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Warum ein Blog zu COVID-19?

CORONA, Covid-19, Sars-CoV-2 – egal wie wir es nennen, es ist in aller Munde. Damit verbunden auch Maskenpflicht, Hygienemassnahmen, Abstandregelungen, besondere Lage, ausserordentliche Lage, Lockdown und weiss der Teufel noch was alles.

Zurecht fragen Sie sich wahrscheinlich, warum ich ausgerechnet zu einem Thema schreibe, das sowieso von den Medien so hoch gespielt wird. Nun, ich kann ihnen zwei Dinge versprechen: Mir geht das monotone Corona-Gerede schrecklich auf den Zeiger und Sie werden hier kaum etwas lesen, was sie schon in den Medien gelesen haben.

«Nicht alles gesagt ist manchmal eben doch gelogen.»

Moni Bregy

Zuerst dachte ich ja selbst nicht, wie gross die Thematik für unser Land werden könnte. Irgendwann habe ich mich der Situation gefügt – doch die Massnahmen wurden teilweise so absurd, dass ich ihnen nicht mehr einfach nur noch blindlings folgen wollte – so wie ein Grossteil der Bevölkerung. Ich habe angefangen zu hinterfragen, zu recherchieren, die Zahlen des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) und des Bundesamtes für Statistik (BFS) auszugraben, diese Zahlen in Relationen zu setzen und wurde von Mal zu mal wütender.

Sars-CoV-2 ist keine 0815 Geschichte, dazu stehe ich. Doch es braucht auch nicht diese Massenpanik, die zurzeit verbreitet wird. Doch kein Medium, kein Journalist scheint sich die Mühe zu machen, die Situation, die Zahlen zu hinterfragen. Also mache ich es.

In den nachfolgenden Blogs können Sie meine Lageverfolgung verfolgen, Lesen, verstehen und sich anschliessend eine eigene Meinung zur Lage bilden. Ich will Sie nicht von meiner Meinung und Haltung überzeugen – ich wünsche mir lediglich, dass Sie sich Ihre Meinung aufgrund von umfassenden Informationen bilden können.

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Offener Brief an die Medienschaffenden der Schweiz

Geschätzte Journalistinnen und Journalisten
Werte Berufskolleginnen und -kollegen

Wenn ich jetzt diesen Brief beginnen würde mit dem Satz «bisher habe ich mich im Hintergrund gehalten», wäre das nicht ganz wahr und da ich für mich in den vergangenen 11 Monaten den Hashtag #nichtallesgesagtistmanchmalebendochgelogen etabliert habe, finde ich, sollte ich auch nicht nur die halbe Wahrheit sagen. Also: Ich habe mich etwas exponiert, ich habe gebloggt, kommentiert und meine Meinung zur Corona-Krise und den Umgang mit eben dieser kundgetan. Ich habe Fragen gestellt, recherchiert und publiziert. Allerdings nur im kleinen Rahmen. Warum habe ich das getan? Weil ich den Eindruck erhalten habe, dass Sie das, liebe Berufskolleg*innen nicht getan haben. Dennoch habe ich mich betreffend die Kritik an den Medien einigermassen zurückgehalten. Doch jetzt kann ich das schlicht nicht mehr. Daher wende ich mich in diesem offenen Brief an Sie alle. Und nein, ich habe nicht die Illusion, dass sich in Ihrer Einstellung von einer Minute auf die andere etwas komplett ändert. Ich will Sie auch nicht per se von meiner Einstellung und Meinung überzeugen. Ich wünschte mir lediglich, dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Zeilen zu lesen und sich vielleicht doch den einen oder anderen Gedanken dazu machen. 

Ich war knapp in der Primarschule, als ich eines Tages für mich beschlossen hatte, dass ich, wenn ich mal gross bin, «Zeitungen schreiben will». Zumindest habe ich das so meinen Eltern versucht glaubhaft zu machen. Ich konnte sehr früh lesen und schreiben, dafür kann ich zugegebenermassen bis heute nicht rechnen… Aber zurück zu meinem Entschluss: Ich wollte Zeitungen schreiben, also Journalistin werden. Warum hat mich dieser Beruf von Anfang an fasziniert? Abgesehen davon, dass ich schon immer unglaublich gerne gelesen und geschrieben habe, war ich von den Journalisten beeindruckt. In meiner kindlichen Naivität dachte ich nämlich, Journalisten wissen alles. Klar, sie schreiben über Themen und informieren die Leute (Leser), die von einem Thema nicht so viel Ahnung haben, sich aber dafür interessieren und mehr erfahren wollen. Journalisten waren für mich quasi allwissend. Das wollte ich auch sein.

Heute, viele Berufsjahre und ein Bachelorstudium später weiss ich: Auch die Journalisten wissen nicht alles. Hinter den Berichten in der Zeitung steht viel Arbeit. Journalisten wissen nicht alles, aber sie wissen, wo sie das Wissen herbekommen – wo sie recherchieren müssen. Recherche ist mit viel Aufwand verbunden. Je nach Thema oder Vorwissen des/der Schreibenden, braucht das viele Stunden an Fachlektüre, Internetrecherche, Interviews, etc… Ja, das ist Arbeit. Aber es ist eben auch die Chance, sich vertieft mit einem Thema auseinander zu setzen, mit welchem man sich vielleicht sonst nicht so intensiv befasst hätte. Es ist eine Horizonterweiterung. Und diese Horizonterweiterung sollten Journalisten dafür nutzen, ihre Leserschaft zu informieren. Möglichst umfassend und richtig. Dabei ist es (für mein Verständnis) nicht die Aufgabe der Medien, ihren Nutzern eine bestimmte Meinung aufzudrücken – vielmehr ist es doch ihre Aufgabe, die Nutzer dahingehend zu unterstützen, dass sie sich eine eigene, differenzierte Meinung bilden und diese auch entsprechend argumentieren können.

Die Medien tragen so zur Meinungsbildung bei. Nicht umsonst werden sie auch die vierte Gewalt genannt. Ist es nicht so, dass sie als diese auch eine Kritik- und Kontrollfunktion in der Gesellschaft wahrnehmen? Müssten sie hierfür nicht Missstände aufdecken, Gegebenheiten hinterfragen und Kritik üben? So wie es Anfang der 1970er Jahre auch die Washington-Post getan hat, als sie die sogenannten Pentagon-Papiere veröffentlicht hat. Obwohl die Papiere als Geheim klassifiziert waren, entschied der Oberste Gerichtshof mit 6:3 Stimmen für die Washington-Post und hob das ursprünglich ausgesprochene Veröffentlichungsverbot als «nicht verfassungsgemäss» auf. Das Geheimhaltungsinteresse des Staates müsse hinter dem Interesse der Öffentlichkeit und der Pressefreiheit zurückstehen. Ein Richter schrieb dazu:

«Nur eine freie, unbehindert agierende Presse kann wirksam Täuschungen durch die Regierung aufdecken. Und über allen Verantwortlichkeiten einer freien Presse steht die Pflicht, jeglichen Teil der Regierung daran zu hindern, die Menschen zu betrügen […].» 

In der Verfilmung dieser Geschehnisse («Die Verlegerin»), wird gegen Ende des Films, in der Urteilsbegründung ein Richter wie folgt zitiert: «Die Medien sind für die Regierten da, nicht für die Regierenden».

Mich hat nicht nur der Film, sondern vor allem dieser Satz beeindruckt. So sollte es sein. Die Medien sollten für das Volk da sein. Das Volk informieren. Ich spreche hier nicht einmal davon, aktiv die Regierung zu denunzieren, sondern lediglich davon, vollumfänglich zu informieren, mit allen den Medien zur Verfügung stehenden Mitteln. Dabei sollten die Medienschaffenden immer dem Leitsatz des englischen Schauspielers Sir Laurence Olivier folgen: «Gib immer dein Bestes. Mehr kannst du nicht, weniger darfst du nicht». 

Beobachte ich aber die Medien in der aktuellen Corona-Krise, dann habe ich ernsthaft das Gefühl, dass dieser Grundsatz mehr denn je verloren gegangen ist. Die Entwicklung der Medien ging schon vor Corona in die Richtung, dass man vor allem Stories und damit die Zeitung / den Sender / die Webseite verkaufen möchte. Reisserische Titel und Fotos sind heute mehr wert als Inhalt. Eine Entwicklung, die gerade mit der Digitalisierung der Medien wohl kaum aufzuhalten ist. Doch irgendwo steckt doch noch immer in jedem Journalisten der gewisse Berufsstolz, der ihn dazu treibt, die Welt zu verändern, etwas zu bewegen, Geschichten aufzudecken…. Oder etwa nicht?

Ich habe nicht das Gefühl. Um es vorneweg zu nehmen: Ich bin weder ein Verschwörungstheoretiker noch ein Coronaleugner. Ich bin lediglich eine kritische Bürgerin, die Sachen hinterfragt. Etwa wie der Staat mit dieser Krise umgeht. Ich stelle Fragen, die ich eigentlich erwarten würde, dass sie die Medien stellen:

  • «Ab dem 8. Februar gilt zudem für alle Einreisenden in die Schweiz, dass sie einen negativen Test vorweisen müssen, der nicht älter als 72 Stunden ist.»
    • Gilt das auch für Schweizer Bürger? Kann man einem Schweizer Bürger die Einreise in seine Heimat wirklich verweigern?
  • «3,6 Prozent der Bevölkerung sind geimpft.»
    • Ist es nicht vielmehr so, dass 3,6 Prozent der Bevölkerung bereits die erste Spritze erhalten haben? Oder gilt man auch schon mit der ersten Dosis als «geimpft» obwohl man gemäss Wissenschaft noch keine 50% Schutz gegen Corona erreicht hat? Und inwiefern ist diese Zahl, wenn sie nur diejenigen Betrifft, welche die 1. Spritze erhalten haben, aussagekräftig?
  • Frage: Müssen Autofahrer, die in die Schweiz einreisen, ebenfalls einen negativen Test vorweisen?
    «Wenn sie aus einem Risikogebiet kommen, ja», sagt Berset.
    • Wie genau gedenkt der Bund das zu kontrollieren? Werden die Kontrollen an den Grenzen verschärft? Hat die EZV diese Kapazitäten überhaupt? Muss die Armee wieder zur Unterstützung beigezogen werden?
  • «Die Fallzahlen sinken zu langsam.»
    • Ist es nicht möglich, dass die Fallzahlen zwar langsamer, dafür aber nachhaltiger sinken als noch im Frühjahr 2020?
  • «Eine Anordnung des Kantons ist strafbewehrt. Sprich: Es droht eine Strafe, wenn sich eine Person nicht an die Anordnung des Kantons hält», sagt Gerber. «In Einrichtungen müsste es sich um den Schutz der Arbeitnehmenden handeln, aber es kommt sehr auf die Art und das Umfeld der Aktivität an.»
    • Heisst das also, dass Menschen, die zum Beispiel einen Corona-Test im Rahmen von Massentests verweigern, dazu gezwungen werden können? Wie rechtfertigt der Bundesrat einen solchen Eingriff in die Privatsphäre insbesondere bei symptomfreien Bürgern? Gilt das nicht als Körperverletzung, wenn man gegen seinen Willen getestet oder geimpft wird?
  • Der Bundesrat klassifiziert Corona-Unterlagen seit dem Frühjahr 2021 als «Geheim»
    • Hat der Bundesrat etwas zu verbergen? Fehlen dem Bundesrat die Argumente für den Fall, dass Fragen kommen würden?
  • Wenn BR Berset an der Medienkonferenz vom 27.01.2021 offensichtlich nicht weiss, was er in seiner Verordnung unterschrieben hat und seinen Berater zu Hilfe ziehen muss:
    • Herr Bundesrat, kennen Sie den Inhalt der von Ihnen unterschriebenen Verordnungen?
      • In einer normalen Lage hätte man einen Bundesrat, der vor versammelter Pressekonferenz so agiert, in der Luft zerrissen, warum jetzt nicht?
  • Die Fallzahlen sind immer noch zu hoch
    • Ja klar, mit den Massentests steigen die absoluten Fallzahlen, die Positivitätsrate sinkt aber kontinuierlich, warum werten Sie das nicht als positives Zeichen?
  • Es muss mehr getestet und der Anreiz, Tests zu machen, erhöht werden
    • Versuchen Sie damit die Fallzahlen künstlich hoch zu halten?
  • Die Zahl der Virusmutationen verdoppelt sich im Moment wöchentlich
    • Dennoch sinkt die Positivtätsrate kontinuierlich, heisst das nicht auch, dass das mutierte Virus nicht ganz so ansteckend ist, wie man uns glauben machen will?
  • Der R-Wert steigt wieder über 1
    • Kann jemand detailliert erklären, wie der R-Wert zustande kommt? Denn obwohl vor 10 Tagen der R-Wert wieder über 1 gestiegen sein soll, sinkt die Positivitätsrate kontinuierlich. Wie ist das möglich?

Und für mich die wichtigste Frage von allen:

Geschätzter Bundesrat, warum knechten Sie das Volk seit bald einem Jahr nur mit negativen Aussagen, Pessimissmus und Massnahmen, statt dem Volk in dieser Situation Mut zu machen, mit dem Volk in eine bessere Zukunft zu blicken?

Doch nichts Dergleichen passiert. Woche für Woche sitzen Medienvertreter in diesen Pressekonferenzen und stellen Fragen, von denen man den Eindruck bekommt, sie seien ihnen vorgegeben worden. Es geht nur darum alles zu bestätigen was vom Bundesrat kommt und oft sogar darum, ohne zu hinterfragen die Haltung des Bundesrates nicht nur zu bestärken, sondern indirekt noch härtere Massnahmen zu fordern und dies völlig unkritisch.

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin (FDP) hat im Buch «Starke Worte» (Barabara Lukesch und Balz Spörri) gesagt:

«Kinder haben viele Fragen. Später nehmen die Fragen ab. Man kann problemlos durchs Leben gehen, ohne Fragen zu stellen. Für viele Leute ist das bequemer. Es beruhigt sie, wenn sie immer genau wissen, was sie zu denken haben. Wenn sie nur wiederholen müssen, was andere schon gesagt haben oder was in der Zeitung steht. Doch das ist sehr schade. Menschen, die keine Fragen haben, sind sich immer absolut sicher. Doch im Grunde genommen sind sie dumm und tot.»

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin (FDP)

Ist der Journalismus, der wahre, ehrliche Journalismus auch tot? Warum sind Sie Journalist geworden? Haben Sie sich das kürzlich mal wieder selber gefragt? Haben Sie eine Antwort darauf? Sind es die Privilegien, die man als Journalist geniesst? Ist es das Ansehen, bzw. der eigene Name, der in einer Zeitung steht? Ist es die Tatsache, dass man Prominente treffen kann? Dass man ins Ausland reisen kann? Sein Gesicht im Fernsehen präsentieren kann? Ist es der Lohn? Was ist es, was Sie damals dazu bewogen hat diesen Beruf, der vielmehr Berufung ist, zu ergreifen?

Wollten Sie nicht die Welt verändern? Haben Sie nicht davon geträumt, Missstände aufzudecken? Aufklärung zu betreiben? Haben Sie sich nicht vielleicht sogar geschworen «ich wetts denn besser mache»? Und? Machen Sie es besser? Sind Sie sicher? Und hier beginnt das Hinterfragen. Hinterfragen Sie sich, Ihre Rolle als Journalist und als Bürger in unserer Gesellschaft. Hinterfragen Sie unser System – nicht im Bösen, sondern zur Aufklärung. Zur Aufklärung der Bürger, die ein Recht darauf haben, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Die sich auf Sie verlassen. 

Barbara Thomass schreibt in ihrem Konzept der journalistischen Ethik: 

«Journalismus produziert Darstellungen über aktuelle Themen. Dabei erwarten Rezipienten von Journalisten die Zutreffendheit der berichteten Ereignisse, wahrhaftige und umfassende Informationen, das ‘ganze’ Bild, die Richtigkeit der Fakten – dies alles unbenommen des Phänomens, dass sich Rezipienten in ihrer Meinung bestätigt sehen wollen und deshalb ums o eher Informationen aufnehmen, die in Übereinstimmung mit ihren Erwartungen sind. Auf der Erfüllung dieser Erwartungen basiert die Glaubwürdigkeit des Journalismus. Die Wahrung der Glaubwürdigkeit rechtfertigt die Privilegien in der Ausübung des Berufes und liegt der Funktionsfähigkeit des Journalismus als Beobachtungssystem der Gesellschaft zugrunde.»

Barbara Thomass

Und ich komme zu meinem kindlichen Bild des allwissenden Journalisten zurück: Sie sind die Allwissenden, diejenigen, welche die Macht haben, dem Volk die Informationen zu geben, die es braucht, um sich eine eigene Meinung bilden zu können und Sie sind es auch, die die Macht haben, eben diesem Volk die Stimme zu geben, die es braucht, um gehört zu werden.

Denken Sie stets daran: Die Medien sind für die Regierten da, nicht für die Regierenden.

Ich hoffe sehr, Sie mit meinen Zeilen zum Nachdenken angeregt zu haben und dass Sie, angespornt durch meine Worte, anfangen sich selber und Ihre Rolle in unserer Gesellschaft zu reflektieren.

Die Menschen zählen auf Sie – enttäuschen Sie sie nicht.

Freundliche Grüsse

Moni Bregy

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Übersterblichkeit: “ Ja aber…“

Liebe Leser, gerne möchte ich heute über die Übersterblichkeit sprechen. Es ist nicht das erste Mal, dass ich das thematisiere (hier geht es zum letzten Bericht). Grund dafür ist die Tatsache, dass vor allem mit dieser Übersterblichkeit in der Bevölkerung Angst geschürt wird. Wenn man auf das Jahr 2020 zurückblickt gibt es zwei Themen: Covid-19 und die unglaubliche Übersterblichkeit, verglichen mit anderen Jahren. Und meist werden diese Diskussionen geführt, ohne sich wirklich mit der Thematik auseinandergesetzt zu haben.

Man liest in den Medien das, was die sogenannten unabhängigen (vom Bund bezahlten) Experten sagen und zu wissen glauben. Hier etwa bei SRF, Swissinfo, Tagesanzeiger, Toponline, 20Min oder beim Blick.

Gemäss der Handelszeitung verlieren die Kritiker mit dem Nachweis der Übersterblichkeit ihr wichtigstes Argument.

Hier müssen wir wiedermal etwas differenzieren. Die Handelszeitung schreibt „Kritiker“ und wirft damit Skeptiker, Leugner und Verschwörungstheoretiker in einen Topf. Mir gefällt das nicht (Corona-Skeptiker vs. Verschwörungstheoretiker). Von Leugnern und Verschwörungstheoretikern halte ich persönlich nichts. Aber Skeptiker bin ich selber auch. Allerdings nicht im Bezug auf die Existenz von Covid-19, sondern im Bezug auf den Umgang damit und somit auch betreffend die Massnahmen.

Wie dramatisch ist die Übersterblichkeit?

Es geht nicht darum zu behaupten, es seien nicht mehr Menschen gestorben im 2020 als in vorangehenden Jahren, sondern es geht darum, die Dinge in Relation zu setzen. Zu vergleichen. Ich habe während des vergangenen Jahres die Zahlen immer wieder geplottet und verglichen und bin zum Schluss gekommen, dass Corona nur für die Generation 65+ wirklich ein Problem darstellt. Denn vergleicht man die Sterblichkeiten der Generationen 0-64, ist schlicht kein „Coronapeak“ zu sehen (Sterben 2020 wirklich mehr Menschen in der Schweiz? / Moral und Ethik vs. Ratio).

Jetzt wo die Sterberaten des ganzen Jahres 2020, also von KW 01 bis und mit KW 53 veröffentlicht sind (hier kann man sie sich ansehen), kann man die totalen Zahlen der Jahre 2015-2020 vergleichen. Und das habe ich gemacht, weil es mich interessiert hat, wie es am Schluss wirklich aussieht. Ich habe hierfür die unter dem vorhergehenden Link publizierte Liste (Stand 16.01.2021) genommen, als erstes die Gesamtzahlen ausgerechnet (Liste) und anschliessend diese Zahlen geplottet. Das ist mein Resultat:

Die hier publizierten, absoluten Zahlen berücksichtigen das Bevölkerungswachstum der Schweiz von rund 3.5 Prozent von 2015-2019 nicht – die Bevölkerungszahlen 2020 sind noch nicht publik.

Hier ersichtlich ist die Tatsache, dass im Jahr 2020 8346 Menschen mehr gestorben sind, als etwa im Jahr 2019. Betrachtet man die Sterberate nach Alterskategorien (siehe weiter unten), dann erkennt man aber auch, dass von diesen 8346 Menschen, 8137 Menschen den Alterskategorien 65-79 und 80+ und davon wiederum 6706 Personen der Alterskategorie 80+ angehörten. Prozentual bedeutet das, dass 97.5 Prozent der an/mit Covid verstorbenen Personen älter als 65 waren – mehrheitlich sogar älter als 80.

Und so sieht die Statistik für die beiden eben erwähnten Altersklassen aus:

Die hier publizierten, absoluten Zahlen berücksichtigen das Bevölkerungswachstum der Schweiz von rund 3.5 Prozent von 2015-2019 nicht – die Bevölkerungszahlen 2020 sind noch nicht publik.
Die hier publizierten, absoluten Zahlen berücksichtigen das Bevölkerungswachstum der Schweiz von rund 3.5 Prozent von 2015-2019 nicht – die Bevölkerungszahlen 2020 sind noch nicht publik.

Wir sind uns also einig: Es starben überdurchschnittlich viele Menschen im Alter über 65. Woran, das geht aus dieser Statistik nicht hervor, denn sie umfasst alle Todesfälle: natürlich, Krankheit (inkl. Corona), Altersschwäche, Suizid, Unfall, etc… Also auch diese älteren Menschen, die an der Isolation seelisch zerbrachen und sich innerlich aufgegeben haben.

Betrachtet man die Alterskategorien 0-19, 20-39 und 40-64, fällt auf, dass keine Übersterblichkeit vorhanden ist, sondern dass das Jahr 2020 sich einreiht in die vorangegangenen Jahre mit den üblichen Schwankungen:

Die hier publizierten, absoluten Zahlen berücksichtigen das Bevölkerungswachstum der Schweiz von rund 3.5 Prozent von 2015-2019 nicht – die Bevölkerungszahlen 2020 sind noch nicht publik.
Die hier publizierten, absoluten Zahlen berücksichtigen das Bevölkerungswachstum der Schweiz von rund 3.5 Prozent von 2015-2019 nicht – die Bevölkerungszahlen 2020 sind noch nicht publik.
Die hier publizierten, absoluten Zahlen berücksichtigen das Bevölkerungswachstum der Schweiz von rund 3.5 Prozent von 2015-2019 nicht – die Bevölkerungszahlen 2020 sind noch nicht publik.

Und darum hinkt für mich die Aussage, dass mit der erwiesenen Übersterblichkeit das Argument der Skeptiker weg bricht.

Ich persönlich sehe mich in den Ergebnissen der Zahlen übers ganze Jahr, bestätigt in den Ergebnissen, die ich während des Jahres erzielt habe. Und es bestärkt mich in meiner Haltung dahingehend, dass es keinen allgemeinen Lockdown braucht, kein Kontaktverbot für die ganze Bevölkerung, keine Schliessung der Läden und Restaurants, genauso wenig wie eine allgemeine Maskenpflicht.

Es braucht kreative Lösungen, wie die Vulnerabelsten unserer Gesellschaft geschützt werden können. Aufklärung, Schutzkonzepte in Heimen ohne die Bewohner einzusperren oder von ihren Familien zu separieren.

Ich hoffe, dass sich manch einer die Zahlen anschaut, sich seine Gedanken dazu und zur Verhältnismässigkeit der vom Bundesrat auferlegten Massnahmen macht.

Ich hoffe aber auch, dass die Zahlen, wie sie hier stehen aufzeigen, dass die Panikmache der Taskforce, die nota bene lediglich ein Beratergremium darstellt, in keinster Weise gerechtfertigt ist.

Überlegen wir uns gut, wen wir am 22. Oktober 2023 als unsere Volksvertreter nach Bern wählen…

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Corona-Skeptiker vs. Verschwörungstheoretiker

Einfach damit wir mal darüber gesprochen haben:

Gemäss einem heutigen Bericht von 20 Minuten hat der durchschnittliche Verschwörungstheoretiker einen tiefen sozioökonomischen Status. Das heisst er ist wenig gebildet und gehört der unteren gesellschaftlichen Schicht an. Das behauptet zumindest Marko Kovic, Experte für Verschwörungstheorien.

Er selber ist übrigens unter Anderem Mitbegründer der „Skeptiker Schweiz“ und hat diese Vereinigung sogar einst präsidiert.

Bereits früher hat das Forschungsprojekt „Politische Soziologie der Corona-Proteste“ an der Universität Basel herausgefunden, dass das Durchschnittsalter von Corona-Skeptikern bei 48 liegt. Ein Drittel hat eine Matura und/oder einen Studienabschluss. Die meisten stammen gemäss der Studie aus der Mittelschicht und auffällig viele seien Selbstständig. Dies berichtet unter Anderem TeleBasel.


Mal abgesehen davon, dass ich persönlich viel lieber von „Massnahmen-Kritikern“ als von Corona-Skeptikern spreche, erscheint mir die Erklärung der Universität Basel recht logisch.

Das Durchschnittsalter ist relativ hoch: Klar, die Leute haben zu einem Drittel auch einen Hochschulabschluss – entsprechend lange dauerte ihre Ausbildung, entsprechend haben sie heute ein gewisses Alter. Wer einen Hochschulabschluss hat, wer studiert hat oder zumindest eine Matura gemacht hat, hat gelernt, selbstständig zu denken, seinen eigenen Verstand zu gebrauchen. Aber er/sie hat vor allem auch gelernt, Fragen zu stellen. Nicht einfach alles blind zu glauben, sondern zu hinterfragen. Zu analysieren, zu argumentieren, zu recherchieren… Da wundert es mich nicht, dass sie skeptisch sind.

Auch dass viele selbstständig sind, überrascht mich nicht. Gerade diesen Unternehmern gehen die Massnahmen des Bundesrats ans Lebendige. Existenzen sind bedroht. Natürlich stellen diese Menschen Fragen.

Es zeigt mir aber gleichzeitig auch, dass ein Corona-Skeptiker (bzw. Massnahmen-Kritiker) nicht gleich Verschwörungstheoretiker ist. Dennoch werden beide häufig in einen Topf geworfen.

Ich persönlich halte auch nichts von Verschwörungstheorien. Aber ich finde es wichtig, Fragen zu stellen und die aktuelle Situation zu analysieren. Mit Verschwörung hat das nichts zu tun. Im Gegenteil. Wir sind als mündige Bürger dazu verpflichtet, Fragen zu stellen. Das Problem ist einfach, dass die Politik nicht unterscheidet und daher die „Skeptiker“ nicht ernst nimmt. Dabei lebt unsere Demokratie genau von diesen fragenstellenden Skeptikern.

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Moral und Ethik vs. Ratio

Meine Lieben, ich habe über die Festtage eine kleine Schreibpause eingelegt – wenigstens so halbwegs, denn ich habe meine Plattform fleissig gefüttert, da ich verdankenswerter Weise einige interessante Einsendungen erhalten habe.

Ganz untätig war ich dann aber doch nicht. Ich habe mich mal mit der vielzitierten Übersterblichkeit in der Schweiz beschäftigt, die vor allem durch die zweite Welle ausgelöst worden sein soll.

Ich möchte hier vorweg nehmen, dass es mir sehr wohl bewusst ist, dass ich mich mit dieser Thematik auf eine Gratwanderung begebe. Eine Gratwanderung zwischen Moral, Ethik und Verstand. Auch wenn es ein sehr schwieriges Thema ist, bin ich der Überzeugung, dass man darüber reden muss. Denn ich bin auch überzeugt, dass sich viele Leute darüber Gedanken machen, sich aber nicht trauen es auszusprechen.

Darüber zu sprechen ist wichtig, ist gut – allerdings immer unter Wahrung des Respekts vor den Mitmenschen, den Betroffenen und den eigenen Moralvorstellungen.

Ich habe die Sterberaten (total) des Bundesamtes für Statistik (BfS) genommen. Es handelt sich hierbei um die offiziellen Zahlen, die vom Bund veröffentlicht werden und als Grundlage dienen (sollten) für alle, die darüber schreiben – denn es sind die einzigen offiziellen Zahlen, die wir haben.

Die Zahlen habe ich übrigens von hier. Die xls-Datei vom 30.12.2020 könnt ihr euch hier anschauen.

Ich habe die Jahre 2015-2020 und die Kalenderwochen (KW) 01-51 miteinander verglichen – das sind die Wochen, die am 30.12.2020 bereits publiziert waren.

Die Zahlen sind absolut und sie beinhalten alle Todesfälle, an oder mit Covid-19 aber auch alle anderen Todesfälle. Mir ist klar, dass Statistiken immer Raum für Interpretation lassen. Daher zeige ich Euch auf, woher ich die Daten habe, präsentiere Euch meine geplotteten Daten und meine persönliche Interpretation dazu.

Was ich mir wünsche ist lediglich, dass ihr es Euch anschaut, meine Interpretation dazu lest und versucht, mit eurem eigenen Verstand eure eigene Meinung dazu zu bilden. Es geht hier nicht um richtig oder falsch, schwarz oder weiss – schon gar nicht bei einem so sensiblen Thema. Es geht darum, sich Gedanken darüber und über die Konsequenzen und deren Verhältnismässigkeit zu machen. Also, legen wir los.

Totale Sterberate über alle Altersklassen

Als erstes habe ich die totale Zahl der in der Schweiz Verstorbenen angeschaut. Das ist auch jene Statistik, die in den Medien gerne gezeigt wird. Etwa auf Swissinfo, oder auf 24heures, auf SRF oder dem Tagesanzeiger um nur einige Beispiele zu nennen. Ihr werdet auch gleich sehen warum.

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In dieser Grafik sehen wir Anfang des Jahres 2015 einen deutlichen Ausschlag. Es handelt sich dabei um eine starke Grippewelle. Diese zeigt sich auch im Sommer, wo ebenfalls ein Peak zu sehen ist. Ein ebenfalls klar erkennbarer Peak, der etwas früher seinen Höhepunkt erreichte, sehen wir 2017. Ebenfalls ein Jahr mit einer sehr starken Grippewelle.

Und dann schlagen zwei Peaks obenaus im Jahr 2020. Es handelt sich um das Pandemiejahr mit Covid-19. Während der Peak im Frühjahr nur marginal höher war als in den beiden Grippejahren, ist der Peak im Herbst/Winter deutlich erhöht. Die Untersterblichkeit während den Sommermonaten vermochte die minimale Übersterblichkeit des Frühjahrs (wir sprechen hier von +/- 20 Personen) auszugleichen. Anders sieht es mit der zweiten Welle aus. Möchte man meinen.

Das ist aber die totale Anzahl der Verstorbenen. Nicht aufgeschlüsselt nach Alter. Denn wenn wir das tun würden, sähe alles etwas anders aus.

Sterberate der Personen im Alter zwischen 0-9 Jahren

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In dieser Grafik sehen wir – nichts. Ja sie ist eigentlich komplett unlesbar und das Pandemiejahr 2020 geht im Rauschen der anderen Jahre komplett unter. Und wenn auch in den ersten Wochen ein Peak 2020 erkennbar ist, vermag die Untersterblichket in den restlichen Monaten die Gesamtzahl wieder ausgleichen und der Peak Ende 2015 ist deutlich höher als der höchste Peak 2020.

Bisher ist von einem Kind (Säugling) bekannt, dass es im Zusammenhang mit dem Coronavirus verstorben ist – obwohl sich hier auch die Kantonsärztin nicht auf die Äste hinaus lässt, ob die Todesursache nicht doch neurologischer Art war. Sicher sei nur, dass der Säugling positiv auf das Virus getestet worden war. Lest den Bericht hier im „Bote der Urschweiz“.

Und der 29-Jährige, der über die Feiertage seiner Corona-Erkrankung erlegen ist? Entwarnung. Sogar der Kanton Zürich stellt klar: „Aufgrund des ärztlichen Befundes kann jedoch ausgeschlossen werden, dass Covid die Todesursache war.“ Und gleich einen Satz später heisst es, man könne aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes nichts weiter zur Todesursache sagen. Ich persönlich finde es ja schon interessant, wie wenig Bedeutung der Persönlichkeitsschutz im Zusammenhang mit Corona hat. Wie hemmungslos auf Intensivstationen gefilmt und fotografiert (NZZ, SRF, Blick) und zeitweise sogar Plakate (Bahnhof Lenzburg) daraus gemacht werden. Aber wenn es dann doch nicht Corona war, dann, ja dann kommt der Persönlichkeitsschutz wieder. Übrigens belässt das BAG den Verstorbenen auf seiner Liste der Corona-Toten, mit der Begründung, dass sie nicht wissen, woran er gestorben ist (Quelle). Und das, obwohl der Kanton Zürich Corona als Todesursache klar ausschliesst!

Was ich persönlich in der obigen Grafik sehe ist nichts. Nichts Besonderes und schon gar nichts Besorgniserregendes. Freuen wir uns darüber und gehen einen Schritt weiter.

Sterberate der Personen im Alter zwischen 20-39 Jahren

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Auf den ersten Blick ersichtlich in dieser Grafik ist, dass die Kurven per se schon auf einem höheren Niveau starten. Dieses Niveau erhöht sich natürlich mit dem Alter, denn je älter die Menschen sind, desto eher sterben sie. Das ist die Natur. Aber auch hier verschwindet das Pandemiejahr 2020 total im Rauschen der vorangegangenen Jahre. Peaks die wir hier sehen sind aus den Jahren 2018 (grün), 2015 (gelb), 2019 (rot) und 2017 (lila). Auch hier befinden wir uns also absolut im Schnitt der vorangegangenen Jahre. Von einer deutlichen Übersterblichkeit sind wir meilenweit entfernt.

Ich möchte an dieser Stelle nochmals betonen, dass jeder Tote, egal welchen Alters, einer zu viel ist. Und hinter jedem gestorbenen Menschen steht eine Geschichte und eine Familie. Aber sterben ist immer tragisch, ist immer traurig – ungeachtet der Todesursache.

Gehen wir nun zur nächst höheren Altersklasse.

Sterberate der Personen im Alter zwischen 40-64 Jahren

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So, was hier sehr deutlich wird, ist die Grundzahl der verstorbenen Personen. Das Gesamtniveau ist deutlich höher. Doch wir suchen vergebens nach dem Pandemiejahr 2020. Die Peaks, die als erstes ins Auge stechen haben die Farben gelb (2015), grün (2018), lila (2017) und an einer Stelle eventuell noch rot (2019). Die beiden 2020-Peaks die wir sofort sehen, schlagen nach unten aus. Nämlich zwischen den KW 18 und 19 sowie um die KW 38.

Nach der massiven Übersterblichkeit 2020 suchen wir also auch hier vergebens.

Probieren wir es mit der nächst höheren Altersklasse.

Sterberate der Personen im Alter zwischen 65 und 79 Jahren

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So, und jetzt sehen wir zum allerersten Mal den deutlichen Ausschlag. Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst. Hier sind tatsächlich deutlich mehr Menschen verstorben als in den Vorjahren. Ob nun wirklich immer
Covid-19 die abschliessende Todesursache war, wissen wahrscheinlich nicht einmal die Ärzte zu 100%. Aber hier sind Personen wohl an oder mit Covid-19 verstorben und das in deutlich höherer Zahl als sonst – und das vermag auch die Untersterblichkeit der Sommermonate nicht mehr ganz auszugleichen.

Wir können es nicht leugnen. Hier sind mehr Menschen gestorben. Für mich ist das ein Zeichen dafür, dass die Risikogruppe (ohne Vorerkrankungen) im Alter von 65 Jahren beginnt. Wenn man bedenkt, dass knapp 80% der Todesfälle der Altersgruppe 80+ zugeordnet werden können (Quelle), kann man sich auch ausrechnen in welchem Altersbereich sich die Opfer der Altersklasse 65-79 befinden. Aber ja, hier scheint Handlungsbedarf zu sein.

Schauen wir auf die letze Alterskategorie:

Sterberate der Personen im Alter 80+

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Diese Statistik sieht nochmals ganz anders aus. Das Rauschen wird deutlich kleiner, wir sehen klar die Grippebedingten Peaks im Frühjahr und den riesigen Peak im Herbst. Und ja, das ist coronabedingt. Auch hier ist nicht ganz klar ob an oder mit Corona gestorben wurde. Klar ist: es sind deutlich mehr Menschen gestorben als in anderen Jahren. Corona scheint besonders in dieser Altersklasse problematisch zu sein.

Diese Erkenntnis deckt sich übrigens auch mit der Wochenübersicht des BAG. Diese besagt nämlich, dass das Medianalter der insgesamt seit KW 24 verstorbenen Personen bei 86 Jahren liegt.

Hier geht es zum entsprechenden Wochenbericht.

Was heisst Medianalter? Wenn man vom Medianalter spricht, meint man das Alter einer Gruppe, welches von maximal 50% der Gruppenmitglieder unter- oder überschritten wird. Also eigentlich das Durchschnittsalter. Hier geht es zur detaillierten Erklärung.

Also, ich gehe davon aus, dass wir uns bis hier einigermassen einig sind, was die Faktenlage anbelangt. Erst ab Alter 65+ ist eine Übersterblichkeit erkennbar und diese betrifft insbesondere Personen im Alter 80+, nämlich fast 80% der totalen Verstorbenen.

Angesichts dessen, dass die durchschnittliche Lebenserwartung bei der Geburt für Männer bei etwa 81 und bei Frauen bei etwa 86 Jahren (2019) liegt, haben also die meisten der Verstorbenen ihre Lebenserwartung erreicht.

Und jetzt höre ich die Aufschreie schon….. Ich habe einleitend gesagt, dass diese Thematik eine Gratwanderung wird. Und jetzt kommen wir genau an den Punkt, wo sich unsere Ratio von unserer Moralvorstellung trennt:

Unser Verstand sieht und sagt: „Rund 80% der Menschen in der Schweiz, die an oder mit Corona verstorben sind, haben ein langes, erfülltes Leben gehabt. Sie hatten die Chance zu leben. Sie sind in einem Alter gestorben, in welchem man sowieso jeden Tag damit rechnen muss, dass die Menschen von uns gehen.“

Unsere Moralvorstellung wiederum lässt es nicht zu, dass Menschen sterben. Wir wollen diese Menschen schützen, sie möglichst lange am Leben erhalten, sie nicht von uns gehen lassen – weil es weh tut. Weil wir sie vermissen werden.

Aber ganz ehrlich, und das sage ich als Tochter eines Vaters mit Jahrgang 1937, wenn der betroffene Mensch von uns geht, ist es dann nicht völlig egal warum? Ob ihm eine Kokosnuss auf den Kopf fällt, er dem Krebs erliegt, ein Herzversagen erleidet oder Corona hat…. es ist der Mensch der weg ist. Warum auch immer. Das spielt mir persönlich überhaupt keine Rolle. Ich weiss, dass ich in diesem Alter damit rechnen muss, dass der Mensch geht – daher spielt der Grund aus meiner Sicht eine untergeordnete Rolle.

Anders natürlich bei der jüngeren Generation. Es ist nicht natürlich, jung zu sterben, damit rechnen wir nicht. Daher ist der Grund viel bedeutungsvoller. Hat der Mensch suizid begangen, war er krank, was für eine Krankheit hatte er, war es ein Unfall, etc….?

Besonders fällt einem das dann auf, wenn man sich mal mit den Todesanzeigen in den Zeitungen beschäftigt. Sehen wir ältere Menschen, überlesen wir die Todesursache meistens. In der Regel steht dort sowieso „ist nach einem erfüllten Leben friedlich eingeschlafen“. Es interessiert uns einfach nicht. „Alter Mensch, stirbt. Ist normal.“

Sehen wir aber Todesanzeigen von jüngeren Menschen, lesen wir sie, wollen wissen, was passiert ist. Wenn kein Grund steht, fangen wir an zu spekulieren, was könnte der Grund gewesen sein? War er/sie krank? Hatte er/sie einen Unfall? Meist lassen wir uns noch zu einem „Er/sie hatte noch sein/ihr ganzes Leben vor sich“ hinreissen.

Konsequenzen

Kommen wir nun zu den Konsequenzen. Da ich der dezidierten Meinung bin, dass ältere Personen, die kurz davor sind, ihre Lebenserwartung zu erreichen oder sie schon überschritten haben, nicht weniger Recht auf Schutz vor einer solchen Pandemie haben, nur weil sie schon alt sind, finde ich, braucht es einen Mittelweg.

Ich finde es richtig, dass bei der Impfstrategie zuerst die Risikogruppen (ältere Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen) geimpft werden sollen (wenn sie es wollen). Ich finde es richtig, dass man ältere Menschen darauf hinweist, welche Gefahren der Virus für sie birgt und ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu schützen (Schutz- und Hygienemassnahmen).

Ich finde es aber höchst verwerflich, aufgrund einer so eng gefassten Hochrisikogruppe die ganze Schweizer Bevölkerung zu bestrafen. Man nimmt den Menschen zwischen 0 und 79 (bzw 65) Jahren sämtliche Freiheiten. Man sperrt sie ein, zwingt ihnen Gesichtsverhüllung auf, lässt sie nicht mehr zu Freizeitaktivitäten zu (Kino, Disco, Sport, Konzerte), Traditionen werden mit den Füssen getreten (Fasnacht, Tschäggättä, etc…). Familien und Freunden werden Treffen verboten oder nur eingeschränkt erlaubt. Restaurants werden geschlossen, völlig ungeachtet dessen, wie viele Existenzen dabei draufgehen.

Zwischenmenschliche Kontakte werden minimiert, jeder Mensch als potenzieller Todesbringer vorverurteilt. Dabei ist die Mehrheit der Schweizer Bevölkerung gar nicht so gefährdet. Stirbt nicht. Nicht an Corona. Für mich ist das total unverhältnismässig.

Ich bin der Überzeugung, dass jeder selber entscheiden soll ob und wie er sich schützen möchte. Über alle Altersklassen hinweg. Auch die Risikogruppe 80+ (bzw. 65+). Man soll diese Menschen aber vermehrt auf die Gefahren aufmerksam machen. Wenn sie jedoch ihre Familien und Freunde treffen wollen, sollen sie das tun dürfen, ohne Einschränkungen, ohne Abstand, ohne Plexiglasscheibe dazwischen. Ich möchte nicht wissen, in wie vielen Alters- und Pflegeheimen die älteren Menschen an Vereinsamung gestorben sind – einfach, weil sie nicht mehr leben wollten. Nicht unter diesen Bedingungen. Getrennt von ihren Liebsten.

Die Universallösung habe ich auch nicht parat. Das braucht viel Arbeit und verlangt ein Maximum an Kreativität. Aber ich bin sicher, dass das was wir jetzt haben, keine Lösung ist. Insbesondere nicht, nachdem wir die Impfung haben.

Liebe Regierung, lasst uns unser Leben leben – es ist kurz genug. Macht es bitte wieder lebenswert.

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Föderalismus vs. Zentralismus und warum die CH beides ad absurdum führt

Die Schweiz ist ein föderalistisch organisierter Staat. Was heisst das?

In der Schweiz sind die Kompetenzen nach dem Subidiaritätsprinzip auf Bund Kantone und Gemeinden aufgeteilt. Dabei übernimmt der Bund nur die Aufgaben, welche die Kraft der Kantone übersteigen oder einer einheitlichen Regelung durch den Bund bedürfen.

Dabei fallen einzig jene Geschäfte in die Zuständigkeit der Eidgenossenschaft, also des Bundes, welche ihr von der Bundesverfassung ausdrücklich übertragen werden. Alle anderen Angelegenheiten wie etwa die Schulen, die Spitäler oder die Polizei obliegen den Kantonen, die damit über eine bedeutende Autonomie verfügen. (Quelle: EDA / Swissinfo)

Nachdem der Bundesrat die Aussersordentliche Lage im Juni 2020 beendet hatte, gab er die Mehrheit der Kompetenzen zurück an die Kantone. Während der ausserordentlichen Lage „hatte der Bundesrat quasi einen Freipass um alles zu tun und zu lassen, was notwendig und verhältnismässig ist. So konnte das Siebnergremium ohne Einbezug des Parlaments ab Mitte März extrem schnell Entscheide fällen […]“. (Zitat: NZZ)

„Nach Beendigung der ausserordentlichen Lage liegt die Hauptverantwortung für die Verhinderung und Bekämpfung eines Wiederanstiegs der COVID-19-Fälle bei den Kantonen“. (Quelle: EDI)
In derselben Mitteilung wird auch festgehalten, dass Massnahmen auf Bundesebene weiterhin möglich seien und dass Bund und Kantone in engem Kontakt stehen.

So sieht es auch das umstrittene Covid-19-Gesetz vor, gegen welches übrigens das Referendum zustande gekommen ist: „Er bezieht die Kantone und die Dachverbände der Sozialpartner bei der Erarbeitung von Massnahmen ein, die ihre Zuständigkeit betreffen.“ (818.12, Art.1, Abs. 4)

Weiter gehört es im Föderalismus nach Subsidiaritätsprinzip dazu, dass „wenn eine Aufgabe die Kraft der Kantone übermässig strapaziert, sollten diese dabei von der übergeordneten Stufe – also dem Bund – unterstützt werden.“ (Quelle: Swissinfo)

Soweit, sogut – aber: hält sich der Bund tatsächlich daran? Ich habe da begründete Zweifel.

Kantone handeln unter Druck des Bundes

Zwar hat der Bund die ausserordentliche Lage beendet, aber wie die NZZ weiss, änderte sich nur wenig, denn die Notverordnungen blieben, bzw. bleiben, nach wie vor gültig. Notverordnungen, die übrigens in das vorhin erwähnte Covid-19-Gesetz integriert und damit zu geltendem Recht geworden sind – ob das die Idee einer Notverordnung ist, diese Frage stelle ich hier einfach mal in den Raum.

Einen weiteren wichtigen Punkt erkennt die NZZ im oben verlinkten Artikel „In der besonderen Lage ist der Bundesrat verpflichtet, zuerst die Kantone formell zu konsultieren, bevor er Massnahmen anordnet.“ Der springende Punkt hier ist „formell“. Böse Zungen könnten hier „formell“ durch „alibimässig“ ersetzen. Wie komme ich zu dieser Aussage? Nun ja, wenn man liest, dass Ende Juni noch kaum jemand im ÖV Maske trug, obwohl der Bundesrat das für dringlich hielt (Aargauer Zeitung vom 22.06.2020), wenn der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz, Lukas Engelberger, noch am 28.06.2020 gegenüber SRF erklärt: „Zudem seien die Kantone und der Bund überzeugt, dass die Maskenpflicht im ÖV heute noch nicht gerechtfertigt ist.“ Und auf zueriost.ch zu lesen ist: „eine Maskenpflicht im ÖV wird es weiterhin nicht geben“. Dann aber einige Tage später Folgendes passiert:

„Erst wollte die Landesregierung die Kantone entscheiden lassen. Jetzt kommt die Maskenpflicht schweizweit ab 6. Juli.“ (Quelle: SRF). „Manchmal genügen lokale Massnahmen nicht“, erklärte Bundespräsidentin Sommaruga – nota bene drei Tage nachdem der Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz noch beteuerte, dass sowohl Bund als auch Kantone eine Maskenpflicht im ÖV noch nicht für gerechtfertigt halten.

Irgend einer in diesem Umzug lügt. Ist es Engelberger? Der Bund? Man weiss es nicht. Aber irgend etwas geht nicht auf. Der Bund scheint hier nicht nur die Gesundheitsdirektorenkonferenz zu ignorieren, sondern auch die Bevölkerung. Denn wie eben die Aargauer Zeitung am 22. Juni 2020 schrieb, trugen die wenigsten Fahrgäste Masken. Warum? Weil sie es nicht wollten, weil sie es nicht für nötig hielten. Der Bund massregelt hier also nicht nur die Kantone sondern auch das Volk – nota bene seinen Arbeitgeber.

Als erst die absoluten Zahlen und nach und nach auch die Positivitätsrate im Sommer leicht gestiegen sind, fingen die Westschweizer Kantone an mit der Maskenpflicht in Einkaufsläden. Leider hat es sie nicht vor der zweiten Welle bewahrt. Jeder darf sich selber jetzt Gedanken machen darüber, ob die Aktion sinnvoll war oder nicht…

Ende Sommer zogen erst der Kanton BS, ZH und auch BE nach – zufälligerweise nach dem Gipfeltreffen zwischen Bund und Kantonen (ein Schelm der Böses denkt). (zum Blog)

Wir erinnern uns daran, dass die Hoheit in der besonderen Lage grundsätzlich nach wie vor bei den Kantonen liegt. Doch weil Herr und Frau Schweizer sich darüber klagten, dass sie doch nicht wissen, was in welchem Kanton gelte, sich BS ärgerte, dass Kunden ausblieben, während die Läden in BL florierten. In Erlinsbach im Kanton SO/AG wurde die Pflicht sogar dermassen ad absurdum geführt, dass in einem Grossverteiler (Aargauer Seite) keine Maskenpflicht herrschte, im anderen Grossverteiler (Solothurner Seite) jedoch schon. Es lebe der Föderalismus.

Ja, ich selbst bin ein absoluter Verfechter dieses Föderalismus‘ und manchmal führt er halt zu irrwitzigen Situationen. Aber davon lebt dieser Föderalismus nunmal.

Ich bin aber gleichzeitig der dezidierten Ansicht, dass der Föderalismus nur funktionieren kann, wenn er unangetastet bleibt – mehrheitlich zumindest – so, wie in einer „normalen Lage“. Jeder Kanton kocht seine eigene Suppe. Man weiss das, man schätzt das auch – mal mehr, mal weniger.

Zieht man einen Umzug in einen anderen Kanton in Erwähgung, informiert man sich vorgängig über verschiedene Dinge wie etwa Schulsystem und Steuern. Da ist sich ja auch niemand zu schade dafür.

In einer Situation wie wie wir heute haben, mit Corona, die sich ebenfalls in den unterschiedlichsten Landesteilen unterschiedlich entwickelt hat, macht der Föderalismus durchaus auch Sinn. Und wenn ich aus dem Kanton Wallis im Kanton Basel-Stadt shoppen gehen will, dann informiere ich mich eben im Vorfeld darüber, was im Kanton BS gilt. Ist doch nicht so schwierig – und angesichts der Lage ein zu vernachlässigender Aufwand.

Doch wenn jetzt einer immer wieder in diese Suppe reinspuckt, die jeder Kanton für sich kocht, in der Hoffnung, einen Einheitsbrei zu generieren, dann wird das schwierig. Nicht zuletzt, weil solche „Reinspuckaktionen“, wenn sie vom Bundesrat kommen, immer auch mit Drohungen einhergehen – etwa, dass man den Kantonen ihre Hoheit wieder entziehen wolle.

So liest man am 04.12.2020 in der NZZ etwa: „Aber jetzt belässt es die Landesregierung nicht bei einem einfachen Appell. Sie droht den Kantonen: Wenn ihr nicht handelt, greifen wir bei euch durch.“

Am 05.12.2020 hätten sich die besonders betroffenen Kantone mit der Bundespräsidentin ausgetauscht. Gemäss 20Min habe der Regierungsrat des Kantons BL weiterführende Massnahmen präsentiert. Entsprechend sauer zeigte man sich, als der Bundesrat gemäss dem Kanton BL entgegen der Absprache, schlussendlich die Massnahmen in Eigenregie verschärfen wollte. Die beschlossenen kantonalen Verschärfungen habe man darauf sistiert. „Damit verhindert der Regierungsrat, dass widersprüchliche Entscheide von Bund und Kanton die Bevölkerung verunsichern.“.

Man sehe die föderalistische Zusammenarbeit gefährdet, heisst es im Artikel weiter. Der Bundesrat habe Informationen von den Kantonen verlangt, seinerseits aber nicht informiert, dass er bereits entschieden hatte, neue schweizweite Massnahmen zu verordnen.

Bund schert sich nicht um Kantone

Den Bundesrat hat die Meinung der Kantone bisher herzlich wenig interessiert. Und als dann Anfang Dezember grossartig angekündigt wurde, dass jetzt noch schärfere, schweizweite Massnahmen ergriffen werden, regte sich erstmals durchs Band Widerstand:

So appellierte die Gesundheitskommission des Nationalrates an die Landesregierung, sie solle die Kantone nicht unnötig übersteuern. Die Kommission hat sich klar dagegen ausgesprochen, Bars, Restaurants und Clubs sowie den Detailhandel um 1900 sowie an Sonn- und Festtagen zu schliessen. Weiter solle die Regierung die Bemühungen der Kantone zur Eindämmung des Coronavirus und damit den Föderalismus stärker respektieren. (Quelle: bluewin)

Auch die GastroSuisse äusserte sich negativ. Die Gastronomie sei kein Hotspot, sagt der Branchenverband. Und auch Gäste sehen den Abend-Lockdown skeptisch. Man könne sich auch tagsüber anstecken und nicht nur am Abend.
Task-Force Chef Martin Ackermann räumte bei einer Pressekonferenz sogar ein, dass man keine Zahlen habe, die beweisen, dass am Abend mehr Ansteckungen erfolgen. Aber Jeder Kontakt, der über Arbeit oder Schule hinausgehe, stelle ein zusätzliches Risiko dar. Diese Kontakte müssten zurückgebunden werden.

Aus dem Kanton Genf meldet der Gesundheitsdirektor Mauro Poggia, dass es nichts bringe, wenn man mal öffnet und mal nicht. Das Effizienteste sei, ganz zu schliessen. So machte es der Kanton Genf und reduzierte die Ansteckungen deutlich. (Quelle: SRF)

In der Zwischenzeit machten sich andere auf die Suche nach Lücken in dieser Verordnung. Die Betreiberin des Weihnachtsmarkts auf dem Zürcher Bauschänzli etwa meinte pragmatisch: „Wir werden unser Konzept nicht anpassen, wir werden lediglich die Öffnungszeiten ändern, den Leuten mehr Möglichkeiten den Tag über geben, schon Mittagsservice machen und dann nötigenfalls früher schliessen.“ (Quelle: SRF)

Ärgern tun sich auch die Lastwagenchauffeure: Sie, die gerade in Zeiten von Corona und Weihnachten besonders viel zu tun haben und oft an Raststätten übernachten müssen, können häufig nicht mehr auf die Toilette (weil zu) oder müssen das eher unapetittliche Öffentliche Klo benutzen (siehe Video). Auch das Duschen wird schwierig. Manche Raststätten machen Ausnahmen – so lange der Shop offen hat. Aber was ist nach 1900? Die ASTAG, der Schweizerische Nutzfahrzeugverband, hat sowohl beim Bund (ASTRA) als auch bei den Kantonen interveniert. Einige sanitäre Anlagen seien bereits wieder offen, aber noch immer melden sich viele Chauffeure, die nicht wissen, wo sie auf die Toilette können.

Und dann kam der 18. Dezember 2020: Entgegen aller Empfehlungen schliesst der Bundesrat ab dem 22. Dezember sämtliche Restaurants, Bars, Museen, Bibliotheken, Zoos, botanische Gärten, weitere Freizeit und Unterhaltungsbetriebe sowie Sportbetriebe- und Anlagen. Die Skigebiete, die bleiben allerdings offen, sie fallen in die Zuständigkeit der Kantone. allerdings hat in keinem Kanton auch nur eine Pistenbeiz offen…

Lieferdienste und Takeaways bleiben erlaubt – und hier die erste Verwirrung. Bereits in der Woche vorher versuchten gewisse Bäckereien am Sonntag das Sonntagsverkaufsverbot zu umgehen. Sie verkauften als „Takeaway“ den Kunden ihr Gipfeli zum mitnehmen. Fair enough. (Quelle: Blick)

Den Bundesrat hat das sauer gemacht und darum gibt es jetzt eine „Lex Gipfeli“. Wirklich wahr. So dürfen Bäckereien sonntags öffnen, wenn sie zwei Drittel ihres Umsatzes mit Backwaren erzielen (Mit was sonst? Mit Hackfleisch?). Angegliederte Tea-Rooms dürfen keine Kunden empfangen (klar, ist ja auch ein Tea-Room und keine Bäckerei….). (Quelle: Blick)

Wie gesagt, die Skigebiete bleiben offen – bzw. der Bundesrat überlässt es den Kantonen, ob die Gebiete offen bleiben oder nicht. Und hier das nächste Problem: Während Luzern, Nidwalden, Zug, Schwyz, Zürich und schliesslich auch St. Gallen ihre Skigebiete schliessen (wer kommt schon wenn die Beizen zu sind….), bleiben in Bern, Wallis und Graubünden die Pisten offen. Es ist davon auszugehen, dass entsprechend mehr Touristen dort auftauchen und einander auf den Skiern rumstehen werden – ob das im Sinne des Erfinders war? (Quelle: Blick)

Okay, das wahrscheinlich nicht, aber dem Bund wird es entgegenkommen, dass auch die letzten Skigebiete noch geschlossen werden müssten, wenn sie dem Ansturm nicht mehr Herr werden.

Besonders schwierig dürfte es diesbezüglich der Kanton Wallis haben. Denn hier dürfen die Beizen offen halten – wie in allen Kantonen, deren Reproduktionswert unter 1 liegt (also ein Corona-Infizierter weniger als einen weiteren Menschen ansteckt).

Das Wallis hat wie auch andere Westschweizer Kantone viel unternommen, die Zahlen einzudämmen. Entsprechend genervt reagierte man im Rhonetal: (Video).

Aber auch Laurent Kurth, Präsident der Westschweizer Gesundheitsdirektoren erklärte gemäss SRF gegenüber der NZZ, dass Kantone, in denen die Lage besser sei, weiterhin von einer Ausnahmeregelung profitieren sollen. (Quelle: SRF)

So hat der Bundesrat am 18. Dezember 2020 beschlossen, vom 21. Dezember 2020 bis mindestens zum 20. Januar 2021 Restaurants, Läden und Freizeitangebote zu schliessen. Läden dürfen bis 1900 offen bleiben, aber die Zahl der Kunden muss reduziert werden. Am Sonntag bleibt alles zu. Auch an Bahnhöfen, am Flughafen, Tankstellenshops und Kioske.

Ausnahmen gibt es für Bäckereien, hier gilt die vorangehend beschriebene „Lex Gipfeli“.

Das war am Freitagnachmittag, 1515. Um 1800 verkündete der Aargau, dass er die Beizen schon am Montag dicht macht und die Läden werden ebenfalls geschlossen. Ausgenommen sind Geschäfte des täglichen Bedarfs.

In der Romandie dürfen die Restaurants bis 2300 geöffnet bleiben, solange der R-Wert unter 1 liegt. Dies gilt nicht für den Kanton Jura, dessen R-Wert über 1 liegt. Und nicht für den Kanton Wallis, der eine Sperrstunde ab 2200 für angemessen hält.

In der Deutschschweiz darf der Kanton OW sich zu den glücklichen Kantonen schätzen, auch er weist einen R-Wert unter 1 vor, ob er von der Ausnahmeregelung Gebrauch macht weiss ich nicht – denn auch das ist ja freiwillig…

Sogar ich als Verfechter des Föderalismus muss sagen, jetzt brummt mir der Schädel. Das kann doch kein Mensch mehr verstehen. Hat der Bundesrat den Mut nicht, einfach nochmals die ausserordentliche Lage auszurufen? Fürchtet er sich vor den Konsequenzen? Hat er Angst Macht abzugeben? Ist es ihm zu teuer?

Aus meiner Sicht gibt es im Moment nur zwei konsequente Varianten:

  1. Der Bundesrat übernimmt wieder, analog zum Frühling. Also komplett. Es gelten dann die Vorschriften des Bundes. Punkt.
  2. Der Bundesrat überlässt alles, komplett den Kantonen, so dass jeder Kanton wirklich eigenständig entscheiden und die Entscheide auch kommunizieren kann. So wird es auch einfacher, sich zu informieren.

Was wir wollen ist Klarheit. Schwarz oder weiss.

Aber was wir jetzt haben ist ein Birchermüesli – verursacht durch den Bundesrat. Auslöffeln darf es dann wieder das Volk.

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Die Spitäler sind am Anschlag. Sicher?

Seit Wochen, Monaten erzählen uns die Behörden und die Spitäler, sie seien komplett am Anschlag, sie müssten bald schon triagieren, sie hätten keine freien Bettenkapazitäten mehr.

Kantonsarzt Rudolf Hauri bei SRF
Uri kommt an den Anschlag
Spitäler am Anschlag (Die Ostschweiz)
Das Spital Interlaken ist am Anschlag (Telebärn)
Spitäler in der Westschweiz sind am Anschlag
Task-Force erklärt, dass die Spitäler voll sind
Spitäler fordern härtere Massnahmen

Ich könnte diese Liste noch beliebig weiter führen. Doch ich habe keine Lust. Und warum? Weil ich heute auf der offiziellen Seite des BAG interessante Informationen gefunden habe. Die Spitäler sind nämlich nur zu gut 75% besetzt:

Quelle: BAG

Jetzt scheint das eine relativ hohe Zahl zu sein, über 75%. Relativ trifft es ganz gut. Denn wer sich etwas mit diesen Zahlen beschäftigt, wird feststellen, dass im Jahre 2015 die Spitäler in grosser Sorge waren, weil ihre Betten ZU WENIG ausgelastet waren. Um ein Spital wirtschaftlich zu betreiben, brauche es eine Auslastung von 85%, liest man etwa in „Die Zeit Online“:

Ebenfalls über die Minderauslastung insbesondere der Regionalspitäler berichtet haben die Luzerner und die Aargauer Zeitung:

Ich gebe zu, im Rechnen war ich nie besonders gut – aber diese Rechnung dürfte wohl nicht nur bei mir nicht aufgehen.

Ich habe Verständnis für das Problem der zu wenigen Pflegefachkräfte – was wiederum eine Folge der ständigen Sparmassnahmen im Gesundheitswesen ist und keinesfalls ein Corona-spezifisches Problem darstellt.

Ich kann ja sogar verstehen, dass man seine Partikularinteressen dann in den Mittelpunkt stellen muss, wenn man am meisten Aufmerksamkeit hat – und das ist für die Spitäler nunmal jetzt. Jetzt haben sie die ganze Aufmerksamkeit, jetzt klatschen Menschen an geöffneten Fenstern für das Pflegepersonal, jetzt hört man ihnen zu.

Ich bezweifle jedoch sehr stark, dass das gesellschaftlich gesehen der richtige Weg ist. Unsere Bevölkerung braucht Halt und Sicherheit. Doch genau das wird ihr im Moment nicht gegeben – im Gegenteil.

Lösen wir doch jetzt erst Mal unser Corona-Problem. Sauber, ehrlich, transparent und verhältnismässig – und nehmen wir uns danach der Problematik im Gesundheitswesen an. Unser Rotstift scheint Spuren in den Spitälern hinterlassen zu haben, die uns eines Tages (und spreche nicht von Corona mit einer Überlebenschance von knapp 98%) einholen könnten. Doch dann ist es zu spät. „Dank“ Corona haben wir endlich auf das Gesundheitswesen gehört und realisiert, dass da wahrscheinlich am falschen Ort gespart wurde. Ziehen wir also für die Zukunft auch daraus unsere Lehren und überlegen vielleicht 2x, bevor wir auf dem nächsten Abstimmungszettel den Rotstift ansetzen.

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Ist Berset für die Schweiz noch tragbar?

Am Donnerstag, 26. November 2020 atmeten die Schweizerinnen und Schweizer – insbesondere in den Tourismusgebieten auf. „Schweizer Skigebiete bleiben offen“, verkündete Bundesrat Alain Berset an der Pressekonferenz. Obwohl ich mich zugegebener Massen schon frage, warum der Gesundheitsminister über wirtschaftiche und finanzielle Massnahmen informiert. Meines Erachtens sollten entweder die zuständigen Departementschefs oder wenigstens als Oberhaupt des Gremiums der/die Bundespräsident/in vorne hinstehen. Aber das ist ein anderes Thema.

Also, während in Deutschland Führerin Merkel sich für eine europaweite Schliessung der Skigebiete ausspricht, regt sich in Österreich und in der Schweiz Widerstand gegen diese Aussage. Doch bevor wir uns mit dem Inhalt der Aussage auseinandersetzen, muss ich doch mal die Frage stellen, was masst sich diese Frau eigentlich an? Sie ist Kanzlerin von Deutschland und nicht von der EU geschweige den Europa. Und da die Schweiz sowieso nicht zur EU gehört, hat sie sich in unsere Angelegenheiten gar nicht einzumischen.

Aber zurück zu den Skigebieten: Ausgerechnet aus dem Corona-panischen Österreich kommt EU-internter Widerstand. Falls sich die irrwitzige Idee von Führerin Merkel durchsetzen und die europäischen Skigebiete bis zum 10. Januar geschlossen würden, fordere Österreich von der EU finanzielle Kompensationen in Milliardenhöhe, erklärte der österreichische Finanzminister Gernot Blümel gegenüber der Nachrichtenagentur SDA (publiziert auf NAU).

Und die Schweiz? Als Nicht-EU-Mitglied könnte sie sich ruhig in ihrem Sessel zurücklehnen und sich über all die Touristen aus dem umliegenden Europa freuen. Das Wallis hat bereits erste kreative Ideen entwickelt, wie das Weihnachtsgeschäft in den grenznahen Tourismusgebieten angekurbelt werden könnte. Obwohl Staatsratspräsident Christophe Darbellay (CVP) dies als Provokation gegenüber der französischen Regierung sieht, weil diese dezidiert gegen eine Öffnung der Skigebeite ist – übrigens genauso wie der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte.

Und zu Beginn sah es ja auch ganz danach aus. Berset selbst sagte klar, die Skigebiete bleiben geöffnet, unabhängig davon, was im Ausland passiere. Man sei aber in Kontakt mit dem Ausland:

Quelle: SRF

Dass die europäischen Nachbarn diese Strategie nicht nur „lässig“ finden würden, ist jetzt nicht furchtbar überraschend. Damit müssen wir aber leben. Wir können nicht immer „everybody’s darling“ sein. Ausserdem hängen auch bei uns Wirtschaft und Einzelschicksale (Existenzen von Hotelbetreiben, Bahnbetreibern, Restaurantbetreibern, etc…) daran. Aber der Bundesrat scheint sich seiner Sache sicher zu sein. Aber eben nur „scheint“. Denn bereits gegenüber der Sonntagszeitung vom 29.11.2020 relativiert Bundesrat Berset seine Aussage vom Donnerstag wieder.

Jetzt wird deutlich, was der SP-Politiker, der gemäss eigener Aussage selber gerne skifahren gehen würde, mit seinem „Festtagspaket“ nämlich meinte.

Er will die Kapazität in den Skigebieten um rund 40% senken, wie die Sonntagszeitung am 29.11.2020 schreibt. Besonders stossend sind die zusätzlichen Massnahmen im „Kleingedruckten“. Dort steht unter Anderem:

  • dass die Leute draussen warten müssen, bis im Pistenrestaurant ein Platz frei wird (ja klar, dann minimiert man vor allem auch das Erkältungsrisiko);
  • dass die Restaurants in den Skigebieten ab 1500 geschlossen bleiben müssen (aha, und wovon genau leben diese Wirte?);
  • dass die Maskenpflicht in den Dorfkernen durchgesetzt werden muss (die Regionalpolizeienwerden sich freuen…);
  • und zu guter Letzt noch der Oberhammer: KEINE WERBUNG IM AUSLAND!

Letzteres entspricht einem nicht zu goutierenden Eingriff in die unternehmerischen Freiheiten der Wirtschaft. Eine totale Überregulierung, die so nicht zu akzeptieren ist.

Ein solcher Entscheid müsste vom Wirtschaftsminister (Guy Parmelin) oder eventuell noch vom Finanzminister (Ueli Maurer) oder wenn man Ärger mit dem angrenzenden Ausland befürchtet vom Aussenminister (Ignazio Cassis) mit einleuchtenden Argumenten erklärt werden. Oder wenn man als Gesamtbundesrat auftreten will noch von der Bundespräsidentin – aber ganz sicher nicht vom Gesundheitsminister.

Die Tourismus-/ Skigebiete haben sowieso schon massive Auflagen erhalten und alles daran gesetzt sie sauber umsetzen zu können – obwohl Bilder aus Saas-Fee (nota bene 2010 aufgenommen) das Gegenteil beweisen sollen:

In der Zwischenzeit hat 20 Minuten das Bild vom Netz genommen, nachdem ausgekommen war, dass es sich dabei um ein Fake-Bild, bzw. um ein Symbolbild (nicht als solches deklariert) handelte. Daher kann ich hier leider den Original-Link nicht mehr posten.

In meinen Augen hat Bundesrat Berset seine Kompetenzen mit der Aussage betreffend die Werbung im Ausland klar überschritten. Er sieht das natürlich anders. Covid-19-Gesetz sei Dank, kann der Bundesrat nun solche Entscheidungen treffen – und somit haben wir mit Bersets „Festtagspaket“ nun das Geschenk!

Aus meiner Sicht ist dieser Bundesrat für unsere Schweiz schlicht nicht mehr tragbar und es ist zu hoffen, dass bei den nächsten Wahlen nicht nur unsere sogenannten „Volksvertreter“ sondern auch die Exekutive zünftig durchgemischt und im besten Fall ersetzt wird.

Wichtig ist, dass Politiker nach Bern kommen, die bereit sind, nicht nur Parteienpolitik, sondern in erster Linie Sachpolitik zu betreiben. Denn wenn uns die Corona-Krise eines gezeigt hat, dann das, dass wahre Krisen nur mit parteiübergreifendem Zusammenhalt bewältigt und bekämpft werden können!

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„Äs hüärä Puff!“

21.10.2020
„Covid-Taskforce warnt vor Spital-Überlastung“

23.10.2020
„Taskforce-Leiter: ‚Kapazität Spitäler wohl Anfang November erreicht.'“

26.10.2020
„In zwei Wochen könnten IPS-Kapazitäten am Anschlag sein.“

30.10.2020
„Task-force Chef schlägt Alarm: Spitäler bald überlastet.“

06.11.2020
„Setzt sich die aktuelle Entwicklung fort, wird laut Ackermann am 10. November die maximale Kapazität der zertifizierten Intensivbetten erreicht sein.“

11.11.2020
„Zurzeit sind noch 28,6 Prozent aller Akutspitalbetten frei. Auch von den 1109 Intensivbetten seien noch 318 frei, also ebenfalls 28,6 Prozent. Corona Patienten belegen rund ein Fünftel (also die deutliche Minderheit Anm d. Red.) der Akutspitalbetten. Rund die Hälfte aller Patienten in Intensivbetten sei wegen Corona im Spital.“

13.11.2020

Quelle: https://www.vtg.admin.ch/de/organisation/astab/san/ksd/spitalkapazitaeten.html

13.11.2020

Quelle:https://www.20min.ch/story/so-klappt-der-corona-exit-702407973856

14.11.2020
„Die Spital-Kapazität ist möglicherweise schon überschritten“

Nach dem eher reisserischen Titel habe ich euch mal mit Links überhäuft, die allesamt auf unsere Spitalkapazitäten abzielen und auf die Frage, wie überlastet sind sie wirklich?

Während die Corona-Task-Force des Bundes, allen voran Prof. Dr. Martin Ackermann (PhD Mikrobiologie), seit Wochen sagt, dass in wenigen Tagen unsere Spitäler an ihre Kapazitätsgrenzen kommen, erklärt am 13.11.2020 der gleiche Ackermann, es sei eine leichte Abnahme bei den Spitaleinweisungen zu verzeichnen. Und heute sagt wiederum derselbe Ackermann, die Spital-Kapazitäten seien möglicherweise schon überschritten und fordert weiterreichende Massnahmen, wie etwa die landesweite Schliessung von Bars und Restaurants…

Bin jetzt nur ich verwirrt? Ackermann spricht davon, dass die volle Kapazität der aktuell 885 Intensivbetten mit 867 Patienten bereits erreicht sei. Gemäss KSD waren am 13.11.2020 aber total 1140 IPS Betten verfügbar, davon 867 belegt und 240 Reserve. Das sind 23,95 Prozent freie IPS Betten.

Von diesen 867 belegten IPS Betten waren am 13.11.2020 511 mit Corona-Patienten belegt. Also 58,9 Prozent. Das erscheint mir zwar relativ hoch – wird aber wohl so sein. Genaueres wissen wir aber nicht – etwa wie alt die Patienten sind, welche Vorerkrankungen sie haben, etc…

Am 06.11.2020 sagte Ackermann schon, die „Massnahmen reichen nicht aus“. Obwohl Stefan Kuster, Leiter übertragbare Krankheiten im BAG bereits erklärte, es gebe erste Anzeichen, dass die Zahlen abflachen. Doppelte aber gleich nach, es sei zu früh zu urteilen ob die schweizweiten Massnahmen des Bundesrates tatsächlich greifen.

Daran zweifelt offenbar auch Martin Ackermann. Er stellt kar, es gebe „keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ausreichen“. Und er weiss auch genau wer Schuld ist: die Pendler. Gemäss Ackermann pendeln nämlich nach wie vor 29% der Schweizer Bevölkerung.

Ja Herr Ackermann, es gibt Menschen die MÜSSEN pendeln. Es haben nicht alle die Möglichkeit von zu Hause aus zu arbeiten. Nicht jeder Arbeitgeber hat die Möglichkeit wie der Bund, das Homeoffice anzubieten. Wie bitte sollen diese Leute dann zur Arbeit kommen?

„Den Schweizerinnen und Schweizern muss bewusst werden, was auf dem Spiel steht“. Es tut mir ja leid, aber wenn ich solche Dinge höre, könnte ich wirklich einfach nur meinen Mageninhalt vor mir auf dem Boden verteilen… Ich würde sagen: „Herr Ackermann sollte sich mal bewusst werden wer seinen Lohn bezahlt.“ Es sind nämlich wir. Herr und Frau Schweizer mit unseren Steuern. Ja, Herr Ackermann wird vom Bund fürstlich entlöhnt. Dafür erwarte ich aber, dass man ehrlich, offen und transparent mit der Bevölkerung kommuniziert.

Und wenn wir schon bei der Kommunikation sind: Diese müsse eindringlicher werden, findet Ackermann. Zwar gebe es erste Hinweisse, dass die Bevölkerung die strengeren Massnahmen befolge, aber wenn sich jetzt nicht alle daran halten, laufe man Gefahr, das nicht jeder Patient behandelt werden könnte. Am 06.11.2020, als Ackermann diese Aussage machte, betonte er auch noch, dass am 10. November die maximale Kapazität der zertifizierten Intensivbetten erreicht sein würde.

Wir haben heute den 14.11.2020 – und nichts von alldem ist eingetroffen. Danke Herr Professor Doktor Ackermann…

Und dann wundert er sich tatsächlich, dass er für seinen Alarmismus kritisiert wird: Es war Bundesrat Ueli Maurer, der die allgemeine Expertengläubigkeit bei Corona kritisiert hat. Die Experten seien einseitig.

Ackermann wehrt sich: die wissenschaftliche Taskforce sei sehr breit abgestützt und Gesundheit, Wirtschaft und Freiheit müssten in dieser Pandemie Hand in Hand gehen. Das berücksichtige die Taskforce bei ihren Empfehlungen.

Die Taskforce übrigens, die nur wenige Tage vorher (06.11.2020) erklärt hat, die Massnahmen des Bundes reichten nicht aus, erklärte am 12.11.2020, im Rahmen dieses Alarmismus-Dementi, dass sich die Lage stabilisiere und man auf neue Empfehlungen verzichte:

Quelle: SRF

Zwei Tage später, nämlich am 14.11.2020 dann der nächste Hammer: „Corona-Taskforce fordert weitere Massnahmen“.

Obwohl am 12.11.2020 noch klar gesagt wurde, man verzichte auf weitere Empfehlungen. Heute hü, morgen hott und übermorgen?

Ich frage mich natürlich schon, warum wir dieser Taskforce noch glauben, warum der Bundesrat dieser Taskforce noch vertraut. Was hat die Taskforce davon, wenn sie so einen Zickzackkurs fährt? Ist es Geltungsdrang? Ist es die Macht? Willst du den Charakter eines Menschen kennenlernen, dann gib ihm Macht. Gut danke, ich habe verstanden wie Ackermann funktioniert, ihr könnt ihn wieder versorgen. Dahin wo er hergekommen ist – ins Labor.

Dort macht Martin Ackermann als Mikrobiologe bestimmt gute und auch ganz wichtige Arbeit. Das zweifelt niemand an. Aber die Führung dieses Landes gehört sieben anderen Personen – Personen, die von Volksvertretern gewählt werden. Nicht von Lohnempfängern der Eidgenossenschaft.

An dieser Stelle möchte ich dann doch noch die breit abgestützte Corona-Taskforce etwas anzweifeln. Das Leitungsteam besteht aus:

Prof. Dr. Martin Ackermann (PhD), Mikrobiologe
Prof. Dr. Dr. h.c. Monika Bütler, Doktorin der Ökonomie und Professorin für Volkswirtschaftslehre
Prof. Dr. med. Samia Hurst, Medizinerin und Ethikerin, Direktorin des Instituts für Biomesizinische Ethik an der Universität Genf
Prof. Dr. med. Manuel E. Battegay, Chefarzt am Unispital Basel, Infektiologie und Spitalhygiene.

So, da haben wir als Mediziner auf dem Papier mal Frau Dr. med. Samia Hurst. Sie war Assistenzärztin, wollte Onkologin werden. Doch ihr Chef empfahl ihr damals, nicht in Richtung Onkologie zu gehen, sondern sich auf Bioethik zu spezialisieren. Nach dem Erwerb des Facharzttitels in innerer Medizin, holte sie sich das bioethische Rüstzeug am Departement für Bioethik des National Institute of Health in Bethesda in den USA (Quelle: Tagi). Respekt, die Frau hat Medizin studiert und sich anschliessend im Bereich Ethik spezialisiert. Ich wage allerdings zu behaupten, dass Hurst nach ihrem Erwerb des Doktortitels in Medizin, mit Medizin so viel zu tun hatte, wie ich mit dem kaufmännischen Bereich seit meinem HMS-Abschluss… Ich stelle mir die Frage, wie viel Patientenkontakt hat Frau Professor Doktor Hurst wirklich noch?

Und dann der zweit Arzt: Prof. Dr. med. Manuel E. Battegay. Er ist Chefarzt am Universitätsspital in Basel im Bereich Infektiologie und Spitalhygiene. In dieser Tätigkeit ist Battegay auch involviert in die Betreuung von Patienten mit meist schweren Infektionskrankheiten.

Ihn kann man wenigstens als praktizierenden Arzt zählen. Eigentlich der einzige in der Leitung der Taskforce. Hat sich schonmal jemand überlegt, auf Ärzte zu hören, die tagtäglich mit Otto-Normalverbraucherpatient zu tun haben? Wie eben Frau Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf?

Der Ebikoner Facharzt Andreas Heisler etwa musste ein Aufsichtsverfahren über sich ergehen lassen, weil er an Anti-Corona-Demonstrationen teilnahm und im Netz verbreitete, dass er gegen Schutzmasken sei und Dispensationen ausstelle, damit seine Patienten keine solche tragen müssen. Aber warum er das tut, warum er diese Überzeugung hat, diesbezüglich hat ihn niemand angehört (Quelle: pilatustoday).

Auch in den Kantonen St. Gallen, Graubünden und Aargau wurden Verfahren gegen Ärzte eingeleitet. Diese Ärzte sind nicht mehr und nicht weniger Mediziner als jene in der Taskforce – aber sie vertreten nunmal eine andere Meinung. Warum das aber so ist, lässt man sie nicht sagen.

Dieser, Ende September veröffentlichte Artikel, spricht schon von einer wachsenden Anzahl Corona-kritischer Ärzte. Doch anstatt diese anzuhören, verbietet man ihnen den Mund. Und der der Verband FMH hat offenbar in einem Schreiben festgehalten, dass man vollumfänglich hinter den Corona-Schutzmassnahmen stehe. Wo bleibt da die Meinungsfreiheit? Wo bleiben da die Expertenmeinungen? Ich als Laie vertraue doch eher den Aussagen meines Hausarztes oder meines behandelnden Arztes (z.B. wegen meiner MS), als einem Petrischalen-Kafeesatz-Leser, der mir mit Aussagen wie: „Wir haben keine wissenschaftlichen Hinweise darauf, dass die Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus ausreichen“, was für mich nichts anderes heisst als: „Eigentlich haben wir keinerlei wissenschaftliche Hinweise darauf, ob die Massnahmen überhaupt etwas nützen“.

Für mich ist die ganze Übung basierend auf „try and error“. Wir tun es mal, frei nach dem Motto „nützt nüt, schad’s nüt“. Aber das stimmt so eben nicht: Wie viele Menschen kämpfen mit psychischen Problemen? Wie viele Menschen können nachts nicht schlafen, weil sie Existenzängste haben? Wie viele, vor allem ältere, Menschen sterben, weil sie vereinsamen? Darüber spricht niemand. Das BAG hat zwar die Auswirkung der Covid-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit der Schweizer Bevölkerung wissenschaftlich untersucht – aber eben wieder nur auf dem Papier. Corona verkommt immer mehr zum Papiertiger. Zugegebenermassen ein bissiger Tiger, aber dennoch: Papier. Papier, Macht und Geld dominieren in diesen Krisenzeiten.

Das zeigt die Aussage von Roche-Chef Christoph Franz, der sich für einen Impfzwang ausspricht. Mich würde es ja nicht wundern, wenn Roche den Impfstoff zurückbehält, führt der Bundesrat den Impfzwang nicht ein…

Ich bin kein Impfgegner, aber Zwang? Und wenns so kommen sollte: Erpressung? Das kann ich nicht befürworten.

In Österreich übt derweil Kanzler Kurz den Diktator: „Treffen Sie niemanden!“

In Italien wollen Sie die Weihnachtsfeiern einschränken – die spinnen, die Römer:

Und was macht die Schweiz? Dümpelt weiter orientierungslos vor sich hin und wartet darauf, dass der Bundesrat merkt, dass ihm sein „Arbeitgeber“ – das Volk – in keinster Weise mehr vertraut.

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Förderung des offenen Dialogs

Wow, mir fehlen die Worte. Was in den letzten zwei Wochen auf meinem Blog abging ist unglaublich. Ich freue mich sehr darüber, dass ich offenbar den offenen Dialog sogar über die Landesgrenzen hinaus fördern kann. Ich erhalte Reaktionen aus der Schweiz, dem angrenzenden Ausland und sogar aus Canada.

Ich versuche wirklich alle Mails und Anfragen persönlich zu beantworten und leite sie auch gerne an die Verfasser der Texte auf der Plattform weiter.

Was ich allerdings nicht kann, das würde, angesichts der Ehrenamtlichkeit meiner hiesigen Tätigkeit, meine Kapazitäten überschreiten, ist das Relais zu sein für den bilateralen Austausch.

Ich publiziere gerne Eure Texte und auch die Stellungnahmen zu bereits bestehenden Texten. Wenn ihr aber mit den Verfassern persönlich den Austausch wünscht, kann ich zwar den Kontakt vermitteln, klinke mich dann aber aus den bilateralen Unterhaltungen aus.

Der Offene Brief von Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf hat sehr viele Reaktionen erhalten, auch eine Stellungnahme konnte ich publizieren. Ich möchte Euch hier den Dialog, der über diesen Brief geführt wurde, nicht vorenthalten. Daher findet ihr hier die Unterhaltung zum Thema.

Jetzt wünsche ich Euch weiterhin viel Vergnügen – und vielleicht lest ihr auch mal in die anderen Rubriken rein – es würde mich freuen.

In grosser Dankbarkeit

Moni

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Dementi von Waeber-Kalbermatten

Ohalätz! Da schlug eine Nachricht aber gewaltige Wellen. Die Nachricht, ein über 80-jähriger Patient mit starken Covid-19–Symptomen sei in Sitten abgewiesen worden (die NZZ berichtete) hat sich verbreitet wie ein Lauffeuer.

Jetzt hat sich die Walliser Gesundheitsdirektorin Esther Waeber-Kalbermatten zu Wort gemeldet: „Genügend Platz auf Intensivstation“ titelt 1815.ch mit einem Zitat der SP-Staatsrätin.

Es würden keine Covid-Patienten abgewiesen im Wallis, das stimme nicht. Und auch wenn die Lage angespannt sei und sowohl Ärzte als auch Pflegepersonal unter grossem Druck stünden, Intensivbetten habe es im Kanton genügend.

Auch dass in Sitten die Ärzte bereits eine Auswahl treffen müssten, wer aufgenommen wird und wer nicht, stimme nicht. Jeder Patient bekomme die Behandlung, die er brauche.

Seien wir mal ehrlich. Jede andere Aussage einer Gesundheitsdirektorin hätte überrascht. Frau Waeber-Kalbermatten sagt hier exakt das, was man von ihr erwartet. Ob es wahr ist, weiss ich nicht.

Es gibt ergo zwei gegensätzliche Aussagen, nämlich die von Bienvenido Sanchez aus dem Spital Sitten und die seiner obersten Chefin, der Walliser Gesundheitsdirektorin.

Aus neutraler Beobachtersicht steht es also Aussage gegen Aussage.

Ich masse mir an dieser Stelle nicht an, zu entscheiden, wer nun Recht hat und wer nicht. Ich stelle mir nur die Frage, welchen Grund hätte der Leiter der Intensivabteilung des Spitals Sitten, solche Aussagen zu machen, wenn es gar nicht stimmt? Wird es für ihn Konsequenzen haben, sollte er wirklich gelogen haben? Ich meine, für jeden anderen Angestellten in jedem anderen Betrieb wäre das ein Grund für eine fristlose Kündigung…

Fest steht auch, dass Vorfälle wie dieser, unabhängig davon, wer gelogen hat, das Vertrauen in unsere Regierung und in unser Gesundheitssysstem nicht fördern. Und das ausgerechnet jetzt, wo dieses Vertrauen so wichtig wäre….