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Dementi von Waeber-Kalbermatten

Ohalätz! Da schlug eine Nachricht aber gewaltige Wellen. Die Nachricht, ein über 80-jähriger Patient mit starken Covid-19–Symptomen sei in Sitten abgewiesen worden (die NZZ berichtete) hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer.

Jetzt hat sich die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten zu Wort gemeldet: „Genügend Platz auf Intensivstation“ titelt 1815.ch mit einem Zitat der SP-Staatsrätin.

Es würden keine Covid-Patienten abgewiesen im Wallis, das stimme nicht. Und auch wenn die Lage angespannt sei und sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal unter grossem Druck stünden, Intensivbetten habe es im Kanton genügend.

Auch dass in Sitten die Ärzte bereits eine Auswahl treffen müssten, wer aufgenommen wird und wer nicht, stimme nicht. Jeder Patient bekomme die Behandlung, die er brauche.

Seien wir mal ehrlich. Jede andere Aussage einer Gesundheitsdirektorin hätte überrascht. Frau Waeber-Kalbermatten sagt hier exakt das, was man von ihr erwartet. Ob es wahr ist, weiss ich nicht.

Es gibt ergo zwei gegensätzliche Aussagen, nämlich die von Bienvenido Sanchez aus dem Spital Sitten und die seiner obersten Chefin, der Walliser Gesundheitsdirektorin.

Aus neutraler Beobachtersicht steht es also Aussage gegen Aussage.

Ich masse mir an dieser Stelle nicht an, zu entscheiden, wer nun Recht hat und wer nicht. Ich stelle mir nur die Frage, welchen Grund hätte der Leiter der Intensivabteilung des Spitals Sitten, solche Aussagen zu machen, wenn es gar nicht stimmt? Wird es für ihn Konsequenzen haben, sollte er wirklich gelogen haben? Ich meine, für jeden anderen Angestellten in jedem anderen Betrieb wäre das ein Grund für eine fristlose Kündigung…

Fest steht auch, dass Vorfälle wie dieser, unabhängig davon, wer gelogen hat, das Vertrauen in unsere Regierung und in unser Gesundheitssysstem nicht fördern. Und das ausgerechnet jetzt, wo dieses Vertrauen so wichtig wäre….

Bild: zvg SWISS
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BAG will Volk erziehen

Das Bundesamt für Gesundheit behandelt das Volk wie ein unmündiges Kleinkind. Wie ich darauf komme? Ich hänge bei meinem letzten Blog ein. In diesem warf ich am Ende die Frage auf, ob es dem BAG noch um die Gesundheit der Bevölkerung geht oder lediglich um politisch motivierte Erziehungsmassnahmen.

Die Antwort darauf liefert heute, welch eine Überraschung, das BAG unfreiwillig selber und das, dank des investigativen Journalismus der NZZ am Sonntag.

Warum betone ich das mit dem investigativen Journalismus so? Ganz einfach: weil er in den letzten Monaten sehr, sehr selten geworden ist und bundeskritische Stimmen waren schon gar nicht zu hören. Aber jetzt schreibt die NZZ am Sonntag:

Nun zeigt sich: Die Reisequarantäne der letzten Monate hat direkt kaum etwas zur Eindämmung der Pandemie beigetragen. Vielmehr wurde sie aus politischen Gründen verfügt und als Massnahme, um die Bevölkerung vom Reisen in Risikoländer abzuhalten.

Quelle: NZZ am Sonntag

Was für eine Überraschung. Wer bis anhin blind geglaubt hat, dass diese Quarantänemassnahmen nach den Ferien das Nonplusultra sind und noch nicht misstrauisch geworden war, als man feststellen musste, dass das Virus in den Nachbarregionen offenbar weniger grassiert als sonstwo, denn einkaufen, arbeiten, etc… das ging alles wunderbar ohne Quarantäne, wie man auf htr.ch lesen kann, der musste spätestens dann hellhörig werden, als Bundesrat Berset beschloss, die Quarantänebestimmungen zu ändern, wie hier Rheintal24 berichtet. Auch im Bieler Tagblatt konnte man von dieser Veränderung der Quarantänebestimmungen lesen.

Jetzt scheint der Entscheid auf CH+60 ja Sinn zu machen, das gebe ich zu. Wenn denn die Einreisequarantäne tatsächlich etwas bringen würde, beziehungsweise gebracht hätte.

Wie die NZZ am Sonntag schreibt, hätten schon länger Zweifel daran bestanden, wie nützlich die Reisequarantäne wirklich ist. Gemäss eines Diskussionsprotokolls habe ein Kanton aufgrund der Daten mehrerer Kantone berechnet, dass gerade mal 0,4 Prozent aller Personen, die sich zwischen dem 2. Juli und dem 2. September in Reisequarantäne befanden, tatsächlich an Covid-19 erkrankten.

Das BAG soll die Zahlen daraufhin ebenfalls geprüft haben und kam schlussendlich auf einen Wert von 0.87 Prozent. Also hat sich gezeigt, dass weniger als eine Person von 100 sich im Ausland infiziert hat. Alle anderen sassen grundlos 10 Tage zu Hause fest.

Auch 20 Minuten ist auf diese Thematik aufgesprungen, die BaZ berichtet darüber, aber es wird durchgehend die NZZ als Quelle genannt, weshalb ich hier weiterhin die NZZ als erste Quelle nenne.

An eben dieser Sitzung verteidigte das BAG allerdings das Vorgehen der Reisequarantäne: Sie habe insbesondere auch den Effekt, dass die Menschen weniger reisen, vor allem weniger in Risikogebiete reisen.

Daraufhin wollte der Kanton, der die Untersuchung gestartet hatte wissen, ob man diese Art der „Abschreckung“ nicht auch einfacher hätte haben können, als über die aufwändige Reisequarantäne und deren Überwachung. Daraufhin meinte das BAG schlicht:

Es gibt zwei Seiten: die evidenzbasierte Effizienz/Wirksamkeit und das politische und psychologische Ziel/Effekt.

Quelle: NZZ am Sonntag

Es sei eine eher politische Entscheidung gewesen, liest man in diesem Protokoll weiter. Der Appenzeller Ständerat und Anwalt Andrea Caroni findet denn auch klare Worte gegenüber der NZZ: „Skandalös“. Der FDP Politiker habe schon länger am Sinn der Quarantäne gezweifelt, aber nur, wenn sie Reisende betraf, die aus weniger stark betroffenen Ländern einreisten.

Er hat sich auch juristisch für ein Paar gegen de Einreisequarantäne eingesetzt. Dass der Bund an der Massnahme aus erzieherischen Gründen festhielt, obwohl spätestens seit Mitte September grosse Zweifel an der Wirksamkeit bestanden, findet Caroni schlimm:

Offensichtlich hat der Bund hier ganz willkürlich in die Grundrechte der Einwohner dieses Landes eingegriffen.

Andrea Caroni, Ständerat AR

Ich persönlich finde das auch schlimm und teile die Auffassung des Think-Tank Avenir Suisse, der gegenüber der NZZ sagt: „Hier wurde im Sommer enorm viel Leid und Schaden verursacht für einen minimalen Nutzen.“ Weiter sagt Forschungsleiter Jürg Müller, die Betroffenen hätten teilweise nicht arbeiten können, Kontakte mussten vermieden werden, man wurde um Freizeitvergnügen gebracht – und das alles auch noch durch den Bund kontrolliert, der die „Ressourcen besser für andere Vorbereitungsarbeiten für die zweite Welle“ hätte verwenden sollen.

Das BAG bleibt stur und sagt, man habe die Reisequarantäne „in Annahme eines Effekts auf den Import von Fällen und auf den präventiven Effekt in Bezug auf Reisen“ in Kraft gesetzt. Das sei durchaus erfolgreich gewesen.

Ganz ehrlich, mir dreht sich der Magen wenn ich solche Dinge höre. Das geht für mich einher mit der Aussage die Maske „schärft das Bewusstsein für die Hygieneregeln“:

Quelle: SRF

All diese Hygieneregeln, die man vorher schon gekannt hat, an die man sich vorher hielt, sowie heute und in Zukunft oder eben an die man sich vorher schon nicht hielt, heute nicht und auch in Zukunft nicht. Brauchen wir wirklich solche erzieherische Massnahmen?

Brauchen wir wirklich ein Bundesamt, das sich in unser Privatleben einmischt? Bräuchten wir nicht eher eine Regierung und ein Bundesamt, die uns eine gewisse Sicherheit geben, eine gewisse Positivität und Hoffnung? Auf die Moral der Bevölkerung, da bin ich überzeugt, wirkt sich solches Gebarden der Regierung nur negativ aus.

Dass die Wut gross ist, zeigte die Demonstration in Bern (und in Zürich) am Wochenende, hier bei Watson oder bei nau.ch. Nunja, ich kann die Verärgerung nachvollziehen, ich verstehe auch, dass sich das Volk in Italien und Spanien aber auch in Frankreich gegen die Massnahmen wehrt – weil einfach die Sinnvermittlung fehlt. Die Massnahmen erscheinen willkürlich und lassen vermuten, dass in erster Linie Machtgehabe und erzieherische Massnahmen der Grund sind – was unser BAG mit den vorgängig geschilderten Geschehnissen bestätigt.

Was aber nicht geht, sind Drohungen. Morddrohungen auch wenn nur angedeutet gegen Bundesrat Berset und Bundespräsidentin Sommaruga sind unterste Schublade. Damit disqualifizieren sich die sogenannten Corona-Leugner oder Corona-Skeptiker nur selber.

Gemäss Blick.ch kursieren auf dem Telegramkanal der sogenannten Corona-Rebellen folgende Aussagen:

Leute, ich kann nicht mehr. Nie hatte ich so einen Hass im Herzen.

Wenn ich das Bild von Herrn Berset sehe, der blanke Hass.

Wenn meinen Kindern etwas geschieht, dann hole ich euch Politiker bei euch zu Hause!! Wir kennen eure Adressen!!

Quelle: Blick.ch

Am Samstag, 24. Oktober, um 17.09 Uhr, postete ein User mit dem Pseudonym MCDXCI eine Fotomontage, in der eine Pistole auf Bersets Schläfe gerichtet ist. Eine unmissverständliche Morddrohung gegen den SP-Bundesrat.

Im gleichen Artikel publiziert der Blick die Umfrage, ob uns diese Krise näher zueinander bringt. Dass ich nicht lache…. Wohl eher Gegenteiliges ist der Fall – was aus dem Umfrageresultat, dessen Repräsentativität stark angezweifelt werden darf, klar herausgeht.

Viel schlimmer finde ich, dass auf die Frage, ob der Bund solche Drohungen ernst nimmt, lediglich die Reaktion kommt, dass die Schutzmassnahmen einzelner Personen hätten verstärkt werden müssen.

Weiter schreibt der SonntagsBlick, dass der Bund mit den potenziellen Gewalttätern sogenannte Gefährderansprachen durchgeführt habe. Hierbei suche die Polizei einen Droher persönlich auf, schätze dessen Riskio ein und mache ihm klar, dass er beobachtet werde. Ein Mittel, das sich bei Islamisten bewährt habe.

Man höre sich das an: bei Islamisten. Werden jetzt unsere sogenannten Corona-Leugner und Corona-Skeptiker mit Islamisten verglichen? Bei allem Respekt, das erscheint mir dann doch etwas vermessen.

Und zum Schluss möchte ich dann an dieser Stelle doch noch festhalten, für all jene, die es noch immer nicht begriffen haben: Wir (zumindest ich) sind keine Corona-Leugner oder Corona-Skeptiker. Es gibt hier nichts zu leugnen. Ich bevorzuge den Terminus „Systemkritiker“. Ich zweifle nämlich nicht an der Pandemie – aber ich habe jegliches Vertrauen whatsowever in unsere Exekutive, unsere Legislative und leider auch in den Souverän verloren.

Quelle Titelbild: zvg SWISS

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Spital lässt Menschen bewusst sterben

Was ich soeben gelesen habe lüpft mir den Hut nun vollends: Laut 20 Minuten hat das Kantonsspital Wallis in Sion einen ersten Patienten abgewiesen. Einen über 80-jährigen mit starken Corona-Symptomen. Bienvenido Sanchez, stellvertretender Leiter der Abteilung Intensivmedizin, erklärte offenbar gegenüber der NZZ am Sonntag, er halte in der aktuellen Situation die letzten Betten lieber für Fälle frei, in denen mehr Hoffnung bestehe. Gemäss dem Artikel hätte das Spital Sion noch Platz für vier weitere Intensivbetten – nur fehlt ihnen offenbar das Personal.

Deswegen lässt man Menschen bewusst sterben? Ist das der Hypokratische Eid, den man geleistet hat? Darin steht nämlich:

Meine Verordnungen werde ich treffen zu Nutz und Frommen der Kranken, nach bestem Vermögen und Urteil; ich werde sie bewahren vor Schaden und willkürlichem Unrecht.

Ausschnitt aus dem Eid des Hippokrates

Gehen wir mal auf das „willkürliche Unrecht“ ein. Betrachtet man nämlich das vierte Prinzip des ethischen Handelns in der Medizin, welches sich mit der Gerechtigkeit befasst, steht da:

„Insbesondere in Zeiten knapper Ressourcen ist es eine schwierige Aufgabe, diese gerecht zu verteilen. Es gilt der Grundsatz: Gleiche Fälle müssen gleich behandelt werden. Das bedeutet, zwei Patienten mit der selben Krankheit müssen gleich behandelt werden, also die gleichen Untersuchungen und ebenso die gleiche Therapie erhalten, soweit diese notwendig sind.

Quelle: Ethica rationalis

oder:

Ungleichbehandlungen sind nicht gerechtfertigt basierend auf der Nationalität, dem Geschlecht, dem Alter, dem Wohnort, der Religion, der sozialen Stellung oder dem bisherigen Verhalten in der Gesellschaft. 

Quelle: Wikipedia, Medizinethik

Darf das Spital in Sion nun einen Patienten abweisen, der über 80-jährig ist und deswegen die niedrigeren Überlebenschancen hat, als ein jüngerer Patient? Die Antwort lautet ja, in einer Katastrophensituation. Wie eine Katastrophe auszulegen ist wiederum ist unklar.

Ich für mein Verständnis mag aber noch nicht von Katastrophe sprechen, solange man schweizweit noch über 300 Intensivbetten frei hat. Das war die Aussage des koordinierten Sanitätsdienstes am vergangenen Freitag gegenüber der NZZ am Sonntag. Die aktuellen Zahlen zur Bettenbelegung Schweizweit gibt es übrigens hier.

Meines Erachtens bräuchte es jetzt tatsächlich einen koordinierten Sanitätsdienst. Jetzt wäre der Moment da, wo man isch interkantonal unter die Arme greifen sollte, wo jene Kantone, die noch grössere Kapazitäten haben, den Kantonen mit weniger Kapazität unterstützen müssten. Solange das grundsätzlich noch möglich ist (bei einer Reserve von zurzeit über 30% der IS Betten), kann noch nicht wirklich von einer Katastrophe die Rede sein.

Und würden wir tatsächlich von einer Katastrophe reden wollen, dann frage ich mich schon, wo ist jetzt die Armee? Wo sind unsere Spitalbataillone? Gemäss dem Walliser-Boten hat der Kanton die Armee bereits um Unterstützung gebeten – allerdings vor allem für den Bereich der Testungen und organisatorischer Aufgaben. Offenbar braucht aber vor allem das Spital im Bereich der Pflege Unterstützung. Denn, seien wir ehrlich, wenn wir die Berichte über die Bettenknappheit richtig lesen, dann ist in den meisten Fällen das Personal das Problem – wie auch in Sion:

Es gäbe eigentlich Raum für vier zusätzliche Betten. Doch Sanchez kann diese Betten nicht in Betrieb nehmen, weil ihm das Personal fehlt.

Quelle: NZZ am Sonntag

Und wer ist jetzt daran Schuld? So traurig es klingt: Wir selber. Jahrelang sparen, sparen, sparen im Gesundheitssektor. Und was haben wir jetzt davon?

Bereits 2012 titelte „Medicus Mundi“: „Die Zitrone ist ausgepresst“. Scheint also kein neues Problem zu sein. 2004 schrieb die NZZ: „Sparen heisst auch beim Personal sparen“ – auch hier ging es unter Anderem um das Pflegepersonal. Weiter liest man auf swissinfo.ch, dass das Pflegepersonal schon 2001 auf die Strasse gegangen ist, genau gleich wie an diesem Wochenende in Bern: Gemäss Swissinfo ging das Pflegepersonal auf die Strasse, um unter Anderem für eine Lohnerhöhung und eine Corona-Prämie in der Höhe eines Monatslohns zu demonstrieren.

Ob dann Lohnerhöhunen und Coronaprämien ausreichen? Müsste nicht viel eher die Arbeitslast verteilt werden und ergo mehr Personal eingestellt werden, so wie Yvonne Ribi, Geschäftsführerin des Schweizerischen Berufsverbandes der Pflegefachfrauen und -fachmänner (SBK) gegenüber Watson erklärte.

Für mich jedenfalls ist klar, das mit dem Personalmangel haben wir selber verschuldet. Dennoch rechtfertigt es nicht, dass ein Spital seine Patienten bewusst sterben lässt – wie im Kriegsfall oder bei der Spanischen Grippe. Hier könnte man in beiden Fällen von einer Katastrophe sprechen aber bei einer Grippeähnlichen Erkrankung, von der bis anhin (Stand 30.10.2020) lediglich rund 1,8 % der gesamten schweizerischen Bevölkerung überhaupt je positiv ist getestet worden (von Symptomen, effektiven Erkrankungen oder sogar Todesfällen ist noch keine Rede), glaube ich nicht, dass wir, bei nota bene einer freien IS-Bettenkapazität von rund 30% gesamtschweizerisch, von einer Katastrophe sprechen können.

Die Mediziner werden überhört

Im selben Artikel der NZZ kommt übrigens auch der Berufsverband der Schweizerischen Ärztinnen und Ärzte (FMH) zu Wort. Gemäss NZZ hat die FMH in einer Mail an ihre Mitglieder davon abgeraten, die Corona-Schnelltests in ihren Arztpraxen einzusetzen. Gemäss FMH-Präsident Jürg Schlup sei man zwar nicht grundsätzlich gegen diese Antigen-Schnelltes, doch sie seien zu unsicher und es könnten negative Testresultate auftreten, obwohl die getestete Person unter Umständen positiv ist.

Es geht hier nicht darum, Angst zu schüren oder möglichst viele positive Testresultate zu erhalten. Die Befürchtung des Mediziners Schlup, Betroffene gegebenenfalls in falscher Sicherheit zu wiegen, ist nachvollziehbar. Wenig nachvollziehbar ist allerdings die Reaktion des BAG: In Bundeskreisen sorgt das Vorgehen der FMH (die immerhin gut 40’000 Mitglieder zählt) für Unverständnis. Man verunsichere damit die Bevölkerung. Das BAG sagt dazu schlicht: „Die Tests sind geeignet“ und führt gleichzeitig weiter aus: „Sie ermöglichen es, die ansteckenden Personen in grosser Zahl zu identifizieren, damit sie sich in Isolation begeben können.“ Aha – da klingeln bei mir persönlich die Alarmglocken. Geht es dem BAG wirklich noch um die Gesundheit der Bevölkerung oder vielmehr um politisch motivierte Erziehungsmassnahmen?

Meine Gedanken zur letzten Frage werden übrigens in einem nächsten Blog behandelt – dranbleiben.

Quelle Titelbild: zvg Hôpital du Valais

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Hier wird niemandem der Mund verboten

Frau Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf ist Kinderärztin aus dem Kanton Basel-Landschaft. Die Medizinerin hat einen offenen Brief verfasst, in welcher Sie als Medizinerin erklärt, was die aktuelle Situation gesundheitlich aber auch gesellschaftlich bedeutet.

Hier geht es zu ihrem offenen Brief.

Gleichzeitig hat die Medizinerin die Frage aufgeworfen, was fürs Bundesamt für Gesundheit (BAG) in dieser Krise im Vordergrund steht. Gesundheit oder Politik.

Das Resultat überrascht nicht mehr wirklich. Hier geht es zur Einschätzung von Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf.

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Quo vadis Confoederatio Helvetica?

Ja, das ist wohl eine der letzten Fragen, die wir in dieser Zeit aufwerfen müssen. Und um es gleich vorweg zu nehmen, ja das wird eine Frustschreibe mit einigen Fragen, die ich aufwerfe. Nicht weil ich faul geworden bin – nein, aber müde. Corona-müde – übrigens wie so viele von uns auch. Ich habe gerade die Kraft nicht für tiefgründige Recherchen, nicht zuletzt, weil die Berichterstattung in den Medien immer wie wirrer wird.

Keine Sorge, ich bleibe meiner Meinung treu und ich werde auch nicht aufhören mit dem Schreiben – nein, aber irgendwie muss ich die ganze Geschichte langsam in meinem Kopf auf die Reihe kriegen. Da läuft gerade so einiges schief in unserem Land.

Das Unheil nahm seinen Anfang, als irgendwann im Sommer die Westschweizer Kantone angefangen haben, in Einkaufsläden eine Maskenpflicht einzuführen – weil sie hofften, das nütze und helfe dabei, die Zahl der Neuinfizierungen tief zu halten. Heute wissen wir, dass das nichts bringt. Denn genau in diesen Kantonen (mit einigen Ausnahmen) stiegen die absoluten Zahlen der neu positiv Getesteten als erstes merklich an.

Ende Sommer zogen dann erst der Kanton BS, dann ZH und schliesslich auch der Kanton BE nach. Immer lauter wurden die Stimmen, es brauche eine einheitliche Regelung auf Bundesebene, doch seit der Aufhebung der ausserordentlichen Lage im Juni 2020 stellte sich der Bundesrat hinter den schweizerischen Föderalismus und überliess den Kantonen die Entscheidungen über die Massnahmen gegen die Verbreitung des Corona-Virus.

Der Sommer war ziemlich entspannt, die Zahlen pendelten sich auf relativ tiefem Niveau ein, alle waren zufrieden (naja, fast alle). Denn als an vereinzelten Tagen die absolute Zahl deutlich und die Positivitätsrate leicht stieg, machte sich leichte Panik breit.

Die Bundespräsidentin traf sich mit den Kantonen um sich abzusprechen – der Inhalt dieser Sitzung ist bis heute nicht bekannt. Nur, dass das Gespräch gut verlaufen sei und dass man versuche zwischen Bund und Kantonen einen Konsens zu finden. Interessant hierbei, dass ausgerechnet nach diesem Gipfeltreffen eine Welle der Einführung des Maskenobligatoriums in Geschäften durch die Schweiz ging….. natürlich alles rein zufällig. Hierzu noch ein kurzer Einschub:

Die Zahlen stiegen von Anfang an in den Kantonen am raschesten an, welche die Maskenpflicht in den Läden als erstes eingeführt haben… Ich frage mich, ob das nützlich war….?

Dann kam zuerst die Nachricht, dass das Contact-Tracing am Anschlag laufe, gefolgt von der Schock-Nachricht: der Schweiz gehen die PCR-Tests aus. Doch seither testen wir mehr den je – bis zu 25’000+ pro Tag… Geht diese Rechnung nur bei mir nicht auf?

Jetzt freut man sich hierzulande auf den Schnelltest, der innert 15 Minuten Klarheit bringen soll. Doch tut er das wirklich? Sogar Experten zweifeln das an: medinlive.ch. Und hier wird erklärt warum: Bei den Schnelltests handelt es sich offenbar um die von Beginn an umstrittenen Antikörpertests… aha? Die zeigen nicht eine akute Infektion an, sondern, ob man Antikörper entwickelt hat oder nicht. Also erst sinnvoll, wenn man das Gefühl hat, überm Berg zu sein, oder wissen will, ob man mal eine Infektion gehabt hat…. Okay, die Sinnhaftigkeit dieser Tests zweifle ich an – selbst wenn sie funktionieren würden.

Die Zahl der neu positiv-Getesteten steigt zurzeit ins beinahe Unermessliche – quasi von einem Tag auf den anderen vom mittleren 3-stelligen in den vierstelligen Bereich. Klar, die Anzahl durchgeführter Tests spielt hier sicher auch eine Rolle. Aber auch die Kurve der Positivitätsrate fing an deutlich zu steigen, bis knapp 10% ging es ja noch, doch mittlerweile bewegen wir uns wieder in den 20%-Bereichen. Das ist nicht gut. Wirklich? Oder ist es nicht gut, weil wir es a) wissen und b) weil man uns sagt es sei nicht gut.

Ja es ist natürlich brandgefährlich, denn die Spitäler drohen bereits jetzt wieder überlastet zu sein… Ah ja? Also die Bettenzahl, die auf der BAG-Seite offiziell publiziert ist spricht eine andere Sprache:

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaete.html#betten-alle-kategorien-

Und bei den IPS Betten ebenfalls:

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaete.html#betten-alle-kategorien-

Es sind nicht die Covid-Patienten, welche unsere Spitalbetten füllen. Stand 20.10.2020 waren 65% der Spitalbetten belegt (die Minderheit übrigens von Covid-19-Patienten). Das klingt nach viel. Aber angesichts der Berichterstattung im Jahre 2015, als sich die Spitäler beklagt haben darüber, dass sie mehrheitlich weniger als 80% belegt sind, erscheint mir das doch eher seltsam… 2015 sprach man bei einer totalen Belegung von 82% der Schweizer Spitalbetten von einer „mittleren Belegung“. Und jetzt, wo wir noch über 30% freie Betten haben, schreien alle sie seien überlastet? Sorry, das geht für mich nicht auf.

Auch der Tagi berichtet darüber: Von insgesamt 1078 Intensivbetten in der Schweiz sind zurzeit 681 belegt, davon 230 von Covid-19 Patienten. Also nur ein Drittel der intensiv zu Pflegenden sind Corona-Patienten. Ausserdem sind noch 397 Betten frei. Und: die Betten sind nicht auf ewig belegt. Da kommen wieder Leute raus….

Quelle: https://interaktiv.derbund.ch/2020/corona-spitalbetten-schweiz/

Dann vor 10 Tagen die Pressekonferenz des Bundesrates, hier wollte Sommaruga dem „Gstürm“ ein Ende bereiten. Nicht unbedingt die Ausdrucksweise, die ich von einer Bundespräsidentin gegenüber ihrem Volk erwarte.

Mit dem „Gstürm“ meinte Sommaruga die Maskenpflicht. Einige Kantone hatten sich bis dahin gegen eine Maskenpflicht ausgesprochen, weil sie sahen, dass es in anderen Kantonen nicht gefruchtet hat. So hat Sommaruga dem ein Ende bereitet und die Maskenpflicht in Innenräumen für die ganze Schweiz ausgerufen – nebst weiteren einschneidenden Massnahmen.

Dass sie damit das „Gstürm“ noch grösser macht, damit hat Sommaruga wohl kaum gerechnet. Denn jetzt ging es los. Diverse Kantone fingen damit an, Grossveranstaltungen zu verbieten, Menschenansammlungen im öffentlichen und privaten Bereich noch mehr einzuschränken, Sperrstunden einzuführen.

Letzteres führt dann zu so grotesken Auswüchsen z.B. im Bereich der CSS Dartmeisterschaften: Ein Dartmatch beginnt in der Regel um 1930. Je nach Dauer der einzelnen Spiele (best of three), dauert das bis weit nach 2300. Im Wallis wurde die Sperrstunde allerdings auf 2300 gelegt – ergo hat der Verband anschliessend den Spielbeginn auf 1830 vorverlegt – im Wallis. Doch dann wird gewissen Mannschaften das Spielen ganz verboten. Das „Heim-Pub“ einer Dartmannschaft setzte am 22.10.2020 folgende Meldung ab: „Liebe **** leider müssen wir auf Dart verzichten, der Polizeichef hat mich soeben infomriert. Sorry sag das Spiel von heute Abend bitte ab.“

Ja geht’s noch? In anderen Beizen im selben Kanton wird aber weitergespielt… in Maske zwar, aber immerhin. Nein Leute, das kann nicht euer Ernst sein.

Und jetzt warten wir alle gespannt was da noch kommen Mag. Der Kanton Tessin hat die Maskenpflicht im öffentlichen Raum bereits verfügt. Ganz nach dem Gusto von Bundesrat Berset. Habt ihr wirklich das Gefühl das nütze etwas?

Immerhin scheinen die Leute nun zu erwachen. Während der Taskforce Chef Martin Ackermann einen erneuten Lockdown durchaus als Massnahme in Betracht zieht, will Berset Länder von der Risikoliste streichen. Indes schliesst eine Zürcher Traditionskette offenbar vorübergehend alle 15 Lokale, weil der Umsatzeinbruch seit der Maskenpflicht zu hoch ist (ja klar, kommt ja keiner mehr – ich habe so auch keine Lust). Die Gastrobranche sieht 100’000 Stellen in Gefahr und der Tourismus fürchtet sich vor einem Milliardenverlust, während die SWISS hemmungslos Boni ausschüttet.

Und zum Abschluss noch einen zum Thema Fake News: Blick.ch (die kennen sich mit Fake-News ja aus) berichtet von WhatsApp Nachrichten, die Falschmeldungen verbreiten, wie etwa diese hier:

Quelle: Blick

Sowas habe ich schonmal gelesen und konnte es auch kaum glauben, bis mir heute (unabhängig vom Blick Bericht und erst noch bevor ich das gelesen habe) mein Arbeitskollege erklärt hat, seine Schwester arbeite als MPA (Medizinische Praxisassistentin) und sie hätten aus Versehen (kann ja mal passieren), ebenfalls die Formulare von Leuten, von welchen schlussendlich gar kein Abstrich gemacht worden ist, eingeschickt. Von diesen rund 20 Formularen, von denen nicht eine einzige Person getestet worden ist, seien schlussendlich drei mit dem Ergebnis „positiv“ zurückgekommen…. Wirft das wirklich nur bei mir Fragen auf?

Hier sehe ich persönlich nur zwei Varianten:

  1. Das Qualitätsmanagement in diesen Laboren ist völlig ungenügend – dann frage ich mich, was mit all den anderen medizinischen Tests ist, die da durchgeführt werden, oder:
  2. Es steckt wirklich Absicht dahinter (Quote).

Ich für meinen Teil, sollte mir so etwas passieren, würde das zur Anzeige bringen. Und ich empfehle allen, denen das schon passiert ist: Erstattet Anzeige!

Warten wir nun gespannt auf morgen, wenn der Bundesrat seine weitere Strategie verkündet. Ich für meinen Teil nehme das alles einfach nur noch zur Kenntnis. Ich wäre schon zufrieden damit, wenn während einer Pressekonferenz mal jemand sagen würde: „Unser oberstes Ziel ist es, dass wir alle in absehbarer Zeit wieder unserem normalen, täglichen Leben nachgehen können, so wie wir es vor einem Jahr getan haben.“

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Wenn sich Geschichte in ihrer Methodik wiederholt

Und weiter geht es…. wer dachte es sei vorbei, wird nun eines Besseren belehrt. Der Corona-Krimi geht in die nächste Runde. Und wieder versucht man den sogenannten „Aluhutträgern“, „Maskenverweigerern“, „Corona-Leugnern“, „Covidioten“ und wie sie alle genannt werden, glaubhaft zu machen, dass wir uns in einer fürchterlichen und katastrophalen Situation befinden.

Nun, ob das stimmt, kann ich nicht beurteilen. Ich kann lediglich die Fakten anschauen, die mir dargelegt werden, diese miteinander vergleichen und anschliessend Schlüsse ziehen. Das mache ich auch jetzt.

Anfangen möchte ich mit einem kurzen Rückblick: Im März und April sprachen alle davon, wie hoch die Dunkelziffer der Corona-Fälle ist und dass man längst nicht alle Fälle entdeckt und wie besorgniserregend das sei. Nun, ich vertrat damals schon die Meinung – und das habe ich hier immer wieder betont – je höher die Dunkelziffer, desto besser. Denn das heisst, dass das alles Leute sind, die zwar Symptome haben aber nur leichte und sich für ein zwei Wochen in die Selbstisolation begeben, ohne sich testen oder behandeln zu lassen. Oder es sind Menschen, die gar keine Symptome haben. Und das wäre ja das, was wir uns alle wünschen. Warum ist diese Dunkelziffer also so furchtbar? Soviel zu meinen Fragen in der Vergangenheit.

Dann haben viele in der Vergangenheit darauf gepocht, dass die Medien die absoluten Fallzahlen in Relation mit den durchgeführten Tests stellen sollten. Weil ausschlaggebend ist die Prozentzahl der positiven Tests. Dass die absolute Zahl steigt, je mehr man testet ist ja klar…

Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich: die Medien sind diesem Wunsch nachgekommen und haben sich jeweils die Mühe gemacht, die Positivitätsrate auszurechnen und zu publizieren. Eigentlich müssten jetzt all jene, welche nach dieser Positivitätsrate geschrieen haben – und ja zu denen gehöre auch ich – zufrieden sein.

Ich persönlich bin es auch. Es macht die Berichterstattung etwas ehrlicher. Doch oha, jetzt steigt auch die Positivitätsrate merklich an. Und hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Verschwörungstheoretiker, Aluhutträger….und…und…und suchen jetzt nach Ausreden. Ich nicht. Ich schaue mir die Fakten an, analysiere die Situation und ziehe logische Schlüsse daraus. Ich kann sie nicht beweisen, aber mein gesunder Menschenverstand und mein Bauchgefühl funktionieren ganz gut und solange mir keiner das Gegenteil beweisen kann….

Der Fakten-Check

Aber zurück zum Thema, ich schaue mir die Fakten an:

  1. Die Fallzahlen steigen.
  2. Es werden viel mehr Tests durchgeführt.
  3. Die Positivitätsrate steigt.
  4. Die Positivitätsrate ist trotz deutlich mehr Tests als im Frühjahr, erst etwa halb so hoch wie damals.

So. Was machen wir jetzt mit diesen Aussagen? Wir setzen sie in Relation zueinander:

Die Fallzahlen steigen, das ist eine logische Folge von mehr Tests.
Die Positivitätsrate steigt, das kann einerseits eine Folge von tatsächlich mehr Infektionen sein – allerdings nicht nur. Hier muss man auch miteinbeziehen, dass bei so viel mehr Tests – und wir reden von heute täglich zwischen 10’000 und 20’000 Tests im Vergleich zum Frühjahr, wo im Schnitt irgendwas zwischen 3000 und 7000 Tests täglich durchgeführt worden sind – irgendwann auch die Positivitätsrate steigt. Warum? Führt man 3000 bis 7000 Tests durch, bleibt die Dunkelziffer relativ hoch – diejenigen ohne oder mit nur leichten Symptomen rutschen durch das Raster durch. Testet man 10’000 bis 20’000 Leute, fallen viele, die sonst in der Dunkelziffer untergegangen wären, in die Positivitätsrate hinein. Dies, obwohl sie möglicherweise keine bis nur leichte Symptome haben. Hier gibt es übrigens das Dokument mit Stand vom 14.10.2020, direkt vom BAG, welches zeigt, wie viele Tests durchgeführt worden sind, wie viele positiv und wie viele negativ ausgefallen sind. Rechnen müsst ihr selber…

Aus obigem Absatz können wir schlussfolgern, dass die Dunkelziffer der Corona-Patienten entsprechend gesunken ist. Und das bestätigt sogar der Epidemiologe Christian Althaus in diesem Artikel bei nau.ch. Und auch der Tagi berichtet von diesen Erkenntnissen des Epidemiologen. Die Ergebnisse müssten zwar noch definitiv bestätigt werden – aber es sieht diesbezüglich gut aus.

Wenn die Ergebnisse von Althaus stimmen – und wer mich kennt und meine Blogs so liest weiss, dass ich weiss Gott kein Freund von ihm bin – dann ist er es, der unsere Situation in der Schweiz relativiert. Es wäre nämlich der Beweis dafür, dass die zweite Welle, in der wir uns befinden, deutlich, deutlich schwächer ist als die erste.

Schon speziell, dass ich weder Biologe noch Chemiker noch Mediziner oder Epidemiologe bin und ohne wissenschaftliche Recherchen, sondern lediglich mit dem Einsatz von gesundem Menschenverstand darauf gekommen bin. Klar, um die Theorie zu beweisen braucht man die Wissenschaftler – aber trotzdem. Warum schalten nicht mehr Menschen ihr Hirn ein?

Unterschätzen darf man die Welle dennoch nicht. Fakt ist nämlich auch, dass wir noch kein Medikament dagegen haben und auch keine Impfung (sorry liebe Impfgegner). Wenn die beiden Dinge da sind, entspannt sich die Lage automatisch wieder. Im Moment müssen wir einfach darauf achten, dass nicht zu viele Leute hospitalisiert werden müssen – auch die Hospitalisationen steigen, allerdings sind sie noch bei Weitem längst nicht so hoch wie im Frühjahr. Daher habe ich auch für Spitäler, welche bereits jetzt schon panisch nach Hilfe rufen, wie etwa im Kanton SZ, relativ wenig Verständnis. Auch nach der Situation im Frühjahr kam heraus, dass die Spitäler ihre Mitarbeitenden in die Kurzarbeit geschickt hatten… Aber gleichzeitig heulen, sie kämen mit der Arbeit nicht nach…

Stand 14.10.2020 sieht das mit den Hospitalisationen gemäss BAG wie folgt aus (klicken zum Vergrössern):

Wir erkennen zwar eine eher steigende Tendenz, die allerdings starken Schwankungen unterworfen ist – doch von einer Situation wie im März sind wir noch meilenweit entfernt. Und warum genau schreien jetzt schon wieder die ersten Spitäler, sie stiessen an ihre Grenzen? Ich verstehe es nicht.

Unüberschaubares Chaos

Inzwischen überschlagen sich die Ereignisse: Macron erklärt den Notstand in Frankreich und verhängt Ausgangssperren, in den Niederlanden werden Bars und Clubs geschlossen, Angela Merkel weiss ebenfalls langsam nicht mehr wo ihr der Kopf steht und hat die Kontrolle über den Bayrischen Ministerpräsidenten Markus Söder endgültig verloren.

Nur kurz zu Söder: dem CSU Ministerpräsidenten des Freistaates Bayern wird vorgeworfen, zu sehr auf populistische Themen zu setzen. Er setzte sich für das Fortbestehen der Kindersendung „Unser Sandmännchen“ im deutschen Fernsehen ein und schlug vor, zur besseren Integration von Einwanderern, in den bayerischen Schulen regelmässig die deutsche Nationalhymne zu singen.

Weiter ist Söder gegen einen EU-Beitritt der Türkei und sprach sich für das umstrittene Kopftuchverbot von Lehrerinnen an bayerischen Schulen aus. Im April 2004 soll er mit Aussagen wie „in die Schulen gehören Kruzifixe und keine Kopftücher“, sowie „typisch deutsche Tugenden wie Leistungsbereitschaft, Pünktlichkeit und Disziplin sind verloren gegangen“ für Aufruhr gesorgt haben.

Weiter stellte Söder auch schon das Grundrecht auf Asyl in Frage, forderte einen besseren Schutz der Aussengrenzen Europas, spekulierte über Zäune an der Grenze zu Österreich und bezog klar Stellung dazu, dass der Islam nicht nach Deutschland gehöre. Letztere Aussage soll Söder zwar wieder relativiert haben, dennoch – gesagt ist gesagt.

So, und dieser Söder ist derselbe Söder, der heute Nacht, 14.10.2020 Sachen sagte wie: „Der Staat darf kein zahnloser Tiger sein“, bei Zuwiderhandlungen müsse man durchgreifen, „ohne Bussgelder hat das Ganze keinen Sinn“. (Er spricht hier auf ein mögliches Reiseverbot bzw. Beherbergungsverbot innerhalb von Deutschland an.) Und obwohl Söder sich erst gerade kürzlich öffentlich von den Vorwürfen, er sei ein Volksmörder distanziert und für Bayern ein Verbot der aus dem Kaiserreich stammenden Reichskriegsflagge angekündigt hat, komme ich nicht darum herum Vergleiche zu den Geschehnissen vor rund 80 Jahren zu ziehen. Nicht inhaltlich, aber methodisch.

Stellt Euch vor es würde eine Beschränkung geben, wie viele Leute ihr über Weihnachten zu Euch einladen dürft. Eine solche Beschränkung macht nur Sinn, wenn sie auch kontrolliert wird. Und Söder kündigt die Kontrollen der Massnahmen ja klar an. Also, sollte es eintreten, dass man nur noch eine maximale Anzahl Personen einladen darf und man wollte das kontrollieren… Wie genau würde das von statten gehen? Klopft da plötzlich ein Uniformierter an die Türe und sucht nach Gästen? Versteckt ihr diese dann auch im „Hinterhaus“?

 In der Prinsengracht 263 in Amsterdam können Interessierte die durch ein Bücherregal getarnte Tür ins Hinterhaus öffnen und nachzuempfinden versuchen, wie es Anne Frank zwischen 1942 und 1944 ging, als sie hier zusammen mit ihren Eltern, ihrer älteren Schwester und einer anderen Familie eingeschlossen war. 

https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/tagebuch/6752

Und wenn ihr ein Feierabendbier mit Freunden geniessen wollt, doch plötzlich eine nächtliche Ausgangssperre das verhindert. Solche oder ähnliche Zustände herrschen zurzeit in Frankreich, in Teilen Spaniens und Italiens, an was erinnert euch das?

Ab acht Uhr abends müssen sie zu Hause bleiben und dürfen vor sechs Uhr morgens nicht auf die Straße. 

https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/tagebuch/6752

Und schon damals wurde behauptet, es sei das Beste für das Volk. Schon damals hat man Angst geschürt, bis die „Schafe“ so weit waren, dass sie dem „Wolf“ in den Abgrund gefolgt sind – und das tatsächlich aus Überzeugung.

Mir ist klar, dass ich mit solchen Aussagen sehr provoziere. Und nochmals: inhaltlich distanziere ich mich von diesem Vergleich. Es geht rein um die Methodik.

To conquer a nation you must first disarm its citizens.

A.H. aus B. a. I. (A)

Daher bitte ich alle, seid keine Schafe, die aus Angst vor dem Wolf genau diesem nachrennen. Ich wünsche mir von Herzen, dass ihr alle eure Augen öffnet, zuseht, lest, recherchiert, dass ihr eure Ohren spitzt, aufmerksam zuhört – beiden Seiten logischerweise. Aber macht Euch ein gesamtheitliches Bild von der Lage und beurteilt sie erst anschliessend.

Vielleicht kommen wir noch immer zu einem unterschiedlichen Ergebnis. Das ist nicht schlimm. Aber dann könnt ihr es wenigstens begründen. Und das führt mich nun zum Schluss dieses Textes. Die Begründung. Offenbar fehlen inzwischen dem BAG auch die Begründungen, warum wir all diese Massnahmen ergreifen sollen. In den neuesten Plakaten heisst es nämlich nur noch: „Machs einfach!“

Krisenkampagne des BAG: Das neue Motto lautet «Mach's einfach!» - Werbung
Die fragwürdige „Mach’s einfach“-Kampagne des BAG.

Das, geschätztes BAG, werter Bundesrat, liebe Volksvertreter in Bern, ist NICHT der Umgangston, den ein Bundesamt mit seiner Bevölkerung anzuschlagen hat!

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Der Nonsens mit der Maske

Die Maske – was bringt sie eigentlich? Übrigens, bin ich die einzige, die den „Joker“ vor Augen hat, wenn sie „Maske“ hört? Oder Jim Carrey im Film „Die Maske“?

Ein Kanton nach dem anderen ist nachgezogen mit der Maskenpflicht in den Läden und in öffentlich zugänglichen Räumen. Als letztes am Dienstag die Kantone Schwyz und Schaffhausen. Seit Montag gelten im Kanton Bern die neben dem Tessin strengsten Regeln. Als erster Kanton hat Bern die Regeln bis Ende Januar erlassen. Masken sind seit dem 12. Oktober Pflicht in Bahnhöfen (inklusive Perrons und Unterführungen), Bibliotheken, Geschäften und Einkaufszentren, Gotteshäuser, Kinos, Museen und…und…und… die detaillierte Liste könnt ihr hier einsehen.

Das Dokument liest sich ehrlich gesagt wie Verfassung von Absurdistan. So herrscht etwa in Innenräumen von öffentlichen und privaten Schulen, welche der Aufsicht der Bildungs- und Kulturdirektion untersehen keine Maskenpflicht. Ebenso wenig an den Hochschulen.

Ebenfalls keine Maskenpflicht herrscht in den Trainingsbereichen von Sport- und Fitnesseinrichtungen – jedoch im Empfangs-, Garderoben und Verpflegungsbereich schon. Okay, ich stelle mir das bildlich vor. Die Geschichte mit dem Empfangsbereich geht ja noch, dann gehe ich in die Garderobe, bevor ich diese betrete: Maske auf. Dann ziehe ich meine Trainingssachen an, verlasse die Garderobe: Maske ab. Ich trainiere, schwitze, gehe zurück in die Garderobe: Maske auf. Ich ziehe mich aus, gehe zur Dusche, in der Dusche ziehe ich die Maske dann wieder ab (nehme ich an), wenn ich aus der Dusche komme, Maske wieder an, bis ich angezogen bin. Anschliessend verlasse ich die Garderobe: Maske ab. Und nun habe ich Hunger und Durst und begebe mich in den Verpflegungsbereich. Essen. Trinken. Aber hier herrscht Maskenpflicht. Merkt ihr was?

Etwa in dasselbe Horn bläst die Schule in Heimisbach mit diesem Schreiben:

Da frage ich mich schon, ob man in so eine Welt noch Kinder setzen will….

Schwammige Formulierung im Kanton Schwyz

In der Verordnung des Kantons Schwyz, in welcher der Maskentragepflicht in Läden übrigens kein Enddatum gesetzt wird, heisst es:

Eine Maskentragepflicht gilt grundsätzlich dann, wenn der erforderliche Abstand nicht eingehalten werden kann:

  • an öffentlichen und privaten Veranstaltungen mit bis zu 50 teilnehmenden Personen;
  • in Gastronomiegebieten, einschliesslich Bars, Diskotheken, Clubs und Tanzlokalen;
  • in öffentlich zugänglichen Innenräumen, namentlich Verkaufslokalen, Postschalter, Kinos und Gotteshäuser.

Wenn ich also in die Migros fahre und sie dort ja wie seit Beginn der Pandemie richtig zählen und im Griff haben, wie viele Leute den Laden betreten, brauche ich ergo auch keine Maske zu tragen – weil: Abstandhalten möglich.

Warum pochen alle auf die Maske?

Der Kanton Bern hat nachgezogen, kurz davor der Kanton Zug. Jetzt auch noch Schwyz und Schaffhausen. Dort gilt, wie in der gesamten Westschweiz, Zürich, Basel-Stadt und Solothurn, eine erweiterte Maskenpflicht. Dies, weil die Fallzahlen so rasant steigen und man mit der Maskenpflicht die Fälle eindämmen und die Zahlen senken will. Aha.

Schaut man sich die Grafik des BAG allerdings an, fällt auf, dass den stärksten Anstieg der Fallzahlen jene Kantone verzeichnen, welche als erstes die Maskenpflicht in den Läden eingeführt haben:

Interessant ist, dass hier die Tendenz überall zu sinken scheint – wenn auch nach einem deutlichen Anstieg – auch in den Kantonen, welche schon länger eine Maskenpflicht in Läden kennen:

Die Zahlen stammen übrigens aus dem Wochenbericht des BAG, KW 40.

Was schliessen wir daraus, wenn die Zahlen trotz Maskenpflicht in den Läden steigen? Klar, eine Maskenpflicht in Läden schützt nicht vor steigenden Fallzahlen und die Umkehrüberlegung, logisch: KEINE Maskenpflicht in Läden ist nicht verantwortlich für steigende Fallzahlen.

Somit könnte man diese Maskenpflicht auch gleich weglassen. Finde ich zumindest. Ich für meinen Teil vermeide Einkaufsläden. Seit der Kanton Wallis die Maskenpflicht eingeführt hat, habe ich keinen Laden und keine Tankstelle mehr von innen gesehen. Wir haben neben LeShop und Coop@home auch farmy.ch für uns entdeckt. So haben wir frisches Gemüse, Früchte, Fleisch und Käse vom Bauernhof zu Hause.

Für Kinder unter 12 ist die Maske keine Pflicht

Der Bundesrat hat damit angefangen, als er im ÖV die Maskenpflicht ausrief: Kinder unter 12 Jahren brauchen keine Maske zu tragen. Das steht in all diesen Verordnungen, die online bei den Kantonen zu finden sind: VS, FR, BS, ZH, VD, JU, GE, SO. Zu Genf habe ich jetzt keine so explizite Aussage gefunden – aber angesichts dessen, dass Genfer Forscher fordern, dass man AUCH Kinder unter 12 mit Maske ausrüstet, heisst für mich. dass die Ursprungsidee war, Kinder unter 12-Jahren nicht zum Maskentragen zu zwingen.

Und dennoch sieht man immer wieder Kinder mit Maske im Gesicht. Ein schreckliches Bild. So etwa im Inselspital, wo mir kürzlich eine Mutter mit drei Kindern begegnet ist. Drei Mädchen, ich schätze zwischen fünf und sieben Jahren. Alle drei mit Maske im Gesicht. Es war den Mädchen deutlich anzusehen. Ihre Näschen „suchten“ immer wieder den Weg über die Maske hinweg – die Mutter zupfte die Maske sofort wieder zurecht. Immer wieder wollten die Mädchen die Maske instinktiv ausziehen – doch die Mutter griff sofort harsch ein. Das müsse nun jetzt so sein und auf keinen Fall dürften sie die Masken ausziehen. Weinend stand eines der Mädchen vor der Mutter, sie habe heiss und bekomme kaum Luft (und wieder wollte das Näschen über den Maskenrand nach frischer Luft schnappen). Die Mutter zog dem Kind die Jacke aus und zog ihm die Maske wieder richtig ins Gesicht.

Daneben spielten zwei Jungs einer anderen Familie, im ähnlichen Alter wie die Mädchen. Sie neckten sich, rannten herum, lachten, kuschelten mit der Mutter (die übrigens wie es sich im Spital gehört, natürlich Maske anhatte) – doch beide trugen keine Maske. Weil sie nicht müssen. Weil die Eltern begriffen haben, dass es einen Grund gibt, warum man Kindern unter 12 Jahren keine Maske ins Gesicht drücken soll.

Ich behaupte nämlich – und das ist jetzt wirklich eine reine Behauptung – bzw. mein Bauchgefühl – dass Kinder unter 12 Jahren nicht darum von der Maskenpflicht befreit sind, weil sie weniger ansteckend sind oder weniger gefährdet – sondern weil es in der Psyche eines Kindes schreckliche Narben hinterlassen kann, wenn ihm eingetrichtert wird, dass es gefährlich ist, Krankheiten übertragen kann und es vielleicht sogar Schuld daran sein könnte wenn die Grosseltern sterben. Das grenzt für mich an psychologische Kindsmisshandlung. Im Alter von 12 Jahren ist ein Kind oder ein/e Jugendliche/r meist schon so weit, dass es die Zusammenhänge versteht und die Situation besser einordnen kann.

Dieses Gefühl bestätigen verschiedene Quellen, wie etwa diese: Psychologe warnt vor Einfluss der Masken auf Kinder. Auch Ärzte sehen die Situation kritisch: Soll mein Kind jetzt auch Schutzmaske tragen?

Doch auch das Tragen von Gesichtsmasken im Umfeld von Kindern, kann für die kleineren Kinder verstörend sein. So sagt etwa Kang Lee, Professor für angewandte Psychologie und menschliche Entwicklung an der Universität von Toronto: „Als Erwachsene betrachteten wir die Gesichter als Ganzes. Wenn Sie eine Maske tragen, kann ich Sie immer noch erkennen. Obwohl die Hälfte Ihres Gesichts bedeckt ist, kann ich immer noch die Struktur Ihres Gesichts erkennen. Kleine Kinder könnten das noch nicht. Sie müssten erst lernen, Informationen von Gesichtern auszuwerten. Angefangen vom Alter des Menschen über die Emotionen, die jemand empfindet, bis hin zur allgemeinen Frage der Anerkennung und Identität. All diese Wahrnehmungsfähigkeiten entwickeln und verbessen sich erst im Lauf der Kindheit.“ Lee untersucht die Entwicklung von Gesichtserkennungsfähigkeiten bei Kindern.

Im selben Artikel äussern sich Experten aus den USA dazu, wie man denn die Kinder an die Maske gewöhnen soll. Wenigstens sagt ein Experte, Dr. Harold Koplewicz, dass es wichtig sei, den Kindern nicht zu suggerieren sie wären gefährlich. Immerhin.

Auf „Apotheke ad-hoc“ habe ich einen Artikel gefunden, der die seelischen Schäden bei Kindern anspricht. Sie leiden darunter, nicht nach draussen zu können, sie leiden darunter ihre Freunde nicht sehen, geschweige denn unbeschwert mit ihnen spielen zu können. Klar, mit ein Grund dürfte sein, und das geht aus dem Artikel deutlich hervor, dass viele Kinder einfach vor den elektronischen Medien parkiert worden seien, während die Eltern im Homeoffice arbeiteten. Das ist weder körperlich noch geistig fördernd.

Aber ich bin überzeugt, dass die psychischen Probleme deutlich grösser sind, als man annimmt. Nicht nur bei den Kindern, auch bei den Erwachsenen. Ich nehme mich da nicht aus. Auch ich kämpfe zwischendurch mit psychischen Problemen – naja, Probleme – es sind mehr Angstzustände. Nicht Angst vor dem Virus – die Angst davor, wie man damit umgeht. Ich finde, man sollte diese Dinge nicht ausser Acht lassen und sich vielleicht überlegen, ob eine allgemeine Maskenpflicht in Läden, öffentlichen Gebäuden oder sogar in der allgemeinen Öffentlichkeit, wie zurzeit in Italien, wirklich notwendig ist.

Die Bevölkerung ist sich bewusst, dass das Virus da ist. Sie ist sich bewusst, dass man sich und andere schützen sollte. Das kann und wird jeder tun soweit es ihm möglich ist und soweit er es will. Aber die Masken drücken – da bin ich überzeugt, sehr auf die Psyche. Und das ständige Argument, Ärzte während OPs tragen die Masken ja auch stundenlang ist so schlecht wie billig und ausgelutscht. Da ist es „part of the game“. Das bringt der Beruf mit sich, wie andere Berufe andere Dinge mit sich bringen. Doch dafür entscheidet man sich freiwillig bei der Berufswahl. Also aufhören, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.

Ausserdem, hat sich schon jemand überlegt, dass die Masken die Bevölkerung in einer falschen Sicherheit wiegen könnten? Alle meinen mit Maske sei nun alles unproblematisch und das Virus weg. Das ist es aber nicht – doch diese falsche Sicherheit bewegt die Menschen dazu, leichtsinnig zu werden. Sie achten viel weniger auf alle anderen Massnahmen, die eingehalten werden müssten. Und das ist unter dem Strich kontraproduktiv. Wenn die Menschen nicht mehr das Gefühl hätten, die Maske schütze sie dann schon vor allem Bösen, dann würden sie sich vielleicht wieder mehr auf Dinge wie Hygiene und Abstand konzentrieren…

Aber ob sonst schon jemand soweit gedacht hat? Ich weiss es nicht….

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Es geht auch ohne…

Es ist still geworden um mich und meinen Blog in der letzten Zeit. Und ja, irgendwie habe ich schon ein schlechtes Gewissen deswegen, weil ich ja eigentlich regelmässig über die aktuelle Covid-19 Diskussion berichten und Fragen stellen möchte – Fragen, die mir nach wie vor niemand beantworten kann.

Auf der anderen Seite habe ich die mehr oder wenige Coronafreie Zeit auch genossen – muss ich ehrlich sein. Nun, wie kam es dazu? Ich hatte kürzlich, bei einem Besuch bei Freunden auf dem Camping am Lago Maggiore mein Handy versenkt – und das am Samstag, früher Nachmittag. Ja, versenkt. Es ist quasi ertrunken. Und mit ihm all die Push-Meldungen zu neuen Infektionszahlen, zu neuen schrecklichen Zukunftstheorien, zu völlig unverständlichen Maskenpflichten und… und… und…

Es dauerte anschliessend drei oder vier Tage, bis ich wieder ein Handy hatte und in dieser Zeit blieb ich völlig Coronafrei. Dies nicht zuletzt, weil ich zurzeit Nachrichten meide (ausser ich recherchiere für meinen Blog) und auch seit der Einführung der Maskenpflicht in Läden im Kanton VS keinen einzigen Laden mehr von innen gesehen habe. So umging ich natürlich die Konfrontation mit der Situation. Das ist wohl nicht die Lösung – aber gut getan hat es trotzdem.

Während rund fünf Tagen habe ich so kaum gemerkt, dass Corona noch da ist. Es war fast wie das Leben davor – bis auf die Einkaufstouren, die natürlich fehlen.

Was schlussfolgere ich daraus? Würden wir von den Medien nicht dermassen bombardiert mit Meldungen zu Corona, wüssten wir gar nicht, dass es dieses Ding gibt. Oder: wir wüssten es, würden uns aber nicht tagtäglich damit beschäftigen und es ins Zentrum unseres Lebens stellen. Oder seht ihr das anders? Wir würden leben, wir wären gesund, wir würden krank… wie das auch vorher war. Ganz ohne Corona, ohne Maske, ohne PCR-Test.

Diese Tests, die uns übrigens gelegentlich ausgehen, habe ich gehört. Ein Blick in die NZZ bestätigt das. Ja kein Wunder, wenn das stimmt, was in diesem Artikel steht, werden täglich rund 15’000 Tests ausgewertet. 15’000!!! Kein Wunder steigen die Fallzahlen. Okay, wir müssen ehrlich sein, auch die Positivitätsrate steigt an. Ich gehöre nicht zu den Corona-Skeptikern, die zuerst auf diese Positivitätsrate pochten und jetzt, da diese wieder ansteigt, nichts mehr davon wissen wollen. Fakt ist, wir entdecken mehr Corona-positive Menschen. Und das ist genau der Punkt. Ich versuche das mal zu erklären:

Im März hatten wir sehr hohe Positivitätsraten, trotz weniger Tests. Heute haben wir wieder ähnliche Zahlen wie im März, machen aber mehr als doppelt so viele Tests pro Tag. Dass da irgendwann auch die Positivitätsrate ansteigen muss, ist mehr als logisch. Damals (also im März 2020) haben sich vor allem jene Menschen testen lassen, die schwere Symptome gehabt haben – alle anderen hat man einfach in die Quarantäne bzw. in die Isolation geschickt – ohne Test. Die Chance, dass diese Tests auch positiv ausgefallen wären, ist relativ hoch – doch sie flossen zu dieser Zeit nicht in die Statistik ein, weil sie nicht getestet worden sind. Man sprach von einer „Dunkelziffer“ die um ein Vielfaches höher sein soll, als die effektiven Zahlen.

Nun sehen wir das als bewiesen. Denn: heute lassen sich viel mehr Menschen testen. All diese Leute, welche Corona-positiv getestet werden, aber kaum bis gar keine Symptome zeigen, sich für 10 Tage in die Isolation begeben und anschliessend wieder ganz normal arbeiten gehen, fliessen in diese hohen Fallzahlen und auch in die Positivitätsrate ein. Was wir also mit diesen immens hohen Testzahlen erreichen, ist dass wir diese Leute, die vorher in die Dunkelziffer reinrutschten, auch entdecken. Das heisst aber nicht, dass tatsächlich mehr Leute am Virus erkrankt sind. Man entdeckt sie halt jetzt einfach. Und hier kommt meine These vom Anfang der Pandemie wieder zum Tragen: Je höher die Dunkelziffer, desto besser, weil das heisst, dass es viele Leute gibt, die zwar Corona haben, aber einen sehr leichten Verlauf mit kaum oder nur sehr schwachen Symptomen – viele merken eventuell nicht mal, dass es Corona ist. Jetzt decken wir diese „Dunkelziffer“ langsam auf und jetzt plötzlich ist es ein riesen Problem. Es ging uns besser, als wir das nicht wussten. So wie es mir besser ging, als ich nicht mit all diesen Zahlen und Mutmassungen bombardiert worden bin.

Doch nun, back to life, werde ich mir die Freiheit nehmen, meinen Senf wieder dazuzugeben, in der Hoffnung etwas zum Denken anregen zu können. In meinem nächsten Blog werde ich die Frage stellen, wie sinnvoll denn die Maskenpflicht in den Einkaufsläden ist. Zug und Bern sind die letzte bzw. diese Woche nachgezogen, die Westschweizer Kantone haben analog BS verlängert bis Ende Jahr – nur SO hat nach wie vor in der entsprechenden Verordnung stehen: „längstens bis Ende Oktober“ (Ende Seite 5). Seien wir gespannt ob sie sich daran halten.

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Wie einig ist sich unsere Regierung noch?

Es sei „unredlich“, „unsinnig“ und „absurd“, dem Bundesrat diktatorisches Verhalten vorzuwerfen. Es soll „offensichtlich eine Bewegung gegen unsere faktenorientierte und demokratische Gesellschaftsform aufgebaut werden“ und „einiges an der Anti-Corona-Bewegung scheint mir aus dem Ausland importiert“ – mit diesen Aussagen im Interview mit der SonntagsZeitung wirft sich Bundesrat Alain Berset – meiner Meinung nach – in eine Opferrolle.

Warum? Ganz offensichtlich fühlt er sich unfair behandelt, obwohl der Bundesrat ja nur „einen Weg als Gesellschaft durch diese Pandemie finden will“. Er bestätigt auch, dass der Dialog und die Transparenz in dieser Krise das Wichtigste sind – doch der Einschub „wo er überhaupt auf ein Gegenüber und offene Ohren trifft“ zeigt, dass sich der Innenminsiter völlig falsch verstanden fühlt, bzw. dass er den Eindruck hat, man wolle ihm gar nicht zuhören.

Unterschied zwischen Kritikern und Verschwörungstheoretikern

Eines muss man Bundesrat Berset zugute halten. Er unterscheidet zwischen Kritikern, welche die Entscheide des Bundesrates hinterfragen und eine faktenbasierte Debatte führen wollen, was er sogar „begrüsse“ und der „Strömung“, welche das Virus negiere und eben dem Bundesrat diktatorisches Verhalten vorwirft.

Jetzt muss ich sagen, ich zähle mich persönlich zu ersterer Gemeinschaft. Zu den Kritikern. Ich habe nie behauptet, das Virus gäbe es nicht, ich habe nie behauptet, das Virus sei nicht schlimm und ich muss rückblickend sogar eingestehen, dass das Bundesratsgremium im März 2020 wohl richtig reagiert hat mit dem Lockdown. Doch was seit Mai in diesem Land passiert, kann und will ich nicht goutieren. Auch ich werfe dem Bundesrat vor, sich in eine diktatorische Richtung zu bewegen.

Warum ich ihm das vorwerfe, das ergibt sich aus meinen vorangehenden Blogs, dazu brauche ich mich hier nicht mehr zu äussern.

Ich kann ja verstehen, dass Berset die Strategie des Bundesrates verteidigt. Aber vertraut das Volk dem Bundesrat wirklich noch? „Grundsätzlich sehe ich aber nicht, dass die Bevölkerung dem Bundesrat nicht mehr vertraut. Im Gegenteil“, ist Berset überzeugt.

Das wage ich nun wirklich stark zu bezweifeln. In einer solchen Krise, mit derart einschneidenden Massnahmen, wäre es Aufgabe des Bundesrates mit Sinnvermittlung zu arbeiten. Das ist ihm am Anfang auch ganz gut gelungen – müssen wir ehrlich sein.

Doch seit den ersten Lockerungen hapert es in der Sinnvermittlung. Es wurde uns nie vermittelt, warum plötzlich Masken im ÖV und in Einkaufsläden so wichtig sein sollen – nachdem der Peak abgeflacht ist. Nota bene hat der Bundesrat das entschieden, nachdem er die Verantwortung wieder an die Kantone übertragen und die ausserordentliche Lage damit beendet hatte. Noch befinden wir uns in der besonderen Lage. Warum? Warum überträgt man in unserem föderalistischen System nicht die gesamte Verantwortung den Kantonen? Warum darf der mündige Bürger nicht selber darüber entscheiden ob und wie er sich gegen das Virus schützen will?

Schliesslich sagt Berset selbst, dass die sogenannten Hotspots abhängig sind von der Bevölkerungsdichte und davon, wie viele Arbeitsplätze und daher hohen Reiseverkehr es gibt…

Einigkeit sieht anders aus

Er Verteidigt nach wie vor die Strategie des Bundesrates. Eines Bundesrates, von dem ich mir nicht mehr sicher bin, wie einig sich dieser ist. Wann haben wir letztmals mehrere Bundesräte in Sachen Corona geeint vor den Medien gesehen? Man sieht immer nur einen – und es ist nicht der Bundespräsident, bzw. die Bundespräsidentin.

Seit Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga die Kantone zu sich bat – mit dem Ergebnis dass innert kürzester Zeit plötzlich ein Kanton nach dem anderen die Maskenpflicht in Läden einführte – wurde es um die Magistratin sehr ruhig. Von Ignazio Cassis hört man nur, wenn es darum geht, sich mit dem Ausland über die geltenden Einreise- und Quarantänebestimmungen zu einigen. Von Karin Keller-Sutter hört man gar nichts mehr – es ist zu hoffen, dass sie sich mit der Rechtslage was die Beschneidung der Freiheit der Bürger betrifft, befasst. Ueli Maurer äussert sich in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht mehr – auch nicht zu den Finanzen. Nur ganz leise vernimmt man, dass er die Quarantäne verkürzen will und dass die Schweiz das Geld für einen zweiten Lockdown schlicht nicht habe. Auch um Guy Parmelin wurde es ruhig, nachdem er das VBS abgetreten hatte. Eigentlich müsste er sich um unsere marode Wirtschaft, die wirklich unter der Krise und dem Lockdown gelitten hat, kümmern. Aber auch er nimmt kaum mehr Stellung zur Situation. Und dann ist da noch unsere bodenständige Walliserin: Viola Amherd. Sie ist in den Medien zurzeit omnipräsent. Das hat aber weniger mit Corona als mit der Beschaffung von neuen Kampfflugzeugen zu tun. Darüber entscheidet nämlich der Stimmbürger am 27. September. Der Stimmbürger, der zwar mündig genug ist, darüber zu entscheiden, ob die Schweiz Kampfflugzeuge braucht oder nicht (und ja, sie braucht sie… ), ob der Wolf künftig unter geänderten Bedingungen geschossen werden darf, ob die Zuwanderung in die Schweiz reguliert werden muss (wird sie ja im Moment sowieso aufgrund von Corona)… und, und und – aber offenbar nicht selber entscheidungsfähig ist, wenn es darum geht, sich vor einem Virus zu schützen.

Fehlt noch der Siebte im Bunde: Gesundheitsminister Alain Berset, aka Corona-Minister. Ja, er ist der Corona-Minister. Es war immer Berset der gesprochen hat. Es war immer Berset, der die guten und schlechten Nachrichten überbracht hat. Der Gesundheitsminister. Klar, es geht um Gesundheit. Aber nicht nur. Inzwischen ist Corona zu einem weitaus grösseren wirtschaftlichen (Parmelin) Problem geworden und damit zu einem finanziellen (Maurer) Problem und damit auch zu einem sozialen (Berset) Problem. Einem Problem, gegen welches inzwischen ganze Gruppierungen mobilisieren, auf ihre Rechte pochen. Meinungsfreiheit, Entscheidungsfreiheit, etc…. plötzlich werden juristische (Keller-Sutter) Fragen aufgeworfen – auch im Zusammenhang mit dem Ausland (Cassis). Viel mehr, als gesundheitliche.

Warum also ist es je länger je mehr der Gesundheitsminister der vorne steht? Zu Beginn der Krise schien der Bundesrat geeint. Mindestens zu zweit, wenn nicht zu dritt, traten sie an den Pressekonferenzen auf. Symbolisierten Einigkeit und Stärke. Gaben dem Volk Mut und Sicherheit.

Heute sieht das anders aus. Ein verwirrt erscheinender Bundesrat Berset, mutterseelenalleine an der Pressekonferenz, bekommt noch Gegenwind aus dem eigenen Gremium mit dem Ruf von Maurer nach einer kürzeren Quarantänezeit und der Rest hält sich raus, weil sich keiner die Finger verbrennen will.

Mich würde brennend interessieren, was im Bundesrat hinter den Kulissen abgeht. Denn dass sich der Bundesrat weigert, trotz angenommenem Ordnungsantrag, bei den Verhandlungen „seines“ Covid-19 Gesetzes anwesend zu sein, spricht für mich Bände.

Quelle: 20min.ch
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Wie uns „das System“ das Bewusstsein klaut

Bewusstsein, was heisst das eigentlich? Ich habe, um eine einfache und verständliche Erklärung zu finden, mal ein Kinderlexikon gefragt als Erklärungen findet man da unter Anderem Aussagen wie die Folgenden:

„Wer ein Bewusstsein hat, kann fühlen, sehen, hören, schmecken, denken und vieles mehr.“

https://klexikon.zum.de/wiki/Bewusstsein

„Das Bewusstsein ist also ein wichtiger Unterschied zwischen einem Lebewesen und einem Ding“

https://klexikon.zum.de/wiki/Bewusstsein

„Manche Maschinen wie Roboter wirken so, als hätten sie ein Bewusstsein. Das Bewusstsein wird dort aber nur durch technishe Tricks vorgegaukelt.“

https://klexikon.zum.de/wiki/Bewusstsein

„Das wichtigste Organ für unser Bewusstsein ist das Gehirn.“

https://klexikon.zum.de/wiki/Bewusstsein

„Wenn man vom Bewusstsein spricht, meint man häufig auch, dass man sich über etwas Bestimmtes im Klaren ist.“

https://klexikon.zum.de/wiki/Bewusstsein

Wer eher auf die wissenschaftliche Erklärung steht, findet hier eine mögliche Variante.

Ich komme zum Schluss, dass unser Bewusstsein durch unser Hirn gesteuert ist und dass es dafür verantwortlich ist, wie wir etwas sehen oder schmecken, warum wir Dinge tun oder eben nicht und wie wir die Welt um uns herum – und noch viel wichtiger – uns selber darin sehen.

Wie treffend für die aktuelle Corona-Situation. Es ist unser individuelles Bewusstsein, das steuert, wie wir über die Situation denken und wie wir damit umgehen wollen. Jeder für sich – ein Individuum. So weit so gut – in einem freien Land, wie ich bis anhin dachte, dass es auch die Schweiz ist.

Alles für das System

Es ist aber leider nicht überall so. In einigen Ländern – und ich nehme bewusst das Beispiel von China, Korea und Deutschland zur Zeit des Nationalsozialismus. Diese Beispiele sind aber nicht abschliessend, allerdings wohl jene, die alle verstehen.

In China und Korea ist es bis heute noch so, da gibt es de facto keine Individuen – da funktioniert und bestimmt das System. Alle Menschen funktionieren für das System. Als Beispiel: Sie akzeptieren widerspruchslos die 6-Tage-Woche, denn keiner will sich outen als einer, der gegen das System arbeitet. Vielleicht ist man nicht einverstanden damit – aber man tut es um in der Gesellschaft akzeptiert zu sein. Man kuscht aus der Überzeugung heraus, solidarisch zu sein. Aber: vielleicht ist das gar nicht notwendig. Vielleicht würde man ja den Mitmenschen einen Gefallen tun, wenn man zeigte, dass man mit etwas nicht einverstanden ist und könnte sogar Gleichgesinnte finden – wer weiss.

Ganz brutales aber sehr anschauliches Beispiel ist der Nationalsozialismus unter Hitler. Ich meine, seien wir mal ehrlich. Wirklich gut hat niemand gefunden was er getan hat. Aber man hat es grösstenteils akzeptiert. Für das System. Weil Hitler glaubhaft machen konnte, dass seine Massnahmen notwendig sind, damit es dem System wieder gut geht. Und klar hat sich niemand dagegen gewehrt, man war ja nicht lebensmüde. Und so kreierte Hitler damals eine Horde von Ja-Sagern, die ihm bildlich gesprochen kopfnickend hinterherliefen – und alle haben das eigene Bewusstssein ausgeblendet – für das System und aus Solidarität.

Die Geschichte wiederholt sich

Und was genau hat jetzt das mit der heutigen Corona-Situation zu tun? Ja, es ist vermessen Corona mit dem Nationalsozialismus zu vergleichen – mindestens so vermessen, wie sie einer Spanischen Grippe gleichzustellen. Aber es geht um das Prinzip. Die Menschen funktionieren noch immer gleich. Sie hätten – und ich sage bewusst hätten – ein eigenes Bewusstsein. Ein Bewusstsein, das ihnen sagt „ja, ich glaube Covid-19 ist furchtbar gefährlich und all diese Massnahmen sind für mich verhältnismässig und darum befolge ich sie“ oder ein Bewusstsein, welches ihnen sagt: „Ja, an Covid-19 zu erkranken ist sicher nicht angenehm, aber krank zu sein ist nie ein Spass, aber vielleicht ist das jetzt einfach eine neue Krankheit (wie es die Influenza auch einmal war), mit der wir nun leben müssen und solange wir keine Impfung haben, machen Schutzmassnahmen sicher Sinn. Soll jeder schauen wie er sich schützt, ich persönlich fürchte mich nicht so davor und brauche daher auch keine Maske zu tragen. Weder im ÖV noch beim Einkaufen oder sonst wo.“ Und dann gibt es die Dritten, deren Bewusstsein vielleicht sagt: „Das ist alles künstlich kreiert, wir werden nur angelogen, alles Manipulation.“ – Auch eine Sichtweise.

Worauf ich hinaus will ist: Jeder beurteilt seine Situation doch individuell. Kann sich eine eigene Meinung bilden und sein Verhalten entsprechend anpassen. So wie es für ihn stimmt.

Anders sieht das im Moment unsere Regierung. Der Bundesrat und das BAG diktieren Massnahmen vor, die vielleicht gerechtfertigt sind – aber doch nicht zwingend. Dass sie uns eine Empfehlung abgeben ist ja noch okay und dann soll jeder für sich entscheiden, wie und ob er sich schützen will. Aber das BAG und der Bundesrat (vor allem das BAG, wenn wir ehrlich sind), haben es geschafft, dass die Bevölkerung gar nicht mehr weiss wie es ist, ohne Maske im ÖV zu sitzen, sich zur Begrüssung die Hand zu geben, sich nicht nur mit 1,5 Metern Abstand zu begegnen, ohne komische Plexiglasscheiben überall zu leben. Ich wage fast zu behaupten, diese Dinge wurden der Bevölkerung indoktriniert.

Nun, warum hat das so vorzüglich geklappt? Weil die Leute Angst hatten. Das verstehe ich – wir wussten alle nicht, was uns da mit diesem Covid-19-Virus erwartet. Aber man hat diese Angst ausgenutzt. Den Moment abgepasst und die Menschen in eine Situation der subjektiven Sicherheit gedrängt. Ohne zu wissen, ob die Masken wirklich nützen. Ohne zu wissen, wo die meisten Ansteckungen tatsächlich passieren. Aber im Wissen, dass vor allem ältere und bereits vorerkrankte Menschen gefährdet sind und dann an die Solidarität aller anderen appelliert haben: „Ihr tragt die Maske nicht für euch, ihr tut das für eure Mitmenschen, für die Gesundheit der Gesellschaft.“ Oder übersetzt: Für das System. Merkt ihr etwas?

Es wird der Bevölkerung ein schlechtes Gewissen eingeredet. „Wenn ihr das nicht tut, sterben Menschen.“ Und wir tun es. Ohne uns im Klaren zu sein, warum eigentlich. Und nun bin ich wieder beim Anfang: Wir verlieren das Bewusstsein. Im Wörterbuch wird „Bewusstsein“ auch erklärt als: „Gesamtheit der Überzeugungen eines Menschen, die von ihm bewusst vertreten werden.“

Dieses Bewusstsein haben wir verloren. Der springende Punkt für mich ist „eines Menschen“ – es heisst nicht, eines Systems sondern „eines Menschen“. Doch wir verdrängen unser eigenes Bewusstsein und damit auch unser Bedürfnis nach Individualität, da wir inzwischen darauf getrimmt sind, alles für die anderen und für das System zu tun.

Klarer Bewusstseinsverlust

Ein Beispiel: Kürzlich wurde in der NZZ eine Kolumne publiziert, die zu Diskussionen anregte. Warum? Der Kolumnist hat es gewagt, die Frage zu stellen, was denn sei, wenn all die „Covidioten“ Recht behalten. Das Resultat: Der Artikel wurde x-tausend Mal angeklickt, geteilt und erntete viel Beifall. Nicht von Verschwörungstheoretikern (von denen ich übrigens auch nicht viel halte), sondern von Menschen, die einfach Fragen stellen – Fragen, die niemand beantworten kann oder will.

Doch heute dann wird bekannt: Es war die letzte Kolumne, die der Kolumnist, der doch immerhin sechs Jahre bei der NZZ war, für die Zeitung geschrieben hat. Man hat ihn geschasst. So etwas ist ungeheuerlich. Da schreibt ein Journalist im Auftrag einer der renommiertesten Zeitungen der Schweiz einen Text. Dieser wird von der Redaktion für gut befunden und publiziert und danach wird ihm gekündigt? Echt jetzt? Ich meine, da hat sich jemand bewusst dafür entschieden, den Text zu publizieren. Warum? Weil er neutral war, mit kritischen Fragen aber nicht ausschliesslich und weil genau da die Aufgabe der Medien ist: beide Seiten gleichermassen aufzuzeigen, Fakten darzulegen, zu hinterfragen, so dass sich der Leser seine eigene Meinung bilden kann. Guter Entscheid.

Schlechter Entscheid hat die NZZ offenbar einige Tage danach beschlossen. Warum? Das System akzeptiert solche Artikel nicht. Kritisch hinterfragen? Noch werden wir dafür nicht standesrechtlich erschossen…. aber dafür gekündigt. Und Schuld ist: das System.