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Corona-Impfung bei Kindern und Jugendlichen

Eine Einschätzung von Frau Dr. Kathrin Meffert-Ruf, Fachärztin FMH für Kinder- und Jugendmedizin.

Als schulmedizinisch orientierte Kinder- und Jugendärztin gehöre ich zu den klaren Impfbefürwortern. Impfungen sind eine Nutzen-Risiko-Abwägung.  Impfen ist ein persönlicher Entscheid. Das hat sich für mich auch in Zeiten von Corona nicht verändert.

Meine Meinung zur SARS-CoV-2-Impfung von Kindern – und Jugendlichen: Wer ein hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf hat – also Betagte und Vulnerable – soll sich impfen lassen, wenn er oder sie es möchte. Denn schwere Verläufe sind bei Geimpften reduziert.  Für Kinder und Jugendliche ist Covid-19 medizinisch gesehen aber kaum je ein Problem.  Die Verläufe sind milde.  Insbesondere bei der aktuell vorherrschenden Delta- und Omikron-Varianten ist ein Grossteil der Verläufe bei Kindern und Jugendlichen asymptomatisch, PIMS (Ueberreaktion des Immunsystems ein paar Wochen nach Covid-19) gibt es kaum noch. Ein persönlicher medizinischer Vorteil durch die Impfung ist für die Kinder also nicht in ausreichendem Masse gegeben.  

Wie sieht es aus mit dem Benefit für die Anderen? Dieser ist auch nicht gegeben. Denn auch Geimpfte können sich anstecken, krank werden und ansteckend sein. Dass sich das Zertifikat-Regime, welches auf der Annahme basiert, dass Zertifizierte nicht ansteckend sind, immer noch halten kann, obwohl die Grundlage sich nicht als wahr herausgestellt hat, ist mir ein Rätsel und erschreckt mich.

«Kinder und Jugendliche müssten auch geimpft werden, um die Pandemie beenden zu können». Diese Aussage basiert auf der fälschlichen Annahme, dass eine Herdenimmunität erreicht werden könnte.  Coronaviren mutieren aber ständig und kommen auch im Tierreich vor.  Eine Herdenimmunität ist somit unmöglich.  Auch das BAG weiss das und spricht bei den Impfzielen u.a. von einer «Reduktion der Krankheitslast» und nicht von einer Elimination des Virus.  Was die Medien und Politiker aber nicht daran hindert, der Bevölkerung einzutrichtern, dass die Pandemie beendet werden könnte, wenn sich nur alle impfen liessen.

Zurück zur Nutzen-Risiko-Analyse der Corona-Impfungen.  Ob die Corona-Impfungen schaden – was viele Impfskeptiker glauben – weiss ich nicht.  Ich hoffe es nicht.  Was sicher gesagt werden kann:

  • Die Meldungen über unerwünschte Wirkungen sind um ein Vielfaches angestiegen, seit es Corona-Impfungen gibt.
  • Sogenannt harmlose Nebenwirkungen wie hohes Fieber, Glieder-, Kopfschmerzen sind nach Corona-Impfungen deutlich häufiger als bei herkömmlichen Impfungen.
  • Die Moderna-Impfung wurde in vielen europäischen Ländern für unter 30 Jährige zurückgezogen wegen häufiger Herzmuskelentzündungen.
  • Langzeitdaten existieren noch nicht, da es die Impfung erst seit 12 Monaten gibt.  
  • mRNA-Impfstoffe werden zwar schon seit Jahren erforscht, bisher hat es aber noch kein Impfstoff mit dieser neuen Technologie zur Zulassung geschafft.  Die Corona-Impfungen sind die ersten mRNA-Impfungen, die -noch nicht regulär – zugelassen worden sind.

Nicht sehr vertrauensfördernd ist die Tatsache, dass:

  • die Corona-Impfungen nach wie vor nicht regulär zugelassen sind, da die Voraussetzungen für eine reguläre Zulassung nicht erfüllt sind;
  • die Hersteller von ihrer Haftpflicht bei Schadensforderungen befreit wurden.

Aktuell wird immer noch die unveränderte Impfung gegen Covid-19 verimpft, auch bei den Boostern , obwohl das Virus schon mehrfach mutiert ist.  Die häufigen Impfdurchbrüche bezeugen, dass die Impfung nicht so lange und gegen die aktuellen Varianten wahrscheinlich nur noch eingeschränkt wirksam ist. 

Angesichts der geringen gesundheitlichen Bedrohung durch Covid-19 für Kinder und Jugendliche, der eingeschränkten Wirkung und der fehlenden Langzeitdaten kann ich die aktuellen Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche nicht empfehlen.

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Was man zur Abstimmung am 28.11.2021 wissen sollte

Liebe Leser, ich melde mich mal wieder zu Wort, weil ich der Meinung bin, dass viel zu wenig über die bevorstehende Abstimmung vom 28. November 2021 gesprochen bzw. auch diskutiert wird. Ja, ihr habt richtig gelesen ZU WENIG. Ich weiss, das Thema Corona hängt in der Zwischenzeit allen zum Hals heraus – mir auch, das dürft ihr mir glauben – aber es hilft nun mal nichts, wenn wir nicht darüber sprechen. Darüber sprechen heisst übrigens auch, einander zuhören – auch wenn man nicht derselben Meinung ist.

Meine Meinung dürfte hinlänglich allen bekannt sein. Dennoch geht es mir in diesem Post nicht darum, euch von einer bestimmten Meinung zu überzeugen. Ich stelle wie immer nur Fragen. Fragen, von denen ich von mündigen Bürgern – die wir ja alle sind – erwarte, dass sie die Antwort suchen und sich daraufhin eine eigene Meinung bilden. Gestützt auf nicht zu leugnenden Fakten. Also zuallererst wollen wir klären, worum es geht. Es geht um die Annahme oder die Ablehnung des vom Bundesrat in Kraft gesetzte COVID-Gesetz. Den Wortlaut des Gesetzes findet ihr übrigens hier.

Unschwer ist zu erkennen, dass das Gesetz Gültigkeit hat bis zum 31.12.2031 und erst per 01.01.2032 aufgehoben wird. 

Quelle: Rechtssammlung Bund, Bundesgesetz
über die gesetzlichen Grundlagen 
für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung 
der Covid-19-Epidemie.

Ein Fakt, der bei der letzten Abstimmung im Juni gänzlich untergegangen ist – bzw. niemand glauben wollte. Obwohl die Massnahmengegner davor gewarnt hatten. Jetzt ist es also amtlich. Das Gesetz gilt bis 2031. Das bedeutet, dass der Bund bis in zehn (in Zahlen: 10 !!!!) Jahren, im Rahmen des Gesetzes frei darüber verfügen kann, wie er es für richtig hält, die COVID-Pandemie zu bewältigen – völlig unabhängig davon, ob sie längst vorbei ist oder nicht.

So, gehen wir das Ding mal durch. Unter Artikel 1 Absatz 2 steht Folgendes:

Der Bundesrat macht von diesen Befugnissen nur so weit Gebrauch, als dies zur Bewältigung der Covid-19-Epidemie notwendig ist. Insbesondere macht er davon keinen Gebrauch, wenn das Ziel auch im ordentlichen oder dringlichen Gesetzgebungsverfahren rechtzeitig erreicht werden kann.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Gehen wir auf das dringliche Gesetzgebungsverfahren ein. Das heisst, dass der Bundesrat etwa Gesetzesrevisionen für dringlich erklärt, was soviel bedeutet, dass die Bestimmungen nach der Verabschiedung durch das Parlament trotz Referendumsfrist per sofort in Kraft treten könnten. Wie die NZZ (Abo) in einem Artikel schreibt, könne zwar auch dagegen das Referendum ergriffen werden, viel bringen würde es aber nicht. Bei einem erfolgreichen Referendum müssten die betroffenen Bestimmungen ein Jahr nach Inkrafttreten und damit in der zweiten Hälfte des Dezembers 2022 ausser Kraft treten. Im Szenario ohne Referendum liefe es praktisch auf das Gleiche hinaus.

Das Covid-Gesetz hat der Bundesrat übrigens genau so durchgeboxt. Man stelle sich vor, er macht das künftig mit jedem Gesetz so. Jahr für Jahr. Etwas beschliessen, für dringlich erklären und damit das Referendum de Facto aushebeln. Wenn man mich fragt, ist das einerseits Missachtung der direkten Demokratie, Machtmissbrauch und zu guter Letzt entsprechend Volksverarschung. Sorry Leute, anders kann ich das nicht nennen.

Unter Punkt drei im ersten Artikel steht dann:

Er bezieht die Kantonsregierungen und die Dachverbände der Sozialpartner bei der Erarbeitung von Massnahmen ein, die ihre Zuständigkeit betreffen.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Wir erinnern uns daran, dass es lange in der Hoheit der Kantone lag, ob sie in Einkaufsläden bzw. generell in Innenräumen eine Maskenpflicht einführen wollen. Wir erinnern uns auch daran, wie BR Berset sie Woche für Woche in seinen Medienkonferenzen getadelt hat dafür, wenn ein Kanton die Maskenpflicht noch nicht eingeführt hat – aber ja klar, man nimmt Rücksicht auf die Zuständigkeit der Kantone.

Übrigens, jetzt, da wir uns schon seit Längerem wieder in der besonderen und nicht mehr in der ausserordentlichen Lage befinden, müssten die Kompetenzen ohnehin wieder an die Kantone übergehen…

Unter Punkt sechs im ersten Artikel steht dann:

Der Bundesrat und die Kantone orientieren sich bei der Anordnung von Massnahmen an den verfügbaren, zeitlich und regional vergleichbaren Daten, die auf die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems, erhöhter Sterblichkeit sowie schwerer Krankheitsverläufe hindeuten.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Fakt ist, dass sich jeder der WOLLTE inzwischen hat impfen lassen können. Wer das bis heute nicht getan hat, tat das erstens mit gutem Recht, ist schliesslich sein freier Entscheid (sein Körper, sein Leben) und zweitens im Bewusstsein um die möglichen Konsequenzen einer Ansteckung. Punkt. Es kann nicht sein, dass die ganze Gesellschaft gegängelt wird, nur weil der Bundesrat das Gefühl hat, er müsse die Leute zum Impfen drängen. Dass sich der Bundesrat Gedanken macht über überfüllte Spitäler, weil das Personal fehlt – dafür habe ich Verständnis. Dieses Problem lösen wir aber auf der Stufe der Gesundheitspolitik und nicht mit Corona-Massnahmen. Überfüllte Spitäler gab es nämlich auch in schlimmen Grippejahren (sowie etwa 2017 in Sion oder Basel) und gibt es in den Tourismusregionen immer wieder, nicht nur während der Skisaison, wie Dr. Christoph Sommer 2009 in einem Interview auf der Webseite des Kantonsspitals Graubünden bestätigt. Schon damals, musste man planbare Eingriffe verschieben bzw. anders planen: Sommer war damals Chefarzt Unfallchirurgie / Allgemeinchirurgie und Leiter der Unfallchirurgie: „

Mittlerweile haben wir aber auch im Sommer mehr Verletzungen, unter anderem durch das Aufkommen der Downhillbiker. Es läuft heute im Sommer mehr als früher. Es gibt Tage, da ist beinahe jeder zweite Fall auf der Station ein Bike-Unfall. Entsprechend legen wir die planbaren Eingriffe wie Metallentfernungen et cetera auf die Zwischensaison. Im Sommer und Winter haben wir kaum Zeit dafür.

Dr. Christoph Sommer, Chefarzt Unfallchirurgie / Allgemeinchirurgie und Leiter der Unfallchirurgie am Kantonsspital Graubünden (Stand Dez 2009)

Abschliessend steht dann im ersten Artikel unter der Ziffer 1a6:

Der Bundesrat legt die Kriterien und Richtwerte für Einschränkungen und Erleichterungen des wirtschaftlichen und gesellschaftli­chen Lebens fest. Er berücksichtigt nebst der epi­demiologischen Lage auch die wirtschaftlichen und ge­sellschaftlichen Konsequenzen.

Ist der Impfwillige erwachsene Teil der Bevölkerung ausreichend geimpft, so sind die Kapazitätsbeschränkungen für öffentlich zugängli­che Einrichtungen und Betriebe so­wie Veranstaltungen und private Zusammenkünfte aufzuheben. Angemessene Schutzkonzepte sind möglich, sofern sie verhältnismässig sind.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Hierzu stelle ich folgende Fragen: Welche gesellschaftlichen Konsequenzen berücksichtigt der Bundesrat genau? Auch die Tatsache, dass er das Volk spaltet? Die Tatsache, dass Bürger, welche sich mit dem eingeschlagenen Weg nicht einverstanden erklären, keinen anderen Weg mehr sehen, als zu Demonstrieren und teils zu randalieren? – Versteht mich nicht falsch, ich unterstütze diese Randalen in keinster Art und Weise, aber es ist für mich ein Ausdruck der Verzweiflung und der Hilflosigkeit. Auch eine gesellschaftliche Konsequenz, die der Bundesrat aber geflissentlich übergeht.

Ist der impfwillige Teil ausreichend geimpft… das heisst, dass sich der nicht impfwillige Teil auch nicht zwingend impfen lassen muss – oder? Ausreichend geimpft? Was heisst das? Am 21.10.2021 erklärte Berset den Medien, es müsse bei den Ü 65-Jährigen eine Impfrate von 90-95 Prozent erreicht werden, um die Massnahmen aufheben zu können. Derzeit liege man bei 88.5 Prozent. Bei den 18-64-Jährigen seien rund 80 Prozent nötig, im Moment liege man bei 71 Prozent. (Link zum Text)

Nun, das klingt für mich so, als sei man schon sehr nahe am Ziel und mal ehrlich, die rund 11 und rund 29 Prozent, die noch nicht geimpft sind in den beiden Altersklassen, können nicht der Grund sein, dass man das Volk weiter gängelt. Lasst die doch einfach in Ruhe nicht geimpft sein.

Gleichentags erklärt der Gesundheitsminister, es seien 58,5 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft. Und alle finden das tragisch, weil die Impfquote viel höher sein müsste. Aber gut zuhören bzw. genau lesen ist angesagt:

58,5% der GESAMTBEVÖLKERUNG ist vollständig geimpft. Die Gesamtbevölkerung schliesst auch die Kinder ein, für welche die Impfung noch nicht empfohlen wird. Bei den Ü65er sind schliesslich 88,5 und bei den 18-64-Jährigen 71 Prozent geimpft. Schaut man das in einer Grafik nach Alters- oder Impfgruppen an, sieht das in etwa so aus:

Grafik nach Altersgruppen. Quelle: SRF- Impfungen, BAG, Stand: 28.10.2021, zuletzt aktualisiert um 1332 Uhr.
Grafik nach Impfgruppen. Quelle: SRF – Impfungen, BAG, Stand: 28.10.2021, zuletzt aktualisiert um 1332 Uhr.

Und das wäre das Ziel:

Quelle: SRF

Also mal abgesehen von der Tatsache, dass ich das Impfziel völlig überrissen und gestört finde, so schlecht sieht es nicht aus und wäre grundsätzlich völlig ausreichend für die komplette Aufhebung sämtlicher Massnahmen. Massnahmen, die der Bund, wie vorher erklärt, jetzt mittels einem dringlichen Geschäft wieder ohne Befragung des Volkes bis Ende 2022 verlängern und durchs Parlament durchboxen will.

In Artikel 3 Absatz 6 steht dann:

Der Bund fördert die Durchführung von Covid-19-Tests und trägt die ungedeckten Kosten. Der Bundesrat regelt die Einzelheiten in Zusammenarbeit mit den Kantonen.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Was genau heisst „die ungedeckten Kosten“? Jeder, der sich nicht impfen lässt, aber ins Kino, den Zoo, ins Restaurant oder sogar an die Basler Herbstmesse will, muss ein Zertifikat vorweisen können und sich entsprechend testen lassen – auf eigene Kosten. Wo ist jetzt diese Kostenübernahme?

Unter Artikel 6a22 ist das Covid-Zertifikat geregelt. Es wird zwar nie so genannt aber der Fall ist klar:

Der Bundesrat legt die Anforderungen an den Nachweis einer Covid-19-Impfung, einer Covid-19-Genesung oder eines Covid-19-Testergebnisses fest.

Der Nachweis ist auf Gesuch hin zu erteilen.

Der Nachweis muss persönlich, fälschungssicher, unter Einhaltung des Datenschutzes überprüfbar und so ausgestaltet sein, dass nur eine dezentrale oder lokale Überprüfung der Authentizität und Gültigkeit von Nachweisen möglich ist und er möglichst für die Ein- und Ausreise in andere Länder verwendet werden kann.

Der Bundesrat kann die Übernahme der Kosten des Nachweises regeln.

Der Bund kann den Kantonen sowie Dritten ein System für die Erteilung von Nach­weisen zur Verfügung stellen.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Das heisst, mit der Ablehnung des Covid-Gesetzes, fällt auch die Zertifikatspflicht. Der Bundesrat hat dann nämlich keine Grundlage mehr diese unsägliche Zertifikatspflicht aufrecht zu erhalten.

In den Artikeln 11, 12 und 13 werden die finanziellen Hilfeleistungen und Härtefallmasnahmen für Unternehmen, im Bereich der Kultur und im Sportbereich geregelt.

Das ist wichtig und richtig. Allerdings bedingen diese Hilfen kein Covid-Gesetz. Diese Unterstützungsleistungen können völlig unabhängig von den weiteren, Persönlichkeitsrechte einschränkenden Massnahmen geregelt werden. Man tut es einfach nicht. Und die Frage nach dem Warum lässt sich sehr einfach beantworten: Diese drei Artikel sind der Garant für die Annahme des Gesetzes. Finden wir das fair? Also ich nicht.

Für mich klingt das irgendwie sogar nach Erpressung. Böses Wort. Ein anderes finde ich aber leider nicht.

Wichtig ist noch anzumerken, dass alle Artikel anfangen mit „der Bund kann“. Er könnte also. Manchmal will er einfach nicht: Gemäss einer Berichterstattung der NZZ läuft das Härtefallprogramm des Bundes Ende Jahr nämlich aus. Hier für alle, die kein NZZ-Abo haben, der Auszug aus dem Text:

Quelle: NZZ am Sonntag , 11.09.2021

Natürlich denken sich jetzt viele, das werde mit der Verlängerung des Covid-Gesetzes ändern und die finanzielle Unterstützung sei mit der Annahme des Gesetzes gesichert. Doch das ist ein Trugschluss. Alles kann, nichts muss.

Ausserdem ist es eher unwahrscheinlich, dass der Bund weiterhin finanzielle Hilfe in grösserem Rahmen leistet, wenn man bedenkt, wie viele Unternehmen diese Hilfe bereits ausgenützt haben:

Insgesamt werden gemäss NZZ 219 Firmen verdächtigt, Corona-Hilfen angenommen und gleichzeitig Aktionären Dividenden ausbezahlt zu haben. Auch der Blick berichtete darüber und titelte sogar „Bschiss beim Corona-Kredit“. Und TopOnline weiss sogar, dass es sich bei diesen 219 Firmen nur um die Missbräuche im ersten Quartal handelt. Wenn das in jedem Quartal rund 200 Firmen sind – dann wären das aufs Jahr zwischen 800 und 1000 Firmen. Das klingt dann nicht mehr so harmlos wie die 219. Gemäss geltendem Covid-Gesetz hätten die Firmen aber gar keine Dividenden ausbezahlen dürfen, wenn sie Corona-Hilfe erhalten haben:

Die Gewährung einer Härtefallmassnahme setzt voraus, dass das unterstützte Unternehmen für das Geschäftsjahr, in dem die Härtefallmassnahme ausgerichtet wird sowie für die drei darauffolgenden Jahre:

a) keine Dividenden und Tantiemen ausschüttet oder deren Ausschüttung beschliesst; und

b) keine Rückerstattung von Kapitaleinlagen vornimmt oder beschliesst.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Schliesslich ist auch der Artikel 21 wichtig – nein, sogar entscheidend. Da steht nämlich drin:

Die Artikel 1 und 17 (Buchstaben a-c) gelten bis zum 31. Dezember 2022.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Wovon der Artikel 1 die Macht des Bundesrates weiter bestätigt. In Artikel 17 geht es um die Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit und die familienergänzende Kinderbetreuung.

Weiter heisst es:

Die Geltungsdauer von Artikel 1 nach Absatz 4 wird bis zum 31. Dezember 2031 verlängert.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Die Absätze 4, 5 und 6, welche von dieser nochmals 10-jährigen Verlängerung betroffen sind umfassen:

4 Er informiert das Parlament regelmässig, frühzeitig und umfassend über die Umsetzung dieses Gesetzes. Er konsultiert die zuständigen Kommissionen vorgängig über die geplanten Verordnungen und Verordnungsänderungen.

5 In dringlichen Fällen informiert der Bundesrat die Präsidentinnen oder Präsidenten der zuständigen Kommissionen. Diese informieren umgehend ihre Kommissionen.

6 Der Bundesrat und die Kantone orientieren sich bei der Anordnung von Massnahmen an den verfügbaren, zeitlich und regional vergleichbaren Daten, die auf die Gefahr einer Überlastung des Gesundheitssystems, erhöhter Sterblichkeit sowie schwerer Krankheitsverläufe hindeuten.

Quelle: Bundesgesetz über die gesetzlichen Grundlagen für Verordnungen des Bundesrates zur Bewältigung der Covid-19 Epidemie.

Sind wir uns dessen wirklich bewusst?

Auf easyvote.ch ist ausserdem zu lesen:

Alle personen, die geimpft, genesen oder getestet sind, erhalten das Covid-Zertifikat. Das Covid-Zertifikat bleibt weiterhin für die ganze Bevölkerung freiwillig. Das Covid-Zertifikat wird für Veranstaltungen, Restaurantbesuche oder die Reise ins Ausland genutzt.

Quelle: easyvote.ch

So, das Zertifikat ist also freiwillig – ja klar. Man kann ohne es einfach nicht mehr:

  • in Restaurants;
  • in Kinos;
  • in Zoos;
  • an die Hochschule (BILDUNG!!!);
  • an Konzerte;
  • an Fussball-/Eishockeyspiele;
  • in Schwimmbäder;
  • in Fitnesscenter;
  • in Museen;
  • ins Theater;
  • an die Basler Herbstmesse;
  • in Clubs und Bars;
  • Hochzeiten ausserhalb von Privaträumen (wer feiert schon zu Hause?);

…aber klar. Ist alles freiwillig.

Ausserdem brauchen übrigens Mitarbeitende von Betrieben mit Zertifikatspflicht selber nicht zwingend ein Zertifikat. Aha. Ja okay, verstehe ich nicht aber OKAY…?!

Quelle: SRF

Zum Zertifikat gilt es noch folgende Überlegung zu machen:

Ich, geimpft und mein Kollege, ungeimpft aber getestet – beide mit entsprechendem Zertifikat, gehen zusammen feiern. Wir hocken eine Nacht zusammen in einem Club. Trinken, tanzen, lachen. Was ich nicht weiss, ich trage den Virus in mir. Doch als Geimpfte merke ich nichts davon – ich kann den Virus aber problemlos weitergeben. Quintessenz: mein Kollege wird Tage nach unserer tollen Clubnacht positiv getestet. So. Und was genau hat ihm jetzt die Zertifikatspflicht gebracht? Nichts.

Das Zertifikat wiegt die Bevölkerung in einer Sicherheit, die nicht gegeben ist. Geimpfte geben das Virus weiter. Das ist übrigens bei jeder Impfung so. Macht ja auch Sinn. Ich lasse mich ja nicht impfen, damit andere nicht krank werden, sondern damit ICH nicht krank werde. Du spannst ja deinen Regenschirm auch nicht auf, damit ich nicht nass werde – oder?

Das Zertifikat ist also genau für gar nix.

Spannend wird es ja jetzt, wo die ersten Impfungen auslaufen werden. Damit läuft auch die Gültigkeit des Zertifikats ab. Booster-Impfungen sind im Moment aber nur für Ü65-jährige empfohlen, berichtet unter anderem die Luzerner Zeitung. Empfohlen ist sie aber auch für Risikopatienten, etwa Immunsupprimierte, die bei der ersten Runde Gefahr gelaufen sind, dass der Körper gar keine Immunreaktion aufgezeigt hat.

Die Luzerner Zeitung zitiert die Eidgenössische Kommission für Impffragen (EKIF) und das BAG wie folgt: „Eine Auffrischungsimpfung für die gesamte Bevölkerung erachten EKIF und BAG im Moment nicht für angezeigt.“

Okay, und was ist mit all den Zertifikaten, deren Gültigkeit abläuft? Müssen sich dann plötzlich alle testen lassen? Vor allem hiess es am 26.10.2021 noch, dass die Booster-Impfung die Gültigkeit des Zertifikats nicht verlängert:

Quelle: BaZ Online

Doch schon wenige Stunden später, im Rahmen der SRF Sendung „10vor10“ korrigierte Christoph Berger von er EKIF diese Aussage wieder:

Quelle: SRF

Ich kann verstehen, dass Berger es nicht für wünschenswert erachtet, dass sich Menschen eine dritte Impfung spritzen lassen, um das Zertifikat zu erhalten. Nur, genau das wird passieren.

Wer „berechtigt“ ist, eine dritte Impfung zu erhalten, bzw. wem es empfohlen wird, dessen Zertifikat wird wieder um 365 Tage verlängert. Und die anderen? Berger sagt ja klar, dass die U65er und grösstenteils auch jene zwischen 65 und 80 Jahren noch tiptop geschützt sind. Warum wird dann deren Zertifikat nicht verlängert? Oder anders: Warum schaffen wir das Zertifikat nicht einfach ab?

Und: versteht mich jetzt richtig. Ich weiss, man braucht das Zertifikat teils für Reisen ins Ausland. Wer eine solche Reise unternehmen will und sich dafür ein Zertifikat anschafft, okay. Aber in unserem eigenen Land. In unserer eigenen Heimat. Als nicht Zertifikatsinhaber derart diskriminiert zu werden, ist eine Schande.

Und jetzt stelle ich noch eine Frage: Das Zertifikat wird um 365 Tage verlängert. Gemäss Bundesrat gilt das Zertifikat aber:

Solange es die epidemiologische Lage erfordert, oder bis maximal 24. Januar 2022.

Quelle: SRF
Quelle: SRF

Warum also muss das Zertifikat um 365 Tage verlängert werden?

Klar werden jetzt Einige denken: „Ja komm, bis zum 24. Januar ist ja nicht mehr lange“. Ich verspreche Euch aber, dass bei einer Annahme dieses Gesetzes, der Bundesrat seinen Handlungsspielraum von Artikel 1 ausnutzen und die Zertifikatspflicht verlängern wird. Garantiert.

Und dem, der jetzt noch immer das Gefühl hat, dass es uns besser geht als den umliegenden Ländern, die noch viel restriktiver sind, wo die Leute ohne Zertifikat nicht mal mehr arbeiten gehen dürfen, lege ich den Artikel von Fabian Pöschl (20 Min) ans Herz:

In diesem Artikel berichtet der Journalist darüber, dass gewissen Unternehmen Mitarbeitenden, die kein Zertifikat haben und sich Tests verweigern, den Lohn streichen können. Dies mit der Begründung: „Dann ist man nicht mehr einsetzbar und ohne Arbeit gibt es keinen Lohn“, rechtfertigt der Arbeitsrechtler Nicola Facincani diese Massnahme.

In einem Zürcher Unternehmen, einer Sicherheitsfirma, ist es so, dass man ohne gültiges Zertifikat keinen Lohn und ohne Impfung keinen Bonus ausbezahlt bekommt (Quelle: 20 Min). Seit wann sind Boni an Impfungen geknüpft? Boni gibt es für die geleistete Arbeit… Im Jahr 2021 offenbar nicht.

Klar ist, dass somit eine Spaltung unter den Angestellten drohe, denn es sei auch denkbar, dass gewisse Unternehmen nur noch die Geimpften, Getesteten und Genesenen in die Kantine, Cafeteria oder Sitzungsräume lassen. Ein Vertreter der Gewerkschaft Unia bestätigt gegenüber 20Minuten, dass Firmen von ihren Angestellten ein Zertifikat einfordern dürfen. Zugangsbeschränkungen für Angestellte ohne Zertifikat fände er aber diskriminierend. Na hallo – der hat’s verstanden.

Ebenfalls in diesem Artikel sieht man, dass an an der Hochschule Luzern rund 20 Studierende ihr Studium abgebrochen haben, weil für das Studium die Zertifikatspflicht gilt. Das heisst, entweder der Studi ist geimpft oder er lässt sich 2-3 Mal die Woche testen. Harter Tobak für den Geldbeutel eines Studenten.

Viele Befürworter der Massnahmen kritisieren das Referendumskomitee und behaupten, die Leute, die gegen das Covid-Gesetz stimmen und damit argumentieren, dass man die Impfpflicht nicht wolle, etwas abschaffen wollen, das es gar nicht gibt: die Impfpflicht.

Okay, schauen wir in meinem Text zurück: Ja, es gibt de Jure keine Impfpflicht, denn auch das Zertifikat sei freiwillig, betont der Bundesrat immer wieder gerne.

Wenn man sich aber anschaut, was man alles nicht mehr tun kann, ohne Zertifikat: nämlich an einem Grossteil des gesellschaftlichen Lebens teilnehmen, nicht mehr studieren und teils nicht einmal mehr arbeiten darf und man bedenkt, dass die Tests inzwischen aus der eigenen Tasche bezahlt werden müssen (ausser, wenn der Arbeitgeber ein Zertifikat verlangt, dann muss er für die Tests aufkommen) und das mit der Zeit (wenn man für jedes Feierabendbier einen Test machen lassen muss) ins Geld geht und es günstiger sich impfen zu lassen als ständig Tests zu finanzieren – wie freiwillig ist die Impferei dann noch? De Facto haben wir also eine Impfpflicht – zumindest eine indirekte.

Für mich ist klar, etwas Anderes als ein NEIN kommt nicht in die Urne.

Ich hoffe, dass ich euch inhaltlich ein bisschen aufzeigen konnte, worum es geht. Ich respektiere die Meinung jedes Einzelnen und ich weiss, der Text war lang. Aber ich habe mir von Herzen die Zeit genommen, dies alles niederzuschreiben und ich hoffe, es nehmen sich einige die Zeit, den Text zu lesen und sich einige Gedanken dazu zu machen. Wenn ihr zum gleichen Schluss kommt wie ich, freue ich mich. Wenn nicht, dann habt ihr euch wenigstens die Zeit genommen, euch meine Argumente durchzulesen und habt euch vielleicht doch auch ein paar Gedanken dazu gemacht. Und das ist es, was in einer direkten Demokratie zählt.

Miteinander reden, diskutieren und vor allem: einander zuhören und einander ernst nehmen.

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Lukas Engelberger spaltet die Bevölkerung bewusst

Ja, das denke ich tatsächlich. Und ich bin der Überzeugung, dass ein Mann, der Folgendes im Interview mit dem Tagesanzeiger sagt, online erschienen (Abo) am 12.09.2021, für dieses Land als politischer Amtsträger nicht mehr haltbar ist:

Quelle: Tagesanzeiger

„Ungeimpfte sind Teil des Problems, Geimpfte dagegen Teil der Lösung“. Ich musste es wirklich mehrmals lesen, bis ich wirklich verstanden habe, was der Basler Gesundheitsdirektor und Präsident der Gesundheitsdirektorenkonferenz da tatsächlich gesagt hat. Das Originalzitat stammt von Eldridge Cleaver, „einem drogenabhängigen Kriminellen, der sich zunächst den Black Panthers zuwandte, um in späteren Jahren dann als anti-kommunistischer Reborn Christian sein Unwesen zu treiben“ (Quelle: brill.com)

Herr Dr. iur. Advokat, LL.M., dafür, dass Sie sich tatsächlich das Recht heraus nehmen – ohne jemals eine medizinische, biologische oder chemische Fakultät von innen gesehen zu haben – eine solche Aussage zu tätigen, sollten Sie sich in Grund und Boden schämen. Das ist eines politischen Amtsträgers nicht würdig!

Obwohl, was ist von jemandem zu erwarten, der während 11 Jahren als Unternehmensjurist bei der Hoffmann-La Roche gearbeitet hat? 2014 schrieb die „Schweiz am Sonntag“ (Artikel online nicht verfügbar): „Nicht zu rechts, nicht zu l inks, nicht zu forsch. Dabei: pharmafreundlich.“ Engelberger selber erklärte damals: „Die Pharma hat keinen fixen Sitz in der Regierung. Niemand hat das. Dass ich wie Carlo Conti (sein Vorgänger im RR BS – Anm. d. R.) vor seiner Wahl in den Regierungsrat bei der Roche angestellt bin, ist ein Zufall.“ – Ich persönlich glaube nicht an solche Zufälle schon gar nicht, wenn ich dann weiter lese, was Engelberger noch gesagt hat: „Trotzdem ist es wichtig, dass die Interessen der Pharmabranche in der Politik zur Kenntnis genommen werden. Sie ist nicht nur wichtig für unseren Kanton. Sie ist auch wichtig für unser Land – und das wird manchmal unterschätzt.“

Quelle: Tageswoche

Werter Herr Dr. iur., ich glaube hier überschätzen Sie sich. Die Tatsache, dass Sie auch im Institutsrat von Swissmedic sitzen macht Sie nicht unbedingt glaubwürdiger und die Tatsache, dass die Roche weltweit die Rechte an der PCR-Technologie besitzt, auch nicht wirklich.

Die Ausnahmebewilligung für das Angebot von SARS-CoV-2 Rapid Antigen Test Nasal hat die Roche von der Swissmedic bekommen. Der Zusammenhang zwischen der Roche der Swissmedic und Engelberger kann Zufall sein – aber ich glaube nicht an Zufälle.

Auf Facebook erklärt Engelberger, dass für eine nachhaltige Rückkehr zur Stadtkultur die „Sicherheit vor Krankheit“ fehlt. Klar spielt er auf Corona an, sagt es aber nicht so. Vor Krankheit ist man nie sicher und vor dem Tod schon gar nicht. Solche Aussagen halte ich für höchst gefährlich und unseriös:

Quelle: Facebook

Irrwitzige Forderungen

Für genau so unseriös halte ich übrigens auch nachfolgende Aussagen Engelbergers im Rahmen des Interviews:

  • “ Der Grundsatz soll bleiben, dass das Zertifikat dort gilt, wo man freiwillig hingeht.“
    • Warum soll dann auch an obligatorischen Schulen eine Zertifikatspflicht eingeführt werden? Ich für meinen Teil ging nicht freiwillig in die Schule… – und auch nicht in die Klassenlager.
Quelle: 20 Min

Klar sprechen wir hier „nur“ vom Klassenlager – aber hey, ich wurde auch nicht gefragt, ob ich ins Klassenlager will. Ich musste einfach gehen. Punkt. Und in der Regel kam ich mit einer üblen Bronchitis nach Hause – woher ich die auch immer hatte. Aber ich habe überlebt.

  • „Hingegen könnten wir eine Zertifkatspflicht in den Tourismusbahnen überlegen.“
    • Also im öffentlichen Verkehr braucht man kein Zertifikat, in der Gondel aber schon? Achso und natürlich auch auf dem Sessellift… und dem Skilift….? Echt jetzt? Das ist doch nicht kontrollierbar. Und ausserdem werden die Skigebiete wieder mit starken Ausfällen rechnen müssen. Denn wer sich nicht impfen lassen will, der testet. Der testet während seinen 1-2 wöchigen Skiferien etwa 1-2 Mal pro Woche – auf eigene Kosten. Ich bin nicht sicher, ob sich Menschen, die sich nicht impfen lassen wollen, das wirklich antun. Und bei manch einem wird dann Folgendes passieren: er lässt sich impfen. Aber nicht, weil er sich schützen will, sondern weil er seine Ferien geniessen will. Extrinsische Motivation ist meines Erachtens hier völlig fehl am Platz.
  • „Nicht die Impfung und auch nicht das Zertifikat spalten die Gesellschaft, sondern das Virus.“
    • Interessant, in Auseinandersetzungen wird selten über das Virus diskutiert, sondern vielmehr über den Umgang mit der Pandemie seitens der Politik. Es ist die politische Diskussion, welche die Bevölkerung spaltet – nicht das Virus. Es ist immer menschlich getrieben, wenn eine Gesellschaft so auseinanderbricht. Das war bei den Kreuzzügen so, das war im Nationalsozialismus so, das war im Kommunismus so, die Apartheid in Südafrika war ebenfalls menschlich getrieben, der Jugoslawien-Krieg, der von einem Tag auf den anderen Nachbarn zu Feinden machte war menschlich getrieben… ich glaube nicht, dass ich noch weitere Beispiele aufzählen muss. Ein Virus war nie der Auslöser einer solchen gesellschaftlichen Krise.
  • „Es ist wichtig, die Debatte darüber zu führen, dass es auch eine gewisse gesellschaftliche Verantwortung gibt, sich impfen zu lassen.“
    • Ehm…. nein. Wie das RKI selber sagt, kann eine geimpfte Person das Virus weitergeben – wenn auch stark vermindert: „In der Summe ist das Risiko einer Virusübertragung stark vermindert. Es muss jedoch davon ausgegangen werden, dass einige Menschen nach Kontakt mit SARS-CoV-2 trotz Impfung (asymptomatisch) PCR-positiv werden und dabei auch infektiöse Viren ausscheiden.“
      So, das heisst also, dass ich als geimpfte Person andere Personen weiterhin anstecken könnte. Ich selber bin aber, auch das schreibt das RKI, vor einem schweren Verlauf geschützt.

Als halbwegs intelligenter Mensch schlussfolgere ich aus diesen Angaben, dass ich mit der Impfung in erster Linie mich selber schütze – nämlich vor einem schweren Verlauf. Und nicht den Rest der Bevölkerung. Übrigens bin ich der Meinung, dass ein Mensch, der sich nicht hat impfen lassen, sich das wohl überlegt hat und weiss, welchem Risiko er sich aussetzt und er wird für sich selber eine Risikobeurteilung gemacht haben. Wenn er sich nicht schützen will, ist das seine persönliche Entscheidung, die es zu respektieren gilt. Schliesslich ist diese Person mehr als genug über die Risiken aufgeklärt worden. Und in der Impfstrategie des Bundes (Stand 22.06.2021) steht klar drin, dass niemand gezwungen werden kann, sich impfen zu lassen. Hierzu gehört für mich aber auch, dass niemand indirekt gezwungen werden kann und niemand aufgrund seiner Entscheidung diskriminiert werden darf.

Covid-19-Impfstrateie BAG EKIF, Stand 22.06.2021

Für mich steht fest, mit seinen Aussagen, seiner extremistischen und konservativen Haltung gegenüber Menschen, die sich aus eigener Überzeugung nicht impfen lassen wollen, kreiert Lukas Engelberger eine Zweiklassengesellschaft und nimmt in Kauf, dass die Gesellschaft auseinanderbricht. Und er unternimmt nichts dagegen.

So jemand ist für die Schweiz nicht tragbar! Und ich erwarte von Lukas Engelberger klar einen Rücktritt, sollte das Covid-Gesetz im November bachab geschickt werden!

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Bundesrat ruft schweizerische Apartheid aus

Mir ist bewusst, dass ich mit dem Ausdruck der „Apartheid“ ganz tief in gewissen Wunden wühle aber per Definition heisst Apartheid nichts anderes als:

Apartheid ist ein im Völkerrecht definiertes Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Die Internationale Konvention über die Bekämpfung und Bestrafung des Verbrechens der Apartheid vom 30. November 1973 definiert es in Artikel II als „unmenschliche Handlungen, die zu dem Zweck begangen werden, die Herrschaft einer rassischen Gruppe über eine andere rassische Gruppe zu errichten und aufrechtzuerhalten und diese systematisch zu unterdrücken.

Wikipedia

oder

Apartheid: auf rassistischer Ideologie beruhende Politik der räumlichen Separation bzw. Rassentrennung. […] Auf Ebene der öffentlichen Einrichtungen (Parks, Theater, Transportmittel, etc…) führte die Apartheid durch bevölkerungsgruppenspezifisch strikt getrennte und genau geregelte Zugänge zur starken Einengung und räumlichen Diskriminierung individueller Aktionsräume. […] auf nationaler Ebene wurden Sonderzonen errichtet […]

Wirtschaftslexikon

oder

Politisch-gesellschaftliche Doktrin der Rassentrennung, nach der früher die einzelnen ethnischen Bevölkerungsgruppen in der Republik Südafrika voneinander getrennt wurden.

Duden

Und schon höre ich sie alle schreien „das kann man nicht vergleichen“, „das ist respektlos gegenüber der südafrikanischen Bevölkerung“, „das ist rechte Hetze“…. und…und…und…

Ja, der Vergleich ist extrem – das gebe ich zu. Aber die Situation ist auch extrem. Ich meine, irgendwie kommt mir die Art und Weise schon sehr bekannt vor. Was der Bundesrat heute ausgerufen hat ist genau das:

Zugang zu öffentlichen Einrichtungen wie Kino, Restaurants, Zoos, Hallenbäder, Fitnesscenter, etc. nur noch mit Covid-Zertifikat. Ein Zertifikat, das man erhält, wenn man entweder geimpft, getestet (auf eigene Kosten) oder genesen ist (nur 6 Monate gültig). Gesund gibt’s nicht mehr – bzw. wird komplett ausgeklammert.

Quelle: BAG

Also ich verstehe richtig: draussen auf der Restaurantterasse verbreitet sich das Virus nicht, da brauchen wir kein Zertifikat, auch vor Gassenküchen und Restaurationsbetrieben in Transitbereichen von Flughäfen – was ist mit den Restaurationsbetrieben in Transitbereichen von Bahnhöfen? Aber in Zoos – da ist man übrigens auch mehrheitlich draussen, wie auf der Restaurantterasse auch – da darf man nur mit Zertifikat rein und der Besuch von Aquaparks, die ja, wenn wir nicht gerade vom Alpamare oder vom Laguna Badeland sprechen, ebenfalls mehrheitlich draussen sind, ist auch nur noch mit Zertifikat möglich.

Quelle: BAG

Und auch hier verstehe ich richtig: Konzerte, Theater, Kino, Sportveranstaltungen (ob drinnen oder draussen) sind ebenso zertifikatspflichtig wie Privatanlässe und Hochzeiten? Allerdings sind aus Gründen des Grundrechtsschutzes religiöse Veranstaltungen bis 50 Personen ausgenommen. Wenn man also mit maximal 50 Personen in der Kirche heiratet, braucht man kein Zertifikat – das gehört ja schliesslich zum Glauben. Wenn ich mir aber im Standesamt mit vier Personen das Ja-Wort geben will, dann brauche ich ein Zertifikat. – Ja logisch. Macht Sinn. *ironieoff*

Auch seine politische Meinung darf man künftig nur in Gruppen zu maximal 50 Personen zertifikatsfrei kund tun. Ist man 51 kostet die Widerhandlung CHF 100.– (im besten Fall):

Für die Kontrolle dieser unsäglichen Regeln sind dann aber wiederum die Kantone zuständig. Das Unangenehme – um nicht zu sagen schlicht nicht Durchführbare – wird vom Bund seelenruhig wieder an die Kantone delegiert. Und diese werden dann von Alain Berset wieder gerügt, wenn sie nicht so spuren wie er sich das vorstellt.

Das Puff um Spitalbetten

Die Einführung der Zertifikatspflicht in – naja sagen wir der Mehrheit – der öffentlichen Anstalten, begründet der Bundesrat mit der aktuell kritischen Lage in den Spitälern:

Quelle: BAG

Daher mache ich jetzt einen kleinen Exkurs in das Puff um die Spitalbetten:

Obwohl die Zahl der Ansteckungen nach wie vor relativ tief bleibt im vergleich zum vergangenen Herbst und sich relativ stabil hält und obwohl in der Zwischenzeit mehr als 50% der Bevölkerung durchgeimpft ist, laufen unsere Spitäler am Anschlag? Jetzt schon? Was wenn die vierte (oder ist es doch erst die dritte) Welle wirklich einschlägt wie die zweite? Es kursieren ja spannende Gerüchte darum, dass die Spitäler trotz Notstand Intensivbetten und Pflegepersonal abgebaut haben sollen. So berichtet etwa die Seite medinside.ch.

Während meiner Recherchen bin ich übrigens auf diesen Bericht des Verbands Zürcher Krankenhäuser gestossen, den ich irgendwie nicht einordnen kann, der mich aber dennoch stutzig macht mit Blick auf die aktuelle Situation. Insbesondere dieser Teil:

Quelle: vzk

Wenn mir jemand beim Einordnen helfen kann, bin ich dankbar.

Weiter schreibt die Weltwoche, dass von den im März 2020 1400 vorhandenen Intensivbetten im September 2021 nur noch 852 vorhanden sind. Mich würde interessieren, wo sie diese Zahlen gefunden haben. Denn ich finde beim BAG beim besten Willen nur die Auslastung und keine effektiven Zahlen. Und Stand 08.09.2021 sind 78,7% der Spitalbetten ausgelastet und 80,5% der Intensivbetten. Wovon 3% auf der Gesamtauslastung zu Lasten von Covid-Patienten geht und rund 33,3% der Intensivbetten von Covid-Patienten belegt sind.

In diversen Gesprächen erzählt man mir, dass „im Kanton Aargau ganz normal Operationen durchgeführt werden, keine Spur von Aufregung wegen Überbelastung“. Eine andere Stimme erzählt mir, im Inselspital Bern seien 80% der Intensivbetten belegt, davon 1 Covid-Patient.

Nun, was diese Spitalüberlastung betrifft, weiss ich wirklich nicht mehr, was ich glauben soll und es bleibt für mich schlicht nicht nachvollziehbar. Was ich aber weiss, dass die Zahl der Hospitalisationen im Moment deutlich tiefer ist als noch Ende 2020 (KW49 2020 782 / KW 34 2021 393 – siehe nachfolgnde Screenshots) und trotzdem schreien alle um Hilfe…. und diese Rechnung geht für mich einfach nicht auf.

Quo vadis Bundesrat

Aber zurück zum Anfangsthema, die Ausweitung dieser Zertifikatspflicht: sind wir uns bewusst, dass auch Jugendliche ab 16 Jahren zertifikatspflichtig sind? Sind wir uns bewusst, dass diese Jugendlichen ihre Tests, wenn sie in den Ausgang wollen, selber bezahlen müssen? Man hält sie für nicht erwachsen genug, ein Fahrzeug zu lenken, eine Steuererklärung oder einen Stimmzettel auszufüllen – aber einen PCR-Test oder einen Schnelltest selber bezahlen, das können sie. Nein, das ist dann natürlich die Pflicht der Eltern, die dann, wohl oder übel den armen Teenie zum Impfen schicken, weil das im Porte-Monnaie weniger weh tut als Woche für Woche den Filius oder das Töchterchen zum Testen zu schicken…

Und die Durchführung eines Schnelltests muss dann noch genau getimed werden, denn was, wenn der 24h Test plötzlich mitten auf der Tanzfläche, beim scheuen Annäherungsversuch an ein hübsches Mädel oder einen sexy Jungen ausläuft? Und gerade die letzte aufgeworfene Frage zeigt aus meiner Sicht auf, wie absurd die ganze Geschichte ist.

Klar, man könnte jetzt sagen, lass dich einfach impfen, dann haste das Problem wenigstens die nächsten 12 Monate nicht…

Das stimmt natürlich nur bedingt. Weil, und achtung, jetzt kommt mein grosses Outing:

ICH BIN GEIMPFT

Hihihi…. hättet ihr wohl alle nicht gedacht, oder? Also, ich habe mich schon Anfang 2021 impfen lassen, weil ich immunsupprimiert bin. Ausserdem bin ich ja kein Verschwörungstheoretiker und intelligent genug, der Wissenschaft zu vertrauen – aber nicht blind. Ausserdem bin ich realistisch genug zu wissen, dass ich nicht weiss, was das Virus mit meinem supprimierten Immunsystem anstellt und wie mein Körper darauf reagiert. Also habe ich mich, um mich zu schützen, impfen lassen. Darum brauche ich auch kein bescheuerdes Covid-Zertifikat. Um anderen zu beweisen, dass ich mich schütze? Nicht mal vielleicht!

Denn ja, wir Geimpften schützen in erster Linie uns selber. Wir schützen nicht die anderen. Denn der Schutz vor Corona beträgt etwa bei der Pfizer Impfung 95%. Das heisst aber nicht, dass wir das Virus nicht weitergeben können. Sicher schlechter, aber wir können. Das geht auch aus einem Bericht des SWR hervor. Die Geschichte von wegen Solidarität zieht hier also nicht vollumfänglich.

So, das heisst, dass jeder für sich entscheiden kann, ob er sich selber schützen will oder nicht. Wer das nicht tut, der ist deswegen kein schlechter, assozialer oder dummer Mensch. Es ist einfach ein Mensch, der anderer Meinung ist und mit seinem Körper anders umgeht. Und das ist okay.

Daher akzeptiere ich es nicht, dass Personen, die nicht geimpft sind, benachteiligt, ausgegrenzt oder unter Druck gesetzt werden! Und darum weigere ich mich auch, ein Covid-Zertifikat auf mein Handy zu laden, weil ich was meine Gesundheit anbelangt niemandem ausser mir selber Rechenschaft schuldig bin. Punkt. Aber ohne Zertifikat können auch Geimpfte nicht in den Zoo, ins Hallenbad oder ins Restaurant. So gesehen bin ich ja auch solidarisch – mit den Ungeimpften…

Indirekter Impfzwang

Apropos unter Druck setzen: was jetzt hier läuft ist ein indirekter Impfzwang. Ich erkläre euch jetzt auch gleich warum. Wenn ich mich nicht impfen lasse, muss ich mich testen lassen um etwa ins Kino, in den Zoo oder ins Restaurant zu kommen. Das ist das Eine – aber jetzt muss ich den Test auch noch selber bezahlen? Geht’s noch? „Der Bund“ hat hierzu einige berechtigte Fragen gestellt.

Wer bezahlt denn die Impfung? Der Bund. Genau. Wer ist der Bund? Der Steuerzahler. Aha. Wenn man sich also aus Überzeugung nicht impfen lässt, sondern mehrmals pro Woche zum Testen auf Selbstkosten rennt, muss man dann dafür weniger Steuern zahlen? Oder kann man die Testkosten an den Steuern abziehen? Ich frage ja nur…

Achso und weil sich ja die nicht geimpften Coronakranken auf den Intensivstationen stapeln, will man einführen, dass diese ihre Spitalkosten selber tragen sollen. Das verlangte zumindest Mauro Poggia, der Genfer Gesundheitsdirektor. Die Präsidentin der nationalen Ethikkommission, Andrea Büchler, hält fest, dass die Ethikkommission solche Überlegungen klar ablehnt (SRF).

Poggia begründet seine Forderung damit, dass diese Patienten ja die Chance gehabt hätten, das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs zu minimieren. Okay, dann fällt aber unser ganzes Solidaritätssystem im Gesundheitswesen in sich zusammen. Denn dann sollen doch bitte auch Motorradfahrer, die schwer verunfallt sind, ihre Kosten selber tragen. Sie hätten das Risiko minimieren können, wären sie stattdessen Auto gefahren. Und auch die Skitourenfahrer bezahlen künftig ihre Kosten selber, denn sie hätten das Risiko minimieren können, wenn sie nicht abseits der Pisten gefahren wären. Und jeder an Lungenkrebs erkrankte Mensch, der zufällig auch noch Raucher war irgendwann in seinem Leben, bezahlt seine Gesundheitskosten auch selber, denn schliesslich hätte er das Risiko minimieren können, wenn er nicht geraucht hätte… Da bin ich schon froh, habe ich „nur“ MS – denn da ist noch immer nicht klar, durch was es ausgelöst wird und so hatte ich ja auch keine Chance, das Risiko zu minimieren. Schwein gehabt. *ironieoff*

Ruth Humbel übrigens, Nationalrätin der Mitte, wollte, dass sich Ungeimpfte hinten anstellen müssen. Auch dem steht die Ethikkommission kritisch gegenüber, denn man dürfe Menschen in den Spitälern nicht aufgrund ihres Impfstatus anders behandeln.

Nathalie Rickli, Regierungsrätin im Kanton Zürich und SVP Politikerin will sogar, dass Impfgegner „eine Patientenverfügung ausfüllen, die bestätigt, dass man im Fall einer Covid-Erkrankung keine Spital- und Intensivbehandlung will.“ Das sei echte Eigenverantwortung. Jetzt muss ich schon sagen, alle die immer auf der SVP rumhacken, von wegen die SVP ist die Partei mit den sogenannten Covidioten, den Massnahmengegnern, die Corona-opportunistische Partei – Nathalie Rickli gehört nach wie vor der SVP an… Damit sind alle Vorwürfe, die SVP (also die Partei ganz allgemein) wolle sich nicht an Massnahmen halten widerlegt. Wir sprechen hier längst nicht mehr von Parteienpolitik. Nur, auch das scheint keiner zu merken.

Und zu allem Überfluss gibt der Bundesrat auch den Arbeitgebern den Freipass, bei den Angestellten nach dem Covid-Zertifikat zu fragen.

Quelle: BAG

Das ist schwammig formuliert. Man dürfe das Zertifikat nur überprüfen, wenn es dazu dient die Teskonzepte umzusetzen oder angemessene Schutzmassnahmen festzulegen – also de facto im Moment zu jedem Zeitpunkt. Immerhin muss der Arbeitgeber die Kosten tragen, wenn er von seinen Arbeitnehmenden einen Test verlangt. Was passiert jetzt wenn ich kein Zertifikat habe? Ja, ich bin geimpft, aber nicht im Besitz eines bescheuerten Zertifikats…. Kann man mir jetzt kündigen? Wenn ich geimpft bin aber kein Zertifikat habe? Wenn ich mich testen lasse aber kein Zertifikat runterlade? Wenn ich einfach nur gesund bin und bleiben möchte? Ist das jetzt ein Kündigungsgrund? Ich frage ja nur…

Zertifikatspflicht nur befristet

Ja meine Lieben, ich habe es tatsächlich gelesen, die Zertifikatspflicht ist befristet bis am 24. Januar 2022. Und: „Der Bundesrat kann die Massnahme auch früher wieder aufheben, sollte sich die Situation in den Spitälern entspannen.“ Nun, das lässt etwas hoffen – aber auch nicht wirklich. Denn erstens wird der Bundesrat den Teufel tun, die Zertifikatspflicht vorher aufzuheben und zweitens werden die Spitäler nicht aufhören zu „mimimimimimi“ und damit ist die Zertifikatspflicht bis Ende Januar für mich besiegelt.

Es steht aber nicht, dass die Zertifikatspflicht verlängert werden kann. Sie ist klar befristet bis am 24. Januar. Ob sich der Bundesrat dieses Mal an sein Versprechen hält? Oder endet es wie mit dem leeren Versprechen vom April dieses Jahres:

Die Ausweitung der Zertifikatspflicht ist eine starke gesellschaftliche und wirtschaftliche Einschränkung. Zugangsbeschränkungen sind ab Montag an der Tagesordnung und man droht heute damit, dass das nur besser wird, wenn sich mehr Leute impfen lassen. Das ist so in etwa genau das Gegenteil davon, was man uns im April versprochen hat.

Abraham Lincoln hat mal gesagt:

Man kann alle Leute einige Zeit, einige Leute alle Zeit aber niemals alle Leute alle Zeit zum Narren halten.

Ich hoffe, dass sich dieses falsche Spiel für die Regierung am 28. November rächt und das Referendum gegen das Covid-19-Gesetz diesmal durchkommt.

Hier möchte ich noch erwähnen, dass es wirklich wichtig ist, gut zu LESEN WIE DER ABSTIMMUNGSTEXT FORMULIERT IST. Ob es ein „JA“ zum Referendum braucht oder ein „NEIN“ zum Covid-Gesetz. Ich habe den Abstimmungstext noch nicht gesehen, aber je nach Formulierung kann das zu Missverständnissen führen. Also: gut lesen!

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Ruf nach Nazimethoden: GLP und Mitte wollen Ungeimpfte brandmarken

Es ist ruhig geworden um mich seit Januar diesen Jahres – oder war es Februar? Ehrlich gesagt, ich weiss es nicht mehr so genau. Aber nein, ich habe nicht aufgegeben – ich hatte einfach keine Kraft mehr, immer wieder das Gleiche zu sagen, zum gleichen Thema. Immer wieder auf diesen Positivitätsraten (die inzwischen so viel Wert sind wie ein gefülltes Robidog-Säcklein) rumreiten, auf der Pseudo-Auslastung der Spitäler…. Ich konnte einfach nicht mehr.

Doch heute wurde ich wachgerüttelt. Durch eine Schlagzeile im Tagi:

Ungeimpftes Pflegepersonal sollte sich mit Sticker kennzeichnen müssen

Zum Tagi-Bezahlartikel

Echt jetzt? Ich dachte wirklich, ich kippe aus den Latschen, als ich das gelesen habe. Hier fordert GLP-Präsident Jürg Grossen tatsächlich, dass man ungeimpftes Pflegepersonal mit einem „Sticker“ kennzeichnen soll:

Ja Herr Grossen, welche Form darf dann dieser Sticker haben? Kreisrund, quadratisch, dreieckig – oder vielleicht doch sternförmig?

Ja, ich mag diesen Vergleich mit Nazideutschland eigentlich auch nicht – aber es bleibt mir hier tatsächlich nichts anderes übrig. Haben wir nicht gelernt, dass die Stigmatisierung und Brandmarkung von Menschen im Desaster endet? Haben wir nicht begriffen, dass eine Zweiklassengesellschaft nie friedlich endet? Haben wir den Verstand verloren? Letzteres ist ganz einfach mit einem „Ja“ zu beantworten, wenn man den Artikel weiter liest. Dort fordert die Präsidentin der Gesundheitskommission, Ruth Humbel (Mitte), nämlich, dass auch in Gesundheitsinstitutionen (und wohl bemerkt, wir sprechen hier nur vom Pflegepersonal und nicht von den Patienten) Geimpfte von der Maskenpflicht befreit werden und nur noch die Ungeimpften Maske tragen müssten. Man würde sie dann statt am Sticker, am Tragen der Maske erkennen. – Ja, ich hielt das auch für einen schlechten Witz, aber seht selbst:

Geht es jetzt bei der Maske darum, andere zu schützen, oder geht es darum Menschen, die nicht gewillt sind, sich impfen zu lassen, bloss zu stellen? Ist die Maske nur noch ein Instrument zur Kasteiung der Bevölkerung?

Der ehemalige GLP-Präsident und Nationalrat Martin Bäumle geht sogar noch weiter. Er ist der Meinung, es gebe eine Rechtfertigung für weitergehende Einschränkungen in der Bundesverfassung. In der BUNDESVERFASSUNG. Zieht Euch das mal rein:

So, in der Bundesverfassung steht geschrieben, unter Artikel 10a3, Verbot der Verhüllung des eigenen Gesichts, dass man grundsätzlich im öffentlichen Raum das eigene Gesicht nicht verhüllen darf. Ausgenommen sind neben Sakralstätten auch Gründe der Gesundheit, der klimatischen Bedingungen und des einheimischen Brauchtums (Fasnacht, Tschäggättä, etc…):

SR 101 – Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft vom 18. April 1999 (admin.ch)

So, jetzt kleine Denksportaufgabe: ungeimpftes Personal soll Maske tragen. Eine Maske, von der wir immer wieder hören, dass man sie nicht zum Eigenschutz, sondern zum Schutz der anderen trägt… okay. Also, wenn man Nichtgeimpfte dazu zwingt, Maske zu tragen zum Schutz der Geimpften, die ja durch die Impfung geschützt sind, dann macht das in welchem Universum genau Sinn? Es müsste ja rein theoretisch umgekehrt sein. Nämlich die Geimpften, die den Virus zwar in sich tragen können, dieser aber dank der Antikörper nicht ausbricht, könnten den Virus rein theoretisch weiter übertragen – an die Nichtgeimpften. Also müssten eigentlich die Geimpften Maske tragen und nicht umgekehrt. Was wiederum heissen würde, dass man die Geimpften bestrafen würde dafür, dass Ungeimpfte von ihrem guten Recht, auf eine Impfung zu verzichten, Gebrauch machen.

Klar kann man sagen, ja das ist Gefährlich und die könnten krank werden – aber sie haben sich dafür entschieden, dieses „Risiko“ einzugehen. Sie haben sich dafür entschieden, nicht geimpft zu werden. Und Leute, das ist okay! Es sind nicht schlechtere Menschen, minderwertigere Menschen, bösere, assozialere Menschen. Nein. Es sind Menschen die eine Entscheidung getroffen haben. Punkt. Also lasst sie in Ruhe!

Aber zurück zum ursprünglichen Thema: Wofür ist jetzt die Maske genau? Für die Kasteiung des Volkes oder zum Schutz der Gesundheit? Denkt mal darüber nach.

Als ich schon dachte, es kann nicht mehr schlimmer kommen, ist mir dieser Artikel von 20Minuten begegnet – und das, kurz bevor ich eigentlich schlafen gehen wollte.

Da beklagt sich die Mitarbeiterin eines Unternehmens, darüber, dass sie als Ungeimpfte nicht mehr mit ihren Kollegen zu Mittag essen dürfe, sie müsse ihren Lunch am Arbeitsplatz einnehmen. Ausserdem müsse sie den ganzen Tag eine FFP2-Maske tragen, während sich ihre geimpften Kollegen maskenfrei bewegen können.

Eine andere Mitarbeiterin eines Logistikbetriebs habe zwei Wochen Zeit gehabt um ihren Impfnachweis der Personalabteilung einzureichen. Wer nicht geimpft sei, müsse weiterhin Maske tragen. „Ich finde es schlimm, dass Ungeimpfte durch dieses Vorgehen gebrandmarkt werden“, erklärt sie gegenüber der Pendlerzeitung. Die junge Frau, die ihren Namen nicht sagen will, weil sie Angst vor ihrem Arbeitgeber hat, stört sich auch daran, dass einzelne Arbeitnehmer diesem Druck nachgeben, obwohl sie sich eigentlich gar nicht impfen lassen wollten.

Traurige Zustände. Einziger beruhigender Lichtblick an diesem Tag war die Gewerkschaft UNIA (und das sage ich, die sonst eigentlich gar nicht auf der UNIA-Welle reitet). Diese gab auf Anfrage von 20Minuten nämlich folgende Antwort:

Einen Impfnachweis von seinen Mitarbeitenden zu verlangen ist unzulässig. In der Schweiz herrscht erstens keine Impfpflicht und zweitens verletzt der Arbeitgeber das Persönlichkeitsrecht der Angestellten, wenn er sie nach derart persönlichen Dingen fragt.

Serge Gnos, Kommunikationsverantwortlicher UNIA

Weiter erklärt Gnos, dass der Arbeitgeber seinen Angestellten einen Pausenraum zur Verfügung stellen muss. Mittagspausen am Arbeitsplatz seien nur zulässig, wenn ein Arbeitnehmender etwa im Pikettdienst ist.

So, und was mache ich jetzt mit all den Informationen? Keine Ahnung. Es ist wirklich schwierig abzuschätzen, in welche Richtung wir uns bewegen. Mich macht, wenn wir zurückkommen auf den einleitenden Teil dieses Blogs, einfach traurig, dass wir wie die Schafe hinter irgendwelchen Leuten herrennen und uns dabei tatsächlich auch noch fragen, wie so etwas wie vor 80 Jahren passiert ist, überhaupt möglich war.

Leute – so! So war das möglich.

Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich mich für mein Land, dessen Regierung, dessen sogenannte Volksvertreter und leider teilweise auch für dessen Volk schäme.

Und bevor jetzt all die dummen „ja dann geh‘ doch wo anders hin“ Rufe laut werden. Nein. Ich werde nirgends anders hin gehen. Ich bin hier geboren worden, hier aufgewachsen. Das ist mein Zuhause. Und das lasse ich mir nicht kaputt machen. Weder politisch noch gesellschaftlich. Und darum, darum bin ich jetzt auch wieder da mit meinen Blogs.

Danke für Eure Geduld!

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Aufruf an die Politiker der Schweiz

Die Schweiz ist ein souveränes selbständiges Land, auf welches wir immer Stolz waren. Die Mündigen Bürger Thurgau rufen die Regierung dazu auf, in der Corona-Krise einen eigenen Schweizer Weg, heraus aus der Krise, gemeinsam mit der Bevölkerung zu gehen. Es geht um Mut und Vertrauen in die Bevölkerung. Wir haben unsere Politiker gewählt und ihnen Vertrauen geschenkt. Das ist keine Einbahnstrasse! Jetzt ist es an der Zeit, dass die Politiker dem Volk vertrauen!

Der Schweizer Weg heisst, der Bevölkerung ihre Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zurück zu geben und eine weitere Schwächung unserer Wirtschaft zu verhindern. Wir haben folgende Punkte, die zurück zur Eigenverantwortung führen:

  • Sofortige Abschaffung der Maskenpflicht vor allem bei Kindern aller Altersstufen, weil es dafür keine wissenschaftliche Grundlage gibt, im Gegenteil die Gesundheit gefährdet.
  • Keine Tests bei gesunden Menschen, da der PCR-Test keine Evidenz besitzt und keine Infektion nachweisen kann.
  • Sofortige Beendigung des Lockdown und Öffnung aller Gastro-Betriebe und Detailhändler, weil diese Schliessungen einen grösseren Schaden in unserer Wirtschaft erzeugen, als durch die Corona-Krise selbst entsteht. Andernfalls fordern wir die Regierung auf, ihre Entscheidung für diese Massnahmen zu begründen. Studien oder andere fundierte Grundlagen vorzulegen, die zu dieser Entscheidung geführt haben und welche Abwägungen getroffen wurden.
  • Freie Impfentscheidung und auch kein indirekter Impfzwang durch Druck von Arbeitgebern, Veranstaltern usw. Diese Impfentscheidung muss nach umfänglicher Aufklärung freiwillig sein!

Wir sind sicher, dass ein Zurück zur Eigenverantwortung durch unsere Forderungen von der Mehrheit der Bevölkerung mitgetragen werden! Niemand braucht eine Bevormundung oder das Einmischen in seine Eigenverantwortung für die Gesundheit. Ein Volk kann nicht über Verordnungen und Beschränkungen auf Dauer regiert werden. Schon jetzt gibt es eine Spaltung bei uns in der Schweiz, die muss wieder überwunden werden.

Ein gespaltenes Volk ist ein schwaches Volk!

Gehen wir gemeinsam einen eigenständigen Schweizer Weg wieder heraus aus der Krise!

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Offener Brief an die Medienschaffenden der Schweiz

Geschätzte Journalistinnen und Journalisten
Werte Berufskolleginnen und -kollegen

Wenn ich jetzt diesen Brief beginnen würde mit dem Satz «bisher habe ich mich im Hintergrund gehalten», wäre das nicht ganz wahr und da ich für mich in den vergangenen 11 Monaten den Hashtag #nichtallesgesagtistmanchmalebendochgelogen etabliert habe, finde ich, sollte ich auch nicht nur die halbe Wahrheit sagen. Also: Ich habe mich etwas exponiert, ich habe gebloggt, kommentiert und meine Meinung zur Corona-Krise und den Umgang mit eben dieser kundgetan. Ich habe Fragen gestellt, recherchiert und publiziert. Allerdings nur im kleinen Rahmen. Warum habe ich das getan? Weil ich den Eindruck erhalten habe, dass Sie das, liebe Berufskolleg*innen nicht getan haben. Dennoch habe ich mich betreffend die Kritik an den Medien einigermassen zurückgehalten. Doch jetzt kann ich das schlicht nicht mehr. Daher wende ich mich in diesem offenen Brief an Sie alle. Und nein, ich habe nicht die Illusion, dass sich in Ihrer Einstellung von einer Minute auf die andere etwas komplett ändert. Ich will Sie auch nicht per se von meiner Einstellung und Meinung überzeugen. Ich wünschte mir lediglich, dass Sie sich die Zeit nehmen, diese Zeilen zu lesen und sich vielleicht doch den einen oder anderen Gedanken dazu machen. 

Ich war knapp in der Primarschule, als ich eines Tages für mich beschlossen hatte, dass ich, wenn ich mal gross bin, «Zeitungen schreiben will». Zumindest habe ich das so meinen Eltern versucht glaubhaft zu machen. Ich konnte sehr früh lesen und schreiben, dafür kann ich zugegebenermassen bis heute nicht rechnen… Aber zurück zu meinem Entschluss: Ich wollte Zeitungen schreiben, also Journalistin werden. Warum hat mich dieser Beruf von Anfang an fasziniert? Abgesehen davon, dass ich schon immer unglaublich gerne gelesen und geschrieben habe, war ich von den Journalisten beeindruckt. In meiner kindlichen Naivität dachte ich nämlich, Journalisten wissen alles. Klar, sie schreiben über Themen und informieren die Leute (Leser), die von einem Thema nicht so viel Ahnung haben, sich aber dafür interessieren und mehr erfahren wollen. Journalisten waren für mich quasi allwissend. Das wollte ich auch sein.

Heute, viele Berufsjahre und ein Bachelorstudium später weiss ich: Auch die Journalisten wissen nicht alles. Hinter den Berichten in der Zeitung steht viel Arbeit. Journalisten wissen nicht alles, aber sie wissen, wo sie das Wissen herbekommen – wo sie recherchieren müssen. Recherche ist mit viel Aufwand verbunden. Je nach Thema oder Vorwissen des/der Schreibenden, braucht das viele Stunden an Fachlektüre, Internetrecherche, Interviews, etc… Ja, das ist Arbeit. Aber es ist eben auch die Chance, sich vertieft mit einem Thema auseinander zu setzen, mit welchem man sich vielleicht sonst nicht so intensiv befasst hätte. Es ist eine Horizonterweiterung. Und diese Horizonterweiterung sollten Journalisten dafür nutzen, ihre Leserschaft zu informieren. Möglichst umfassend und richtig. Dabei ist es (für mein Verständnis) nicht die Aufgabe der Medien, ihren Nutzern eine bestimmte Meinung aufzudrücken – vielmehr ist es doch ihre Aufgabe, die Nutzer dahingehend zu unterstützen, dass sie sich eine eigene, differenzierte Meinung bilden und diese auch entsprechend argumentieren können.

Die Medien tragen so zur Meinungsbildung bei. Nicht umsonst werden sie auch die vierte Gewalt genannt. Ist es nicht so, dass sie als diese auch eine Kritik- und Kontrollfunktion in der Gesellschaft wahrnehmen? Müssten sie hierfür nicht Missstände aufdecken, Gegebenheiten hinterfragen und Kritik üben? So wie es Anfang der 1970er Jahre auch die Washington-Post getan hat, als sie die sogenannten Pentagon-Papiere veröffentlicht hat. Obwohl die Papiere als Geheim klassifiziert waren, entschied der Oberste Gerichtshof mit 6:3 Stimmen für die Washington-Post und hob das ursprünglich ausgesprochene Veröffentlichungsverbot als «nicht verfassungsgemäss» auf. Das Geheimhaltungsinteresse des Staates müsse hinter dem Interesse der Öffentlichkeit und der Pressefreiheit zurückstehen. Ein Richter schrieb dazu:

«Nur eine freie, unbehindert agierende Presse kann wirksam Täuschungen durch die Regierung aufdecken. Und über allen Verantwortlichkeiten einer freien Presse steht die Pflicht, jeglichen Teil der Regierung daran zu hindern, die Menschen zu betrügen […].» 

In der Verfilmung dieser Geschehnisse («Die Verlegerin»), wird gegen Ende des Films, in der Urteilsbegründung ein Richter wie folgt zitiert: «Die Medien sind für die Regierten da, nicht für die Regierenden».

Mich hat nicht nur der Film, sondern vor allem dieser Satz beeindruckt. So sollte es sein. Die Medien sollten für das Volk da sein. Das Volk informieren. Ich spreche hier nicht einmal davon, aktiv die Regierung zu denunzieren, sondern lediglich davon, vollumfänglich zu informieren, mit allen den Medien zur Verfügung stehenden Mitteln. Dabei sollten die Medienschaffenden immer dem Leitsatz des englischen Schauspielers Sir Laurence Olivier folgen: «Gib immer dein Bestes. Mehr kannst du nicht, weniger darfst du nicht». 

Beobachte ich aber die Medien in der aktuellen Corona-Krise, dann habe ich ernsthaft das Gefühl, dass dieser Grundsatz mehr denn je verloren gegangen ist. Die Entwicklung der Medien ging schon vor Corona in die Richtung, dass man vor allem Stories und damit die Zeitung / den Sender / die Webseite verkaufen möchte. Reisserische Titel und Fotos sind heute mehr wert als Inhalt. Eine Entwicklung, die gerade mit der Digitalisierung der Medien wohl kaum aufzuhalten ist. Doch irgendwo steckt doch noch immer in jedem Journalisten der gewisse Berufsstolz, der ihn dazu treibt, die Welt zu verändern, etwas zu bewegen, Geschichten aufzudecken…. Oder etwa nicht?

Ich habe nicht das Gefühl. Um es vorneweg zu nehmen: Ich bin weder ein Verschwörungstheoretiker noch ein Coronaleugner. Ich bin lediglich eine kritische Bürgerin, die Sachen hinterfragt. Etwa wie der Staat mit dieser Krise umgeht. Ich stelle Fragen, die ich eigentlich erwarten würde, dass sie die Medien stellen:

  • «Ab dem 8. Februar gilt zudem für alle Einreisenden in die Schweiz, dass sie einen negativen Test vorweisen müssen, der nicht älter als 72 Stunden ist.»
    • Gilt das auch für Schweizer Bürger? Kann man einem Schweizer Bürger die Einreise in seine Heimat wirklich verweigern?
  • «3,6 Prozent der Bevölkerung sind geimpft.»
    • Ist es nicht vielmehr so, dass 3,6 Prozent der Bevölkerung bereits die erste Spritze erhalten haben? Oder gilt man auch schon mit der ersten Dosis als «geimpft» obwohl man gemäss Wissenschaft noch keine 50% Schutz gegen Corona erreicht hat? Und inwiefern ist diese Zahl, wenn sie nur diejenigen Betrifft, welche die 1. Spritze erhalten haben, aussagekräftig?
  • Frage: Müssen Autofahrer, die in die Schweiz einreisen, ebenfalls einen negativen Test vorweisen?
    «Wenn sie aus einem Risikogebiet kommen, ja», sagt Berset.
    • Wie genau gedenkt der Bund das zu kontrollieren? Werden die Kontrollen an den Grenzen verschärft? Hat die EZV diese Kapazitäten überhaupt? Muss die Armee wieder zur Unterstützung beigezogen werden?
  • «Die Fallzahlen sinken zu langsam.»
    • Ist es nicht möglich, dass die Fallzahlen zwar langsamer, dafür aber nachhaltiger sinken als noch im Frühjahr 2020?
  • «Eine Anordnung des Kantons ist strafbewehrt. Sprich: Es droht eine Strafe, wenn sich eine Person nicht an die Anordnung des Kantons hält», sagt Gerber. «In Einrichtungen müsste es sich um den Schutz der Arbeitnehmenden handeln, aber es kommt sehr auf die Art und das Umfeld der Aktivität an.»
    • Heisst das also, dass Menschen, die zum Beispiel einen Corona-Test im Rahmen von Massentests verweigern, dazu gezwungen werden können? Wie rechtfertigt der Bundesrat einen solchen Eingriff in die Privatsphäre insbesondere bei symptomfreien Bürgern? Gilt das nicht als Körperverletzung, wenn man gegen seinen Willen getestet oder geimpft wird?
  • Der Bundesrat klassifiziert Corona-Unterlagen seit dem Frühjahr 2021 als «Geheim»
    • Hat der Bundesrat etwas zu verbergen? Fehlen dem Bundesrat die Argumente für den Fall, dass Fragen kommen würden?
  • Wenn BR Berset an der Medienkonferenz vom 27.01.2021 offensichtlich nicht weiss, was er in seiner Verordnung unterschrieben hat und seinen Berater zu Hilfe ziehen muss:
    • Herr Bundesrat, kennen Sie den Inhalt der von Ihnen unterschriebenen Verordnungen?
      • In einer normalen Lage hätte man einen Bundesrat, der vor versammelter Pressekonferenz so agiert, in der Luft zerrissen, warum jetzt nicht?
  • Die Fallzahlen sind immer noch zu hoch
    • Ja klar, mit den Massentests steigen die absoluten Fallzahlen, die Positivitätsrate sinkt aber kontinuierlich, warum werten Sie das nicht als positives Zeichen?
  • Es muss mehr getestet und der Anreiz, Tests zu machen, erhöht werden
    • Versuchen Sie damit die Fallzahlen künstlich hoch zu halten?
  • Die Zahl der Virusmutationen verdoppelt sich im Moment wöchentlich
    • Dennoch sinkt die Positivtätsrate kontinuierlich, heisst das nicht auch, dass das mutierte Virus nicht ganz so ansteckend ist, wie man uns glauben machen will?
  • Der R-Wert steigt wieder über 1
    • Kann jemand detailliert erklären, wie der R-Wert zustande kommt? Denn obwohl vor 10 Tagen der R-Wert wieder über 1 gestiegen sein soll, sinkt die Positivitätsrate kontinuierlich. Wie ist das möglich?

Und für mich die wichtigste Frage von allen:

Geschätzter Bundesrat, warum knechten Sie das Volk seit bald einem Jahr nur mit negativen Aussagen, Pessimissmus und Massnahmen, statt dem Volk in dieser Situation Mut zu machen, mit dem Volk in eine bessere Zukunft zu blicken?

Doch nichts Dergleichen passiert. Woche für Woche sitzen Medienvertreter in diesen Pressekonferenzen und stellen Fragen, von denen man den Eindruck bekommt, sie seien ihnen vorgegeben worden. Es geht nur darum alles zu bestätigen was vom Bundesrat kommt und oft sogar darum, ohne zu hinterfragen die Haltung des Bundesrates nicht nur zu bestärken, sondern indirekt noch härtere Massnahmen zu fordern und dies völlig unkritisch.

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin (FDP) hat im Buch «Starke Worte» (Barabara Lukesch und Balz Spörri) gesagt:

«Kinder haben viele Fragen. Später nehmen die Fragen ab. Man kann problemlos durchs Leben gehen, ohne Fragen zu stellen. Für viele Leute ist das bequemer. Es beruhigt sie, wenn sie immer genau wissen, was sie zu denken haben. Wenn sie nur wiederholen müssen, was andere schon gesagt haben oder was in der Zeitung steht. Doch das ist sehr schade. Menschen, die keine Fragen haben, sind sich immer absolut sicher. Doch im Grunde genommen sind sie dumm und tot.»

Alt-Bundesrat Pascal Couchepin (FDP)

Ist der Journalismus, der wahre, ehrliche Journalismus auch tot? Warum sind Sie Journalist geworden? Haben Sie sich das kürzlich mal wieder selber gefragt? Haben Sie eine Antwort darauf? Sind es die Privilegien, die man als Journalist geniesst? Ist es das Ansehen, bzw. der eigene Name, der in einer Zeitung steht? Ist es die Tatsache, dass man Prominente treffen kann? Dass man ins Ausland reisen kann? Sein Gesicht im Fernsehen präsentieren kann? Ist es der Lohn? Was ist es, was Sie damals dazu bewogen hat diesen Beruf, der vielmehr Berufung ist, zu ergreifen?

Wollten Sie nicht die Welt verändern? Haben Sie nicht davon geträumt, Missstände aufzudecken? Aufklärung zu betreiben? Haben Sie sich nicht vielleicht sogar geschworen «ich wetts denn besser mache»? Und? Machen Sie es besser? Sind Sie sicher? Und hier beginnt das Hinterfragen. Hinterfragen Sie sich, Ihre Rolle als Journalist und als Bürger in unserer Gesellschaft. Hinterfragen Sie unser System – nicht im Bösen, sondern zur Aufklärung. Zur Aufklärung der Bürger, die ein Recht darauf haben, sich ihre eigene Meinung zu bilden. Die sich auf Sie verlassen. 

Barbara Thomass schreibt in ihrem Konzept der journalistischen Ethik: 

«Journalismus produziert Darstellungen über aktuelle Themen. Dabei erwarten Rezipienten von Journalisten die Zutreffendheit der berichteten Ereignisse, wahrhaftige und umfassende Informationen, das ‘ganze’ Bild, die Richtigkeit der Fakten – dies alles unbenommen des Phänomens, dass sich Rezipienten in ihrer Meinung bestätigt sehen wollen und deshalb ums o eher Informationen aufnehmen, die in Übereinstimmung mit ihren Erwartungen sind. Auf der Erfüllung dieser Erwartungen basiert die Glaubwürdigkeit des Journalismus. Die Wahrung der Glaubwürdigkeit rechtfertigt die Privilegien in der Ausübung des Berufes und liegt der Funktionsfähigkeit des Journalismus als Beobachtungssystem der Gesellschaft zugrunde.»

Barbara Thomass

Und ich komme zu meinem kindlichen Bild des allwissenden Journalisten zurück: Sie sind die Allwissenden, diejenigen, welche die Macht haben, dem Volk die Informationen zu geben, die es braucht, um sich eine eigene Meinung bilden zu können und Sie sind es auch, die die Macht haben, eben diesem Volk die Stimme zu geben, die es braucht, um gehört zu werden.

Denken Sie stets daran: Die Medien sind für die Regierten da, nicht für die Regierenden.

Ich hoffe sehr, Sie mit meinen Zeilen zum Nachdenken angeregt zu haben und dass Sie, angespornt durch meine Worte, anfangen sich selber und Ihre Rolle in unserer Gesellschaft zu reflektieren.

Die Menschen zählen auf Sie – enttäuschen Sie sie nicht.

Freundliche Grüsse

Moni Bregy

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Wussten Sie, dass…

Ein Beitrag von Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf, Kinderärztin, Corona-Realistin vom 26.01.2021

…über 95 Prozent der Menschen mit Covid-19 einen milden Verlauf haben (ohne Hospitalisation), 30 Prozent sogar ohne Symptome (Prof. Dr. med. Phillip Tarr, Infektiologe Kantonsspital BL (PRIMARY AND HOSPITAL CARE – ALLGEMEINE INNERE MEDIZIN 2020;20/12):377-382)).

…bei gut eingestellten Risikofaktoren (z.Bsp. Asthma, Diabetes, Bluthochdruck) die PatientInnen beruhigt werden können – ein schwerer Covid-19 Verlauf ist deswegen nicht zu erwarten (Prof. Dr. med. Phillip Tarr, Infektiologe Kantonsspital BL (PRIMARY AND HOSPITAL CARE – ALLGEMEINE INNERE MEDIZIN 2020;20/12):377-382)).

  • Schon im April wurden die Risiko-Kategorien für Erwachsene deutlich eingeschränkt.  Die entsprechende Liste war schwierig zu finden (Der Bundesrat > Bundesrecht > >COVID-19-Verordnung 2). Im Zusammenhang mit den Impfempfehlungen ist diese Liste der  Kategorien besonders gefährdeter Personen wieder wichtig geworden.  Sie ist zu finden in «Impfempfehlung für mRNA-Impfstoffe gegen Covid-19 (Stand 12.01.21)» von BAG und EKIF auf S. 8.  Menschen mit gut eingestelltem Bluthochdruck, Diabetes oder Asthma werden nicht als wirkliche Risikopatienten betrachtet.

…auch Senioren über 80 Jahre in 9 von 10 Fällen nach Covid-19 wieder gesund werden.

…Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene durch SARS-CoV-2 kaum je gefährdet sind (Ausnahmen sind solche mit schwerer Immunschwäche), sie haben häufig wenig oder keine Symptome. Kinder sind nicht Treiber der Pandemie. Corona-Ausbrüche in Schulen mit einer Häufung von Infektionen über alle Klassen und Stufen hinweg gibt es nicht. (Ciao-Corona-Studie Uni ZH) 

…Schulschliessungen den Kindern schadet, v.a. den eh schon benachteiligten, und die  Pandemie nicht relevant beeinflussen (was in Deutschland zu sehen ist).  Die Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren (EDK) rät in einem Schreiben an den Bundesrat von einem Verbot des Präsenzunterrichts an obligatorischen wie weiterführenden Schulen ab. (NZZ 21.01.21)

…SARS-CoV-2 am ansteckendsten ist bei Symptombeginn und ein bis zwei Tage davor – nach Symptombeginn nimmt die Ansteckungsgefahr und die Viruslast im Nasopharynx sukzessive ab (PRIMARY AND HOSPITAL CARE – ALLGEMEINE INNERE MEDIZIN 2020;20/12):377-382).  

…das postvirale Syndrom auch nach anderen schweren Virusinfektionen vorkommen kann.  Die Erschöpfung und die Atemnot etlicher Post-Covid-Patienten sind nicht objektiv nachweisbar. (NZZ 16.1.2021)

…sehr viele Menschen Covid-19 schon gehabt haben (in der Schweiz über 500’000 positiv Getestete, die effektive Zahl ist um ein Vielfaches höher).

…Menschen mit durchgemachter Covid-19-Infektion und Menschen mit positiven Corona-Antikörpern in den allermeisten Fällen vor einer erneuten Infektion mit SARS-CoV-2 geschützt sind (in der gleichen Saison) (Lumley et al, online 23.12.20).  Diese Menschen zu impfen oder in die Quarantäne zu schicken ist ohne Evidenz (Prof. Dr. med. Pietro Vernazza, Jan 03, 2021, infekt.ch)

…viele Viren (Influenza, Corona) ständig mutieren und gelegentlich vom Tier auf den Menschen überspringen können (Schweinegrippe, Vogelgrippe, SARS, MERS). Der natürliche Verlauf von Viren ist, dass sie durch zufällige Mutationen tendentiell infektiöser, aber weniger gefährlich werden.

…das Immunsystem des Menschen auch für neue Viren gewappnet ist.

…die neue Virusmutante aus Grossbritannien schon seit mindesten Anfang Dezember in der Schweiz nachgewiesen wurde.  Sie soll etwas ansteckender sein, aber nicht gefährlicher. Falls diese Virusmutante wirklich eine grundlegend neue Situation darstellt, welche eine Strategieanpassung erfordert – nämlich Abweichen vom bisherigen massvollen «Schweizer Weg» hin zum Lockdown – müsste aufgrund des Verlaufs der Neuinfektionszahlen dies ersichtlich sein, was nicht der Fall ist.

…2020 mehr Menschen in der Schweiz gestorben sind als in den letzten Jahren (total 74’100), dass aber auch die Gesamt-Bevölkerung und der Anteil der Senioren zugenommen hat. (Analysen, Grafiken Covid-19 Schweiz – 18.01.2021)

…2020 das Sterberisiko für über 65 Jährige geringer war als in den Jahren 2015 (schwere Grippewelle) und 2013.  (Analysen, Grafiken Covid-19 Schweiz – 18.01.2021)

…die beiden Wellen der SARS-CoV-2 Epidemien nicht der einzige Grund für die Erhöhung der Sterblichkeitsrate im Jahr 2020 sind.  Zieht man nämlich die Zahl der mit oder an Covid-19 Verstorbenen von der Gesamtsumme der Todesfälle ab, zeigt sich in den beiden kritischen Phasen auch eine     Übersterblichkeit bei Verstorbenen ohne Corona-Diagnose  (Weltwoche Nr. 02.21). Gründe dafür sind infolge der Massnahmen verschobene Operationen oder Vorsorgeuntersuchungen, Verzicht auf körperliche Betätigung, Mangel an Lebensperspektive, Suizide etc.).

…der Bundesrat per 18.01.2021 gegen den Willen der Kantone und der Sozialpartner präventiv einschneidende Massnahmen verhängt hat (Ladenschliessungen, Home-Office-Pflicht) trotz deutlich rückläufigen Fallzahlen, Hospitalisationen, Todesfälle und R-Wert (NZZ 21.01.21).

…Deutschland trotz rigorosen, seit Wochen andauernden Lockdown-Massnahmen seit dem 07.01.2021 anteilsmässig mehr Covid-19-Todesfälle verzeichnet als die Schweiz. (NZZ 21.01.21)

Wie Sie Ihr Immunsystem stärken können:

  • Gesunde Lebensweise:  ausgewogene Ernährung, täglich genügend Bewegung an der frischen Luft, kein Übergewicht, genügend Schlaf (mindestens 7 Stunden)
  • Verzicht auf gesundheitsschädigende Substanzen (Rauchen, zu viel Alkohol)
  • Vitamin-D-Substitution
  • Echinacea-Einnahme prophylaktisch
  • Freude, gute psychische Verfassung (Angst schwächt das Immunsystem)

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Weshalb jetzt Lockdown

Ein Beitrag von Frau Dr. med. Kathrin Meffert-Ruf (Stand vom 19.01.2021)

Gegen den Willen der Kantone verschärft der Bundesrat die Massnahmen gegen das Coronavirus. Ab 18.1.21 werden in der Schweiz die Läden geschlossen, und es gilt eine Home-Office-Pflicht.  Weshalb schickt der Bundesrat jetzt die Schweiz in einen zweiten Lockdown?

Auf welchen Grundlagen basieren diese Entscheide, wie schlimm ist die Lage wirklich?

Der Bundesrat stellt bisher ab auf Fallzahlen, Spitalauslastung, Todesfälle und Reproduktionszahl. Aktuell entscheidend ist aber die Coronavirus-Mutation. 

Schauen wir uns mal die Zahlen an:

  1. Fallzahlen

Kommentar:  Die Fallzahlen waren Ende Oktober auf einem Höchststand (mehr als 4 mal so hoch wie jetzt) (2210 im 7-Tageschnitt) und sind seither – mit einer Stagnation anfangs Dezember – regredient. Die befürchtete Zunahme der Fälle über die Festtage ist ausgeblieben, die täglich gemeldeten Neuinfektionen dieser Woche betragen 33% weniger als in der Vorwoche.

Dass das SARS-CoV-2 im nasskalten Dezember nicht einfach verschwindet, erstaunt nicht, da es sich um ein saisonalen Atemwegsvirus handelt.  Im Winter gab es immer schon gehäuft Schnupfen, Husten, Fieber.  Ist der Höhepunkt der Infektionswelle aber überschritten, sind die Zahlen wieder rückläufig.  Das ist bei jeder Grippewelle so.  Auch ohne jegliche Massnahmen.

2. Spitalauslastung

Kommentar: Die Spitalauslastung war Mitte bis Ende November auf einem Höchststand (über 4000 Hospitalisierte) und ist seither rückläufig, im Vergleich mit der Vorwoche um 17% auf aktuell 1997 Hospitalisierte. Die Auslastung der zertifizierten Intensivbetten beträgt 84%, was normal ist, die Auslastung inklusive der Ad-hoc Betten 73%.  Problem sind nicht die Anzahl Betten, sondern der Pflegepersonalmangel, welcher vorbestehend ist und politisch angegangen werden muss unabhängig von Corona. Zudem ist zu erwähnen, dass es neben den aus medizinischen Gründen hospitalisierten COVID-positiven Patienten (also zum Beispiel Patienten mit Sauerstoff-Bedarf oder gar Beatmung) auch solche gibt, die aus sozialer Indikation hospitalisiert sind (vorwiegend alleinstehende Betagte, die nur milde erkrankt sind, aber niemanden haben, der sie während der Isolation zum Beispiel mit Essen versorgt).

3. Reproduktionszahl

Die effektive Reproduktionszahl R gibt an, wie viele Personen eine infizierte Person im Durchschnitt ansteckt. Der neuste Wert gilt für den 8. Januar und steht bei 0,81. Das bedeutet, dass hundert Neuinfizierte im Schnitt 81 Personen ansteckten.
Der R-Wert welcher heute berechnet wird, bildet das Infektionsgeschehen schweizweit von vor ca. 10 Tagen ab und ca. 14 Tage für Kantone wegen der Verzögerung zwischen Ansteckung und positive Testergebnis. 

In den meisten Kantonen liegt R aufgrund der bestätigten Fälle (Median) derzeit immer noch über dem von der Swiss National COVID-19 Science Task Force vorgeschlagenen Zielwert von 0,8, welcher zu einer Halbierung der Anzahl Neuinfektionen innerhalb maximal 14 Tagen führt, so die Taskforce.

Kommentar:  Die Reproduktionszahl R hinkt der Realität 10-14 Tage hinterher und ist ein sehr ungenauer Wert.  Ob R geeignet ist als Grundlage für kurzfristige Entscheidungen, ist sehr fraglich.

4. Todesfallzahlen

Kommentar:  Die Zahl der Corona-Verstorbenen war im November auf einem Maximum (bis 100 pro Tag), ist seit Mitte Dezember deutlich rückläufig, aktuell minus 22% im Vergleich mit der Vorwoche. 

Bei der Beurteilung der Zahl der Corona-Toten muss berücksichtigt werden, dass nicht unterschieden wird, ob jemand mit oder an Corona verstorben ist.  Die EU-Definition eines Corona-Toten besagt, dass alle Verstorbenen, welche in den 28 Tagen vor dem Tod einen positiven Corona-Abstrich hatten, als Corona-Tote gelten.  Egal ob sie an Krebs, an einem Herzinfarkt oder wegen Abbruch der Dialyse sterben.  Somit wären es de facto viel weniger Menschen, die effektiv an Corona verstorben sind.

(Zur Auswertung der Todesfallzahlen 2020.)

5. Testkurve

6. Neue Mutation des Coronavirus (VU1-202012/01)

Die zuerst in Grossbritannien und dann auch Südafrika entdeckte Variante von SARS-CoV-2  war anfangs Dezember erstmals in der Schweiz nachgewiesen worden.   Die Mutation, erstmals identifiziert im September 2020, sei potenziell um 70% ansteckender als bisher bekannte Virusvarianten (NZZ 21.12.2020).

Viele Viren mutieren ständig. SARS-CoV-2 verändert im Durchschnitt ein bis zwei DNA-Bausteine pro Monat.  VU1-202012/01 besitzt eine überdurchschnittlich hohe Zahl von genetischen Veränderungen und hat diese zudem in sehr kurzer Zeit angesammelt. Es heisst, die neue Variante könnte sich möglicherweise bis zu 70% schneller ausbreiten als bisher bekannte Coronaviren.  Darauf deuten zum einen die festgestellten Mutationen, von denen manche eine bessere Bindung an menschliche Zellen ermöglichen.  Zum anderen hat sich die neue Virusvariante seit anfangs Dezember in Südengland und London sehr schnell ausgebreitet und wurde dort zur dominierenden Variante.  Erste Daten zeigen, dass die Mutation nicht mit einer erhöhten Infektionsschwere und Sterblichkeit in infizierten Personen einhergeht (NZZ).

Sind die neuen Impfstoffe gegen die Coronavirusmutante bereits wirkungslos?  Dafür gibt es bisher keine Anhaltspunkte. Dies wird derzeit in Zellkulturstudien analysiert.  Zwar sind manche der Mutationen in genau in dem Spike-Protein, das Bestandteil der Impfung ist.  Doch das Impfprotein löst im Körper die Bildung eines Cocktails an Antikörpern aus, die an unterschiedliche Stellen des Spike-Proteins oder auch andere Virusbestandteile andocken.  Selbst wenn nun also manche Antikörper weniger gut an das mutierte Spike-Protein der neuen Virusvariante binden sollten, so bietet dieses trotzdem noch ausreichend Angriffsflächen für andere Antikörper. Zudem gibt es im Körper eine zweite Verteidigungsmannschaft, die sogenannten T-Zellen.  Diese erkennen mit SARS-CoV-2 infizierte Zellen und vernichten sie.  Diese Reaktion ist allenfalls teilweise durch ein  mutiertes Spike-Protein abgeschwächt (NZZ).

Es könnte sein, dass neue Vakzine notwendig sein werden, wenn sich das Virus noch weiter verändert, gemäss bisherigen Erkenntnissen aber nicht in den kommenden Monaten.  Influenza-Viren verändern ganze Abschnitte ihres Genoms, weshalb es jeden Herbst eine neue Impfung braucht. 

Kommentar:

Es wird Angst gemacht mit der Aussage, die neue Corona-Virus-Mutante könnte potenziell um 70% ansteckender sein.  Gefährlicher sei sie nicht. Mittlerweile ist das neue Virus seit mindestens 6-7 Wochen in der Schweiz nachgewiesen.  Gut 2% der aktuellen SARS-CoV-2 Fälle seien auf dieses Virus zurückzuführen.  Das ist nicht gerade viel nach mindestens 6-7 Wochen Zeit, sich auszubreiten und widerspricht etwas der Behauptung, dass die Mutante sehr viel ansteckender sei.

Fazit:

Es ist nicht nachvollziehbar, dass der Bundesrat gegen den Willen der Kantone jetzt auf eine Verschärfung der Massnahmen drängen, obwohl die Zahlen rückläufig sind und die Corona-Impfung da ist.  Die Strategie der ersten Welle war die Verhinderung des Kollaps des Gesundheitssystems.  Dies ist zum Glück weder in der ersten noch in der zweiten Welle, welche den Zenit hinter sich hat, eingetreten.  Die Zahlen der Neuinfektionen, der Hospitalisationen und der Todesfälle waren im November deutlich höher als jetzt.  Die Intensivstationen (inkl. Ad-Hoc-Betten) waren nie über 81% belegt.  Die Reproduktionszahl R hinkt der Realität 10-14 Tage hinterher, ist sehr ungenau und deshalb als Grundlage für kurzfristige Entscheidungen nicht geeignet.

Laut Bundespräsident Guy Parmelin sind es nun nicht die Fallzahlen, sondern die neuen, leichter übertragbaren Virusvarianten, die den Bundesrat umtreiben.  Eine rapide Vermehrung wie in Grossbritannien oder Irland wäre hierzulande besonders riskant, weil die gesamten Fallzahlen schon heute hoch sind und das Gesundheitssystem schnell überlastet wäre. Deshalb sei es trotz den enormen Kosten und wirtschaftlichen Schäden besser früh und hart einzugreifen als abzuwarten.

Dass Corona jetzt im nasskalten Dezember nicht einfach verschwindet, erstaunt nicht, da SARS-CoV-2 ein saisonales Atemwegsvirus ist.  Im Herbst und Winter gab es immer schon häufiger Schnupfen, Husten, Fieber und selten auch Komplikationen mit Lungenentzündungen.

«Am ehesten wird sich das pandemische SARS-Coronavirus-S bleibend in die winterlich-endemisch auftretenden respiratorischen Viren wie Influenza und RSV einreihen», so Prof. Dr. med. Phillip Tarr, Infektiologe am Kantonsspital BL (PRIMARY AND HOSPITAL CARE – ALLGEMEINE INNERE MEDIZIN 2020;20/12):377-382).

Es kann nicht sein, dass die Swiss National COVID-19 Science Task Force sich unrealistische Ziele setzt (Halbierung der Anzahl Neuinfektionen innerhalb maximal 14 Tagen, R unter 0,8), die Aufgrund der Natur des Virus nicht zu erreichen sind.  Und dass der Bundesrat krampfhaft versucht, diesen unrealistischen Zielen mit Massnahmen, die offensichtlich kaum was bewirken, auf dem Buckel der Bürger nachzurennen.  Koste es was es wolle.

Es kann nicht sein, dass die Kriterien für Veränderung der Massnahmen dauernd geändert werden.  Aufgrund der noch vor einem Monat geltenden Kriterien Fallzahlen, Hospitalisationen, IPS-Betten, R-Wert müssten nämlich jetzt Lockerungen erfolgen.  Dass nun Corona-Virus-Mutanten als Grund für Verschärfungen herangeführt werden, erstaunt, da Corona-Viren – wie auch die Influenza-Viren – ständig mutieren. Ansteckender heisst nicht automatisch gefährlicher.  In punkto Wirksamkeit der Impfung auch gegen die Corona-Virus-Mutanten hiess es ja, die Impfung wirke auch gegen die mutierten Viren. Falls dem so ist, müssen auch die Aber-Tausenden von Menschen (500’000 positiv Getestete, Dunkelziffer um ein Vielfaches höher), welche COVID-19 schon gehabt haben, keine Angst haben.  Denn die Krankheit selber hat immer eine mindestens so gute Immunität wie die Impfung zur Folge. Falls diese Virusmutante wirklich eine grundlegend neue Situation darstellt, welche eine Strategieanpassung erfordert – nämlich Abweichen vom bisherigen massvollen «Schweizer Weg» hin zum Lockdown – müsste aufgrund des Verlaufs der Neuinfektionszahlen dies ersichtlich sein, was nicht der Fall ist.  Der Verweis, dass der gute Verlauf auf die strengeren Massnahmen (Läden zu, Home-Office-Pflicht) zurückzuführen sei, kann nicht gelten gelassen werden, zeigt doch ein Blick nach Deutschland und Frankreich, dass diese Massnahmen offensichtlich keinen relevanten Effekt haben. 

«Manche Politiker können sich ein Leben ohne Bevormundung der Bürger offenbar nicht mehr vorstellen.  Sie möchten den Ausnahmezustand künstlich verlängern», schreibt der NZZ-Chefredaktor Eric Gujer am 8.1.2021.  Die Grundrechte sind ausser Kraft.  Man muss sich zuerst mit tiefen Zahlen dafür qualifizieren.  Das Sagen in der Schweiz hat nicht mehr der Souverän, das Volk, sondern Politiker, die ihre Macht durch neue Gesetze (COVID-19-Gesetz) legitimieren und erhalten, auch wenn die Pandemie-Kriterien gar nicht mehr erfüllt sind. Es besteht zudem der Verdacht, dass sie sich viel zu sehr beeinflussen lassen durch das nahe Ausland.  Dessen Politiker kämen in Erklärungsnotstand, wenn sich deren Zahlen trotz hartem Lockdown zunehmend nicht mehr unterscheiden von jenen der Schweiz, wo die Schulen offen sind, die Menschen skifahren und bis vor kurzem auch noch ins Restaurant gehen konnten.