Browse Category by COVID-19
View Post

Ist Berset für die Schweiz noch tragbar?

Am Donnerstag, 26. November 2020 atmeten die Schweizerinnen und Schweizer – insbesondere in den Tourismusgebieten auf. „Schweizer Skigebiete bleiben offen“, verkündete Bundesrat Alain Berset an der Pressekonferenz. Obwohl ich mich zugegebener Massen schon frage, warum der Gesundheitsminister über wirtschaftiche und finanzielle Massnahmen informiert. Meines Erachtens sollten entweder die zuständigen Departementschefs oder wenigstens als Oberhaupt des Gremiums der/die Bundespräsident/in vorne hinstehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Also, während in Deutschland Führerin Merkel sich für eine europaweite Schliessung der Skigebiete ausspricht, regt sich in Österreich und in der Schweiz Widerstand gegen diese Aussage. Doch bevor wir uns mit dem Inhalt der Aussage auseinandersetzen, muss ich doch mal die Frage stellen, was masst sich diese Frau eigentlich an? Sie ist Kanzlerin von Deutschland und nicht von der EU geschweige den Europa. Und da die Schweiz sowieso nicht zur EU gehört, hat sie sich in unsere Angelegenheiten gar nicht einzumischen.

Aber zurück zu den Skigebieten: Ausgerechnet aus dem Corona-panischen Österreich kommt EU-internter Widerstand. Falls sich die irrwitzige Idee von Führerin Merkel durchsetzen und die europäischen Skigebiete bis zum 10. Januar geschlossen würden, fordere Österreich von der EU finanzielle Kompensationen in Milliardenhöhe, erklärte der österreichische Finanzminister Gernot Blümel gegenüber der Nachrichtenagentur SDA (publiziert auf NAU).

Und die Schweiz? Als Nicht-EU-Mitglied könnte sie sich ruhig in ihrem Sessel zurücklehnen und sich über all die Touristen aus dem umliegenden Europa freuen. Das Wallis hat bereits erste kreative Ideen entwickelt, wie das Weihnachtsgeschäft in den grenznahen Tourismusgebieten angekurbelt werden könnte. Obwohl Staatsratspräsident Christophe Darbellay (CVP) dies als Provokation gegenüber der französischen Regierung sieht, weil diese dezidiert gegen eine Öffnung der Skigebeite ist – übrigens genauso wie der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte.

Und zu Beginn sah es ja auch ganz danach aus. Berset selbst sagte klar, die Skigebiete bleiben geöffnet, unabhängig davon, was im Ausland passiere. Man sei aber in Kontakt mit dem Ausland:

Quelle: SRF

Dass die europäischen Nachbarn diese Strategie nicht nur „lässig“ finden würden, ist jetzt nicht furchtbar überraschend. Damit müssen wir aber leben. Wir können nicht immer „everybody’s darling“ sein. Ausserdem hängen auch bei uns Wirtschaft und Einzelschicksale (Existenzen von Hotelbetreiben, Bahnbetreibern, Restaurantbetreibern, etc…) daran. Aber der Bundesrat scheint sich seiner Sache sicher zu sein. Aber eben nur „scheint“. Denn bereits gegenüber der Sonntagszeitung vom 29.11.2020 relativiert Bundesrat Berset seine Aussage vom Donnerstag wieder.

Jetzt wird deutlich, was der SP-Politiker, der gemäss eigener Aussage selber gerne skifahren gehen würde, mit seinem „Festtagspaket“ nämlich meinte.

Er will die Kapazität in den Skigebieten um rund 40% senken, wie die Sonntagszeitung am 29.11.2020 schreibt. Besonders stossend sind die zusätzlichen Massnahmen im „Kleingedruckten“. Dort steht unter Anderem:

  • dass die Leute draussen warten müssen, bis im Pistenrestaurant ein Platz frei wird (ja klar, dann minimiert man vor allem auch das Erkältungsrisiko);
  • dass die Restaurants in den Skigebieten ab 1500 geschlossen bleiben müssen (aha, und wovon genau leben diese Wirte?);
  • dass die Maskenpflicht in den Dorfkernen durchgesetzt werden muss (die Regionalpolizeienwerden sich freuen…);
  • und zu guter Letzt noch der Oberhammer: KEINE WERBUNG IM AUSLAND!

Letzteres entspricht einem nicht zu goutierenden Eingriff in die unternehmerischen Freiheiten der Wirtschaft. Eine totale Überregulierung, die so nicht zu akzeptieren ist.

Ein solcher Entscheid müsste vom Wirtschaftsminister (Guy Parmelin) oder eventuell noch vom Finanzminister (Ueli Maurer) oder wenn man Ärger mit dem angrenzenden Ausland befürchtet vom Aussenminister (Ignazio Cassis) mit einleuchtenden Argumenten erklärt werden. Oder wenn man als Gesamtbundesrat auftreten will noch von der Bundespräsidentin – aber ganz sicher nicht vom Gesundheitsminister.

Die Tourismus-/ Skigebiete haben sowieso schon massive Auflagen erhalten und alles daran gesetzt sie sauber umsetzen zu können – obwohl Bilder aus Saas-Fee (nota bene 2010 aufgenommen) das Gegenteil beweisen sollen:

In der Zwischenzeit hat 20 Minuten das Bild vom Netz genommen, nachdem ausgekommen war, dass es sich dabei um ein Fake-Bild, bzw. um ein Symbolbild (nicht als solches deklariert) handelte. Daher kann ich hier leider den Original-Link nicht mehr posten.

In meinen Augen hat Bundesrat Berset seine Kompetenzen mit der Aussage betreffend die Werbung im Ausland klar überschritten. Er sieht das natürlich anders. Covid-19-Gesetz sei Dank, kann der Bundesrat nun solche Entscheidungen treffen – und somit haben wir mit Bersets „Festtagspaket“ nun das Geschenk!

Aus meiner Sicht ist dieser Bundesrat für unsere Schweiz schlicht nicht mehr tragbar und es ist zu hoffen, dass bei den nächsten Wahlen nicht nur unsere sogenannten „Volksvertreter“ sondern auch die Exekutive zünftig durchgemischt und im besten Fall ersetzt wird.

Wichtig ist, dass Politiker nach Bern kommen, die bereit sind, nicht nur Parteienpolitik, sondern in erster Linie Sachpolitik zu betreiben. Denn wenn uns die Corona-Krise eines gezeigt hat, dann das, dass wahre Krisen nur mit parteiübergreifendem Zusammenhalt bewältigt und bekämpft werden können!

View Post

„Äs hüärä Puff!“

21.10.2020
„Covid-Taskforce warnt vor Spital-Überlastung“

23.10.2020
„Taskforce-Leiter: ‚Kapazität Spitäler wohl Anfang November erreicht.'“

26.10.2020
„In zwei Wochen könnten IPS-Kapazitäten am Anschlag sein.“

30.10.2020
„Task-force Chef schlägt Alarm: Spitäler bald überlastet.“

06.11.2020
„Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, wird laut Ackermann am 10. November die maximale Kapazität der zertifizierten Intensivbetten erreicht sein.“

11.11.2020
„Zurzeit sind noch 28,6 Prozent aller Akutspitalbetten frei. Auch von den 1109 Intensivbetten seien noch 318 frei, also ebenfalls 28,6 Prozent. Corona Patienten belegen rund ein Fünftel (also die deutliche Minderheit Anm d. Red.) der Akutspitalbetten. Rund die Hälfte aller Patienten in Intensivbetten sei wegen Corona im Spital.“

13.11.2020

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaeten.html

13.11.2020

Quelle:https://www.20min.ch/story/so-klappt-der-corona-exit-702407973856

14.11.2020
„Die Spital-Kapazität ist möglicherweise schon überschritten“

Nach dem eher reisserischen Titel habe ich euch mal mit Links überhäuft, die allesamt auf unsere Spitalkapazitäten abzielen und auf die Frage, wie überlastet sind sie wirklich?

Während die Corona-Task-Force des Bundes, allen voran Prof. Dr. Martin Ackermann (PhD Mikrobiologie), seit Wochen sagt, dass in wenigen Tagen unsere Spitäler an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, erklärt am 13.11.2020 der gleiche Ackermann, es sei eine leichte Abnahme bei den Spitaleinweisungen zu verzeichnen. Und heute sagt wiederum derselbe Ackermann, die Spital-Kapazitäten seien möglicherweise schon überschritten und fordert weiterreichende Massnahmen, wie etwa die landesweite Schliessung von Bars und Restaurants…

Bin jetzt nur ich verwirrt? Ackermann spricht davon, dass die volle Kapazität der aktuell 885 Intensivbetten mit 867 Patienten bereits erreicht sei. Gemäss KSD waren am 13.11.2020 aber total 1140 IPS Betten verfügbar, davon 867 belegt und 240 Reserve. Das sind 23,95 Prozent freie IPS Betten.

Von diesen 867 belegten IPS Betten waren am 13.11.2020 511 mit Corona-Patienten belegt. Also 58,9 Prozent. Das erscheint mir zwar relativ hoch – wird aber wohl so sein. Genaueres wissen wir aber nicht – etwa wie alt die Patienten sind, welche Vorerkrankungen sie haben, etc…

Am 06.11.2020 sagte Ackermann schon, die „Massnahmen reichen nicht aus“. Obwohl Stefan Kuster, Leiter übertragbare Krankheiten im BAG bereits erklärte, es gebe erste Anzeichen, dass die Zahlen abflachen. Doppelte aber gleich nach, es sei zu früh zu urteilen ob die schweizweiten Massnahmen des Bundesrates tatsächlich greifen.

Daran zweifelt offenbar auch Martin Ackermann. Er stellt kar, es gebe „keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ausreichen“. Und er weiss auch genau wer Schuld ist: die Pendler. Gemäss Ackermann pendeln nämlich nach wie vor 29% der Schweizer Bevölkerung.

Ja Herr Ackermann, es gibt Menschen die MÜSSEN pendeln. Es haben nicht alle die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Nicht jeder Arbeitgeber hat die Möglichkeit wie der Bund, das Homeoffice anzubieten. Wie bitte sollen diese Leute dann zur Arbeit kommen?

„Den Schweizerinnen und Schweizern muss bewusst werden, was auf dem Spiel steht“. Es tut mir ja leid, aber wenn ich solche Dinge höre, könnte ich wirklich einfach nur meinen Mageninhalt vor mir auf dem Boden verteilen… Ich würde sagen: „Herr Ackermann sollte sich mal bewusst werden wer seinen Lohn bezahlt.“ Es sind nämlich wir. Herr und Frau Schweizer mit unseren Steuern. Ja, Herr Ackermann wird vom Bund fürstlich entlöhnt. Dafür erwarte ich aber, dass man ehrlich, offen und transparent mit der Bevölkerung kommuniziert.

Und wenn wir schon bei der Kommunikation sind: Diese müsse eindringlicher werden, findet Ackermann. Zwar gebe es erste Hinweisse, dass die Bevölkerung die strengeren Massnahmen befolge, aber wenn sich jetzt nicht alle daran halten, laufe man Gefahr, das nicht jeder Patient behandelt werden könnte. Am 06.11.2020, als Ackermann diese Aussage machte, betonte er auch noch, dass am 10. November die maximale Kapazität der zertifizierten Intensivbetten erreicht sein würde.

Wir haben heute den 14.11.2020 – und nichts von alldem ist eingetroffen. Danke Herr Professor Doktor Ackermann…

Und dann wundert er sich tatsächlich, dass er für seinen Alarmismus kritisiert wird: Es war Bundesrat Ueli Maurer, der die allgemeine Expertengläubigkeit bei Corona kritisiert hat. Die Experten seien einseitig.

Ackermann wehrt sich: die wissenschaftliche Taskforce sei sehr breit abgestützt und Gesundheit, Wirtschaft und Freiheit müssten in dieser Pandemie Hand in Hand gehen. Das berücksichtige die Taskforce bei ihren Empfehlungen.

Die Taskforce übrigens, die nur wenige Tage vorher (06.11.2020) erklärt hat, die Massnahmen des Bundes reichten nicht aus, erklärte am 12.11.2020, im Rahmen dieses Alarmismus-Dementi, dass sich die Lage stabilisiere und man auf neue Empfehlungen verzichte:

Quelle: SRF

Zwei Tage später, nämlich am 14.11.2020 dann der nächste Hammer: „Corona-Taskforce fordert weitere Massnahmen“.

Obwohl am 12.11.2020 noch klar gesagt wurde, man verzichte auf weitere Empfehlungen. Heute hü, morgen hott und übermorgen?

Ich frage mich natürlich schon, warum wir dieser Taskforce noch glauben, warum der Bundesrat dieser Taskforce noch vertraut. Was hat die Taskforce davon, wenn sie so einen Zickzackkurs fährt? Ist es Geltungsdrang? Ist es die Macht? Willst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, dann gib ihm Macht. Gut danke, ich habe verstanden wie Ackermann funktioniert, ihr könnt ihn wieder versorgen. Dahin wo er hergekommen ist – ins Labor.

Dort macht Martin Ackermann als Mikrobiologe bestimmt gute und auch ganz wichtige Arbeit. Das zweifelt niemand an. Aber die Führung dieses Landes gehört sieben anderen Personen – Personen, die von Volksvertretern gewählt werden. Nicht von Lohnempfängern der Eidgenossenschaft.

An dieser Stelle möchte ich dann doch noch die breit abgestützte Corona-Taskforce etwas anzweifeln. Das Leitungsteam besteht aus:

Prof. Dr. Martin Ackermann (PhD), Mikrobiologe
Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Bütler, Doktorin der Ökonomie und Professorin für Volkswirtschaftslehre
Prof. Dr. med. Samia Hurst, Medizinerin und Ethikerin, Direktorin des Instituts für Biomesizinische Ethik an der Universität Genf
Prof. Dr. med. Manuel E. Battegay, Chefarzt am Unispital Basel, Infektiologie und Spitalhygiene.

So, da haben wir als Mediziner auf dem Papier mal Frau Dr. med. Samia Hurst. Sie war Assistenzärztin, wollte Onkologin werden. Doch ihr Chef empfahl ihr damals, nicht in Richtung Onkologie zu gehen, sondern sich auf Bioethik zu spezialisieren. Nach dem Erwerb des Facharzttitels in innerer Medizin, holte sie sich das bioethische Rüstzeug am Departement für Bioethik des National Institute of Health in Bethesda in den USA (Quelle: Tagi). Respekt, die Frau hat Medizin studiert und sich anschliessend im Bereich Ethik spezialisiert. Ich wage allerdings zu behaupten, dass Hurst nach ihrem Erwerb des Doktortitels in Medizin, mit Medizin so viel zu tun hatte, wie ich mit dem kaufmännischen Bereich seit meinem HMS-Abschluss… Ich stelle mir die Frage, wie viel Patientenkontakt hat Frau Professor Doktor Hurst wirklich noch?

Und dann der zweit Arzt: Prof. Dr. med. Manuel E. Battegay. Er ist Chefarzt am Universitätsspital in Basel im Bereich Infektiologie und Spitalhygiene. In dieser Tätigkeit ist Battegay auch involviert in die Betreuung von Patienten mit meist schweren Infektionskrankheiten.

Ihn kann man wenigstens als praktizierenden Arzt zählen. Eigentlich der einzige in der Leitung der Taskforce. Hat sich schonmal jemand überlegt, auf Ärzte zu hören, die tagtäglich mit Otto-Normalverbraucherpatient zu tun haben? Wie eben Frau Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf?

Der Ebikoner Facharzt Andreas Heisler etwa musste ein Aufsichtsverfahren über sich ergehen lassen, weil er an Anti-Corona-Demonstrationen teilnahm und im Netz verbreitete, dass er gegen Schutzmasken sei und Dispensationen ausstelle, damit seine Patienten keine solche tragen müssen. Aber warum er das tut, warum er diese Überzeugung hat, diesbezüglich hat ihn niemand angehört (Quelle: pilatustoday).

Auch in den Kantonen St. Gallen, Graubünden und Aargau wurden Verfahren gegen Ärzte eingeleitet. Diese Ärzte sind nicht mehr und nicht weniger Mediziner als jene in der Taskforce – aber sie vertreten nunmal eine andere Meinung. Warum das aber so ist, lässt man sie nicht sagen.

Dieser, Ende September veröffentlichte Artikel, spricht schon von einer wachsenden Anzahl Corona-kritischer Ärzte. Doch anstatt diese anzuhören, verbietet man ihnen den Mund. Und der der Verband FMH hat offenbar in einem Schreiben festgehalten, dass man vollumfänglich hinter den Corona-Schutzmassnahmen stehe. Wo bleibt da die Meinungsfreiheit? Wo bleiben da die Expertenmeinungen? Ich als Laie vertraue doch eher den Aussagen meines Hausarztes oder meines behandelnden Arztes (z.B. wegen meiner MS), als einem Petrischalen-Kafeesatz-Leser, der mir mit Aussagen wie: „Wir haben keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ausreichen“, was für mich nichts anderes heisst als: „Eigentlich haben wir keinerlei wissenschaftliche Hinweise darauf, ob die Massnahmen überhaupt etwas nützen“.

Für mich ist die ganze Übung basierend auf „try and error“. Wir tun es mal, frei nach dem Motto „nützt nüt, schad’s nüt“. Aber das stimmt so eben nicht: Wie viele Menschen kämpfen mit psychischen Problemen? Wie viele Menschen können nachts nicht schlafen, weil sie Existenzängste haben? Wie viele, vor allem ältere, Menschen sterben, weil sie vereinsamen? Darüber spricht niemand. Das BAG hat zwar die Auswirkung der Covid-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung wissenschaftlich untersucht – aber eben wieder nur auf dem Papier. Corona verkommt immer mehr zum Papiertiger. Zugegebenermassen ein bissiger Tiger, aber dennoch: Papier. Papier, Macht und Geld dominieren in diesen Krisenzeiten.

Das zeigt die Aussage von Roche-Chef Christoph Franz, der sich für einen Impfzwang ausspricht. Mich würde es ja nicht wundern, wenn Roche den Impfstoff zurückbehält, führt der Bundesrat den Impfzwang nicht ein…

Ich bin kein Impfgegner, aber Zwang? Und wenns so kommen sollte: Erpressung? Das kann ich nicht befürworten.

In Österreich übt derweil Kanzler Kurz den Diktator: „Treffen Sie niemanden!“

In Italien wollen Sie die Weihnachtsfeiern einschränken – die spinnen, die Römer:

Und was macht die Schweiz? Dümpelt weiter orientierungslos vor sich hin und wartet darauf, dass der Bundesrat merkt, dass ihm sein „Arbeitgeber“ – das Volk – in keinster Weise mehr vertraut.

View Post

Förderung des offenen Dialogs

Wow, mir fehlen die Worte. Was in den letzten zwei Wochen auf meinem Blog abging ist unglaublich. Ich freue mich sehr darüber, dass ich offenbar den offenen Dialog sogar über die Landesgrenzen hinaus fördern kann. Ich erhalte Reaktionen aus der Schweiz, dem angrenzenden Ausland und sogar aus Canada.

Ich versuche wirklich alle Mails und Anfragen persönlich zu beantworten und leite sie auch gerne an die Verfasser der Texte auf der Plattform weiter.

Was ich allerdings nicht kann, das würde, angesichts der Ehrenamtlichkeit meiner hiesigen Tätigkeit, meine Kapazitäten überschreiten, ist das Relais zu sein für den bilateralen Austausch.

Ich publiziere gerne Eure Texte und auch die Stellungnahmen zu bereits bestehenden Texten. Wenn ihr aber mit den Verfassern persönlich den Austausch wünscht, kann ich zwar den Kontakt vermitteln, klinke mich dann aber aus den bilateralen Unterhaltungen aus.

Der Offene Brief von Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf hat sehr viele Reaktionen erhalten, auch eine Stellungnahme konnte ich publizieren. Ich möchte Euch hier den Dialog, der über diesen Brief geführt wurde, nicht vorenthalten. Daher findet ihr hier die Unterhaltung zum Thema.

Jetzt wünsche ich Euch weiterhin viel Vergnügen – und vielleicht lest ihr auch mal in die anderen Rubriken rein – es würde mich freuen.

In grosser Dankbarkeit

Moni

View Post

Dementi von Waeber-Kalbermatten

Ohalätz! Da schlug eine Nachricht aber gewaltige Wellen. Die Nachricht, ein über 80-jähriger Patient mit starken Covid-19–Symptomen sei in Sitten abgewiesen worden (die NZZ berichtete) hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer.

Jetzt hat sich die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten zu Wort gemeldet: „Genügend Platz auf Intensivstation“ titelt 1815.ch mit einem Zitat der SP-Staatsrätin.

Es würden keine Covid-Patienten abgewiesen im Wallis, das stimme nicht. Und auch wenn die Lage angespannt sei und sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal unter grossem Druck stünden, Intensivbetten habe es im Kanton genügend.

Auch dass in Sitten die Ärzte bereits eine Auswahl treffen müssten, wer aufgenommen wird und wer nicht, stimme nicht. Jeder Patient bekomme die Behandlung, die er brauche.

Seien wir mal ehrlich. Jede andere Aussage einer Gesundheitsdirektorin hätte überrascht. Frau Waeber-Kalbermatten sagt hier exakt das, was man von ihr erwartet. Ob es wahr ist, weiss ich nicht.

Es gibt ergo zwei gegensätzliche Aussagen, nämlich die von Bienvenido Sanchez aus dem Spital Sitten und die seiner obersten Chefin, der Walliser Gesundheitsdirektorin.

Aus neutraler Beobachtersicht steht es also Aussage gegen Aussage.

Ich masse mir an dieser Stelle nicht an, zu entscheiden, wer nun Recht hat und wer nicht. Ich stelle mir nur die Frage, welchen Grund hätte der Leiter der Intensivabteilung des Spitals Sitten, solche Aussagen zu machen, wenn es gar nicht stimmt? Wird es für ihn Konsequenzen haben, sollte er wirklich gelogen haben? Ich meine, für jeden anderen Angestellten in jedem anderen Betrieb wäre das ein Grund für eine fristlose Kündigung…

Fest steht auch, dass Vorfälle wie dieser, unabhängig davon, wer gelogen hat, das Vertrauen in unsere Regierung und in unser Gesundheitssysstem nicht fördern. Und das ausgerechnet jetzt, wo dieses Vertrauen so wichtig wäre….

Bild: zvg SWISS
View Post

BAG will Volk erziehen

Das Bundesamt für Gesundheit behandelt das Volk wie ein unmündiges Kleinkind. Wie ich darauf komme? Ich hänge bei meinem letzten Blog ein. In diesem warf ich am Ende die Frage auf, ob es dem BAG noch um die Gesundheit der Bevölkerung geht oder lediglich um politisch motivierte Erziehungsmassnahmen.

Die Antwort darauf liefert heute, welch eine Überraschung, das BAG unfreiwillig selber und das, dank des investigativen Journalismus der NZZ am Sonntag.

Warum betone ich das mit dem investigativen Journalismus so? Ganz einfach: weil er in den letzten Monaten sehr, sehr selten geworden ist und bundeskritische Stimmen waren schon gar nicht zu hören. Aber jetzt schreibt die NZZ am Sonntag:

Nun zeigt sich: Die Reisequarantäne der letzten Monate hat direkt kaum etwas zur Eindämmung der Pandemie beigetragen. Vielmehr wurde sie aus politischen Gründen verfügt und als Massnahme, um die Bevölkerung vom Reisen in Risikoländer abzuhalten.

Quelle: NZZ am Sonntag

Was für eine Überraschung. Wer bis anhin blind geglaubt hat, dass diese Quarantänemassnahmen nach den Ferien das Nonplusultra sind und noch nicht misstrauisch geworden war, als man feststellen musste, dass das Virus in den Nachbarregionen offenbar weniger grassiert als sonstwo, denn einkaufen, arbeiten, etc… das ging alles wunderbar ohne Quarantäne, wie man auf htr.ch lesen kann, der musste spätestens dann hellhörig werden, als Bundesrat Berset beschloss, die Quarantänebestimmungen zu ändern, wie hier Rheintal24 berichtet. Auch im Bieler Tagblatt konnte man von dieser Veränderung der Quarantänebestimmungen lesen.

Jetzt scheint der Entscheid auf CH+60 ja Sinn zu machen, das gebe ich zu. Wenn denn die Einreisequarantäne tatsächlich etwas bringen würde, beziehungsweise gebracht hätte.

Wie die NZZ am Sonntag schreibt, hätten schon länger Zweifel daran bestanden, wie nützlich die Reisequarantäne wirklich ist. Gemäss eines Diskussionsprotokolls habe ein Kanton aufgrund der Daten mehrerer Kantone berechnet, dass gerade mal 0,4 Prozent aller Personen, die sich zwischen dem 2. Juli und dem 2. September in Reisequarantäne befanden, tatsächlich an Covid-19 erkrankten.

Das BAG soll die Zahlen daraufhin ebenfalls geprüft haben und kam schlussendlich auf einen Wert von 0.87 Prozent. Also hat sich gezeigt, dass weniger als eine Person von 100 sich im Ausland infiziert hat. Alle anderen sassen grundlos 10 Tage zu Hause fest.

Auch 20 Minuten ist auf diese Thematik aufgesprungen, die BaZ berichtet darüber, aber es wird durchgehend die NZZ als Quelle genannt, weshalb ich hier weiterhin die NZZ als erste Quelle nenne.

An eben dieser Sitzung verteidigte das BAG allerdings das Vorgehen der Reisequarantäne: Sie habe insbesondere auch den Effekt, dass die Menschen weniger reisen, vor allem weniger in Risikogebiete reisen.

Daraufhin wollte der Kanton, der die Untersuchung gestartet hatte wissen, ob man diese Art der „Abschreckung“ nicht auch einfacher hätte haben können, als über die aufwändige Reisequarantäne und deren Überwachung. Daraufhin meinte das BAG schlicht:

Es gibt zwei Seiten: die evidenzbasierte Effizienz/Wirksamkeit und das politische und psychologische Ziel/Effekt.

Quelle: NZZ am Sonntag

Es sei eine eher politische Entscheidung gewesen, liest man in diesem Protokoll weiter. Der Appenzeller Ständerat und Anwalt Andrea Caroni findet denn auch klare Worte gegenüber der NZZ: „Skandalös“. Der FDP Politiker habe schon länger am Sinn der Quarantäne gezweifelt, aber nur, wenn sie Reisende betraf, die aus weniger stark betroffenen Ländern einreisten.

Er hat sich auch juristisch für ein Paar gegen de Einreisequarantäne eingesetzt. Dass der Bund an der Massnahme aus erzieherischen Gründen festhielt, obwohl spätestens seit Mitte September grosse Zweifel an der Wirksamkeit bestanden, findet Caroni schlimm:

Offensichtlich hat der Bund hier ganz willkürlich in die Grundrechte der Einwohner dieses Landes eingegriffen.

Andrea Caroni, Ständerat AR

Ich persönlich finde das auch schlimm und teile die Auffassung des Think-Tank Avenir Suisse, der gegenüber der NZZ sagt: „Hier wurde im Sommer enorm viel Leid und Schaden verursacht für einen minimalen Nutzen.“ Weiter sagt Forschungsleiter Jürg Müller, die Betroffenen hätten teilweise nicht arbeiten können, Kontakte mussten vermieden werden, man wurde um Freizeitvergnügen gebracht – und das alles auch noch durch den Bund kontrolliert, der die „Ressourcen besser für andere Vorbereitungsarbeiten für die zweite Welle“ hätte verwenden sollen.

Das BAG bleibt stur und sagt, man habe die Reisequarantäne „in Annahme eines Effekts auf den Import von Fällen und auf den präventiven Effekt in Bezug auf Reisen“ in Kraft gesetzt. Das sei durchaus erfolgreich gewesen.

Ganz ehrlich, mir dreht sich der Magen wenn ich solche Dinge höre. Das geht für mich einher mit der Aussage die Maske „schärft das Bewusstsein für die Hygieneregeln“:

Quelle: SRF

All diese Hygieneregeln, die man vorher schon gekannt hat, an die man sich vorher hielt, sowie heute und in Zukunft oder eben an die man sich vorher schon nicht hielt, heute nicht und auch in Zukunft nicht. Brauchen wir wirklich solche erzieherische Massnahmen?

Brauchen wir wirklich ein Bundesamt, das sich in unser Privatleben einmischt? Bräuchten wir nicht eher eine Regierung und ein Bundesamt, die uns eine gewisse Sicherheit geben, eine gewisse Positivität und Hoffnung? Auf die Moral der Bevölkerung, da bin ich überzeugt, wirkt sich solches Gebarden der Regierung nur negativ aus.

Dass die Wut gross ist, zeigte die Demonstration in Bern (und in Zürich) am Wochenende, hier bei Watson oder bei nau.ch. Nunja, ich kann die Verärgerung nachvollziehen, ich verstehe auch, dass sich das Volk in Italien und Spanien aber auch in Frankreich gegen die Massnahmen wehrt – weil einfach die Sinnvermittlung fehlt. Die Massnahmen erscheinen willkürlich und lassen vermuten, dass in erster Linie Machtgehabe und erzieherische Massnahmen der Grund sind – was unser BAG mit den vorgängig geschilderten Geschehnissen bestätigt.

Was aber nicht geht, sind Drohungen. Morddrohungen auch wenn nur angedeutet gegen Bundesrat Berset und Bundespräsidentin Sommaruga sind unterste Schublade. Damit disqualifizieren sich die sogenannten Corona-Leugner oder Corona-Skeptiker nur selber.

Gemäss Blick.ch kursieren auf dem Telegramkanal der sogenannten Corona-Rebellen folgende Aussagen:

Leute, ich kann nicht mehr. Nie hatte ich so einen Hass im Herzen.

Wenn ich das Bild von Herrn Berset sehe, der blanke Hass.

Wenn meinen Kindern etwas geschieht, dann hole ich euch Politiker bei euch zu Hause!! Wir kennen eure Adressen!!

Quelle: Blick.ch

Am Samstag, 24. Oktober, um 17.09 Uhr, postete ein User mit dem Pseudonym MCDXCI eine Fotomontage, in der eine Pistole auf Bersets Schläfe gerichtet ist. Eine unmissverständliche Morddrohung gegen den SP-Bundesrat.

Im gleichen Artikel publiziert der Blick die Umfrage, ob uns diese Krise näher zueinander bringt. Dass ich nicht lache…. Wohl eher Gegenteiliges ist der Fall – was aus dem Umfrageresultat, dessen Repräsentativität stark angezweifelt werden darf, klar herausgeht.

Viel schlimmer finde ich, dass auf die Frage, ob der Bund solche Drohungen ernst nimmt, lediglich die Reaktion kommt, dass die Schutzmassnahmen einzelner Personen hätten verstärkt werden müssen.

Weiter schreibt der SonntagsBlick, dass der Bund mit den potenziellen Gewalttätern sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt habe. Hierbei suche die Polizei einen Droher persönlich auf, schätze dessen Riskio ein und mache ihm klar, dass er beobachtet werde. Ein Mittel, das sich bei Islamisten bewährt habe.

Man höre sich das an: bei Islamisten. Werden jetzt unsere sogenannten Corona-Leugner und Corona-Skeptiker mit Islamisten verglichen? Bei allem Respekt, das erscheint mir dann doch etwas vermessen.

Und zum Schluss möchte ich dann an dieser Stelle doch noch festhalten, für all jene, die es noch immer nicht begriffen haben: Wir (zumindest ich) sind keine Corona-Leugner oder Corona-Skeptiker. Es gibt hier nichts zu leugnen. Ich bevorzuge den Terminus „Systemkritiker“. Ich zweifle nämlich nicht an der Pandemie – aber ich habe jegliches Vertrauen whatsowever in unsere Exekutive, unsere Legislative und leider auch in den Souverän verloren.

Quelle Titelbild: zvg SWISS

View Post

Spital lässt Menschen bewusst sterben

Was ich soeben gelesen habe lüpft mir den Hut nun vollends: Laut 20 Minuten hat das Kantonsspital Wallis in Sion einen ersten Patienten abgewiesen. Einen über 80-jährigen mit starken Corona-Symptomen. Bienvenido Sanchez, stellvertretender Leiter der Abteilung Intensivmedizin, erklärte offenbar gegenüber der NZZ am Sonntag, er halte in der aktuellen Situation die letzten Betten lieber für Fälle frei, in denen mehr Hoffnung bestehe. Gemäss dem Artikel hätte das Spital Sion noch Platz für vier weitere Intensivbetten – nur fehlt ihnen offenbar das Personal.

Deswegen lässt man Menschen bewusst sterben? Ist das der Hypokratische Eid, den man geleistet hat? Darin steht nämlich:

Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht.

Ausschnitt aus dem Eid des Hippokrates

Gehen wir mal auf das „willkürliche Unrecht“ ein. Betrachtet man nämlich das vierte Prinzip des ethischen Handelns in der Medizin, welches sich mit der Gerechtigkeit befasst, steht da:

„Insbesondere in Zeiten knapper Ressourcen ist es eine schwierige Aufgabe, diese gerecht zu verteilen. Es gilt der Grundsatz: Gleiche Fälle müssen gleich behandelt werden. Das bedeutet, zwei Patienten mit der selben Krankheit müssen gleich behandelt werden, also die gleichen Untersuchungen und ebenso die gleiche Therapie erhalten, soweit diese notwendig sind.

Quelle: Ethica rationalis

oder:

Ungleichbehandlungen sind nicht gerechtfertigt basierend auf der Nationalität, dem Geschlecht, dem Alter, dem Wohnort, der Religion, der sozialen Stellung oder dem bisherigen Verhalten in der Gesellschaft. 

Quelle: Wikipedia, Medizinethik

Darf das Spital in Sion nun einen Patienten abweisen, der über 80-jährig ist und deswegen die niedrigeren Überlebenschancen hat, als ein jüngerer Patient? Die Antwort lautet ja, in einer Katastrophensituation. Wie eine Katastrophe auszulegen ist wiederum ist unklar.

Ich für mein Verständnis mag aber noch nicht von Katastrophe sprechen, solange man schweizweit noch über 300 Intensivbetten frei hat. Das war die Aussage des koordinierten Sanitätsdienstes am vergangenen Freitag gegenüber der NZZ am Sonntag. Die aktuellen Zahlen zur Bettenbelegung Schweizweit gibt es übrigens hier.

Meines Erachtens bräuchte es jetzt tatsächlich einen koordinierten Sanitätsdienst. Jetzt wäre der Moment da, wo man isch interkantonal unter die Arme greifen sollte, wo jene Kantone, die noch grössere Kapazitäten haben, den Kantonen mit weniger Kapazität unterstützen müssten. Solange das grundsätzlich noch möglich ist (bei einer Reserve von zurzeit über 30% der IS Betten), kann noch nicht wirklich von einer Katastrophe die Rede sein.

Und würden wir tatsächlich von einer Katastrophe reden wollen, dann frage ich mich schon, wo ist jetzt die Armee? Wo sind unsere Spitalbataillone? Gemäss dem Walliser-Boten hat der Kanton die Armee bereits um Unterstützung gebeten – allerdings vor allem für den Bereich der Testungen und organisatorischer Aufgaben. Offenbar braucht aber vor allem das Spital im Bereich der Pflege Unterstützung. Denn, seien wir ehrlich, wenn wir die Berichte über die Bettenknappheit richtig lesen, dann ist in den meisten Fällen das Personal das Problem – wie auch in Sion:

Es gäbe eigentlich Raum für vier zusätzliche Betten. Doch Sanchez kann diese Betten nicht in Betrieb nehmen, weil ihm das Personal fehlt.

Quelle: NZZ am Sonntag

Und wer ist jetzt daran Schuld? So traurig es klingt: Wir selber. Jahrelang sparen, sparen, sparen im Gesundheitssektor. Und was haben wir jetzt davon?

Bereits 2012 titelte „Medicus Mundi“: „Die Zitrone ist ausgepresst“. Scheint also kein neues Problem zu sein. 2004 schrieb die NZZ: „Sparen heisst auch beim Personal sparen“ – auch hier ging es unter Anderem um das Pflegepersonal. Weiter liest man auf swissinfo.ch, dass das Pflegepersonal schon 2001 auf die Strasse gegangen ist, genau gleich wie an diesem Wochenende in Bern: Gemäss Swissinfo ging das Pflegepersonal auf die Strasse, um unter Anderem für eine Lohnerhöhung und eine Corona-Prämie in der Höhe eines Monatslohns zu demonstrieren.

Ob dann Lohnerhöhunen und Coronaprämien ausreichen? Müsste nicht viel eher die Arbeitslast verteilt werden und ergo mehr Personal eingestellt werden, so wie Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizerischen Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und -fachmänner (SBK) gegenüber Watson erklärte.

Für mich jedenfalls ist klar, das mit dem Personalmangel haben wir selber verschuldet. Dennoch rechtfertigt es nicht, dass ein Spital seine Patienten bewusst sterben lässt – wie im Kriegsfall oder bei der Spanischen Grippe. Hier könnte man in beiden Fällen von einer Katastrophe sprechen aber bei einer Grippeähnlichen Erkrankung, von der bis anhin (Stand 30.10.2020) lediglich rund 1,8 % der gesamten schweizerischen Bevölkerung überhaupt je positiv ist getestet worden (von Symptomen, effektiven Erkrankungen oder sogar Todesfällen ist noch keine Rede), glaube ich nicht, dass wir, bei nota bene einer freien IS-Bettenkapazität von rund 30% gesamtschweizerisch, von einer Katastrophe sprechen können.

Die Mediziner werden überhört

Im selben Artikel der NZZ kommt übrigens auch der Berufsverband der Schweizerischen Ärztinnen und Ärzte (FMH) zu Wort. Gemäss NZZ hat die FMH in einer Mail an ihre Mitglieder davon abgeraten, die Corona-Schnelltests in ihren Arztpraxen einzusetzen. Gemäss FMH-Präsident Jürg Schlup sei man zwar nicht grundsätzlich gegen diese Antigen-Schnelltes, doch sie seien zu unsicher und es könnten negative Testresultate auftreten, obwohl die getestete Person unter Umständen positiv ist.

Es geht hier nicht darum, Angst zu schüren oder möglichst viele positive Testresultate zu erhalten. Die Befürchtung des Mediziners Schlup, Betroffene gegebenenfalls in falscher Sicherheit zu wiegen, ist nachvollziehbar. Wenig nachvollziehbar ist allerdings die Reaktion des BAG: In Bundeskreisen sorgt das Vorgehen der FMH (die immerhin gut 40’000 Mitglieder zählt) für Unverständnis. Man verunsichere damit die Bevölkerung. Das BAG sagt dazu schlicht: „Die Tests sind geeignet“ und führt gleichzeitig weiter aus: „Sie ermöglichen es, die ansteckenden Personen in grosser Zahl zu identifizieren, damit sie sich in Isolation begeben können.“ Aha – da klingeln bei mir persönlich die Alarmglocken. Geht es dem BAG wirklich noch um die Gesundheit der Bevölkerung oder vielmehr um politisch motivierte Erziehungsmassnahmen?

Meine Gedanken zur letzten Frage werden übrigens in einem nächsten Blog behandelt – dranbleiben.

Quelle Titelbild: zvg Hôpital du Valais

View Post

Hier wird niemandem der Mund verboten

Frau Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf ist Kinderärztin aus dem Kanton Basel-Landschaft. Die Medizinerin hat einen offenen Brief verfasst, in welcher Sie als Medizinerin erklärt, was die aktuelle Situation gesundheitlich aber auch gesellschaftlich bedeutet.

Hier geht es zu ihrem offenen Brief.

Gleichzeitig hat die Medizinerin die Frage aufgeworfen, was fürs Bundesamt für Gesundheit (BAG) in dieser Krise im Vordergrund steht. Gesundheit oder Politik.

Das Resultat überrascht nicht mehr wirklich. Hier geht es zur Einschätzung von Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf.

View Post

Quo vadis Confoederatio Helvetica?

Ja, das ist wohl eine der letzten Fragen, die wir in dieser Zeit aufwerfen müssen. Und um es gleich vorweg zu nehmen, ja das wird eine Frustschreibe mit einigen Fragen, die ich aufwerfe. Nicht weil ich faul geworden bin – nein, aber müde. Corona-müde – übrigens wie so viele von uns auch. Ich habe gerade die Kraft nicht für tiefgründige Recherchen, nicht zuletzt, weil die Berichterstattung in den Medien immer wie wirrer wird.

Keine Sorge, ich bleibe meiner Meinung treu und ich werde auch nicht aufhören mit dem Schreiben – nein, aber irgendwie muss ich die ganze Geschichte langsam in meinem Kopf auf die Reihe kriegen. Da läuft gerade so einiges schief in unserem Land.

Das Unheil nahm seinen Anfang, als irgendwann im Sommer die Westschweizer Kantone angefangen haben, in Einkaufsläden eine Maskenpflicht einzuführen – weil sie hofften, das nütze und helfe dabei, die Zahl der Neuinfizierungen tief zu halten. Heute wissen wir, dass das nichts bringt. Denn genau in diesen Kantonen (mit einigen Ausnahmen) stiegen die absoluten Zahlen der neu positiv Getesteten als erstes merklich an.

Ende Sommer zogen dann erst der Kanton BS, dann ZH und schliesslich auch der Kanton BE nach. Immer lauter wurden die Stimmen, es brauche eine einheitliche Regelung auf Bundesebene, doch seit der Aufhebung der ausserordentlichen Lage im Juni 2020 stellte sich der Bundesrat hinter den schweizerischen Föderalismus und überliess den Kantonen die Entscheidungen über die Massnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus.

Der Sommer war ziemlich entspannt, die Zahlen pendelten sich auf relativ tiefem Niveau ein, alle waren zufrieden (naja, fast alle). Denn als an vereinzelten Tagen die absolute Zahl deutlich und die Positivitätsrate leicht stieg, machte sich leichte Panik breit.

Die Bundespräsidentin traf sich mit den Kantonen um sich abzusprechen – der Inhalt dieser Sitzung ist bis heute nicht bekannt. Nur, dass das Gespräch gut verlaufen sei und dass man versuche zwischen Bund und Kantonen einen Konsens zu finden. Interessant hierbei, dass ausgerechnet nach diesem Gipfeltreffen eine Welle der Einführung des Maskenobligatoriums in Geschäften durch die Schweiz ging….. natürlich alles rein zufällig. Hierzu noch ein kurzer Einschub:

Die Zahlen stiegen von Anfang an in den Kantonen am raschesten an, welche die Maskenpflicht in den Läden als erstes eingeführt haben… Ich frage mich, ob das nützlich war….?

Dann kam zuerst die Nachricht, dass das Contact-Tracing am Anschlag laufe, gefolgt von der Schock-Nachricht: der Schweiz gehen die PCR-Tests aus. Doch seither testen wir mehr den je – bis zu 25’000+ pro Tag… Geht diese Rechnung nur bei mir nicht auf?

Jetzt freut man sich hierzulande auf den Schnelltest, der innert 15 Minuten Klarheit bringen soll. Doch tut er das wirklich? Sogar Experten zweifeln das an: medinlive.ch. Und hier wird erklärt warum: Bei den Schnelltests handelt es sich offenbar um die von Beginn an umstrittenen Antikörpertests… aha? Die zeigen nicht eine akute Infektion an, sondern, ob man Antikörper entwickelt hat oder nicht. Also erst sinnvoll, wenn man das Gefühl hat, überm Berg zu sein, oder wissen will, ob man mal eine Infektion gehabt hat…. Okay, die Sinnhaftigkeit dieser Tests zweifle ich an – selbst wenn sie funktionieren würden.

Die Zahl der neu positiv-Getesteten steigt zurzeit ins beinahe Unermessliche – quasi von einem Tag auf den anderen vom mittleren 3-stelligen in den vierstelligen Bereich. Klar, die Anzahl durchgeführter Tests spielt hier sicher auch eine Rolle. Aber auch die Kurve der Positivitätsrate fing an deutlich zu steigen, bis knapp 10% ging es ja noch, doch mittlerweile bewegen wir uns wieder in den 20%-Bereichen. Das ist nicht gut. Wirklich? Oder ist es nicht gut, weil wir es a) wissen und b) weil man uns sagt es sei nicht gut.

Ja es ist natürlich brandgefährlich, denn die Spitäler drohen bereits jetzt wieder überlastet zu sein… Ah ja? Also die Bettenzahl, die auf der BAG-Seite offiziell publiziert ist spricht eine andere Sprache:

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaete.html#betten-alle-kategorien-

Und bei den IPS Betten ebenfalls:

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaete.html#betten-alle-kategorien-

Es sind nicht die Covid-Patienten, welche unsere Spitalbetten füllen. Stand 20.10.2020 waren 65% der Spitalbetten belegt (die Minderheit übrigens von Covid-19-Patienten). Das klingt nach viel. Aber angesichts der Berichterstattung im Jahre 2015, als sich die Spitäler beklagt haben darüber, dass sie mehrheitlich weniger als 80% belegt sind, erscheint mir das doch eher seltsam… 2015 sprach man bei einer totalen Belegung von 82% der Schweizer Spitalbetten von einer „mittleren Belegung“. Und jetzt, wo wir noch über 30% freie Betten haben, schreien alle sie seien überlastet? Sorry, das geht für mich nicht auf.

Auch der Tagi berichtet darüber: Von insgesamt 1078 Intensivbetten in der Schweiz sind zurzeit 681 belegt, davon 230 von Covid-19 Patienten. Also nur ein Drittel der intensiv zu Pflegenden sind Corona-Patienten. Ausserdem sind noch 397 Betten frei. Und: die Betten sind nicht auf ewig belegt. Da kommen wieder Leute raus….

Quelle: https://interaktiv.derbund.ch/2020/corona-spitalbetten-schweiz/

Dann vor 10 Tagen die Pressekonferenz des Bundesrates, hier wollte Sommaruga dem „Gstürm“ ein Ende bereiten. Nicht unbedingt die Ausdrucksweise, die ich von einer Bundespräsidentin gegenüber ihrem Volk erwarte.

Mit dem „Gstürm“ meinte Sommaruga die Maskenpflicht. Einige Kantone hatten sich bis dahin gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen, weil sie sahen, dass es in anderen Kantonen nicht gefruchtet hat. So hat Sommaruga dem ein Ende bereitet und die Maskenpflicht in Innenräumen für die ganze Schweiz ausgerufen – nebst weiteren einschneidenden Massnahmen.

Dass sie damit das „Gstürm“ noch grösser macht, damit hat Sommaruga wohl kaum gerechnet. Denn jetzt ging es los. Diverse Kantone fingen damit an, Grossveranstaltungen zu verbieten, Menschenansammlungen im öffentlichen und privaten Bereich noch mehr einzuschränken, Sperrstunden einzuführen.

Letzteres führt dann zu so grotesken Auswüchsen z.B. im Bereich der CSS Dartmeisterschaften: Ein Dartmatch beginnt in der Regel um 1930. Je nach Dauer der einzelnen Spiele (best of three), dauert das bis weit nach 2300. Im Wallis wurde die Sperrstunde allerdings auf 2300 gelegt – ergo hat der Verband anschliessend den Spielbeginn auf 1830 vorverlegt – im Wallis. Doch dann wird gewissen Mannschaften das Spielen ganz verboten. Das „Heim-Pub“ einer Dartmannschaft setzte am 22.10.2020 folgende Meldung ab: „Liebe **** leider müssen wir auf Dart verzichten, der Polizeichef hat mich soeben infomriert. Sorry sag das Spiel von heute Abend bitte ab.“

Ja geht’s noch? In anderen Beizen im selben Kanton wird aber weitergespielt… in Maske zwar, aber immerhin. Nein Leute, das kann nicht euer Ernst sein.

Und jetzt warten wir alle gespannt was da noch kommen Mag. Der Kanton Tessin hat die Maskenpflicht im öffentlichen Raum bereits verfügt. Ganz nach dem Gusto von Bundesrat Berset. Habt ihr wirklich das Gefühl das nütze etwas?

Immerhin scheinen die Leute nun zu erwachen. Während der Taskforce Chef Martin Ackermann einen erneuten Lockdown durchaus als Massnahme in Betracht zieht, will Berset Länder von der Risikoliste streichen. Indes schliesst eine Zürcher Traditionskette offenbar vorübergehend alle 15 Lokale, weil der Umsatzeinbruch seit der Maskenpflicht zu hoch ist (ja klar, kommt ja keiner mehr – ich habe so auch keine Lust). Die Gastrobranche sieht 100’000 Stellen in Gefahr und der Tourismus fürchtet sich vor einem Milliardenverlust, während die SWISS hemmungslos Boni ausschüttet.

Und zum Abschluss noch einen zum Thema Fake News: Blick.ch (die kennen sich mit Fake-News ja aus) berichtet von WhatsApp Nachrichten, die Falschmeldungen verbreiten, wie etwa diese hier:

Quelle: Blick

Sowas habe ich schonmal gelesen und konnte es auch kaum glauben, bis mir heute (unabhängig vom Blick Bericht und erst noch bevor ich das gelesen habe) mein Arbeitskollege erklärt hat, seine Schwester arbeite als MPA (Medizinische Praxisassistentin) und sie hätten aus Versehen (kann ja mal passieren), ebenfalls die Formulare von Leuten, von welchen schlussendlich gar kein Abstrich gemacht worden ist, eingeschickt. Von diesen rund 20 Formularen, von denen nicht eine einzige Person getestet worden ist, seien schlussendlich drei mit dem Ergebnis „positiv“ zurückgekommen…. Wirft das wirklich nur bei mir Fragen auf?

Hier sehe ich persönlich nur zwei Varianten:

  1. Das Qualitätsmanagement in diesen Laboren ist völlig ungenügend – dann frage ich mich, was mit all den anderen medizinischen Tests ist, die da durchgeführt werden, oder:
  2. Es steckt wirklich Absicht dahinter (Quote).

Ich für meinen Teil, sollte mir so etwas passieren, würde das zur Anzeige bringen. Und ich empfehle allen, denen das schon passiert ist: Erstattet Anzeige!

Warten wir nun gespannt auf morgen, wenn der Bundesrat seine weitere Strategie verkündet. Ich für meinen Teil nehme das alles einfach nur noch zur Kenntnis. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn während einer Pressekonferenz mal jemand sagen würde: „Unser oberstes Ziel ist es, dass wir alle in absehbarer Zeit wieder unserem normalen, täglichen Leben nachgehen können, so wie wir es vor einem Jahr getan haben.“

View Post

Wenn sich Geschichte in ihrer Methodik wiederholt

Und weiter geht es…. wer dachte es sei vorbei, wird nun eines Besseren belehrt. Der Corona-Krimi geht in die nächste Runde. Und wieder versucht man den sogenannten „Aluhutträgern“, „Maskenverweigerern“, „Corona-Leugnern“, „Covidioten“ und wie sie alle genannt werden, glaubhaft zu machen, dass wir uns in einer fürchterlichen und katastrophalen Situation befinden.

Nun, ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Ich kann lediglich die Fakten anschauen, die mir dargelegt werden, diese miteinander vergleichen und anschliessend Schlüsse ziehen. Das mache ich auch jetzt.

Anfangen möchte ich mit einem kurzen Rückblick: Im März und April sprachen alle davon, wie hoch die Dunkelziffer der Corona-Fälle ist und dass man längst nicht alle Fälle entdeckt und wie besorgniserregend das sei. Nun, ich vertrat damals schon die Meinung – und das habe ich hier immer wieder betont – je höher die Dunkelziffer, desto besser. Denn das heisst, dass das alles Leute sind, die zwar Symptome haben aber nur leichte und sich für ein zwei Wochen in die Selbstisolation begeben, ohne sich testen oder behandeln zu lassen. Oder es sind Menschen, die gar keine Symptome haben. Und das wäre ja das, was wir uns alle wünschen. Warum ist diese Dunkelziffer also so furchtbar? Soviel zu meinen Fragen in der Vergangenheit.

Dann haben viele in der Vergangenheit darauf gepocht, dass die Medien die absoluten Fallzahlen in Relation mit den durchgeführten Tests stellen sollten. Weil ausschlaggebend ist die Prozentzahl der positiven Tests. Dass die absolute Zahl steigt, je mehr man testet ist ja klar…

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: die Medien sind diesem Wunsch nachgekommen und haben sich jeweils die Mühe gemacht, die Positivitätsrate auszurechnen und zu publizieren. Eigentlich müssten jetzt all jene, welche nach dieser Positivitätsrate geschrieen haben – und ja zu denen gehöre auch ich – zufrieden sein.

Ich persönlich bin es auch. Es macht die Berichterstattung etwas ehrlicher. Doch oha, jetzt steigt auch die Positivitätsrate merklich an. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger….und…und…und suchen jetzt nach Ausreden. Ich nicht. Ich schaue mir die Fakten an, analysiere die Situation und ziehe logische Schlüsse daraus. Ich kann sie nicht beweisen, aber mein gesunder Menschenverstand und mein Bauchgefühl funktionieren ganz gut und solange mir keiner das Gegenteil beweisen kann….

Der Fakten-Check

Aber zurück zum Thema, ich schaue mir die Fakten an:

  1. Die Fallzahlen steigen.
  2. Es werden viel mehr Tests durchgeführt.
  3. Die Positivitätsrate steigt.
  4. Die Positivitätsrate ist trotz deutlich mehr Tests als im Frühjahr, erst etwa halb so hoch wie damals.

So. Was machen wir jetzt mit diesen Aussagen? Wir setzen sie in Relation zueinander:

Die Fallzahlen steigen, das ist eine logische Folge von mehr Tests.
Die Positivitätsrate steigt, das kann einerseits eine Folge von tatsächlich mehr Infektionen sein – allerdings nicht nur. Hier muss man auch miteinbeziehen, dass bei so viel mehr Tests – und wir reden von heute täglich zwischen 10’000 und 20’000 Tests im Vergleich zum Frühjahr, wo im Schnitt irgendwas zwischen 3000 und 7000 Tests täglich durchgeführt worden sind – irgendwann auch die Positivitätsrate steigt. Warum? Führt man 3000 bis 7000 Tests durch, bleibt die Dunkelziffer relativ hoch – diejenigen ohne oder mit nur leichten Symptomen rutschen durch das Raster durch. Testet man 10’000 bis 20’000 Leute, fallen viele, die sonst in der Dunkelziffer untergegangen wären, in die Positivitätsrate hinein. Dies, obwohl sie möglicherweise keine bis nur leichte Symptome haben. Hier gibt es übrigens das Dokument mit Stand vom 14.10.2020, direkt vom BAG, welches zeigt, wie viele Tests durchgeführt worden sind, wie viele positiv und wie viele negativ ausgefallen sind. Rechnen müsst ihr selber…

Aus obigem Absatz können wir schlussfolgern, dass die Dunkelziffer der Corona-Patienten entsprechend gesunken ist. Und das bestätigt sogar der Epidemiologe Christian Althaus in diesem Artikel bei nau.ch. Und auch der Tagi berichtet von diesen Erkenntnissen des Epidemiologen. Die Ergebnisse müssten zwar noch definitiv bestätigt werden – aber es sieht diesbezüglich gut aus.

Wenn die Ergebnisse von Althaus stimmen – und wer mich kennt und meine Blogs so liest weiss, dass ich weiss Gott kein Freund von ihm bin – dann ist er es, der unsere Situation in der Schweiz relativiert. Es wäre nämlich der Beweis dafür, dass die zweite Welle, in der wir uns befinden, deutlich, deutlich schwächer ist als die erste.

Schon speziell, dass ich weder Biologe noch Chemiker noch Mediziner oder Epidemiologe bin und ohne wissenschaftliche Recherchen, sondern lediglich mit dem Einsatz von gesundem Menschenverstand darauf gekommen bin. Klar, um die Theorie zu beweisen braucht man die Wissenschaftler – aber trotzdem. Warum schalten nicht mehr Menschen ihr Hirn ein?

Unterschätzen darf man die Welle dennoch nicht. Fakt ist nämlich auch, dass wir noch kein Medikament dagegen haben und auch keine Impfung (sorry liebe Impfgegner). Wenn die beiden Dinge da sind, entspannt sich die Lage automatisch wieder. Im Moment müssen wir einfach darauf achten, dass nicht zu viele Leute hospitalisiert werden müssen – auch die Hospitalisationen steigen, allerdings sind sie noch bei Weitem längst nicht so hoch wie im Frühjahr. Daher habe ich auch für Spitäler, welche bereits jetzt schon panisch nach Hilfe rufen, wie etwa im Kanton SZ, relativ wenig Verständnis. Auch nach der Situation im Frühjahr kam heraus, dass die Spitäler ihre Mitarbeitenden in die Kurzarbeit geschickt hatten… Aber gleichzeitig heulen, sie kämen mit der Arbeit nicht nach…

Stand 14.10.2020 sieht das mit den Hospitalisationen gemäss BAG wie folgt aus (klicken zum Vergrössern):

Wir erkennen zwar eine eher steigende Tendenz, die allerdings starken Schwankungen unterworfen ist – doch von einer Situation wie im März sind wir noch meilenweit entfernt. Und warum genau schreien jetzt schon wieder die ersten Spitäler, sie stiessen an ihre Grenzen? Ich verstehe es nicht.

Unüberschaubares Chaos

Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse: Macron erklärt den Notstand in Frankreich und verhängt Ausgangssperren, in den Niederlanden werden Bars und Clubs geschlossen, Angela Merkel weiss ebenfalls langsam nicht mehr wo ihr der Kopf steht und hat die Kontrolle über den Bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder endgültig verloren.

Nur kurz zu Söder: dem CSU Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern wird vorgeworfen, zu sehr auf populistische Themen zu setzen. Er setzte sich für das Fortbestehen der Kindersendung „Unser Sandmännchen“ im deutschen Fernsehen ein und schlug vor, zur besseren Integration von Einwanderern, in den bayerischen Schulen regelmässig die deutsche Nationalhymne zu singen.

Weiter ist Söder gegen einen EU-Beitritt der Türkei und sprach sich für das umstrittene Kopftuchverbot von Lehrerinnen an bayerischen Schulen aus. Im April 2004 soll er mit Aussagen wie „in die Schulen gehören Kruzifixe und keine Kopftücher“, sowie „typisch deutsche Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Pünktlichkeit und Disziplin sind verloren gegangen“ für Aufruhr gesorgt haben.

Weiter stellte Söder auch schon das Grundrecht auf Asyl in Frage, forderte einen besseren Schutz der Aussengrenzen Europas, spekulierte über Zäune an der Grenze zu Österreich und bezog klar Stellung dazu, dass der Islam nicht nach Deutschland gehöre. Letztere Aussage soll Söder zwar wieder relativiert haben, dennoch – gesagt ist gesagt.

So, und dieser Söder ist derselbe Söder, der heute Nacht, 14.10.2020 Sachen sagte wie: „Der Staat darf kein zahnloser Tiger sein“, bei Zuwiderhandlungen müsse man durchgreifen, „ohne Bussgelder hat das Ganze keinen Sinn“. (Er spricht hier auf ein mögliches Reiseverbot bzw. Beherbergungsverbot innerhalb von Deutschland an.) Und obwohl Söder sich erst gerade kürzlich öffentlich von den Vorwürfen, er sei ein Volksmörder distanziert und für Bayern ein Verbot der aus dem Kaiserreich stammenden Reichskriegsflagge angekündigt hat, komme ich nicht darum herum Vergleiche zu den Geschehnissen vor rund 80 Jahren zu ziehen. Nicht inhaltlich, aber methodisch.

Stellt Euch vor es würde eine Beschränkung geben, wie viele Leute ihr über Weihnachten zu Euch einladen dürft. Eine solche Beschränkung macht nur Sinn, wenn sie auch kontrolliert wird. Und Söder kündigt die Kontrollen der Massnahmen ja klar an. Also, sollte es eintreten, dass man nur noch eine maximale Anzahl Personen einladen darf und man wollte das kontrollieren… Wie genau würde das von statten gehen? Klopft da plötzlich ein Uniformierter an die Türe und sucht nach Gästen? Versteckt ihr diese dann auch im „Hinterhaus“?

 In der Prinsengracht 263 in Amsterdam können Interessierte die durch ein Bücherregal getarnte Tür ins Hinterhaus öffnen und nachzuempfinden versuchen, wie es Anne Frank zwischen 1942 und 1944 ging, als sie hier zusammen mit ihren Eltern, ihrer älteren Schwester und einer anderen Familie eingeschlossen war. 

https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/tagebuch/6752

Und wenn ihr ein Feierabendbier mit Freunden geniessen wollt, doch plötzlich eine nächtliche Ausgangssperre das verhindert. Solche oder ähnliche Zustände herrschen zurzeit in Frankreich, in Teilen Spaniens und Italiens, an was erinnert euch das?

Ab acht Uhr abends müssen sie zu Hause bleiben und dürfen vor sechs Uhr morgens nicht auf die Straße. 

https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/tagebuch/6752

Und schon damals wurde behauptet, es sei das Beste für das Volk. Schon damals hat man Angst geschürt, bis die „Schafe“ so weit waren, dass sie dem „Wolf“ in den Abgrund gefolgt sind – und das tatsächlich aus Überzeugung.

Mir ist klar, dass ich mit solchen Aussagen sehr provoziere. Und nochmals: inhaltlich distanziere ich mich von diesem Vergleich. Es geht rein um die Methodik.

To conquer a nation you must first disarm its citizens.

A.H. aus B. a. I. (A)

Daher bitte ich alle, seid keine Schafe, die aus Angst vor dem Wolf genau diesem nachrennen. Ich wünsche mir von Herzen, dass ihr alle eure Augen öffnet, zuseht, lest, recherchiert, dass ihr eure Ohren spitzt, aufmerksam zuhört – beiden Seiten logischerweise. Aber macht Euch ein gesamtheitliches Bild von der Lage und beurteilt sie erst anschliessend.

Vielleicht kommen wir noch immer zu einem unterschiedlichen Ergebnis. Das ist nicht schlimm. Aber dann könnt ihr es wenigstens begründen. Und das führt mich nun zum Schluss dieses Textes. Die Begründung. Offenbar fehlen inzwischen dem BAG auch die Begründungen, warum wir all diese Massnahmen ergreifen sollen. In den neuesten Plakaten heisst es nämlich nur noch: „Machs einfach!“

Krisenkampagne des BAG: Das neue Motto lautet «Mach's einfach!» - Werbung
Die fragwürdige „Mach’s einfach“-Kampagne des BAG.

Das, geschätztes BAG, werter Bundesrat, liebe Volksvertreter in Bern, ist NICHT der Umgangston, den ein Bundesamt mit seiner Bevölkerung anzuschlagen hat!

View Post

Der Nonsens mit der Maske

Die Maske – was bringt sie eigentlich? Übrigens, bin ich die einzige, die den „Joker“ vor Augen hat, wenn sie „Maske“ hört? Oder Jim Carrey im Film „Die Maske“?

Ein Kanton nach dem anderen ist nachgezogen mit der Maskenpflicht in den Läden und in öffentlich zugänglichen Räumen. Als letztes am Dienstag die Kantone Schwyz und Schaffhausen. Seit Montag gelten im Kanton Bern die neben dem Tessin strengsten Regeln. Als erster Kanton hat Bern die Regeln bis Ende Januar erlassen. Masken sind seit dem 12. Oktober Pflicht in Bahnhöfen (inklusive Perrons und Unterführungen), Bibliotheken, Geschäften und Einkaufszentren, Gotteshäuser, Kinos, Museen und…und…und… die detaillierte Liste könnt ihr hier einsehen.

Das Dokument liest sich ehrlich gesagt wie Verfassung von Absurdistan. So herrscht etwa in Innenräumen von öffentlichen und privaten Schulen, welche der Aufsicht der Bildungs- und Kulturdirektion untersehen keine Maskenpflicht. Ebenso wenig an den Hochschulen.

Ebenfalls keine Maskenpflicht herrscht in den Trainingsbereichen von Sport- und Fitnesseinrichtungen – jedoch im Empfangs-, Garderoben und Verpflegungsbereich schon. Okay, ich stelle mir das bildlich vor. Die Geschichte mit dem Empfangsbereich geht ja noch, dann gehe ich in die Garderobe, bevor ich diese betrete: Maske auf. Dann ziehe ich meine Trainingssachen an, verlasse die Garderobe: Maske ab. Ich trainiere, schwitze, gehe zurück in die Garderobe: Maske auf. Ich ziehe mich aus, gehe zur Dusche, in der Dusche ziehe ich die Maske dann wieder ab (nehme ich an), wenn ich aus der Dusche komme, Maske wieder an, bis ich angezogen bin. Anschliessend verlasse ich die Garderobe: Maske ab. Und nun habe ich Hunger und Durst und begebe mich in den Verpflegungsbereich. Essen. Trinken. Aber hier herrscht Maskenpflicht. Merkt ihr was?

Etwa in dasselbe Horn bläst die Schule in Heimisbach mit diesem Schreiben:

Da frage ich mich schon, ob man in so eine Welt noch Kinder setzen will….

Schwammige Formulierung im Kanton Schwyz

In der Verordnung des Kantons Schwyz, in welcher der Maskentragepflicht in Läden übrigens kein Enddatum gesetzt wird, heisst es:

Eine Maskentragepflicht gilt grundsätzlich dann, wenn der erforderliche Abstand nicht eingehalten werden kann:

  • an öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit bis zu 50 teilnehmenden Personen;
  • in Gastronomiegebieten, einschliesslich Bars, Diskotheken, Clubs und Tanzlokalen;
  • in öffentlich zugänglichen Innenräumen, namentlich Verkaufslokalen, Postschalter, Kinos und Gotteshäuser.

Wenn ich also in die Migros fahre und sie dort ja wie seit Beginn der Pandemie richtig zählen und im Griff haben, wie viele Leute den Laden betreten, brauche ich ergo auch keine Maske zu tragen – weil: Abstandhalten möglich.

Warum pochen alle auf die Maske?

Der Kanton Bern hat nachgezogen, kurz davor der Kanton Zug. Jetzt auch noch Schwyz und Schaffhausen. Dort gilt, wie in der gesamten Westschweiz, Zürich, Basel-Stadt und Solothurn, eine erweiterte Maskenpflicht. Dies, weil die Fallzahlen so rasant steigen und man mit der Maskenpflicht die Fälle eindämmen und die Zahlen senken will. Aha.

Schaut man sich die Grafik des BAG allerdings an, fällt auf, dass den stärksten Anstieg der Fallzahlen jene Kantone verzeichnen, welche als erstes die Maskenpflicht in den Läden eingeführt haben:

Interessant ist, dass hier die Tendenz überall zu sinken scheint – wenn auch nach einem deutlichen Anstieg – auch in den Kantonen, welche schon länger eine Maskenpflicht in Läden kennen:

Die Zahlen stammen übrigens aus dem Wochenbericht des BAG, KW 40.

Was schliessen wir daraus, wenn die Zahlen trotz Maskenpflicht in den Läden steigen? Klar, eine Maskenpflicht in Läden schützt nicht vor steigenden Fallzahlen und die Umkehrüberlegung, logisch: KEINE Maskenpflicht in Läden ist nicht verantwortlich für steigende Fallzahlen.

Somit könnte man diese Maskenpflicht auch gleich weglassen. Finde ich zumindest. Ich für meinen Teil vermeide Einkaufsläden. Seit der Kanton Wallis die Maskenpflicht eingeführt hat, habe ich keinen Laden und keine Tankstelle mehr von innen gesehen. Wir haben neben LeShop und Coop@home auch farmy.ch für uns entdeckt. So haben wir frisches Gemüse, Früchte, Fleisch und Käse vom Bauernhof zu Hause.

Für Kinder unter 12 ist die Maske keine Pflicht

Der Bundesrat hat damit angefangen, als er im ÖV die Maskenpflicht ausrief: Kinder unter 12 Jahren brauchen keine Maske zu tragen. Das steht in all diesen Verordnungen, die online bei den Kantonen zu finden sind: VS, FR, BS, ZH, VD, JU, GE, SO. Zu Genf habe ich jetzt keine so explizite Aussage gefunden – aber angesichts dessen, dass Genfer Forscher fordern, dass man AUCH Kinder unter 12 mit Maske ausrüstet, heisst für mich. dass die Ursprungsidee war, Kinder unter 12-Jahren nicht zum Maskentragen zu zwingen.

Und dennoch sieht man immer wieder Kinder mit Maske im Gesicht. Ein schreckliches Bild. So etwa im Inselspital, wo mir kürzlich eine Mutter mit drei Kindern begegnet ist. Drei Mädchen, ich schätze zwischen fünf und sieben Jahren. Alle drei mit Maske im Gesicht. Es war den Mädchen deutlich anzusehen. Ihre Näschen „suchten“ immer wieder den Weg über die Maske hinweg – die Mutter zupfte die Maske sofort wieder zurecht. Immer wieder wollten die Mädchen die Maske instinktiv ausziehen – doch die Mutter griff sofort harsch ein. Das müsse nun jetzt so sein und auf keinen Fall dürften sie die Masken ausziehen. Weinend stand eines der Mädchen vor der Mutter, sie habe heiss und bekomme kaum Luft (und wieder wollte das Näschen über den Maskenrand nach frischer Luft schnappen). Die Mutter zog dem Kind die Jacke aus und zog ihm die Maske wieder richtig ins Gesicht.

Daneben spielten zwei Jungs einer anderen Familie, im ähnlichen Alter wie die Mädchen. Sie neckten sich, rannten herum, lachten, kuschelten mit der Mutter (die übrigens wie es sich im Spital gehört, natürlich Maske anhatte) – doch beide trugen keine Maske. Weil sie nicht müssen. Weil die Eltern begriffen haben, dass es einen Grund gibt, warum man Kindern unter 12 Jahren keine Maske ins Gesicht drücken soll.

Ich behaupte nämlich – und das ist jetzt wirklich eine reine Behauptung – bzw. mein Bauchgefühl – dass Kinder unter 12 Jahren nicht darum von der Maskenpflicht befreit sind, weil sie weniger ansteckend sind oder weniger gefährdet – sondern weil es in der Psyche eines Kindes schreckliche Narben hinterlassen kann, wenn ihm eingetrichtert wird, dass es gefährlich ist, Krankheiten übertragen kann und es vielleicht sogar Schuld daran sein könnte wenn die Grosseltern sterben. Das grenzt für mich an psychologische Kindsmisshandlung. Im Alter von 12 Jahren ist ein Kind oder ein/e Jugendliche/r meist schon so weit, dass es die Zusammenhänge versteht und die Situation besser einordnen kann.

Dieses Gefühl bestätigen verschiedene Quellen, wie etwa diese: Psychologe warnt vor Einfluss der Masken auf Kinder. Auch Ärzte sehen die Situation kritisch: Soll mein Kind jetzt auch Schutzmaske tragen?

Doch auch das Tragen von Gesichtsmasken im Umfeld von Kindern, kann für die kleineren Kinder verstörend sein. So sagt etwa Kang Lee, Professor für angewandte Psychologie und menschliche Entwicklung an der Universität von Toronto: „Als Erwachsene betrachteten wir die Gesichter als Ganzes. Wenn Sie eine Maske tragen, kann ich Sie immer noch erkennen. Obwohl die Hälfte Ihres Gesichts bedeckt ist, kann ich immer noch die Struktur Ihres Gesichts erkennen. Kleine Kinder könnten das noch nicht. Sie müssten erst lernen, Informationen von Gesichtern auszuwerten. Angefangen vom Alter des Menschen über die Emotionen, die jemand empfindet, bis hin zur allgemeinen Frage der Anerkennung und Identität. All diese Wahrnehmungsfähigkeiten entwickeln und verbessen sich erst im Lauf der Kindheit.“ Lee untersucht die Entwicklung von Gesichtserkennungsfähigkeiten bei Kindern.

Im selben Artikel äussern sich Experten aus den USA dazu, wie man denn die Kinder an die Maske gewöhnen soll. Wenigstens sagt ein Experte, Dr. Harold Koplewicz, dass es wichtig sei, den Kindern nicht zu suggerieren sie wären gefährlich. Immerhin.

Auf „Apotheke ad-hoc“ habe ich einen Artikel gefunden, der die seelischen Schäden bei Kindern anspricht. Sie leiden darunter, nicht nach draussen zu können, sie leiden darunter ihre Freunde nicht sehen, geschweige denn unbeschwert mit ihnen spielen zu können. Klar, mit ein Grund dürfte sein, und das geht aus dem Artikel deutlich hervor, dass viele Kinder einfach vor den elektronischen Medien parkiert worden seien, während die Eltern im Homeoffice arbeiteten. Das ist weder körperlich noch geistig fördernd.

Aber ich bin überzeugt, dass die psychischen Probleme deutlich grösser sind, als man annimmt. Nicht nur bei den Kindern, auch bei den Erwachsenen. Ich nehme mich da nicht aus. Auch ich kämpfe zwischendurch mit psychischen Problemen – naja, Probleme – es sind mehr Angstzustände. Nicht Angst vor dem Virus – die Angst davor, wie man damit umgeht. Ich finde, man sollte diese Dinge nicht ausser Acht lassen und sich vielleicht überlegen, ob eine allgemeine Maskenpflicht in Läden, öffentlichen Gebäuden oder sogar in der allgemeinen Öffentlichkeit, wie zurzeit in Italien, wirklich notwendig ist.

Die Bevölkerung ist sich bewusst, dass das Virus da ist. Sie ist sich bewusst, dass man sich und andere schützen sollte. Das kann und wird jeder tun soweit es ihm möglich ist und soweit er es will. Aber die Masken drücken – da bin ich überzeugt, sehr auf die Psyche. Und das ständige Argument, Ärzte während OPs tragen die Masken ja auch stundenlang ist so schlecht wie billig und ausgelutscht. Da ist es „part of the game“. Das bringt der Beruf mit sich, wie andere Berufe andere Dinge mit sich bringen. Doch dafür entscheidet man sich freiwillig bei der Berufswahl. Also aufhören, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Ausserdem, hat sich schon jemand überlegt, dass die Masken die Bevölkerung in einer falschen Sicherheit wiegen könnten? Alle meinen mit Maske sei nun alles unproblematisch und das Virus weg. Das ist es aber nicht – doch diese falsche Sicherheit bewegt die Menschen dazu, leichtsinnig zu werden. Sie achten viel weniger auf alle anderen Massnahmen, die eingehalten werden müssten. Und das ist unter dem Strich kontraproduktiv. Wenn die Menschen nicht mehr das Gefühl hätten, die Maske schütze sie dann schon vor allem Bösen, dann würden sie sich vielleicht wieder mehr auf Dinge wie Hygiene und Abstand konzentrieren…

Aber ob sonst schon jemand soweit gedacht hat? Ich weiss es nicht….