitals), hält sich das Telefon ans Ohr und – trägt keine Maske. Da frage ich mich schon, was haben diese Leute im Leben richtig gemacht? Warum darf der auf die Gesichtswindel verzichten, während ich mich hinter diesem blauen Schleier verbergen muss?

Klassendenken

Und seit kurzem kommt die Frage dann auf: „Oh, vielleicht ist das ein Diplomat…“ Die sind ja immun gegen Covid-19. Während der Bund die gesamte Bevölkerung in die Quarantäne schickt, wenn sie aus einem sogenannten Risikoland einreisen, gilt dies NICHT für Diplomaten. Kein Witz. Die entsprechende Verordnung stammt vom 12.08.2020 – also vom selben Tag als der Bundesrat beschlossen hat, dass in Flugzeugen, welche in der Schweiz starten oder Landen Maskenpflicht herrscht.
Da steht doch tatsächlich drin: “ Von der Pflicht zur Quarantäne nach Artikel 2 ausgenommen sind Personen deren Tätigkeit zwingend notwendig ist für die Aufrechterhaltung der diplomatischen und konsularischen Beziehungen der Schweiz.“ Das ist reinstes Klassendenken. Wir leben offenbar in einer Zweiklassen-Gesellschaft, geschaffen von der Politik.

Hoffnung im Parkhaus

Ein schönes Erlebnis hatte ich heute dann doch noch: Bis anhin war das so, egal wie viele Leute darauf warteten, einen Lift zu erwischen – man huschte in den Lift, drückte so schnell auf den Türen-schliessen-Knopf, dass ja niemand auf die Idee kam, sich zu einem zu gesellen.

Heute betrat ich den Lift, hinter mir eine Frau mit ihren beiden Kindern. Plötzlich höre ich sie ganz scheu fragen: „Dürfen wir mitkommen?“ Ich total überrascht und in einer Freude: „Ja klar, sicher doch!“. Und so fuhr ich sehr entspannt mit einer freundlichen jungen Frau und ihren beiden Kindern (alle vier ohne Maske) Lift. Sie schien übrigens nicht minder überrascht über meine Reaktion, hat sich aber sichtlich gefreut.

Solche Momente machen mir Hoffnung, denn offenbar erwachen immer mehr Leute aus diesem Alptraum und lassen sich nicht mehr länger von der Politik vorschreiben, wie sie zu leben haben. Danke für diesen Moment, liebe Unbekannte.

Sonnenstich oder was?

Eigentlich weiss ich heute wirklich nicht, was ich schreiben soll, denn eigentlich fehlen mir die Worte… Es spricht alles wieder von den absoluten Fallzahlen und je nach Lust und Laune publizieren die Medien dazu auch noch die Anzahl durchgeführter Tests – im Wissen, dass das Volk mehrheitlich zu faul ist, sich selber seine Gedanken dazu zu machen und wohl keiner merken wird, dass die Positivitätsrate stabil irgendwo zwischen 2,5 und 3,5 liegt. Klar ist das höher als noch im Mai und Juni. Das streitet niemand ab. Aber das kann zurückzuführen sein auf die Ferienheimkehrer und auf die Lockerungen.

Locker, lockerer, Lockerung?

Ja, und das ist jetzt wohl mein Stichwort: Lockerungen. Alles schreit danach. Die 1000er Grenze müsse fallen und…und…und… Der Bundesrat hat uns erhört – zumindest auf einem Ohr und lässt die 1000er Grenze per Ende September fallen und alle jubeln. Kann ich ja irgendwie sogar verstehen. Denn endlich:

Konzerte, Fussballspiele, Parties, Fasnacht etc… alles scheint gerettet. Doch der Schein trügt. Und ich möchte sogar das Unwort „Fake-News“ in den Mund nehmen, wenn ich bei SRF Bilder wie das obige sehe. Solche Bilder wird es nicht geben. Denn der Bundesrat wirft der guten Nachricht die schlechte gleich hintennach: „Eine Rückkehr zur (alten) Normalität ist aber nicht in Sicht.“ Es läge nicht drin, Grossanlässe rasch und ohne Schutzmassnahmen zuzulassen. Da stellt sich für mich die Frage, was heisst denn „alte Normalität“. Es gibt nur eine, weil das Tragen von Masken hat in der sogenannten Normalität nichts zu suchen und es ist nicht im Sinne des Erfinders, dass Menschen nur noch mit Maske rumrennen. Na gut, der Bundesrat sieht das anders… Begründet wird diese schlechte Nachricht damit, dass eine Lockerung immer mit neuer Verantwortung einhergeht.

Auch hier tun sich für mich Fragen auf: Wessen Verantwortung? Liegt es nicht in der Verantwortung jedes einzelnen Bürgers, wie er sich und andere schützen will? Es ist nicht die Verantwortung des Bundesrates – nicht in einem freien Land wie die Schweiz es eigentlich sein sollte. Und wie locker ist diese „Lockerung“ wirklich, wenn sie doch, wie Frau BR Sommaruga sagt, „von strengen Schutzmassnahmen begleitet wird“?

Föderalismus…. oder so

Die Kantone müssen die Anlässe bewilligen – es lebe der Föderalismus. Die Basler Fasnächtler hoffen auf ihre Regierung, die ja grösstenteils selber sehr fasnachtsangefressen ist. Doch: Oha! Wer spricht denn hier von Föderalismus? „Der Bund will mit den Kantonen in den nächsten zwei Wochen einheitliche Kriterien erarbeiten“, heisst es in einem Bericht von SRF. Habe ich da etwas missverstanden ?!?!?!?!?!? FÖDERALISMUS

Ich stelle mir übrigens bereits heute vor, wie ich im Frühjahr an das Nachholer-Konzert von Sunrise Avenue ins Hallenstadion gehe. Etwa 10’000 erregte, kreischende Girls, denen schon nur beim Gedanken an Samu Haber heiss wird und der Sabber läuft (und nein, ich nehme mich da nicht aus), die Luft in der Halle wird entsprechend sehr erfrischend sein *Ironie aus* und dann tragen wir noch während zwei Stunden Masken. Ja klar. Gut – vielleicht messen die Fieber, bevor sie die Girls reinlassen und dann bleibt über die Hälfte eh draussen, weil sie schon so heiss sind, dass der Fiebermesser sich überlegt ob er die Temperatur neuestens mit Exponenten anzeigen soll…..

Lufthoheit des Bundesrates?

Ja, dass wir auf unseren Flughäfen Masken tragen müssen, haben wir zur Kenntnis genommen. Dass ein Ausflug mit dem ÖV (inkl. Bergbahnen) nicht mehr möglich ist ohne Gesichtswindel ist jetzt auch nicht neu (aber noch immer ätzend!). Jetzt hat der Bundesrat aber beschlossen, dass eine Maskenpflicht herrscht in allen Flugzeugen, die in der Schweiz starten oder landen – unabhängig von der Fluggesellschaft. Bisher war das ja den Fluggesellschaften überlassen. (…falls jetzt jemand leise für sich denkt, dass es ja eh keine Fluggesellschaft mehr ohne Maskenpflicht gibt, lasst euch gesagt sein, das macht die Vorschrift des Bundesrates nicht sinnvoller…)

Na gut, liebe Bundesräte, ich fliege jetzt in die Karibik (ja ich weiss, ich soll nicht, aber ich will). Geschätzte Flugzeit etwas über 10h, glaube ich. Ich starte in der Schweiz. Spätestens wenn der Flieger die Reisehöhe erreicht hat, ist eure Vorschrift Müll. Warum? Ich bin bekennender Maskenverweigerer. Sobald das Zeichen „Please fasten your seatbelt“ erlischt, sehe ich vor mir ein Leuchtzeichen „please take your stupid mask off“. Was soll mir da schon passieren? Werde ich aus dem Flugzeug geworfen? Das zieht etwas an den Nacken der anderen Passagiere, wenn die Türen aufgehen… Wird der Pilot zwischenlanden und mich irgendwo in der Pampa ausladen? Kostet viel zu viel Zeit, Nerven und Geld. Oder – und das stelle ich mir doch angenehm vor – werde ich isoliert, irgendwo in der First Class weil es der einzige Ort ist wo ich alleine bin, weil sich kein Mensch solche Flüge in der First Class leisten kann… Klar ist: eine Kontrolle irgendwo über dem Atlantik ist kaum möglich und daher die Vorschrift auch für die Katz‘.

Wenn ich es aber intelligent mache, dann buche ich den Flug ab Basel-Mulhouse, denn spätestens im Flugzeug (je nach Fluggesellschaft) kann ich dort die Maske runternehmen, weil der Flieger ja streng genommen nicht in der Schweiz startet…. Irgendwie scheint mir die ganze Sache nicht sehr durchdacht.

Der Sinneswandel der Bevölkerung

Kommen wir zum Schluss noch zu einem weiteren leidigen Thema: der Maskenpflicht im ÖV. Eingeführt hat man sie sehr spät, als sie kaum mehr notwendig war. Warum hat man sie eingeführt? Weil man der Meinung war, dass zu wenige Menschen, trotz Empfehlung, im ÖV eine Maske trugen.

Hat sich in Bundesbern jemand mal gefragt weshalb das so war? Wahrscheinlich nicht weil die Leute die Maske supi-toll finden. Sondern eher, weil sie keinen Bock hatten. Ergo: man führt die Pflicht ein und rühmt dann die Bevölkerung, wie brav sie alle ihre Masken tragen. Ja um Himmels Willen, was bleibt den armen Leuten den übrig?? Die MÜSSEN ja. Mir muss doch niemand erzählen, dass vor der Maskenpflicht ein Bruchteil der Passagiere freiwillig die Maske trug und seit dem 06.07.2020 finden es alle schampar wichtig und sinnvoll…. Die sagen einfach alle nichts. Weil viele von ihnen auf den Zug angewiesen sind.

Wann soll das Theater ein Ende haben? Wenn’s nach dem Bundesrat geht gar nie. Also mit dem Covid-19 Gesetz wollte er das wahrscheinlich bis zum 31.12.2022 rauszögern – jetzt hat er die Geltungsdauer um ein Jahr verkürzt. Aber seid doch ehrlich Leute, wollt ihr wirklich noch knapp anderthalb Jahre so leben? Das Gesetz muss zwingend spätestens mittels Referendum bachab geschickt werden.

Für den Bundesrat ist es natürlich viel bequemer, nichts zu sagen – so hat er die Macht auf unbestimmte Zeit für sich gepachtet. Der wird den Teufel tun, diese Macht wieder her zu geben. Und einige Mediziner in Deutschland haben es auch gemerkt: Aus der Virusdiskussion ist eine Politdiskussion geworden. Dabei geht es nicht um Verschwörungstheorien. Der Virus ist da, das streite ich gar nicht ab. Aber ich bin überzeugt, dass ihn die Politik ausnutzt….

Das wars für heute. Ich habe wieder viele Fragen gestellt, die sich andere vielleicht auch stellen, aber nicht trauen, sie auszusprechen, weil man sofort stigmatisiert wird. In unserer, schönen, freien Schweiz. Schade.

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Das Covid-19 Gesetz

Ich habe in einem meiner vorangehenden Posts versprochen, mich mit dem Covid-19 Gesetz auseinanderzusetzen. Es handelt sich dabei um ein Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen der Covid-19 Epidemie.

In diesem Gesetz beantragt der Bundesrat beim Pralament den Erlass eines bis zum 31.12.2022 befristeten Bundesgesetzes für die notrechtlich erlassenen Massnahmen, welche „für die Bewältigung der Covid-19 Epidemie weiterhin nötig sind“.

Der 13 Artikel umfassende Gesetzesentwurf (siehe obiger Link) wurde bereits in die Vernehmlassung geschickt, welche am 10. Juli endete. In der Herbstsession soll das Parlament das Gesetz beraten, verabschieden und dringlich in Kraft setzen.

Doch das Gesetz stösst durchs Band auf Widerstand:

Die Grünen etwa fordern den Bundesrat auf, verschiedene Anpassungen am Gesetzesentwurf vorzunemen, um soziale Härtefälle zu vermeiden und die gesundheitlichen, ökonomischen und sozialen Auswirkungen der Krise möglichst gering zu halten. (die ganze Antwort gibt es hier)

Economiesuisse schreibt zu Beginn ihrer Stellungnahme: „Die Kompetenzen, die mit dem Covid-19-Gesetz dem Bundesrat eingeräumt werden solllen sind umfassend und werfen aus einer staatspolitischen Sicht Fragen auf.“ (die ganze Antwort gibt es hier)

Die SVP hat das Wort „dagegen“ zum Leidwesen vieler politischer Gegner quasi in ihrem Parteiprogramm manifestiert – aber diesmal liegt sie voll im Trend: „Die SVP Schweiz lehnt es grundsätzlich ab, den notrechtlichen Massnahmen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie eine solch umfassende gesetzliche Grundlage zu geben.“ (hier geht es zur vollständigen Antwort)

Der Kanton Uri schreibt in seiner Stellungnahme: „Insbesondere teilen wir die Ausführungen zur Stellung der Kantone. Da das Gesetz dem Bundesrat erhebliche Befugnisse einräumt, die in die Kompetenzen der Kantone eingreifen, darf es nicht bei einer blossen Anhörung der Kantone bleiben.“ (zur vollständigen Antwort)

Gegenüber dem Schweizer Fernsehen erklärte Andrea Caroni (Ständerat, FDP / AR), er sehe keinen Grund, dass das Gesetz bis Ende 2022 Gültigkeit haben soll, das könne man viel kürzer machen und wenn nötig verlängern.

Gemäss SRF sagt die SP „Ja, aber“ zum Gesetz und fordert Präzisierungen bei den künftigen Massnahmen. Auch die FDP findet ein „aber“. Das Gesetz müsse sich auf ein Minimum beschränken. Die CVP fordert eine Rechtsdelegation, welche Noterlasse des Bundesrates vorgänig prüft, während die Grünliberalen mehr Mitspracherecht für das Parlament verlangen.

Aber warum kommt das Gesetz eigentlich so schlecht an? Nun, es regelt nichts, das der Bundesrat nicht auch in einer ausserordentlichen Lage regeln könnte. Die ausserordentliche Lage erlaubt es dem Bundesrat, ohne Grundlage in einem Bundesgesetz, das Polizeinotverordnungsrecht zu erlassen.

Eine solche Notverordnung tritt allerdings ausser Kraft, wenn der Bundesrat innert sechs Monaten der Bundesversammlung keinen Entwurf für eine gesetzliche Grundlage oder für eine Verordnung nach Art. 173 Absatz 1 Buchstabe c BV unterbreitet (Art .7d Abs. 2 RVOG). Tut er dies rechtzeitig, so bleibt seine Notverordnung solange in Kraft, bis die Bundesversammlung den Entwurf ablehnt oder die gesetzliche Grundlage, welche die Notverordnung ersetzt, in Kraft tritt. (Quelle: Economiesuisse)

Jetzt werden die ersten schon rufen „ja klar, jetzt kommt ja die gesetzliche Grundlage“. Leider nein: Denn was der Bundesrat hier präsentiert, ist kein Ersatz für die Notverordnung, sondern eine festgeschriebene Notverordnung bis Ende 2022. Das ist nun wirklich nicht im Sinne des Erfinders. Ausserdem untergräbt er mit diversen Punkten alles, wofür die Schweiz eigentlich steht:

  • Art. 2 Abs. 1: „Der Bundesrat kann Massnahmen zur Verminderung des Übertragungsrisikos und zur Bekämpfung der durch das Coronavirus verursachten Krankheit (Covid-19) anordnen. Er hört dabei die Kantone an.“
    • Er hört die Kantone an, ja klar, Göschenen-Airolo. Er hört sie an heisst nicht, dass er auch Wert auf ihre Aussagen legt…
  • Art. 2 Abs. 4 Buchstabe a: „Er kann zur Sicherstellung der erforderlichen Kapazitäten in der Gesundheitsversorgung die Kantone verpflichten wirtschaftliche oder medizinische Tätigkeiten zu verbieten oder einzuschränken.“
    • Aha, und was ist mit den Menschen, die gerade nicht an Covid-19 sondern etwa an Krebs, COPD o.ä. erkrankt sind? Was ist mit Menschen, die notfallmässig operiert werden müssen (Blinddarm, Unfall, Organtransplamtation etc…)? Achso und was ist z.B. mit MS-Patienten wie mir, wenn sich die in einem Schub befinden? Letztes Jahr hatte ich zwei Schübe, die jeweils mit 5x 1g Cortison intravenös behandelt werden mussten. Cortison schwächt das Immunsystem. Mein Mann etwa hat seine Depotcortisonspritze gegen den Heuschnupfen heuer nicht erhalten, weil es gefährlich sei, jetzt so ein immunschwächendes Medikament zu spritzen (wir reden hier von einer Menge im Miligramm-Bereich). Ich muss davon ausgehen, dass ich bei einem Schub im Jahr 2020 also auch kein Cortison erhalten würde und damit das Risiko eingehe, je nach Art des Schubs plötzlich partiell gelähmt zu sein oder andere bleibende nervliche Störungen zu haben.
  • Art. 4: „Der Bundesrat kann von den Bestimmungen der Verfahrensgesetze de Bundes in Zivil- und Verwaltungssachen abweichende Bestimmunge in den folgenden Bereichen erlassen:
    a) Stillstand, Erstreckung oder Wiederherstellung gesetzlicher oder behördlcher Fristen und Termine;
    b) Organisation, Durchführung, Protokollierung und Ersatz von Verfahrenshandlungen mit Teilnahme von Parteien, Zeuginnen und Zeugen oder Dritten, namentlich Verhandlungen und Einvernahmen;
    c) Einsatz technischer Instrumente oder Hilfsmittel wie Video- und Telefonkonferenzen;
    d) Form und Zustellung von Eingaben, Mitteilungen und Entscheiden sowie Einsatz von Online-Versteigerungsplattformen im Betreibungsverfahren.
  • Art. 5 und 6 sehen Eingriffe ins Zivilgesetzbuch (ZGB) und Schuld- Betreibungs- und Konkursgesetz (SchKG) vor.
    • Die Gewaltentrennung ist wohl allen noch ein Begriff. Unser Bundesstaat gründet auf drei Gewalten: Exekutive (Regierung), Legislative (Parlament) und Judikative (Gerichte). Das läuft in den Gemeinden, Kantonen und damit auch beim Bund so. Dies zu untergraben grenzte an Blasphemie.
  • Art. 8: Hier wird geregelt (Wortlaut siehe pdf Dokument), dass der Bund die vollen Kosen für die Tageszustellung von abonnierten Tages- und Wochenzeitungen der Regional- und Lokalpresse übernimmt. Weiter will er sich an den Kosten für die Tageszustellung durch die Schweizerische Post beteiligen und Sonderregelungen für die Abonnementskosten der Basisdienste Text der Nachrichtenagentur Keystone-SDA treffen.
    • So viel zu den unabhängigen Medien, zur vielfältigen Medienlandschaft Schweiz. Seien wir ehrlich, wenn ich vom Bundesrat bezahlt werden würde für meine Posts, würde ich auch einfach schreiben was die mir sagen (…okay, ich jetzt vielleicht nicht, aber andere). Was ich damit sagen will ist, dass die Medien so käuflich sind. Leider. Und dann muss man an deren Unabhängikeit zweifeln.

Dies sind nur einige Punkte, die aus meiner Sicht „No-Go’s“ sind aus der schweizerisch bundesstaatlichen, demokratischen und föderalistischen Sicht.

Zum Glück steht da ganz am Schluss noch, dass dieses Gesetz dem fakultativen Referendum untersteht. Heisst also, sollte das Parlament wider Erwarten das Gesetz durchwinken, hat das Volk die Möglichkeit, mittels Referendum eine Volksabstimmung zu erzwingen.

Eine Gruppierung ist bereits in den Startlöchern und bereitet das Referendum minutiös vor. Sie sind darauf vorbereitet, Ende September die Unterschriftensammlung zu lancieren, sobald ein „Ja“ des Parlaments zum Covid-19-Gesetz verkündet würde.

Wer sich dafür interessiert und das Referendum unterstützen möchte, findet hier mehr Informationen dazu.

Und schon wieder falsche Zahlen

Heute Sonntag, 02.08.2020 hat das Bundesamt für Gesundheit (BAG) schon wieder Zahlen zu den Ansteckungen korrigieren müssen.

Während bis anhin der grösste Ansteckungsherd mit 41,6 Prozent der Ansteckungen die Clubs waren, schrumpft diese Zahl auf lediglich 1,9 Prozent. Auch in den Restaurants sollen sich gemäss neuesten Ergebnissen nicht 26,8 sondern lediglich 1,6 Prozent aller positiv getesteten Personen angesteckt haben. Das zeigen die Berichterstattungen von Blick online und 20 Minuten.

Ein furchtbarer Aufreger, wenn man bedenkt, welche Folgen die vorangegangenen Mitteilungen gehabt haben. So hat etwa der Kanton Genf alle Clubs wieder schliessen lassen. War das also gar nicht nötig?

Ausserdem schürten diese Aussagen in der Bevölkerung den Hass gegenüber der jungen Generation, die sich das Feiern und Ausgehen nicht nehmen lassen wollte. Zu unrecht?

Zum Thema freie Meinungsäusserung ist noch zu sagen, dass 20 Minuten auf seinem Portal zu diesem Thema die Kommentarfunktion deaktiviert hat.

Es ist dies nicht die erste Kommunikationspanne des BAG. Schon in früheren Mitteilungen gab es Fehler. So musste mitte Mai ein Tweet mit falschen Zahlen korrigiert werden.

Ende April, also am Ende des ersten Peaks, war das BAG noch der Überzeugung, dass eine allgemeine Maskenpflicht nicht nötig ist – heute wollen sie Masken in Innenräumen zur Pflicht erklären. Der Widerspruch ist offensichtlich.

Am 28. April 2020 berichtet der Tagesanzeiger über einen Fehler in der Corona-Statistik, nach welcher ein 9-jähriges Mädchen und ein 27-jähriger Mann an den Folgen des Virus gestorben seien. Im Wortlaut (für alle die kein Online-Abo des Tagis besitzen) heisst das:

„Ist in der Schweiz erstmals ein Kind an Corona verstorben? Am letzten Samstag tauchte in der Todesfallstatistik des Bundesamts für Gesundheit (BAG) ein 9-jähriges Mädchen auf. Wenige Tage bevor der Bundesrat am Mittwoch definitiv entscheiden wird, ob und wie die Schulen ab dem 11. Mai wieder öffnen sollen. 

Die Aufregung auf der Redaktion war gross, doch auf Nachfrage stellte sich dann bis zum Sonntag heraus: Es war ein Fehler passiert. In Wahrheit handelte es sich bei der Verstorbenen um eine 109-jährige Frau. «Wir haben bei der Erfassung des Falles das Geburtsdatum versehentlich auf 2011 statt 1911 gesetzt», teilte das Amt mit.

Es ist nicht der einzige Erfassungsfehler. Über mehrere Wochen war in der Statistik des BAG der Tod eines 27-Jährigen aufgeführt. Es wäre der bislang einzige Todesfall in der Schweiz in der Altersgruppe der 20- bis 29-Jährigen gewesen. Inzwischen hat sich herausgestellt: Der Mann war in Wahrheit 87 Jahre alt. Das Geburtsjahr sei vom zuständigen Arzt im Meldeformular falsch eingetragen worden, schreibt das BAG am Dienstag. 1992 statt 1932. Oder war die Handschrift des Arztes einfach unleserlich?“

Es ist dieses Bundesamt, welches den Bundesrat in Sachen CORONA berät. Den Bundesrat, welcher in der Herbstsession im Eilverfahren das Covid-19-Gesetz durchdrücken will. Dazu aber mehr in einem separaten Artikel in den nächsten Tagen.

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Sterben 2020 wirklich mehr Menschen in der Schweiz?

Sprechen wir mal über etwas, über das niemand gerne spricht: den Tod.

Wie in meinem vorhergehenden Blog beschrieben, ist die Zahl der bestätigten Infizierten nur ein Anhaltspunkt. Denn getestet werden nur diejenigen, die Symptome aufweisen, Kontakt mit Infizierten hatten oder aus einem Risikoland zurückgekommen sind. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein. Und das wäre gut. Denn nochmals: es lassen sich vor allem jene Leute testen, die Symptome aufweisen. Ergo: Je höher die Dunkelziffer, desto höher die Zahl der Menschen, die das Virus zwar in sich tragen, aber keinerlei Symptome aufweisen.

Aber zurück zur Mortalität. Hier gibt es so gut wie keine Dunkelziffer, also ist es die Zahl, die am meisten Informationen über die Schwere einer Pandemie gibt – denn es ist die Zahl, die uns alle am meisten betrifft. Wir wollen doch wissen, wie viele Menschen müssen aufgrund dieser Krankheit sterben?

Jeder Tote ist einer zu viel. Ich bin sicher, dass wir uns hier einig sind. Egal warum jemand sterben muss. Die einzige Bedingung, an die das Leben geknüpft ist, ist der Tod – und weil Menschen in diesem Land sterben, habe ich die Sterberate der ganzen Schweiz (über alle Altersgruppen) angeschaut und sie mit den fünf Jahren zuvor verglichen.

Die Zahlen stammen übrigens vom Bundesamt für Statistik und sind dort abrufbar.

Nachfolgende Grafik zeigt uns ein deutliches Rauschen im Bild der Sterberate. Es gibt einige Peaks: in Gelb 2015, in Lila 2017 und in Dunkelblau 2020.

Was wir hier sehen ist, dass wir 2015 Anfang Jahr aber auch im Sommer eine erhöhte Sterberate gehabt hatten. Das ist zurückzuführen auf eine starke Grippewelle, wie auch die Medienmitteilung des BFS von damals zeigt. Selbiges Bild 2017, auch hier ist eine Grippewelle schuld am Ausschlag. Und dann kommt das Corona-Jahr 2020. Wir sehen hier einen Ausschlag, der in Zahlen auf dem Peak einen Unterschied von 2 ausmacht.

Hier ist aber wichtig: das sind die Zahlen der total gestorbenen Menschen. Jetzt sterben Menschen grundsätzlich nicht nur an der Grippe oder an CORONA. Es gibt gerade im Winter Wintersportunfälle, andere tödliche Krankheiten wie Krebs, Verkehrsunfälle, Freitode, etc… Die sind alle in diesen Zahlen drin. Angesichts dessen ist der Peak-Unterschied von 2 so verschwindend klein, dass man guten Gewissens sagen kann: Bis jetzt (Stand 02.08.2020) starben während der CORONA-Pandemie nicht mehr Menschen als in einem Jahr mit starker Grippewelle.

Diese Tatsache hat mich neugierig gemacht und ich habe angefangen die verschiedenen Zahlen zu vergleichen. Betrachtet man die Mortalität der 20-39-Jährigen zwischen 2015 und 2020, ist lediglich ein Rauschen zu sehen – die Rate steigt, sinkt und ist sehr volatil. Man kann also nicht sagen, dass in dieser Altersgruppe im Jahr 2020 bisher mehr Menschen gestorben sind als üblich.

Genauso verhält es sich übrigens mit der nächsten Altersklasse der 40-64-Jährigen. Die Todesrate ist ganz allgemein höher als bei den Jüngeren, doch eine besondere Laune der Natur ist auch hier noch nicht feststellbar.

Schauen wir nun die Mortalitätsrate der 65-79-Jährigen an. Auch hier ein undeutliches Rauschen. Wir sehen aber einen klaren Peak im Jahr 2020. Wie viel von diesen verstorbenen Leuten dieser Altersklassen an CORONA verstorben sind ist nicht klar, weil auch hier die Gesamtzahl der Todesfälle abgebildet wird. Aber wir sehen doch eine erhöhte Rate in den Kalenderwochen 10 bis 18.

Die letzte untersuchte Kategorie ist jene der Personen 80+. Hier ist interessant, dass nicht nur das Jahr 2020 einen Peak aufweist, sondern auch die Jahre 2015 und 2017. Also die Jahre, in welchen die Influenza in der Schweiz stark grassierte. In Zahlen ist der Peak 2020 um 22 Zähler höher als 2015. Der Peak 2020 steigt zwar steiler (ein beliebtes Argument der Corona-Phobiker), er sinkt aber auch deutlich schneller wieder ab. Jetzt ist dies sicher auch darauf zurückzuführen, dass die älteren Menschen isoliert wurden und einige (aber nicht die Mehrheit), in der Öffentlichkeit Maske trugen.

Zu den Masken an dieser Stelle noch ein kleiner «Funfact»:

Die Maskenpflicht im ÖV wurde eingeführt NACHDEM die Mortalitätsrate sich wieder im Normalbereich eingependelt hat. Seit den ersten Lockerungen bis zur Maskenpflicht im ÖV sind die Fallzahlen stetig gesunken bzw. hat sich die Positivitätsrate auf einem sehr tiefen Niveau im Bereich von 0,5 und 1,3 Prozent gehalten. Dann wurde per 06.07.2020 die Maskenpflicht eingeführt.

«Wenn die Maskenpflicht so essenziell ist, warum hat man sie nicht dann eingeführt, als die Positivitätsrate noch bei über 20 Prozent war?»

Abschliessend habe ich die Zahlen der 20-39-Jährigen und der Generation 80+ verglichen, wie die Mortalitätsrate 2020 aussieht im Vergleich zum Grippejahr 2015:

Bei den Jüngeren wird klar, dass nichts klar ist. Kein deutlicher Ausschlag, kein deutlicher Unterschied. Normales Unschärferauschen. Kein Grund zur Besorgnis.

Ganz so unklar ist es bei der Generation 80+ nicht, wir sehen unten, dass es in beiden Jahren einen Peak gibt, der fast gleich hoch ist (in Zahlen beträgt der Unterschied 22). Bis Kalenderwoche 12 ist die Rate aber tiefer als 2015 und ab Kalenderwoche 18 halten sich die beiden Kurven wieder die Waage.

Auch hier ist kein massiver Grund zur Besorgnis erkennbar. Während der Grippezeit ist es sowieso angebraucht auf unsere Generation 80+ besonders Acht zu geben, weil ihr Immunsystem naturgegeben viel schwächer ist – deshalb wird auch Menschen ab 65 Jahren jedes Jahr empfohlen, sich gegen die Influenza impfen zu lassen.

Also Sorge ja, aber eigentlich immer, weil wir für jeden Menschen, der dieses hohe Alter erreicht dankbar sein dürfen und ihm entsprechend Sorge tragen sollten.

Das Factsheet zu dieser Thematik gibt es hier als PDF zum Download.

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Die Krux der absoluten Zahlen

Es wird nicht ruhiger um die CORONA-Pandemie. Im Gegenteil. Die Fallzahlen steigen, das BAG ist besorgt, die Kantone auch. Liest man das Interview mit dem Präsidenten der Kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz, Lukas Engelberger, (Blick Online vom 02.08.2020, 0800), hat man das Gefühl, die Kantone behalten etwas den kühleren Kopf, ohne die Situation zu unterschätzen.

Die obige Statistik bildet die Zahlen ab, mit welchen wir tagtäglich beliefert werden. Es sind die absoluten Zahlen der bestätigten Neuinfektionen. Dabei heisst Neuinfektion nicht: Krank, hospitalisiert, im Koma oder gar tot. Das heisst lediglich: wurde positiv auf das Virus getestet. Punkt.

Die Menge in den Kreisen zeigt auf, wie sich die Zahlen über die Zeit entwickelt haben. Dabei ist er erste Kreis bewusst auf dem Datum des Erstausbruches in der Schweiz gelegt, der zweite an das Ende des ersten Peaks und der dritte beim aktuellen Datum.

In dieser Grafik sieht man, dass die absolute Zahl der positiv getesteten Personen einerseits steigt – markant, aber man sieht auch, dass die absoluten Zahlen sehr volatil sind. Mal sind es mehr, mal weniger (Wochentage/Wochenende). Zurzeit befinden wir uns stabil im tiefen dreistelligen Bereich. Der Anstieg der absoluten Zahlen ist unter anderem zurückzuführen auf die grössere Anzahl Tests. Betrachtet man die Anzahl der durchgeführten Tests an den einzelnen Tagen, versteht man auch die hohe Volatilität dieser Zahl. Aber eben, es handelt sich um eine absolute Zahl. Diese alleine ist nicht aussagekräftig. Man muss sie immer in den Zusammenhang mit den durchgeführten Tests stellen. Das ergibt dann die sogenannte Positivitätsrate, die zurzeit (Stand 02.08.2020) so aussieht:

Die aktuelle Situation ist also folgende: Positivitätsrate steigt. Das ist aber aus den folgenden Gründen nicht wirklich überraschend:

  • Lockerung der Schutzmassnahmen;
  • Ferienrückkehrer;
  • Sommerferien;
  • Erwartete zweite Welle.

Die zweite Welle ist jetzt nicht überraschend, die war zu erwarten. Solange sie sich aber in Grenzen hält, braucht es keine übertriebene Panikreaktion. In meinem nächsten Post, in welchem ich die Mortalität während der CORONA-Pandemie mit den Jahren 2015-2019 vergleiche, werden Sie sehen, dass auch die Influenza immer eine ähnliche zweite Welle (Sommergrippe) aufzeigt. Ob diese Zahlen wirklich korrelieren, das kann ich Ihnen leider nicht sagen – das kann aber auch das BAG und das BFS nicht – denn die Zahlen zur Influenza Grippe werden nicht so detailliert erhoben, denn sie werden auch nicht explizit getestet. Aber wirklich spannend wäre genau dieser Vergleich.

Den Vergleich, den ich ziehen kann und werde, ist die Mortalität, also die Todesrate. Weil im Unterschied zu den Zahlen zu den Infizierten, wo wir immer nur von den bestätigten Fällen sprechen, gibt es bei der Mortalität so gut wie keine Dunkelziffer.

Wer diese Informationen gerne als Hardcopy im Ausdruck hätte, der kann sich hier das Factsheet dazu herunterladen.

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Warum ein Blog zu COVID-19?

CORONA, Covid-19, Sars-CoV-2 – egal wie wir es nennen, es ist in aller Munde. Damit verbunden auch Maskenpflicht, Hygienemassnahmen, Abstandregelungen, besondere Lage, ausserordentliche Lage, Lockdown und weiss der Teufel noch was alles.

Zurecht fragen Sie sich wahrscheinlich, warum ich ausgerechnet zu einem Thema schreibe, das sowieso von den Medien so hoch gespielt wird. Nun, ich kann ihnen zwei Dinge versprechen: Mir geht das monotone Corona-Gerede schrecklich auf den Zeiger und Sie werden hier kaum etwas lesen, was sie schon in den Medien gelesen haben.

«Nicht alles gesagt ist manchmal eben doch gelogen.»

Moni Bregy

Zuerst dachte ich ja selbst nicht, wie gross die Thematik für unser Land werden könnte. Irgendwann habe ich mich der Situation gefügt – doch die Massnahmen wurden teilweise so absurd, dass ich ihnen nicht mehr einfach nur noch blindlings folgen wollte – so wie ein Grossteil der Bevölkerung. Ich habe angefangen zu hinterfragen, zu recherchieren, die Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und des Bundesamtes für Statistik (BFS) auszugraben, diese Zahlen in Relationen zu setzen und wurde von Mal zu mal wütender.

Sars-CoV-2 ist keine 0815 Geschichte, dazu stehe ich. Doch es braucht auch nicht diese Massenpanik, die zurzeit verbreitet wird. Doch kein Medium, kein Journalist scheint sich die Mühe zu machen, die Situation, die Zahlen zu hinterfragen. Also mache ich es.

In den nachfolgenden Blogs können Sie meine Lageverfolgung verfolgen, Lesen, verstehen und sich anschliessend eine eigene Meinung zur Lage bilden. Ich will Sie nicht von meiner Meinung und Haltung überzeugen – ich wünsche mir lediglich, dass Sie sich Ihre Meinung aufgrund von umfassenden Informationen bilden können.